Heidelberg

Heidelberger Zoo: Die Tiger werden groß (Update) (Di, 26 Okt 2021)
Heidelberg. (RNZ) Ein dreiviertel Jahr sind die drei jungen Sumatra-Tiger im Zoo Heidelberg nun alt. Gemeinsam bewegen sie sich durch ihr Gehege. Sie spielen, toben, und schleichen durch das Bambus-Dickicht und raufen miteinander. So lernen sie wichtiges Sozialverhalten. Tiger-Mutter Karis ist immer mit dabei. Längst wird der Charakter der Jungtiere erkennbar. Während Jambi sehr neugierig ist, ist Sabah noch etwas schüchtern. Es dauert länger, bis sie Neues ausprobiert. Dumai ist eher misstrauisch. Es fällt ihr schwer, eine Bindung zu den Tierpflegern aufzubauen. Diese bringen den Jungtieren auch allerhand Dinge bei – etwa Fleischstückchen von der Pinzette zu fressen. Über Fleischstücke könnten ihnen, falls nötig, auch einmal Medikamente verabreicht werden.  Update: Dienstag, 26. Oktober 2021, 21.21 Uhr Den Tigerbabys geht es prächtig Heidelberg. (RNZ/ppf) Der Tigernachwuchs im Zoo Heidelberg entwickelt sich sehr gut. Inzwischen sind die drei Jungtiere richtig aktiv und erkunden jeden Winkel des Innengeheges. Bei der ersten tierärztlichen Untersuchung bestätigte sich dieser Eindruck: Alle drei sind kerngesund. Das liegt sicherlich auch an der fürsorglichen Mama-Katze. Nun ist der erste Ausflug ins Außengehege geplant. Beschäftigungsmaterialien wie beispielsweise Kartons, Holzröhren oder Bälle, welche die Tierpfleger den Tigern im Gehege anbieten, werden von den Kleinen gerne angenommen. Neugierig untersuchen sie die noch unbekannten Materialien. Sandra Reichler, Kuratorin für Säugetiere, erklärt: "Die Materialien zu erkunden ist wichtig für die Entwicklung der Jungtiere. Mit jeder neuen Bewegung, die sie dabei ausführen, werden sie sicherer." In den nächsten Tagen, je nach Wetterlage, planen die Tierpfleger im Zoo Heidelberg dem jungen Trio die Möglichkeit zu geben, einen ersten Ausflug nach draußen auf die Außenanlage zu wagen. Wie die jungen Tiger und Mutter Karis das Angebot annehmen werden, wird sicherlich für alle eine Überraschung sein. Bei der ersten tierärztlichen Untersuchung kamen Pfleger und Tierärztin den Kleinen ganz nah. Das Ergebnis freut das gesamte Zoo-Team: Alle drei sind wohlgenährt und kerngesund. Zusätzlich machten die Tierpfleger Nahaufnahmen des Gesichts, um die Jungtiere künftig anhand der Maserung des Fells unterscheiden zu können. Das Geschlecht der drei kleinen Katzen konnte noch nicht bestimmt werden und bleibt bis zur nächsten Untersuchung ein Geheimnis.
