Heidelberg

Heidelberg-Südstadt: 70-Jähriger zerkratzte geparkten VW (So, 16 Feb 2020)
Heidelberg. (pol/rl) Einen Autokratzer bemerkte eine Anwohnerin der Rohrbacher Straße am frühen Sonntagmorgen. Gegen 4.45 Uhr hatte die Frau bemerkt, wie ein 70-Jähriger die Motorhaube eines geparkten VW Golf mit einem Gegenstand zerkratzte. Sie ging auf die Straße, verfolgte den Täter und rief währenddessen den Polizeinotruf an.  Während ihrer Verfolgung teilte sie den Beamten per Telefon fortlaufend ihren Standort mit, sodass kurz darauf eine Streifenwagenbesatzung des Polizeireviers Heidelberg-Mitte den 70-Jährigen entdeckten. Sie nahmen ihn fest und brachten ihn auf das Polizeirevier Heidelberg-Süd. Die Polizei vermutet, dass der 70-Jährige für viele ähnliche Sachbeschädigungen verantwortlich sein könnte, zu denen es in den vergangenen Monaten im Bereich Rohrbach und der Südstadt kam.  Zeugen werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Heidelberg-Süd unter der 06221/34180 in Verbindung zu setzen.
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Parteien-Ausschluss: Zwölf Räume in Heidelberg sind jetzt für Parteien tabu (Sun, 16 Feb 2020)
Von Anica Edinger Heidelberg. In zwölf städtischen Räumlichkeiten wird es künftig keine Veranstaltungen von Parteien mehr geben. Das beschloss der Gemeinderat am Donnerstag mit drei Gegenstimmen. Unter den zwölf Standorten ist auch die Stadtbücherei. Ihre Räume, darunter auch der Hilde-Domin-Saal, werden in Zukunft nicht mehr an Parteien vermietet – mehr noch, sie stehen "für jegliche Veranstaltungen mit politischem Ansatz" nicht mehr zur Verfügung (RNZ vom 12. Februar). Die Direktorin der Stadtbücherei, Christine Sass, begrüßt diese Entscheidung des Gemeinderats zur "Vermietung städtischer Räume", wie sie am Freitag gegenüber der RNZ erklärte. "Wir sind sehr erleichtert", so Sass, "insbesondere nach den letzten Erfahrungen." Damit meint sie eine Veranstaltung der AfD-Jugendorganisation im März 2018, die aus dem Ruder lief. Gegendemonstranten blockierten das Foyer, es gab Rangeleien – "und wir mussten Besucher zur Hintertür herausschleusen", erinnert sich Sass. Das widerspreche dem Anspruch der Stadtbücherei, eine Einrichtung für die Bürger, Familien mit Kindern und für ältere Menschen zu sein. Auch Finanzbürgermeister Hans-Jürgen Heiß, der die Verwaltungsvorlage gemeinsam mit dem Liegenschaftsamt ausarbeitete, erklärt: "Wenn sich im Treppenhaus der Stadtbücherei verängstigte Kinder an wütenden Demonstranten vorbeiquetschen müssen, ist das nicht akzeptabel." Manche Häuser verkrafteten kontroverse politische Veranstaltungen einfach nicht, das habe die Bewertung der Stadt hinsichtlich ihrer Räumlichkeiten in den letzten beiden Jahren gezeigt. Dennoch wollten die Linken per Antrag die Stadtbücherei doch noch für politische Gruppierungen außer Parteien öffnen – "damit etwa Friedensgruppen dort Veranstaltungen machen können", erklärte Linken-Stadträtin Sahra Mirow. Mehrere Gruppen hatten sich vor der Gemeinderatssitzung über den drohenden Wegfall der Stadtbücherei als Veranstaltungsort beklagt, unter anderem das Friedensbündnis, das Nicaragua-Forum oder auch die Palästina/Nahost-Initiative. Der Antrag scheiterte knapp. Dagegen beschlossen die Stadträte auf Antrag der SPD eine Art Selbstverpflichtung, die Mieter von städtischen Räumen künftig unterschreiben müssen. Darin soll es laut SPD-Antrag unter anderem heißen: "Die mietende Partei ist nicht berechtigt, die Mieträume zur Durchführung von Veranstaltungen zu nutzen, auf denen verfassungs- oder gesetzeswidriges Gedankengut dargestellt und/oder verbreitet wird." Außerdem sollen die Mieter per Unterschrift versichern, "dass die Veranstaltung keine rassistischen, antisemitischen, extremistischen oder antidemokratischen Inhalte haben wird". Doch Oberbürgermeister Eckart Würzner ließ nach der Abstimmung zu Protokoll geben: "Der OB wird das nicht überprüfen." Das könne die Verwaltung schlicht nicht leisten.
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Heidelberg: Ist der Einkaufssonntag Fluch oder Segen? (Sun, 16 Feb 2020)
Heidelberg. (ani) Fünf verkaufsoffene Sonntage wird es 2020 im ganzen Stadtgebiet geben – darunter auch wieder der nach dem Heidelberger Herbst, dieses Jahr am 27. September. Der Gemeinderat beschloss das in seiner letzten Sitzung – mit Gegenwind von den Linken. Stadträtin Zara Kiziltas bezeichnete es als "moralische Verpflichtung", Arbeitnehmern im Einzelhandel einen freien Tag zu gönnen. Woraufhin Sahin Karaaslan, selbst Unternehmer, ein leidenschaftliches Plädoyer für verkaufsoffene Sonntage hielt – schließlich bekäme man doppeltes Gehalt und einen Ausgleichstag. Grünen-Fraktionsvorsitzender Derek Cofie-Nunoo ärgerte sich, "dass wir jetzt diese Grundsatzdiskussion führen". Doch Linken-Stadträtin Sahra Mirow insistierte: "Das ist unsere Aufgabe als linke Partei – und wir werden es jedes Mal tun."