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Heidelberg: Kritik an Würzner wegen Plänen für Alkoholverbot in der Altstadt (Update) (Tue, 26 Oct 2021)
Heidelberg. (RNZ) Zwei Gemeinderatsfraktionen kritisieren Oberbürgermeister Eckart Würzner für den von ihm am Montag verkündeten Plan, als Reaktion auf den neuen Party-Hotspot an der Alten Brücke ein Alkoholverkaufsverbot in Teilen der Altstadt zu erlassen. "Verbote sind keine Dauer-Lösung", schreiben die Grünen in einer Presseerklärung. Das Problem habe zwei Ursachen: Erstens habe die Stadt seit Jahren viel zu wenig für nicht-kommerzielle Räume für junge Menschen getan. Zweitens sei der Treffpunkt an der Alten Brücke entstanden, nachdem im Sommer die Neckarwiese gesperrt wurde. "Dem Oberbürgermeister fallen zur Situation auf der Alten Brücke nur Verbote ein, die das Problem höchstens ein weiteres Mal verschieben werden", sagt Stadträtin Marilena Geugjes. "Eine wirksame Sicherheitspolitik würde bedeuten, dass die Stadt ihrer Verantwortung als Ordnungsbehörde für Gefahrenabwehr nachkommt und Präventivmaßnahmen vor Ort vornimmt." Es brauche einerseits ein niederschwelliges, deeskalierendes Ansprechen der Jugendlichen durch Streetworker – und zugleich weitere nicht-kommerzielle und zum Teil wetterunabhängige Treffpunkte für junge Menschen. Die Fraktion "Die Linke" schreibt: "Der Versuch, mittels eines Alkoholverkaufsverbots die jungen Menschen aus der Altstadt zu drängen, ist nicht nur juristisch fragwürdig, er spricht auch Bände über die Einstellung des Oberbürgermeisters zum öffentlichen Raum." So ein Verbot führe lediglich dazu, dass die Feiernden sich einen anderen Platz suchen. Weiter heißt es: "Hier rächt sich, dass die Stadt jahrelang dem Clubsterben tatenlos zugeschaut hat und eigentlich keinen Plan hat, was Jugendliche kulturell benötigen." Update: Dienstag, 26. Oktober 2021, 21.25 Uhr Warum die Stadt ein Alkoholverkaufs-Verbot in Teilen der Altstadt plant Von Anica Edinger Heidelberg. Immer wieder ärgerten sich Anwohner der Alten Brücke in den vergangenen Wochen über dort feiernde Jugendliche. Jetzt reagiert die Stadt auf die zahlreichen Beschwerden – und will durchgreifen. Oberbürgermeister Eckart Würzner kündigte bei einer Pressekonferenz am Montag ein örtlich beschränktes Alkoholverkaufsverbot an. Demnach solle unterbunden werden, dass etwa sogenannte Spätis spät nachts noch Alkohol verkaufen. Ab wann und wo genau das Verbot gelten soll, blieb am Montag aber noch offen. Klar ist für Würzner: "Das große Problem ist das Thema Alkoholkonsum, nicht die Ansammlung." Während man viele Jugendliche am frühen Abend noch gut ansprechen könne, schlage das zu späterer Stunde schlagartig um. Die Jugendlichen seien zu laut, reagierten nicht mehr auf die Polizei oder den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). "Es werden Grenzen überschritten", so Würzner. Schon sieben Mal hätten der KOD und die Polizei die Alte Brücke deshalb in den vergangenen Monaten räumen müssen. Er habe ja Verständnis dafür, dass Jugendliche nach den coronabedingten Einschränkungen der vergangenen Jahre den Drang hätten, sich zu treffen und zu feiern. "Aber die aktuelle Situation ist so aus unserer Sicht nicht mehr zu handhaben", sagt Würzner. Deshalb müsse man nun reagieren – und "eine klare Linie aufzeigen". Die Stadt bereite derzeit die entsprechenden rechtlichen Bedingungen vor, um das Alkoholverkaufsverbot durchzusetzen. Denn so einfach ist das nicht. "Wir müssen es sehr gut begründen", sagt Würzner. In Baden-Württemberg gab es seit 2010 ein begrenztes Alkoholverkaufsverbot in Ladengeschäften zwischen 22 und 5 Uhr. Die grün-schwarze Landesregierung hob es 2017 allerdings wieder auf. Aus Sicht Würzners keine gute