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Kritik an HeidelbergCement: "Blumenwiesen statt Betonwüsten" (Sat, 15 Feb 2020)
Von Barbara Klauß Heidelberg. "Stoppt Zement! Stoppt Zement!", schallt es hundertfach durch die Kurfürstenanlage in Heidelberg. Bis zu 800 vor allem junge Menschen ziehen mit Trommeln und Pfeifen von der Stadtbücherei Richtung Uniplatz und skandieren: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr zu viel Häuser baut!" Zum ersten Mal hat die Bewegung Fridays for Future in Heidelberg zum Protest gegen ein Unternehmen aufgerufen: Im Mittelpunkt steht an diesem Freitag der Baustoffkonzern HeidelbergCement. "Blumenwiesen statt Betonwüsten", steht auf einem der Banner, die sie durch die Straßen tragen. Hauptkritikpunkt: der CO2-Ausstoß. 76 Millionen Tonnen Kohlendioxid hat das Unternehmen, das zu den größten Baustoffkonzernen der Welt gehört, im Jahr 2018 eigenen Angaben zufolge verursacht. Fridays for Future rechnet HeidelbergCement damit zu den größten CO2-Produzenten und fordert die Verantwortlichen zum Handeln auf. Der Konzern betrachtet sich allerdings nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung anstehender Aufgaben, wie ein Unternehmenssprecher erklärt. Man begrüße die gesellschaftliche Diskussion zum Klimawandel. Der Klimaschutz sei seit vielen Jahren ein vorrangiges Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie. "Dass die Zementindustrie energieintensiv ist und einen großen Teil zum weltweiten CO2-Ausstoß beiträgt, ist unstrittig", so der Sprecher. Doch habe sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, den spezifischen CO2-Fußabruck bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 30 Prozent zu senken. Bisher sei weltweit eine Reduktion um rund 20 Prozent erreicht worden. Bis spätestens 2050 will HeidelbergCement CO2-neutralen Beton entwickeln. Dafür steigert der Konzern die Energieeffizienz seiner Produktionsanlagen, setzt verstärkt auf alternative Roh- und Brennstoffe – insbesondere auf Biomasse wie etwa Klärschlamm – und ersetzt, soweit möglich, den CO2-intensiven Klinker im Zement durch mineralische Roh- und Reststoffe mit deutlich niedrigerem CO2-Fußabdruck. Bis 2030 will HeidelbergCement 80 Prozent seines jährlichen Forschungs-Budgets für die Entwicklung nachhaltigerer Produkte einsetzen. Die Schüler und Studenten bei der Demonstration beeindruckt das wenig. "Das sind schöne Ziele", sagt Line Niedeggen von Fridays for Future. Die aber reichten noch nicht, um der Klimakatastrophe zu begegnen. "Schönrechnerei bringt keine Klimagerechtigkeit", fügt die Heidelberger Schülerin Anna Hermann hinzu. "Dazu gehört 100-prozentiger konsequenter Klimaschutz in allen Ländern, bei allen Tochterunternehmen und nicht nur auf dem Papier." Darüber hinaus, meint Line Niedeggen, dürfe sich ein Großkonzern wie HeidelbergCement nicht nur auf interne Abläufe konzentrieren, sondern müsse seinen Einfluss auch nutzen, um einen weltweiten Wandel in Gang zu setzen. Denn auch das Verhalten des Unternehmens in Teilen der Welt kritisieren die Demonstranten, unter die sich Mitglieder von Umwelt- und Menschenrechtsbewegungen wie SaveKendeng, Klimakollektiv, Rise for Justice, Architects for Future und Extinction Rebellion mischen. So sei der Konzern an verschiedenen Orten, etwa in Indonesien und Togo, an der Zerstörung wichtiger Ökosysteme und an Menschenrechtsverletzungen beteiligt, heißt es. "HeidelbergCement ruht sich auf niedrigen Umwelt- und Menschenrechtsstandards in anderen Teilen der Welt aus", sagt etwa Cyrus Amin Parsa von Extinction Rebellion. Am heutigen Samstag demonstriert ein Netzwerk der togoischen Diaspora ab 13 Uhr vor dem Heidelberger Hauptbahnhof unter anderem gegen die vermeintliche Zerstörung der Umwelt in Togo durch HeidelbergCement. Der Konzern übernehme an allen seinen gut 3000 Standorten Verantwortung für die Menschenrechte und eigene Umweltauswirkungen, erklärt der Unternehmenssprecher dazu. "Dabei halten wir uns in allen Ländern, in denen wir aktiv sind, an nationales und internationales Recht." In den vergangenen Jahren hatten verschiedene Nichtregierungsorganisationen HeidelbergCement oder Tochterorganisationen vorgeworfen, sich nicht an nationale Normen zu halten. "Wir haben alle Fälle eingehend geprüft und weisen die entsprechenden Vorwürfe entschieden zurück", so der Sprecher. Beton, für den Zement der Grundstoff ist, sei der weltweit am häufigsten eingesetzte Baustoff, sagt er noch. "Ohne diesen Baustoff ist weder Infrastruktur noch Leben in Metropolen denkbar." Natürlich wolle Fridays for Future nicht, dass alle Menschen in Holzhütten wohnen, erklärt Line Niedegger. Aber die Bewegung wünscht sich klimafreundliche Alternativen. HeidelbergCement jedenfalls wird nicht zum letzten Mal Thema gewesen sein bei Fridays for Future. Den Termin der Hauptversammlung am 7. Mai haben sich die Aktivisten schon einmal vorgemerkt – auch wenn das ein Donnerstag ist. Im Zuge der Demonstration gegen HeidelbergCement hatten die Heidelberger "Fridays for Future"-Aktivisten drei Tage lang auch den Instagram-Account der RNZ übernommen. Ziel war es, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und den Menschen so einen Einblick in die Planung und Organisation einer FFF-Demo zu geben. Die Demonstration am Freitag war live zu sehen: In den Stories gab es kurze Segmente des Demo-Zugs, und der Reden.
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Gewichtheben: "Es bleibt ein Skandal" (Sat, 15 Feb 2020)
Von Roland Karle Heidelberg/Speyer. Nach Peking, London und Rio hofft Jürgen Spieß, dass er in Tokio seine vierten Olympischen Spielen erleben wird. In der 94-Kilo-Klasse ist die Konkurrenz groß. Der bald 36-Jährige, der bei der SG Heidelberg-Kirchheim mit dem Gewichtheben begann, schätzt seine Chancen selbst auf 30 zu 70. Heute Abend beim Bundesliga-Spitzenduell seines AV Speyer in Obrigheim (Beginn 19.30 Uhr) will er Kraft und Selbstvertrauen für das "Projekt Olympia" tanken. Jürgen Spieß, mit fast 36 kämpfen Sie um ein Ticket für Tokio. Was treibt Sie an? Olympia ist etwas Besonderes: die Athleten aus den verschiedensten Sportarten, der Geist und die Atmosphäre dort. In Tokio dabei zu sein, wäre ein toller Abschluss meiner Karriere. Würden Sie darauf wetten, dass Jürgen Spieß 2020 bei Olympia dabei ist? Ich glaube, für mich gäbe es im Wettbüro eine ziemlich hohe Quote. Gefühlt stehen meine Chancen bei etwa 30 zu 70. Im Qualifikationszeitraum, der sich über drei Phasen erstreckt, habe ich leider einige Punkte liegen lassen. Das ist auch der Doppelbelastung durch meine zweieinhalbjährige Ausbildung zum Polizeimeister geschuldet, die ich im August 2019 abgeschlossen habe. Wichtig ist, dass ich mich noch fit und stark genug fühle, um einen Startplatz zu erkämpfen. Wenn das anders wäre, würde ich das Projekt Olympia 2020 abbrechen. Sie beziehen immer wieder klar und deutlich Position zum Thema Doping, wie zuletzt in der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping – der Herr der Heber" von Hajo Seppelt. Haben Sie sich trotz allem mit den Umständen abgefunden? Nein, denn das ist und bleibt ein Skandal. Wenn ich daran denke, wie Athleten aus den einschlägig bekannten Nationalverbänden Doping betreiben und nach Wettkämpfen ganz locker und unverblümt darüber reden, das ist unfassbar. Seit einiger Zeit werden bereits genommene Dopingproben nochmals mit aktuellen Untersuchungsmethoden überprüft. Das hat dazu geführt, dass gedopte Athleten disqualifiziert wurden, und Sie sind vorgerückt. Das ist einerseits schön, weil zumindest der nachgewiesene Betrug dadurch nicht ungesühnt bleibt. Andererseits ist es ein wenig skurril, wenn man Jahre später einen Brief und eine Urkunde erhält, die einem ein besseres Abschneiden bestätigen. Tatsächlich wurden drei Athleten, die bei Olympia 2008 in der Klasse bis 94 Kilo vor mir platziert waren, bei Nachproben des Dopings überführt und disqualifiziert, sodass ich vom neunten auf den sechsten Rang vorgerückt bin. 2012 in London wäre ich nun Siebter statt Neunter. Die Nachtests für Rio, wo ich Zehnter wurde, stehen noch aus. Sie können gut mit Frust umgehen, oder? Ich habe mich entschieden, trotz allem in diesem ungerechten Spiel mitzumachen, weil ich leidenschaftlicher Gewichtheber bin. Aber es gibt Ereignisse, die einen fast verzweifeln lassen. Bei der EM 2017 in Split zum Beispiel wurde ich Fünfter. Alle meine Konkurrenten von Rang eins bis vier sind später wegen Dopings gesperrt worden. Aber weil die Kontrollen bei der EM unauffällig waren, nützt mir das nichts. In der deutschen Bundesliga dürfen zwei der sechs Plätze in einer Mannschaft mit ausländischen Hebern besetzt werden. Halten Sie das für sinnvoll? Ich will niemanden unter Generalverdacht stellen, zumal es neben Deutschland weitere Nationen gibt, die ernsthaft Doping bekämpfen. In der Bundesliga heben allerdings auch Athleten aus Ländern, in denen das Gegenteil passiert. Das heißt: Unsere Vereine verpflichten und bezahlen diese Heber, wodurch sie das ganze schiefe System auch noch unterstützen. Was sollten der Verband und die Vereine also tun? Darüber nachdenken, ob das eine zukunftsfähige Lösung ist. Wenn in der Bundesliga nur einheimische Athleten starten würden, wäre das sicher auch ein größerer Anreiz für den eigenen Nachwuchs. Der österreichische Gewichtheber-Verband praktiziert das meines Wissens so. Heute Abend treten Sie mit dem AV Speyer in Obrigheim an. Ein Wettkampf, dem Sie nach so vielen Jahren im Gewichtheben noch entgegenfiebern? Ich hebe seit mehr als zehn Jahren für den AV Speyer, bin Kapitän der Mannschaft und fühle mich dem Verein verbunden. Da ist es selbstverständlich, dass ich in einem solchen Duell alles raushaue. Wenn Sie heute Ihre Karriere beenden würden, was wäre Ihr Fazit? Ich bin schon jetzt, egal wie die Qualifikation für Tokio ausgeht, mit meiner internationalen Laufbahn sehr zufrieden. Vor allem, wenn ich bedenke, dass ich mich stets zum letztmöglichen Zeitpunkt für die drei Olympischen Spiele qualifiziert habe. Das waren extrem spannungsgeladene Wettkämpfe, in denen der letzte Versuch darüber entschied, ob ich es schaffe oder nicht.