Entscheidung. Denn das habe dazu geführt, dass manche Läden sich nun ausschließlich darauf beschränkten, nachts hochprozentigen Alkohol an die Leute zu bringen. "Es ärgert mich, dass es solche Verkaufsstände gibt", so Würzner. Zusätzlich zum Alkoholverkaufsverbot will die Stadt sogenannte Ghettoblaster – laute Musikabspielgeräte – von bestimmten Orten verbannen. Damit hat die Stadt bereits Erfahrungen: Im Rahmen der letzten Aktualisierung der Neckarvorlandsatzung wurden Musikboxen am Neuenheimer Neckarufer ab 23 Uhr verboten. Auch dort beschwerten sich den Sommer über immer wieder Anwohner, dass es zu laut auf der Wiese sei. Die Situation hatte sich beruhigt, als das "Feierbad 21" auf dem ehemaligen Gelände des Schwimmbadclubs eröffnet wurde. Dort feierten an sechs Wochenenden rund 10 000 Jugendliche. Eine Art "Feierbad" 2.0 für den Winter aus dem Boden zu stampfen, sei aber nicht so einfach, sagte Würzner am Montag. Zudem müsse man jetzt auch die bestehenden Veranstaltungshäuser mit einbeziehen, um attraktive Angebote zum Feiern für junge Leute zu schaffen. Mit der Halle 02 oder dem Karlstorbahnhof sei man da beispielsweise in gutem Kontakt. Würzner kündigte außerdem eine Awareness-Kampagne an, die derzeit von den Nachtbürgermeistern Jimmy Kneipp und Daniel Adler ins Leben gerufen werde. Dabei gehe es darum, die Jugendlichen für ein friedliches Miteinander zu sensibilisieren und das Bewusstsein auch für die Interessen der Anwohner zu schärfen. Mit einer App wolle man außerdem Feierangebote für Jugendliche auflisten – "damit diese leichter zu finden sind", so Würzner Update: Montag, 25. Oktober 2021, 21.25 Uhr
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SRH Heidelberg: Datenschützer untersuchen Hackerangriff (Update) (Tue, 26 Oct 2021)
Von Matthias Kros Heidelberg. Der groß angelegte Hackerangriff auf die Heidelberger SRH Holding, die deutschlandweit mehrere Kliniken und Bildungseinrichtungen betreibt, beschäftigt nicht nur das Landeskriminalamt, sondern auch den Landesdatenschutzbeauftragten in Baden-Württemberg. "Die Verantwortlichen sind mit uns in Kontakt getreten", sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag auf RNZ-Anfrage. "Wir sind derzeit mit ihnen im Gespräch und mit der Aufarbeitung des Sachverhalts befasst." Ziel sei es, den Schaden für betroffene Personen und für die Betriebe gering zu halten und künftig die Datensicherheit zu verbessern. Das Eindringen der Hacker bei SRH war Mitte September entdeckt worden. Offenbar hatten Kriminelle die Systeme mit Schadsoftware verseucht und versucht, ein Lösegeld zu erpressen. Zudem waren auch einige Dateien kopiert und im Darknet teilweise veröffentlicht worden. In "sehr wenigen Einzelfällen" seien auch personenbezogene Daten in den veröffentlichten Dokumenten enthalten gewesen, hatte SRH eingeräumt. Das könne etwa eine Kopie des Personalausweises sein. "Nach Durchsicht der bis dato veröffentlichten Dateien informieren wir darüber, dass die SRH Holding in einem Fall hiervon betroffen ist", hatte es geheißen. Für den betroffenen Mitarbeiter seien entsprechende Schutzmaßnahmen eingeleitet worden. Die Folgen des Hackerangriffs sind dabei noch immer spürbar. Auf der Internetseite der SRH Hochschule Heidelberg heißt es nach wie vor, man sei "wegen eines Cyberangriffs nur eingeschränkt erreichbar"; die Studierenden werden nach wie vor mit Notfall-Telefonnummern versorgt. Man sei aber auf einem guten Weg, sagte ein Sprecher Anfang der Woche auf Anfrage. "Wir haben zentrale Nutzerverwaltungssysteme und Applikationen wiederhergestellt, Netzwerke neu aufgebaut, PCs und Notebooks anschlussfähig gemacht und befinden uns noch in der Wiederherstellung aller zentralen Serverressourcen", sagte er. Die Kernsysteme