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Fahrradstraße: Gibt es in der Gaisbergstraße doch Parkplätze für Betriebe? (Sat, 15 Feb 2020)
Von Denis Schnur Heidelberg. An der Entscheidung, die Gaisbergstraße in der Weststadt zur Fahrradstraße zu machen, wird nicht gerüttelt. Das machte Oberbürgermeister Eckart Würzner auch am Donnerstag nochmal im Gemeinderat deutlich: "Das ist eine der zentralsten Radachsen in der Stadt. Wenn wir den Radverkehr stärken wollen, müssen wir diesen Schritt gehen." Jedoch signalisierte Würzner in der Sitzung auch, dass er den Betrieben in der Straße entgegenkommen möchte. Denn dort befindet sich neben einer Bäckerei und einem Restaurant auch ein Orthopädie-Geschäft. Und dessen Inhaberin Gabriele Pfitsch kam extra ins Rathaus, um ihrem Ärger Luft zu machen: "Wo sollen unsere Kunden denn parken? Da kommen viele, die auf einen Rollator oder Krücken angewiesen sind. Wie stellt sich die Stadt das vor?" Denn wenn die Fahrradstraße eingerichtet wird, soll das Gehwegparken in der Gaisbergstraße konsequent unterbunden werden. Und damit die Fahrbahn dann noch breit genug ist, wird auch das Abstellen von Autos auf der Ostseite der Straße verboten – 40 Parkplätze werden dadurch wegfallen. Für die Betriebe sei das ein Schock gewesen: "Wieso haben wir das alles aus der Zeitung erfahren?", war Pfitsch aufgebracht. "Viele unserer Kunden sind auf das Auto angewiesen." "Mir war ehrlich gesagt nicht bekannt, dass sich da ein Betrieb befindet", gestand der Oberbürgermeister und erklärte dann gleich: "Da nehmen wir nochmal Kontakt auf und suchen nach einer Lösung." Und als Stadträtin Larissa Winter-Horn (Die Heidelberger) später vorschlug, in der Nähe des Orthopädie-Geschäftes Kurzzeitparkplätze einzurichten, die abends von Anwohnern genutzt werden könnten, entgegnete Würzner: "Ja, das ist genau das, was ich auch für sinnvoll halte." Deutlich weniger Verständnis hatte der Oberbürgermeister dagegen für den Widerstand der Anwohner: "Wenn ich mein Fahrzeug auf dem Gehweg parke, ist das schon jetzt eine Ordnungswidrigkeit." Darin werde sich nichts ändern. "Wir werden nur Schilder aufstellen, um das deutlicher zu machen und werden Vergehen künftig auch ahnden." Da nutzte auch der Protest von einigen Stadträten nichts, die – wie zum Beispiel Michael Eckart (FDP) – erklärten: "Das ist schon jetzt eine komfortable Situation für Radfahrer. Wenn man es so lassen würde, würde man denen nichts wegnehmen." Schließlich sei das Gehwegparken dort jahrzehntelang toleriert worden. Und auch Jan Gradel (CDU) erklärte, er fahre dort regelmäßig entlang und: "Gefährdet wird man nicht durch Autofahrer, sondern nur durch Radfahrer, die sich nicht an die Regeln halten." Seine Fraktion wünsche sich zumindest eine gute Lösung für die Betriebe: "Da ist die Kreativität der Verwaltung gefragt." Darüber hinaus macht sich die CDU dafür stark, die Radachse vom S-Bahnhof Weststadt/Südstadt bis zur Innenstadt dann auch konsequent auszubauen. Denn am südlichen Ende der Gaisbergstraße fahren zwar die meisten Radfahrer in den Eisengreinweg – der dann zur Tankstelle weiterführt –, jedoch haben die Autofahrer, die vom Steigerweg kommen oder in diesen abbiegen, dort Vorrang. Das soll sich ändern. Sowohl die Grünen als auch die CDU haben Anträge gestellt, dass Radfahrer und Fußgänger hier künftig Vorrang haben. Diese werden nun von der Verwaltung geprüft.
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Hoffenheim empfängt Wolfsburg: Gegen den VW-Klub das Auto stehen lassen (Sat, 15 Feb 2020)
Von Nikolas Beck Heidelberg. Kurzentschlossene haben zwar gute Chancen, müssen aber etwas mehr Zeit einplanen. Für das Bundesligaduell zwischen der TSG Hoffenheim und dem VfL Wolfsburg am heutigen Samstag (15.30 Uhr/Sky) sind noch Karten zu haben. Am Donnerstagvormittag, als "Hoffe" zur Pressekonferenz mit Cheftrainer Alfred Schreuder bat, waren 21.000 Tickets verkauft, 250 davon nach Wolfsburg. Doch ausgerechnet gegen die Autostädter warnt die Polizei vor einem Verkehrschaos. Weil in der Sinsheimer Neulandstraße der Bau eines Kreisels begonnen hat und daher für mehrere Monate die Durchfahrt nicht mehr gegeben ist, erwartet die Polizei bei Hoffenheims Heimspielen sowohl in der Innenstadt als auch in der Peripherie eine erhebliche Verschärfung der Verkehrsproblematik. Für das Duell mit dem VW-Klub – und alle weiteren Heimspiele in dieser Saison – wird daher dringend empfohlen, vollständig auf das Auto zu verzichten und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Nach der 0:1-Niederlage in der vergangenen Woche beim SC Freiburg will Schreuder mit seinem Team im Stadion an der A6 freilich wieder zurück auf die Überholspur. Schließlich werden die Wochen der Wahrheit für die Kraichgauer eingeläutet: Nach der Partie am Samstag geht es gegen drei Schwergewichte – erst zu Borussia Mönchengladbach, dann kommt der FC Bayern und danach muss die TSG auf Schalke antreten. Wird sich da dann zeigen, wie gut die TSG wirklich ist, Alfred Schreuder? "Vielleicht", weiß der 47-Jährige um die Schwere der kommenden Aufgaben und ein "interessantes Programm." Nun liege der Fokus aber zunächst einmal auf Wolfsburg. Die "Wölfe" haben bereits fünf Zähler Rückstand auf Hoffenheim und sind im Kampf um die Europapokalplätze beinahe zum Siegen verdammt. Im Hinspiel trennte man sich Ende September an einem Montagabend 1:1. Admir Mehmedi hatte die frühe Hoffenheimer Führung durch Sebastian Rudy ausgeglichen. "Hoffes" Nationalspieler, der seither auf ein zweites Saisontor wartet, bestritt damals seine 200. Ligapartie im TSG-Trikot. Wird der Mittelfeldstratege am heutigen Samstag abermals von Schreuder nominiert, wäre das Einsatz Nummer 216 – und damit würde Rudy mit dem bisherigen Rekordspieler Andreas Beck gleichziehen.