seien wieder angefahren, aktuell stünden Schnittstellenprogramme und weitere unterstützende Systeme im Fokus. Der Großteil der Beschäftigten könne auch wieder E-Mails empfangen und senden. Unterdessen ist auch der Autozulieferer Eberspächer Ziel eines Cyberangriffs geworden. "Unser Team arbeitet gemeinsam mit externen Cyber-Security-Spezialisten mit Hochdruck daran, die Gefährdung zu beseitigen und den Normalbetrieb wiederherzustellen", teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart sagte der dpa, es werde wegen des Verdachts der Computersabotage und der versuchten Erpressung ermittelt. Eberspächer beschäftigt weltweit an 80 Standorten – davon elf in Deutschland – rund 9900 Mitarbeiter. Update: Dienstag, 26. Oktober 2021, 21.14 Uhr Datenverlust bei Hackerangriff Von Matthias Kros Heidelberg. Im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf die Heidelberger SRH Holding, die deutschlandweit mehrere Kliniken und Bildungseinrichtungen betreibt, sind offenbar auch sensible Daten verloren gegangen. "Wir wissen mittlerweile, dass die Hacker einige Dateien kopiert und im Darknet teilweise veröffentlicht haben", sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstagabend in Heidelberg. Die Datenmenge sei aber vergleichsweise gering gewesen. Die zuständigen Datenschutz-Behörden würden von der SRH laufend informiert. Aktuell sei man dabei, diese Dateien zu sichten. "Nach einer ersten Durchsicht von Dateinamen sind in sehr wenigen Einzelfällen auch personenbezogene Daten darunter", sagte er. Auf die betroffenen Personen werde man nun umgehend persönlich zugehen und sie beim Ergreifen entsprechender Schutzmaßnahmen unterstützen. Das Eindringen der Hacker in die SRH-Systeme war am 19. September entdeckt worden, als Mitarbeiter nicht mehr auf Emails und Laufwerke zugreifen konnten. Seiher ist die Kommunikation mit dem Unternehmen und seinen Einrichtungen nur begrenzt möglich. Wegen des Cyberangriffs sei man "momentan nur eingeschränkt erreichbar", hieß es auch am Dienstag noch auf der Website des Unternehmens. Studierende werden dort mit verschiedenen Email-Notfalladressen versorgt. Der Betrieb in Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren war aber wohl zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Offenbar hatten Kriminelle die SRH-Systeme mit Schadsoftware verseucht und versucht, ein Lösegeld zu erpressen. "Den Forderungen der Hacker werden wir nicht nachkommen", sagte der Sprecher am Dienstag erneut. Auch hier habe man die zuständigen Behörden wie das Landeskriminalamt eingeschaltet. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Sprecher gesagt, dass es gelungen sei, die Systeme aus eigener Kraft zu bereinigen. Inzwischen fährt das Heidelberger Unternehmen die Systeme kontrolliert wieder hoch: "Die Wiederherstellung der IT-Infrastruktur verläuft reibungslos und nach Plan; wir machen sehr gute Fortschritte und sind sehr zuversichtlich, dass wir gemäß unserem Zeitplan unsere Betriebsfähigkeit aus eigener Kraft in wenigen Tagen wiederherstellen können", fasste er am Dienstag den aktuellen Status zusammen. Nach wie vor gelte dabei die Prämisse "Sicherheit vor Zeit", "das heißt, wir fahren unsere Systeme schrittweise und strikt nach Prioritäten wieder hoch." Die Folgen des Hackerangriffs könnten dadurch in einigen Bereichen noch einige Wochen nachwirken. Die SRH-Holding mit Sitz in Heidelberg beschäftigt eigenen Angaben zufolge fast 17.