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"Stuhl-Schock" im Heidelberger Gemeinderat: "Sie bauen emotionalen Druck auf!" (Sat, 15 Feb 2020)
Von Anica Edinger Heidelberg. Die Stadthalle wird auch künftig lose bestuhlt. Das beschlossen am Donnerstagabend die Stadträte im Gemeinderat (wir berichteten) mit knapper Mehrheit. Dabei waren sich insbesondere Grüne und CDU einig, dass dies die bessere Lösung im Vergleich zu den automatisch ausklappbaren Stühlen, die mit den Hubpodien verbunden worden wären, sei. Doch als beide Fraktionen diese Position in der Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschuss kundtaten, versuchte Oberbürgermeister Eckart Würzner energisch, zu intervenieren. Die Mäzene, die die Sanierung dankenswerterweise finanzieren würden, hätten sich für die ausklappbare Variante ausgesprochen, ebenso die Bürger, die probesitzen durften. "Wieso beteiligen wir die Bürger, wenn wir ihre Meinung dann doch nicht miteinbeziehen?", fragte Würzner die Stadträte. Grünen-Stadtrat Felix Grädler wies darauf hin, dass es den Besuchern der Stadthalle doch letztlich völlig egal sei, ob sie nun bei Konzerten auf automatisch ausgeklappten oder eben auf zuvor von Mitarbeitern aufgestellten Stühlen säßen. Zumal es ja aktuell nun nur um die Systematik, nicht etwa um die wirkliche Beschaffenheit der Stühle – also Stoff oder Polsterung – ginge. Dem Grünen-Fraktionsvorsitzenden Derek Cofie-Nunoo ging es in der Diskussion aber um noch mehr – nämlich den Stil des Oberbürgermeisters. "Das ist eine Systematik, die nun schon wieder auftritt: Sie versuchen am Ende einer Diskussion, diese in Ihrem Sinne zu drehen", meinte Cofie-Nunoo in Richtung des Oberbürgermeisters, "und zwar, indem Sie emotionalen Druck aufbauen." Dabei sei man sich schon nach der kurzen Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss am 5. Februar quasi einig gewesen, dass eine lose Bestuhlung die bessere, weil auch flexiblere und günstigere Lösung sei. Die Entscheidung wurde wegen des überraschenden Todes des SPD-Stadtrates Andreas Grasser vertagt. Dass nun in einer Sondersitzung wieder so lange diskutiert werde, "weil Sie versuchen, uns umzustimmen", ärgerte Cofie-Nunoo besonders. Zumal das Stadtoberhaupt keine neuen Sachargumente vorbringen würde. "Sie versuchen, es zu kippen – auf einer emotionalen Ebene", so Cofie-Nunoo. Tatsächlich räumte der OB ein, keine neuen Argumente zu haben. Er verstehe dennoch nicht, weshalb die Stadträte gegen den Willen der künftigen Betreiber – etwa des Musikfestivals "Heidelberger Frühling" – handeln wollten. Denn auch dort präferiere man die ausklappbare Variante. Tatsächlich erklärte auch "Frühling"-Intendant Thorsten Schmidt gegenüber der RNZ: "Dass jetzt ausgerechnet die Bestuhlung, die von den Konzertnutzern und dem Publikum bevorzugt wird, abgelehnt wurde, verstehe ich nicht." Da die künftigen Stühle nun stapelbar sein müssten, sei man in der Auswahl sehr eingeschränkt. Schmidt: "Schade, ich hätte mir für Heidelberg eine mutige Entscheidung gewünscht, die der Stadthalle würdig ist."
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Weihnachtsaktion: RNZ-Leser erfüllten Tausende Wünsche (Sat, 15 Feb 2020)
Von Fritz Quoos Heidelberg. In einer Zeit überwiegend unerfreulicher Nachrichten gewinnt das Gute besondere Bedeutung. Und das Schönste: In diesem Fall hat die RNZ-Lesergemeinde entscheidenden Anteil daran. Dank der ungebrochenen Spendenbereitschaft Tausender Leserinnen und Leser, von Firmen, Vereinigungen und Initiativen hat die RNZ-Weihnachtsaktion 2019 einen neuen Rekord aufstellen können. Nach der leichten Verlängerung ins neue Jahr hinein hat die Spendensumme mit Stand Mitte Februar die stattliche Höhe von 645.167 Euro erreicht und liegt damit um 65.675 Euro über dem Vorjahresergebnis. Dies ist die höchste Summe, die seit Bestehen der Aktion zusammenkam. Der Dank der Redaktion an alle Spenderinnen und Spender muss heute an erster Stelle stehen, und ihm schließen sich die Sozialdezernenten der Stadt Heidelberg und des Rhein-Neckar-Kreises ebenso an wie die Ligen der Wohlfahrtsverbände von Stadt und Kreis. Letztere erhalten auch diesmal die Hälfte des Spendenaufkommens, um im Laufe des Jahres besonders bedürftigen Mitbürgern in akuten Notlagen schnell und unbürokratisch helfen zu können. Dass Menschen, die schon wenig haben, rasch in Not geraten können, hat die RNZ in über 40 leicht anonymisierten Fällen aus der täglichen Praxis der Sozial- sowie der Kinder- und Jugendämter wieder vor Weihnachten geschildert. Und viele Spender haben sich davon angesprochen gefühlt. So gab es neben großen, kleinen und mittleren Spenden beispielhafte Aktionen – vom traditionellen Flötenspiel der Musik- und Singschule in der Hauptstraße bis hin zu den Lesungen Heidelberger Autoren in privaten Häusern. Und es gab viele spontane Hilfsangebote, die die Redaktion an die zuständigen Ämter weiterreichen konnte – bis hin zum Fahrdienst für einen Rentner, der nicht mehr in der Lage war, seine an Demenz erkrankte Frau im Heim zu besuchen. Bürgermeister Joachim Gerner findet das Ergebnis der RNZ-Weihnachtsaktion "überwältigend". Aus diesem Topf konnte die Stadt nach Angaben Gerners 2019 an 724 Haushalte Spendenmittel überweisen. Darunter waren 351 Haushalte mit Alleinstehenden, 82 mit Alleinerziehenden und 267 von Ehepaaren mit Kindern. Insgesamt haben in Heidelberg 1890 Personen, darunter 895 Kinder, eine Spende erhalten. Wie groß die Dankbarkeit der Empfänger ist, zeigt der Bürgermeister an einigen Zitaten aus vielen Briefen auf. Da bedankt sich eine Familie mit zwei Kindern mit einer Karte und einem von der kleinen Tochter gemalten Bild sehr herzlich, dass der Kauf eines Hochbetts für die Kleine ermöglicht wurde. Und ein Ehepaar ist besonders bewegt von der Hilfe, hat doch sein Sohn selbst schon einige Male beim Flötenspiel auf der Hauptstraße für die Aktion gesammelt. Gerner dankt auch den vielen Mitstreitern im Hintergrund, sei es im Amt für Soziales und Senioren, im Kinder- und Jugendamt, im Kämmereiamt, das die Spendenbescheinigungen verschickt, und im Jobcenter. Dankbar wird auch die Sparkasse erwähnt, die die gedruckten Überweisungsträger bereitstellte. "Große Freude" über den Spendenrekord bekundet auch die Sozialdezernentin beim Rhein-Neckar-Kreis, Stefanie Jansen. Mit der Unterstützung aus der Aktion konnte das Landratsamt Spendengelder an 1336 Menschen in 376 Haushalten auszahlen und konnte 771 Kindern und Jugendlichen zu Weihnachten eine Freude bereiten.
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Brandschutz-Affäre: Die Ermittlungen sind abgeschlossen (Sat, 15 Feb 2020)
Von Christoph Moll Rhein-Neckar/Heidelberg. Haben sich mehrere Mitarbeiter des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreises der Untreue schuldig gemacht? Anderthalb Jahre nach Bekanntwerden der sogenannten Brandschutz-Affäre sind die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft inzwischen abgeschlossen. Dies bestätigte der Sprecher der Heidelberger Staatsanwaltschaft, Tim Haaf, auf RNZ-Anfrage. Das Ergebnis ist allerdings noch nicht bekannt. Zuletzt lief noch eine Frist für die Betroffenen, um Stellung nehmen zu können. Rückblick: Im Sommer 2018 durchsuchten Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft gleichzeitig das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises in Heidelberg, Privatwohnungen von mehreren Mitarbeitern der Behörde und das Rathaus der Gemeinde Mauer. Nach dem Skandal um die laxe Ausgabe von Kurzzeitkennzeichen stand das Landratsamt damit erneut im Fokus der Ermittler. Der Verdacht: Untreue. Damals wurde bekannt, dass sich die Ermittlungen auf den aktuellen Kreisbrandmeister und dessen Vorgänger sowie mehrere Mitarbeiter im Landratsamt konzentrieren sollen. Sie sollen zum Beispiel Gemeinden für die Erarbeitung von Brandschutzgutachten gezielt Firmen empfohlen haben, mit denen sie in einer engen Verbindung stehen. Staatsanwalt-Sprecher Haaf bestätigte nun, dass sich der Verdacht weiter gegen sieben Mitarbeiter des Landratsamtes richtet. Diese sind oder waren in "verschiedenen Funktionen" beschäftigt. Es handle sich also um aktuelle und ehemalige Beschäftigte. Wie Silke Hartmann, Sprecherin des Landratsamtes schon damals sagte, bestreiten die aktiven Bediensteten die ihnen zur Last gelegten Vorwürfe. Sie bestätigte nun auf erneute RNZ-Anfrage, dass die Mitarbeiter nicht freigestellt, sondern weiterhin im Dienst seien. Für sie gilt der rechtsstaatliche Grundsatz der Unschuldsvermutung. Ausgelöst wurde das Verfahren in der 4000-Einwohner-Gemeinde Mauer, die im Elsenztal zwischen Heidelberg und Sinsheim liegt. Der dortige Gemeinderat vergab einen Auftrag für ein Brandschutzkonzept für die über 50 Jahre alte Sport- und Kulturhalle. Diese Vergabe führte zu einem anonymen Hinweis an die Polizei, der die Ermittlungen ins Rollen brachte. Die Baurechtsbehörde des Landratsamts hatte zuvor bei einer sogenannten Brandverhütungsschau "gravierende Brandschutzmängel" festgestellt und das Konzept gefordert. Der Gemeinderat von Mauer beauftragte den günstigsten Anbieter, die Firma BBD Brandschutzberatung aus Schönbrunn bei Eberbach, mit der Erstellung eines "ganzheitlichen Konzepts zur Ermittlung des Umfangs der einzelnen Brandschutzmaßnahmen". Kosten hierfür: mehr als 10.000 Euro. Das Unternehmen soll nach RNZ-Informationen in enger Verbindung zu einer Person stehen, gegen die ermittelt wird. Daraus ergab sich der generelle Verdacht, dass Mitarbeiter des Landratsamtes gezielt bei Brandverhütungsschauen den Bedarf für ein solches Konzept festgestellt und Gemeinden gleich "Empfehlungen" für entsprechende Firmen gemacht haben sollen. Die Gemeinde Mauer hat im Verfahren somit eher eine Zeugenrolle inne. Immerhin: Das erarbeitete Brandschutzkonzept soll in Ordnung und völlig legal gefordert worden sein. Die Ermittlungen bremsten die Gemeinde Mauer allerdings bei der Sanierung der Sport- und Kulturhalle etwas aus. Die Staatsanwaltschaft rechnet nun damit, dass im Frühjahr eine Entscheidung getroffen werden kann, wie es in dem Verfahren weitergeht. Dies hänge von den Stellungnahmen der Betroffenen ab, sagte Behördensprecher Haaf. Aus diesen könnten noch weitere Ermittlungen oder eine abschließende Entscheidung resultieren. Diese könne von einer Einstellung des Verfahrens bis zu einem Strafbefehl oder gar einer Anklage reichen.
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Stadt Heidelberg: Das Jobticket wird günstiger, die Parkplätze dafür teurer (Sat, 15 Feb 2020)
Heidelberg. (dns) Gute Nachrichten für einen Großteil der 3107 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Heidelberg: Denn für sie wird das Jobticket des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar ab 1. April deutlich günstiger. Zwar wird der Preis – beziehungsweise der Eigenanteil – nicht wie von der Verwaltung vorgeschlagen auf zehn Euro sinken, dafür aber auf 15 bis 25 Euro – je nach Einkommen. Aktuell zahlen die städtischen Mitarbeiter einen Eigenanteil von 45,20 Euro im Monat für das Nahverkehrsticket. Der Zuschuss ist Teil eines Pakets, mit dem die Stadtverwaltung ihre Mitarbeiter dazu bringen möchte, öfter auf das Auto zu verzichten. Dazu gehört auch, dass die Kosten für Parkplätze erhöht werden: Aktuell kostet ein überdachter Stellplatz 45 Euro pro Monat, ein Parkplatz ohne Dach 35 Euro. Künftig werden auch diese Kosten gestaffelt: Mitarbeiter mit niedrigem Einkommen sollen 40 beziehungsweise 50 Euro zahlen, bei mittleren steigen die Summen auf 50 und 60 Euro und bei hohen Einkommen auf 60 und 70 Euro. Als dritte Maßnahme soll das Prämiensystem für städtische Mitarbeiter, die regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, ausgeweitet werden. Sie erhalten derzeit alle sechs Monate einen Wertgutschein, der in Fahrradgeschäften eingelöst werden kann. Diese Gutscheine sollen ab April vierteljährlich ausgegeben werden. Dass das Ticket nun doch nicht nur zehn Euro – und zwar für alle Mitarbeiter – kostet, ist auf einen Antrag der Grünen zurückzuführen. Sie setzten stattdessen die Staffelung mit 15, 20 und 25 Euro je nach Gehaltsgruppe durch. "Zehn Euro halten wir ehrlich gesagt für zu günstig", erklärte Stadtrat Christoph Rothfuß – zumal auch Sozialhilfe-Empfänger 20 bis 25 Euro pro Monat für ihr Ticket zahlen müssten. "So ist das immer noch ein attraktives Angebot", betonte auch sein Fraktionskollege Felix Grädler. Zudem spare die Stadt so immerhin gut 100.000 Euro pro Jahr. Unterstützung für diese Änderung kam auch von der CDU, der Bunten Linken und der Linken: "Ich verstehe nicht, warum man einen einheitlichen Preis machen sollte", sagte Sahra Mirow (Die Linke), "schließlich ist die Differenz zwischen den Einkommensgruppen doch ziemlich groß." Entsprechend stimmte eine Mehrheit von 20 Stadträten für das etwas teurere Ticket. Widerstand kam vor allem von den Sozialdemokraten: "Andere Arbeitgeber bezahlen das Ticket zu 100 Prozent", betonte Sören Michelsburg. "Und es ist ja nicht so, dass sich die Stadt ihre Arbeitnehmer aussuchen kann." Ein anderer Änderungswunsch der Grünen schaffte es dagegen nicht in das Paket: Die Partei wollte die Mieten für überdachte Parkplätze auf 60, 80 und 100 Euro im Monat anheben. Diesen Antrag zog die Fraktion jedoch zurück, nachdem sich Oberbürgermeister Eckart Würzner und fast alle anderen Gruppen im Gemeinderat dagegen ausgesprochen hatten. "Wir verzichten darauf und warten die Evaluation der Maßnahmen in einem Jahr ab", erläuterte Fraktionschef Derek Cofie-Nunoo das Vorgehen. Mit den ursprünglichen Plänen ging die Stadt davon aus, dass die Nutzerzahl des Jobtickets um etwa 40 Prozent auf dann 1750 steigen würde. Durch die geringen Zuschüsse dürfte der Anstieg etwas geringer ausfallen. Gleichzeitig soll die Zahl der Mitarbeiterplätze um zehn Prozent auf 370 sinken.