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro. Update: Dienstag, 5. Oktober 2021, 20.57 Uhr Hacker scheiterten mit Erpressungsversuch Von Matthias Kros Heidelberg. Im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf die Heidelberger SRH Holding, die deutschlandweit mehrere Kliniken und Bildungseinrichtungen betreibt, haben die Täter offenbar versucht, ein Lösegeld zu erpressen. "Der Angriff auf uns mit Schadsoftware wurde von Profis durchgeführt, die ein wirtschaftliches Interesse verfolgen", bestätigte ein Unternehmenssprecher am Freitag auf Anfrage. Allerdings sind sie damit offenbar gescheitert. Die Forderungen stünden für SRH überhaupt nicht im Fokus, betonte der Sprecher. "Wir konnten aus eigener Kraft unsere Systeme bereinigen und konzentrieren uns aktuell voll und ganz darauf, unsere IT-Infrastruktur wiederherzustellen." Gleichzeitig habe man "wie bei jeder Straftat üblich, selbstverständlich die entsprechenden Behörden wie etwa das Landeskriminalamt informiert und stehen mit ihnen im Austausch", so der Sprecher. Mitte der Woche hatte auch eine Sprecherin des Landeskriminalamts Baden-Württemberg in Stuttgart bestätigt, dass ihre Behörde das Ermittlungsverfahren führe. Fragen zu möglichen Geld-Forderungen der Täter hatte sie aber mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht beantwortet. Erpressungsversuche sind bei Hackerangriffen üblich. Kriminelle blockieren dabei die Daten oder Systeme von Unternehmen und geben sie nur gegen ein Lösegeld wieder frei. Das Eindringen der Hacker in die SRH-Systeme war am 19. September entdeckt worden, als Mitarbeiter nicht mehr auf Emails und Laufwerke zugreifen konnten. Seiher ist die Kommunikation mit dem Unternehmen und seinen Einrichtungen nur begrenzt möglich. Wegen des Cyberangriffs sei man "momentan nur eingeschränkt erreichbar", hieß es auch am Freitag noch auf der Website des Unternehmens. Studierende werden dort mit verschiedenen Email-Notfalladressen versorgt. Nach jetzigem Stand werde man schrittweise ab Mitte der kommenden Woche wieder online gehen können, sagte der Sprecher weiter. Die Folgen des Hackerangriffs werden vermutlich aber noch lange nachwirken. "Wir gehen strikt nach Prioritäten vor; deshalb werden wir manche Systeme sehr zeitnah wieder anfahren, bei anderen, weniger wichtigen, kann es möglicherweise noch einige Wochen dauern", so der Sprecher. Dabei gelte die Prämisse "Sicherheit vor Zeit": "Grob gesagt führen wir nach jedem größeren Arbeitsschritt einen Sicherheitscheck durch, bevor wir mit dem nächsten Schritt fortfahren", erklärte er. "Das mag uns insgesamt mehr Zeit kosten, aber wir nehmen uns diese Zeit, da wir so sicherstellen können, dass die gesamte Infrastruktur zu 100 Prozent gesäubert ist und wir einen neuen Befall ausschließen können." Der Sprecher betonte noch einmal, dass der Betrieb in Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. "Die Versorgung unserer Patienten war und ist gesichert. In unseren Kliniken sind fast keine Schäden entstanden, und die meisten internen IT-Systeme laufen", sagte er. Dennoch habe das Kappen der Kommunikationsverbindungen nach außen gewisse Einschränkungen im Betrieb mit sich gebracht. "Aber auch hier sind wir auf einem sehr guten Weg." Ziel der Attacke waren ohnehin eher die Bildungseinrichtungen und Hochschulen der SRH. Doch auch hier mache man "gute Fortschritte". Und vor allem gelte: "Prüfungsleistungen etwa von Studierenden sind erhalten". Ab Ende der nächsten Woche dürften dann den meisten Nutzern auch die gewohnten E-Mail-System wieder zur Verfügung stehen. Die SRH-Holding mit Sitz in Heidelberg beschäftigt eigenen Angaben zufolge fast 17.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro. Update: Freitag, 1. Oktober 2021, 19 Uhr Landeskriminalamt ermittelt nach Hackerangriff auf SRH Die IT-Probleme des Betreibers von Krankenhäusern und Hochschulen dauern an, hinterlassen aber wohl keine bleibenden Schäden. Von Matthias Kros Heidelberg. Der Hackerangriff auf die Heidelberger SRH Holding, die deutschlandweit mehrere Kliniken und Bildungseinrichtungen betreibt, beschäftigt inzwischen auch das Landeskriminalamt in Stuttgart. "Ich kann bestätigen, dass das Landeskriminalamt Baden-Württemberg das Ermittlungsverfahren führt", sagte am Mittwoch eine Sprecherin der Behörde in der Landeshauptstadt. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könne sie weitere Fragen nicht beantworten. Hinter Hackerangriffen stecken oftmals Kriminelle, die Daten oder Systeme von Unternehmen blockieren und anschließend Lösegeld erpressen. Ob auch von der SRH solche Zahlungen verlangt werden, wollte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch nicht sagen. Er bestätigte aber, dass die Auswirkungen auch zehn Tage nach der Attacke noch spürbar sind. "Die IT-Infrastruktur wird derzeit wieder hergestellt, das wird sicher noch einige Tage dauern", sagte er. "Einen genauen Zeitraum können wir momentan nicht nennen." Der Sprecher hatte aber auch eine gute Nachricht parat: So wisse man inzwischen, dass der Cyberangriff im SRH-System keine bleiben Schäden hinterlassen werde. Das dürfte die Kosten der Attacke mindern, über deren Höhe der Sprecher am Mittwoch nicht spekulieren wollte. Auch konnte er nichts darüber sagen, ob möglicherweise sensible Daten abgeflossen sind. Das Eindringen der Hacker war am 19. September entdeckt worden, als Mitarbeiter nicht mehr auf Emails und Laufwerke zugreifen konnten. Seiher ist die Kommunikation mit dem Unternehmen und seinen Einrichtungen nur begrenzt möglich. Wegen des Cyberangriffs sei man "momentan nur eingeschränkt erreichbar", heißt es aktuell auf der Website des Unternehmens. Studierende werden dort mit verschiedenen Email-Notfalladressen versorgt. Ziel der Attacke seien die Bildungseinrichtungen und Hochschulen der SRH gewesen, die Kliniken hätten nicht im Fokus gestanden, sagte der Sprecher am Mittwoch noch einmal. Mit internen Kommunikationskanälen habe man sich aber gut behelfen können. Der Betrieb in Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Allerdings muss in den Kliniken des Unternehmens offline gearbeitet werden, das heißt die Patientendokumentation wird vorsorglich nicht digital, sondern schriftlich erledigt, Absprachen am Telefon gemacht. Die SRH-Holding mit Sitz in Heidelberg beschäftigt eigenen Angaben zufolge fast 17 000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro. Hackerangriffe haben in Deutschland zuletzt zugenommen – zum Einfallstor entwickelten sich dabei auch die in der Corona-Pandemie rasch eingerichteten Heimarbeitsplätze der Mitarbeiter. Durch Diebstahl, Spionage und Sabotage entsteht der deutschen Wirtschaft laut einer aktuellen Studie des Fachverbands Bitkom jährlich ein Gesamtschaden von 223 Milliarden Euro. In den Jahren 2020 und 2021 waren fast neun von zehn Unternehmen von Angriffen betroffen. Auch in der Region ist SRH nicht der erste Fall: Im vergangenen Jahr habe es bei Roche einen Angriff auf die Verfügbarkeit der Internetverbindung am Standort Mannheim gegeben, sagte eine Sprecherin auf Anfrage am Mittwoch. "Mit der Folge, dass über einen Zeitraum von wenigen Stunden der Zugang ins Internet für die Mitarbeitenden im Werk stark eingeschränkt war". Es sei aber nicht dazu gekommen, dass unerlaubt auf Daten und Systeme zugegriffen wurde oder dass Daten verloren gingen. Auch seien keine Forderungen gestellt worden. Überaus wachsam ist auch der größte Arbeitgeber der Region, die BASF in Ludwigshafen: "Wir stellen fest, dass täglich Versuche unternommen werden, unberechtigt auf Systeme und Daten zuzugreifen", erklärte eine Sprecherin. Die Bedrohungslage habe sich in den letzten Jahren verändert, da die Angreifer mittlerweile besser organisiert seien, ausgefeiltere Technologien verwendeten