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Heidelberg: Sie sind 200 von einer Milliarde (Sat, 15 Feb 2020)
Von Marie Böhm Heidelberg. "Lass in einer Bar Deinen Drink nie unbeaufsichtigt. Pass auf, dass Dir abends niemand folgt. Sei nie allein in bestimmten Gegenden unterwegs!" – Diese Warnungen hat jede Frau schon mal gehört. Es gibt sie aus gutem Grund: Dem Drink könnte jemand K.o.-Tropfen beigemischt haben, ein Stalker wird schnell zum Vergewaltiger. Immer wieder werden Frauen Opfer von Gewalt, oft sexueller Art. Jedes Jahr sind weltweit etwa eine Milliarde Frauen betroffen. Sie werden vergewaltigt, geschlagen und erniedrigt. Darum hieß es auch dieses Jahr am 14. Februar wieder: "Erhebt Euch zum Zeichen gegen diese Gewalt!" Und das ist wörtlich gemeint: In der jährlichen Aktion "One Billion Rising" (deutsch: eine Milliarde erheben sich) werden die Teilnehmer zum Tanzen aufgerufen. Auch in Heidelberg gibt es eine solche Tanzdemo, veranstaltet wird sie von den Heidelberger Frauenverbänden, dem Amt für Chancengleichheit, der SPD, CDU und den Grünen. In der mittlerweile zum achten Mal stattfindenden internationalen Demo kamen in Heidelberg dieses Jahr rund 200 Menschen zusammen. In einem Zug tanzten sie mit lauter Musik vom Universitätsplatz aus durch die Hauptstraße bis zum Bismarckplatz. Die Handschuhsheimer Bezirksbeirätin und Beauftragte für Chancengleichheit am Universitätsklinikum Martina Weihrauch organisiert die Aktion in Heidelberg schon seit Jahren mit: "Das Thema wird in Deutschland gerne ignoriert und unter den Teppich gekehrt. Dabei ist es keineswegs ein unbekanntes Phänomen. Wir alle haben Mütter, Frauen und Töchter, die genauso schlechte Erfahrungen gemacht haben könnten. Deswegen ist es umso wichtiger, Aufmerksamkeit darauf zu lenken." Dabei gehe es nicht nur um Extremfälle, sondern auch um alltägliche Gewalt, betont sie: "Es sollte nicht sein, dass man seine Töchter zur Vorsicht warnen muss, wenn sie allein in die Stadt gehen. Oder dass einem als Frau immer wieder Perverses hinterhergerufen wird." Aber nicht nur solcher Sexismus sei in Deutschland ganz alltäglich. Auch schwere Gewalttaten gegen Frauen kommen laut den Demonstrantinnen immer wieder vor. Besonders oft passiere das im eigenen Zuhause: Allein in Deutschland wird demnach jede vierte Frau Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt innerhalb einer Beziehung. Renate Kraus ist eine der Mitarbeiterinnen des Heidelberger Frauennotrufs gegen sexuelle Gewalt. Den gibt es schon seit 42 Jahren, er sei aber immer noch bitter nötig: "Wir hatten 2018 über 300 Frauen in Beratung. Sie wurden Opfer von Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch und häuslicher Gewalt. Meistens war der Vergewaltiger der eigene Partner. Wir haben immer wieder damit zu tun, deswegen sind gerade Aktionen wie diese Demo so wichtig, um Aufmerksamkeit auf das Problem zu richten." Aufmerksam sein, das sei überhaupt das Wichtigste: "Es geht darum, sexuelle Übergriffe überhaupt wahrzunehmen und zu helfen, wo man kann. Hingehen und fragen, ob Hilfe gebraucht wird. Es ist sogar schon ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man gegen sexistische Bemerkungen im eigenen Umfeld Stellung bezieht."
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"Isi & Ossi" von Netflix: Ein bisschen Romantik zwischen Mannheim und Heidelberg (plus Video) (Fri, 14 Feb 2020)
Von Katharina Eppert Heidelberg/Mannheim. Was passiert, wenn eine Milliardärstochter und ein Boxer mit Geldproblemen gemeinsame Pläne schmieden? Regisseur Oliver Kienle (38) zeigt in seiner Liebeskomödie "Isi & Ossi" zwei konträre Lebenswelten in zwei Nachbarstädten: Heidelberg und Mannheim. Es ist der erste vom Streaming-Dienst Netflix in Deutschland produzierte Original-Film. Die RNZ hat ihn sich schon vor dem Erscheinungstag heute angeschaut. Um was geht es? Die reiche Isi (Lisa Vicari) und der arme Boxer Ossi (Dennis Mojen) täuschen eine Beziehung vor, um Geld von Isis Eltern zu bekommen. Ossi will seine Karriere mit seinem ersten Profikampf ankurbeln, während Isi von einer Ausbildung als Köchin in New York träumt. Wie viel Heidelberg und Mannheim stecken in dem Film? Die Anfangsszenen zeigen, wie verschieden Isi und Ossi aufwuchsen: Isi in einer Villa in Heidelberg, Ossi bei Mutter Claudia und seinem kriminellen Opa (Ernst Stötzner) in Mannheim. Heidelberg wird als Touristen-Klischee gezeigt: mit Schloss, Alter Brücke und Marktplatz. Aber auch das Carolinum in der Seminarstraße kommt vor: In dem Gebäude, in dem die Zentrale Studienberatung sitzt, holt Isi ihr Abitur-Zeugnis ab. Und Mannheim? Die Kamera schwenkt schon zu Beginn zu den drei markanten Brutalismus-Hochhäusern in der Neckarstadt-Ost. Und dazu heißt es: "Hier ist auch der Neckar und der beste Dönerladen Deutschlands." Welche Rollen sind besonders stark? Vor allem die Nebenfiguren glänzen, etwa Ossis Box-Trainer (André Eisermann), der von Ossi nur "Spasti" genannt wird. Mit seinem Mannemer Dialekt ("Der is guht der Buuu, der gfallt ma, dehn nemme ma!") sorgt er für Verständigungsprobleme – und viel Authentizität. Er ist die einzige Figur, die Mannheim wirklich verkörpert, während Isi, Ossi und alle anderen Personen schablonenhaft auf das reiche und arme Milieu zugeschnitten sind, ohne lokale Färbung. Wie romantisch ist die Komödie? Auch wenn der Liebesfilm pünktlich zum Valentinstag erscheint: Die Romantik bleibt auf der Strecke. Die Beziehung von Isi und Ossi beginnt als reine Zweckbeziehung. Isi will ihre Eltern provozieren, Ossi braucht Geld – also lässt er sich auf Isis Kuhhandel ein. "Kannst du mich bitte richtig asozial küssen?", bittet sie ihn. Dass aus dem Spiel Ernst wird, überrascht wenig. Doch auch dann wird es nicht klischeehaft romantisch, denn die Anziehung der beiden ist tiefgründiger: Es geht um Verständnis für die Welt des jeweils anderen und die dennoch ganz ähnlichen Identitätsprobleme. Im Bett landen die beiden aber dennoch (zu viel Alkohol). Gibt es Spezialeffekte? Ja. Wenn etwa eine abstrakte Karte eingeblendet wird, um die Distanz zwischen Mannheim und Heidelberg zu zeigen. Selfie-Screenshots unterbrechen hin und wieder die Realität: Sie spiegeln das Social-Media-Leben von Isis Freundin Zoë Straub (Christina Hecke) wider und geben dem Film eine Pop-Art-Note. Was taugt der Film insgesamt? Allein durch seine Story hebt sich der Streifen nicht gerade von anderen Teenie-Komödien ab. Aber es macht schon Spaß, den Protagonisten durch Heidelberg und Mannheim zu folgen – trotz aller Klischees. Info: Hier lesen Sie unser Interview mit Regisseur Oliver Kienle
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Heidelberg: Radfahrer verletzt Schüler und fährt davon (Fri, 14 Feb 2020)
Heidelberg. (pol/mün) Erst kommen sich zwei Radler auf dem Radweg entgegen. Und dann wird bei ihremm Ausweichmanöver ein 9-jähriger Schüler von einem der beiden angefahren. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag gegen 7.30 Uhr bei der Straßenbahnhaltestelle S-Bahnhof Weststadt. Jetzt sucht die Polizei die Helferin, die sich um das Kind kümmerten. Und auch der Radfahrer wird gesucht, der den Jungen angefahren hat. Der hatte sich danach einfach aus dem Staub gemacht. Der Junge klagte nach dem Unfall über Bauch- und Knieschmerzen. Eine Frau, die aus einer Straßenbahn ausgestiegen war, hatte sich um das Kind gekümmert. Die Polizei vermutet in ihrer Mitteilung, dass sowohl die Helferin wie auch der Straßenbahnführer den Unfall beobachtet haben müssen.  Von dem Radfahrer fehlt jede Spur. Er wird so beschrieben: etwa 30 bis 40 Jahre alt, etwa 1,90 Meter groß, kurze, braune Haare. Der Mann soll ein blaues Tuch als Kälteschutz vor dem Mund, eine schwarze Jacke und dunkle Schuhe getragen haben. Sein Fahrrad sei weiß. Die Zeugen sollen sich beim Polizeirevier Heidelberg-Mitte unter der Rufnummer 06221/99-1700oder bei der Verkehrspolizei Heidelberg unter der Rufnummer 0621/174-4111 melden.
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Facebook-Marketing-Masche: Wie die Fake-Seite "Feste in Heidelberg" zu Geld wird (Fri, 14 Feb 2020)
Heidelberg. (mare) Special Music Artists. Laternen Art, Deko, Licht. Light Performer. Und massig ☆☆☆☆☆☆☆☆ ... Das verspricht das "Lantern & Light Festival 2020" am 30. April in Heidelberg auf der Facebook-Seite "Feste in Heidelberg". Es ist aber eine leere Versprechung. Denn die Seite und die Veranstaltung sind lediglich eine Marketing-Masche, die aktuell auf Facebook grassiert. Es ist nicht die einzige Veranstaltung, die hier beworben wird. Weitere Beispiele: Ein "Neon Festival" im März, Silvester und Halloween 2019 in Mannheim wurden hier ebenfalls beworben. Und die Posts erhalten auch Resonanz: Es gibt hunderte Likes, etliche Facebook-Nutzer markieren in den Kommentaren Freunde. "Gehen wir hin?", heißt es oft.  Werden sie aber nicht. "Welcome to a fake 🔥😎😎😎🔥🤘🤘🤘", schreibt ein Nutzer. Er hat das Spiel durchschaut. Denn die Veranstaltungen gibt es gar nicht, die Seite ist tatsächlich ... ein Fake. Das wird schnell deutlich. Die Ankündigungen bleiben vage. Kein Ort, keine Adresse, keine Zeit. "Jetzt zum Event zusagen, um keine weiteren Infos zu verpassen!", heißt es. Angefügt von dem Emoji "💯", was soviel heißt wie: Ich bin hundertprozentig dabei. "Ort/Termin/Tickets werden veröffentlicht, sobald alles 100% geklärt ist", steht weiterhin da. "Wir hoffen schon bald euch mehr verraten zu dürfen, damit auch Heidelberg nach Hamburg und Düsseldorf stattfinden kann", lockt die Seite weiter. Heidelberg, Hamburg, Düsseldorf - gleichnamige Feste in anderen Städten werden als Lockmittel herangezogen. Das erweckt den Anschein eines Brands, einer Marke - und treibt die Like-Zahlen in die Höhe. 483 Zusagen hat etwa das "Lantern & Light"-Festival schon. 818 Likes. 20.541 Nutzer sind interessiert. Die Reichweite ist also hoch. Und somit - darum geht es nämlich - der Wert der Seite. Es geht um Marketing und Geld. Denn wenn die Facebook-Seiten genug Follower, Reichweite, Traffic haben, werden sie verkauft, werden zu Geld. Der neue Besitzer hat damit also ein fertiges Marketingprodukt erworben und gelangt so in den Facebook-Kosmos der User, die auf die Seite durch Likes etc. "hereingefallen" sind.  Schon seit 2017 geistert diese Masche um. Angefangen mit Seiten, deren Namen Städtenamen mit Nummern - etwa "Leipzig0341" oder "Hamburg 040" - hatten. Und nun etwa "Feste in Heidelberg" oder "Feste in Mannheim" heißen. Bei den Infos zur Seite heißt es nur: "Hier findest du die angesagtesten Feste und Partys in Heidelberg und Umgebung!" Es gibt zwar einen Messenger-Link über den auch die RNZ eine Anfrage gestellt hat. Eine Reaktion darauf oder Antwort gab es aber bislang nicht. Auch die Stadt Heidelberg weiß von dem Problem, nicht aber von den Events. "Uns sind die Veranstaltungen, die dort beworben werden, nicht bekannt", heißt es auf RNZ-Anfrage. Man habe reagiert: "Wir haben entsprechend auch eine Meldung an Facebook Deutschland gemacht." Eine Verwechslungsgefahr mit den Kanälen bestehe aber nicht.
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Heidelberg/Rhein-Neckar: Grippe-Welle in der Region angekommen - Was der beste Schutz ist (Fri, 14 Feb 2020)
Rhein-Neckar. (rnz/mare) Die Grippe-Welle hat Heidelberg und die Region erreicht: Wie das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises mitteilt, wurden bisher 682 Erkrankungen gemeldet. "Hierbei handelt es sich lediglich um die durch eine Laboruntersuchung bestätigten Fälle", erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Rainer Schwertz. Man gehe deshalb von einer deutlichen Untererfassung aus. Die Gesamtanzahl der Infektionen mit dem Influenzavirus liege wahrscheinlich deutlich höher.  Die jährliche Influenza-Welle hat in Deutschland in den vergangenen Jahren meist kurz nach der Jahreswende begonnen, so auch dieses Jahr. Seit Anfang Februar steigt die Anzahl der Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen deutlich an, ein typischer Indikator für den Beginn der Grippe-Saison. Dabei handelt es sich bei der "echten Grippe" nicht um eine einfache Erkältung.  In der Saison 2017/2018 starben bundesweit geschätzt über 25.000 Menschen. "Das war die höchste Zahl an Todesfällen in den letzten 30 Jahren", so Schwertz. So viele Todesfälle bei einer Grippewelle sind sehr selten, es gibt auch Saisons mit wenigen hundert Todesfällen. Die wichtigste Schutzmaßnahme ist trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit die Impfung. "Die Grippeimpfung rettet buchstäblich Leben", unterstreicht Schwertz. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich vor dem Beginn der Saison impfen zu lassen. Jedoch kann es auch jetzt noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenza-Welle andauern wird.
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Mannheim: Zwei Autos kollidierten - Alle Insassen verletzt (Fri, 14 Feb 2020)
Mannheim. (pol/pne) Fünf Verletzte und zwei Autos mit Totalschaden sind die Bilanz eines Verkehrsunfalls, der sich am Donnerstag gegen 19.30 Uhr in der Feudenheimer Straße/Dudenstraße ereignet hat. Ein Hyundai-Fahrer befuhr laut Polizei zunächst die Dudenstraße. Nachdem er wohl bemerkt hatte, dass er falsch war, fuhr er über die abgesenkte Verkehrsinsel auf die Feudenheimer Straße und wechselte dann die Fahrspur. Ein 43-jähriger BMW-Fahrer – die Ampel stand für ihn auf "Grün" – erkannte den Hyundai zu spät und konnte einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Die vier Insassen des BMWs und der Verursacher wurden verletzt und mussten nach einer Erstversorgung in Krankenhäusern weiterbehandelt werden. Die beiden Autos waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf rund 15.000 Euro. Während der Unfallaufnahme und Räumung der Unfallstelle sperrten die Polizisten einen Fahrstreifen. 
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Heidelberg: Passat kollidierte mit Rettungswagen (Fri, 14 Feb 2020)
Heidelberg. (pol/pne) Zu einem Verkehrsunfall zwischen einem VW Passat und einem DRK-Fahrzeug ist es am späten Donnerstagabend um kurz vor 21.30 Uhr in der Ring-/Lessingstraße gekommen.  Verursacherin des Unfalls war laut Polizei die 83-jährige Passat-Fahrerin. Sie soll dem mit Sondersignal fahrenden Rettungsfahrzeug nicht den Weg frei gemacht haben, wonach die beiden Fahrzeuge im Kreuzungsbereich miteinander kollidierten. Der Mitfahrer im Rettungswagen wurde leicht verletzt.  Das Auto der 83-Jährigen war nicht mehr fahrtüchtig und musste abgeschleppt werden. Die Polizei beziffert den Gesamtschaden auf rund 15.000 Euro. 