und über zunehmende Ressourcen verfügten. "Aufgrund des stetig steigenden Reifegrads der Attacken baut BASF kontinuierlich ihre Cyber Security Defense-Fähigkeiten weiter aus." Update: Mittwoch, 29. September 2021, 19.20 Uhr Cyberattacke auf SRH-Stiftung - Kliniken weiter offline Derzeit werde die IT-Infrastruktur wiederhergestellt, sagte ein Sprecher. Vor zehn Tagen konnten Mitarbeiter nicht mehr auf E-Mails und Laufwerke zugreifen. Heidelberg. (dpa) Fast zehn Tage nach einer Cyberattacke auf die SRH Holding sind von ihr betriebene Kliniken im Südwesten immer noch vom Netz. "Die IT-Infrastruktur wird derzeit wieder hergestellt, das wird sicher noch einige Tage dauern", sagte ein Sprecher am Dienstag. "Einen genauen Zeitraum können wir aber nicht nennen." Der Cyberangriff war am 19. September entdeckt worden, als Mitarbeiter nicht mehr auf E-Mails und Laufwerke zugreifen konnten. Ob Daten abgeflossen sind - "dazu kann ich nichts sagen", erklärte der Sprecher. Auch wer hinter der Attacke steckt und wie viel der Angriff die Holding kosten wird, stehe noch nicht fest. "Wichtig ist für uns, die Systeme wiederherzustellen und dass kein Schaden zurückbleibt", sagte der Sprecher. Ziel der Attacke seien die Bildungseinrichtungen und Hochschulen der SRH gewesen, die Kliniken hätten nicht im Fokus gestanden, wie es weiter hieß. Mit internen Kommunikationskanälen habe man sich aber gut behelfen können. Der Betrieb in Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Die SRH hat im Südwesten unter anderem Standorte in Karlsbad, Dobel, Waldbronn, Sigmaringen und Bad Herrenalb. Die SRH-Holding mit Sitz in Heidelberg beschäftigt eigenen Angaben zufolge fast 17.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro. Update: Dienstag, 28. September 2021, 15.18 Uhr Hackerangriff auf SRH dauert an Die Einrichtungen wurden vorsorglich vom Netz genommen. Die Kommunikation ist derzeit stark eingeschränkt. Vor allem Bildungseinrichtungen sind von der Attacke betroffen. Heidelberg. (kla) Der Cyberangriff, dem die Heidelberger SRH Holding seit vergangenem Wochenende ausgesetzt ist, dauerte einem Unternehmenssprecher zufolge am Freitag an. Noch seien Kolleginnen und Kollegen aus der IT sowie externe Experten damit beschäftigt, die IT-Systeme wieder herzustellen, teilte er am Freitag Vormittag auf Anfrage mit. "Ich gehe aktuell davon aus, dass wir noch einige Tage benötigen werden, bis die volle Betriebsfähigkeit wieder hergestellt ist", erklärte er. Auch zu Täter oder Motiv könne er leider noch nichts sagen. Am vergangenen Wochenende war die IT-Infrastruktur der SRH Holding, die deutschlandweit mehrere Kliniken und Bildungseinrichtungen betreibt, gezielt mit einer Schadsoftware infiltriert worden. In Folge des Angriffs wurden Einrichtungen vorsorglich vom Netz genommen, die Kommunikation mit dem Unternehmen und seinen Einrichtungen ist stark eingeschränkt. Update: Freitag, 24. September 2021, 19.45 Uhr Cyberangriff auf Heidelberger SRH Die Einrichtungen wurden vorsorglich vom Netz genommen. Die Kommunikation ist derzeit stark eingeschränkt. Vor allem Bildungseinrichtungen sind von der Attacke betroffen. Von Barbara Klauß Heidelberg. Die SRH Holding, die deutschlandweit mehrere Kliniken und Bildungseinrichtungen betreibt, ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Das hat ein Unternehmenssprecher am Mittwochvormittag bestätigt. Demnach wurde die IT-Infrastruktur am vergangenen Wochenende gezielt mit einer Schadsoftware infiltriert. Noch sei unklar, wer hinter der Attacke stecke und welches Ziel die Unbekannten damit verfolgten, so der Sprecher. Auch wie und an welcher Stelle die Schadsoftware ins System kam, wird noch erforscht. In Folge des Angriffs wurden Einrichtungen den