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Heidelberger Uniklinik: Trotz Bluttest-Skandal kein Patientinnen-Rückgang (Fri, 14 Feb 2020)
Heidelberg. (dpa-lsw) Die wegen der Bluttest-Affäre in die Schlagzeilen geratene Heidelberger Universitätsfrauenklinik hat keinen Patientinnenrückgang zu verzeichnen. In der stationären Patientenversorgung stieg die Zahl der Fälle von 7212 Fällen im Jahr 2018 auf 7343 im Jahr 2019, wie die Uniklinik mitteilte. Der Leiter der Frauenklinik, Christof Sohn, steht im Kreuzfeuer der Kritik, weil er vor einem Jahr verfrüht einen Bluttest für Brustkrebs angekündigt und damit unerfüllbare Hoffnungen geschürt hatte. Die Zahl der Operationen wuchs ebenfalls - 2019 auf 3245 nach 3200 im Jahr 2018. Es hat etwas von einem Krimi: Ein Gynäkologe preist entgegen ungeschriebener Regeln verfrüht einen Bluttest an. Hinter der profitversprechenden, angeblichen Innovation steckt ein undurchsichtiges Firmengeflecht. Nach deutlicher Kritik an der PR-Kampagne für den Bluttest werden Mitarbeiter in Forschung und Chefetagen geschasst oder danken ab, die Staatsanwalt ermittelt.  Frauenklinik-Chef Christof Sohn löste die sogenannte Bluttestaffäre mit einem PR-Auftritt vor einem Jahr aus. Er kündigte bei einem Fachkongress in Düsseldorf am 21. Februar 2019 die Marktreife eines als "Meilenstein" gerühmten Tests zur Erkennung von Brustkrebs noch im selben Jahr an. Zwölf Monate und etliche Personalwechsel an der Spitze der Uniklinik später wankt und weicht der umstrittene Mediziner nicht - ungeachtet herber Kritik von Fachgesellschaften, Medizinern, Statistikern und dem Aufsichtsrat der Uniklinik. Sein Beamtenstatus schützt ihn, ein Disziplinarverfahren läuft noch. Als Staatsdiener äußert er sich auch nicht in den Medien. Laut Vorlesungsverzeichnis referiert der Ordinarius vor Studenten über den "Stellenwert der Gynäkologie heute". Zuletzt gab ihm ein Gericht Recht, als er sich gegen die Veröffentlichung des Abschlussberichts einer externen Aufklärungskommission wandte, von der er nichts als Beanstandungen seines Vorgehens erwarten konnte. Doch wer ist dieser Professor Sohn? Seit November 2004 ist der gebürtige Pforzheimer Geschäftsführender Direktor der Universitätsfrauenklinik Heidelberg. Schwerpunkte des Facharztes für Gynäkologie und Geburtshilfe sind Krebsdiagnose, Brustkrebs und Fötalmedizin. Die externe Kommission attestierte ihm in ihrem Zwischenbericht Führungsversagen, Eitelkeit und Machtmissbrauch. Unklar ist bisher, ob die tatsächliche Entdeckerin des Bluttests nicht eine - ausgebootete - chinesische Wissenschaftlerin ist, die mit anderen jungen Kollegen für ihre Forschung zu einem "hoch zuverlässigen und präzisen diagnostischen Test für die Erkennung von Brustkrebs in einem äußerst frühen Stadium" von Bundeswirtschaftsministerium und EU gefördert worden war. Im Lebenslauf des 59-jährigen Sohn sind neben 19 Büchern und über 400 Vorlesungen mehr als 200 Veröffentlichungen vermerkt. Bei diesen Zahlen verwundert das Vorgehen des Mediziners vor einem Jahr noch mehr. Denn für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen gibt es ungeschriebene Gesetze, die ihm vor diesem Hintergrund bekannt sein müssten. Der Kinder- und Jugendarzt Wolfgang Kölfen, der Ärzte in Sachen Kommunikation schult, erläutert, dass neue wissenschaftliche Ergebnisse zunächst in Fachzeitschriften publiziert werden. Erst danach sollte der Wissenschaftler an die Öffentlichkeit treten. Dass Sohn dies nicht tat, "hat all den seriös und streng wissenschaftlich arbeitenden und publizierenden Kollegen der Universitätsmedizin Heidelberg sehr geschadet", sagt eine Gynäkologin, die ihren Namen nicht nennen will. Ein PR-Event wie von Sohn initiiert sei verantwortungslos, so Kölfen. "Da wird mit Emotionen gespielt in einem höchst sensiblen Bereich. Man macht Hoffnungen, die man dann nicht einlösen kann, und dies hat verheerende Folgen", sagt der Arzt aus Mönchengladbach. Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen: In Deutschland erkrankt jede Neunte im Laufe ihres Lebens daran, insgesamt rund 70 000 Frauen pro Jahr. Der Bluttest, gedacht als Ergänzung zu bildlichen Diagnostik-Methoden wie der Mammografie, wies laut der externen Kommission unter anderem eine "dramatisch hohe" Fehlerquote auf. Kölfen sieht auch mögliche Interessenskonflikte des Heidelberger Klinikchefs mit Blick auf die Vermarktung des Bluttests. Sohn soll Medienberichten aus dem vergangenen Jahr zufolge Anteile von gut vier Prozent an dem Unternehmen Heiscreen, einer Ausgründung der Uniklinik zur Vermarktung des Bluttests, halten. Es wird vermutet, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim wegen Insiderhandels ermittelt, offiziell machen die Ermittler dazu aber keine Angaben. Kölfens dazu: "Als Arzt kann man nicht gleichzeitig in zwei Booten sitzen, ohne in erheblichen Wellengang zu kommen."
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Völkerkundemuseum Heidelberg: Gesammelt aus Freude am Schönen (Fri, 14 Feb 2020)
Von Ingeborg Salomon Heidelberg. Briefmarken und Münzen waren einmal die Klassiker, doch privat sammeln kann man alles, was Freude macht. Sammlungen sind auch das Herzstück jedes Museums, sie sind Inspiration, Erbe und Verpflichtung für die Zukunft. Deshalb ist es eine schöne Geste, wenn das Heidelberger Völkerkundemuseum jetzt die Ausstellung "The Collector’s Choice" zeigt. "Von den rund 40.000 Objekten in den Sammlungen der von Portheim-Stiftung stammen rund 8000 aus Schenkungen", erläuterte Kurator Robert Bitsch im Gespräch mit der RNZ. Regional gegliedert entführen die Exponate, die aus ganz unterschiedlichen Epochen stammen, den Besucher nach Afrika, Mittelamerika und Asien. So stammt das niedlichen japanische Puppenpaar aus der Sammlung des 2014 verstorbenen Dr. Henning Bischof. Als Direktor der Völkerkundlichen Sammlungen der Stadt Mannheim in den Reiss-Engelhorn-Museen war Bischof ein begeisterter Sammler – beruflich wie privat. Auch Kimonos und Gürtel sind jetzt im Besitz des Völkerkundemuseums. Ebenfalls bedacht hat das Museum der Heidelberger Unternehmer Viktor Dulger, der von seinen zahlreichen Reisen Erinnerungsstücke mitbrachte. Nach Dulgers Tod vor vier Jahren schenkte seine Witwe Sigrid dem Völkerkundemuseum eine große Anzahl kleiner Püppchen, viele aus Südafrika. Die jetzt gezeigten Zulu-Frauen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts legen eindrucksvoll Zeugnis von den handwerklichen Fähigkeiten ihrer Schöpferinnen ab: Winzige Perlen sind äußerst akkurat auf Filz genäht. "In Zeiten knapper Ankaufsmittel sind wir auf breite bürgerschaftliche Unterstützung angewiesen und die Ausstellung ist auch ein Dank an die Stifter", so Robert Bitsch. Dazu gehören auch viele Privatleute und Mitglieder des Freundeskreises, die durch finanzielle Unterstützung gezielte Ankäufe möglich machen. So wurden in den 1980er Jahren außereuropäische Boote erworben, um die Ozeaniensammlung des Hauses zu bereichern. Vor 100 Jahren ist die von Portheim-Stiftung durch bürgerschaftliches Engagement entstanden, 100 Jahre hat dieses das Museum – auch in schwierigen Zeiten – getragen. Die Freude an den Dingen sei Privatsammlern und Museumsmitarbeitern gemeinsam, die Ergebnisse kämen nicht nur der Wissenschaft, sondern allen Besuchern zugute, erklärte Bitsch. Das beweisen auch zwei noch recht neue Schenkungen, die jeweils mehr als 1000 Objekte umfassen: Die Sammlung May dokumentiert umfangreich die Kultur der Daynak-Gruppen auf der indonesischen Insel Borneo. Eine wissenschaftlich-systematische Sammlung zu den Bergvölkern Nordthailands ging nach dem Tod des Heidelberger Ethnologen Dr. Friedhelm Scholz ebenfalls an die von Portheim-Stiftung, ebenso drei Sammlungen zu Textilien, Schmuck und Glasperlen. In "The Collector’s Choice" sprechen die Objekte für sich; die Texttäfelchen beschränken sich auf den Namen des Stifters und die Herkunft der Objekte. Es empfiehlt sich, ergänzend die Schau über die Geschichte des Museums im ersten Stock anzuschauen. Info: "The Collector’s Choice" ist bis 7. Juni im Völkerkundemuseum, Hauptstr. 235, zu sehen; geöffnet ist mi bis sa von 14 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr.
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