Angaben nach vorsorglich vom Netz genommen, die Kommunikation mit dem Unternehmen und seinen Einrichtungen ist stark eingeschränkt. So kommen etwa E-Mails derzeit nicht den Empfängern an, auch beim Telefonieren gibt es Probleme. Wegen des Cyberangriffs sei man "momentan nur eingeschränkt erreichbar", heißt es etwa auf der Website der Einrichtung. "Wir sind aber weiterhin für euch da", teilt die Hochschule dort mit und führt Telefonnummern des Studierendenservice und von Studienberatern auf. Die SRH mit Sitz in Heidelberg beschäftigt eigenen Angaben zufolge mehr als 16.000 Mitarbeiter und machte 2019 einen Umsatz in Höhe von 1093 Millionen Euro. Zur Holding gehören 46 Tochterunternehmen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen, darunter in der Region die Stephen-Hawking-Schule (SHS) in Neckargemünd, die SRH Hochschule Heidelberg, das Kurpfalzkrankenhaus in Heidelberg und das Gesundheitszentrum Bad Wimpfen. Von dem Cyberangriff seien nach derzeitigem Kenntnisstand vor allem Hochschul- und andere Bildungseinrichtungen der SRH betroffen, so der Unternehmenssprecher. "Prüfungsleistungen beispielsweise sind aber erhalten", fügte er hinzu. Die Akut- und Rehakliniken der SRH hätten nicht im Fokus der Cyberattacke gestanden. "Allerdings mussten auch hier zur Vorsorge Systeme vom Netz genommen werden", so der Sprecher. In den Kliniken des Unternehmens etwa wird seit dem Cyberangriff offline gearbeitet, die Patientendokumentation wird schriftlich erledigt, Absprachen am Telefon gemacht. Dass alle medizinischen Bereiche ihre Arbeit derzeit ohne IT-Unterstützung ausführen müssten, beeinträchtige zwar momentan die Arbeitseffizienz, nicht aber die Qualität der Leistung an den Patientinnen und Patienten, erklärte der Sprecher. Derzeit werde konzentriert an der Wiederherstellung der IT-Systeme gearbeitet, versicherte er – auch mit Hilfe externer Experten. Im Moment geht die SRH dem Sprecher zufolge davon aus, dass die wesentlichen Systeme wiederherstellbar sind und man zeitnah wieder in den normalen Betriebsmodus gehen könne. Allerdings, fügte er hinzu: "Der genaue Zeitraum bis zur vollen Betriebsfähigkeit kann derweil nicht gesichert angegeben werden." Cyberangriffe sind ein wachsendes Problem für Wirtschaftsunternehmen, das Experten zufolge in der Corona-Krise noch verschärft worden ist. In dieser Zeit hätten kriminelle Hacker immer häufiger Firmen angegriffen, um Lösegelder zu erpressen, teilte das Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) kürzlich mit. Dabei sei häufig die Arbeit im Homeoffice und die Nutzung privater Hard- und Software als Schwachstelle identifiziert worden. Die Forscher befragten zwischen Juli und September 2020 Vertreter von rund 600 Firmen. 60 Prozent von ihnen gab der Studie zufolge an, dass sie innerhalb eines Jahres auf mindestens einen Cyberangriff reagieren mussten. Automatisch abgewehrte Angriffe, durch eine Firewall etwa, sind nicht enthalten. In 85 Prozent der Fälle konnten die Cyberkriminellen in einem frühen Versuchsstadium gestoppt werden. Update: Mittwoch, 22. September 2021, 19.30 Uhr
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Studierendenwerk Heidelberg: Nur noch hochwertigeres Fleisch in den Mensen (Tue, 26 Oct 2021)
Von Denis Schnur Heidelberg. Wer in einer der Heidelberger Mensen künftig Fleisch isst, kann sich bald sicher sein, dass es aus vergleichsweise guter Haltung stammt. Denn das Studierendenwerk, das die Mensen betreibt, stuft derzeit all seine Fleischprodukte hoch auf mindestens Haltungsform Drei. Ähnliches hatte der Discounter Aldi vor wenigen Monaten angekündigt. Während der Umstieg dort jedoch bis 2030 dauert, geht er in Heidelbergs größtem Gastronomiebetrieb deutlich schneller voran. Das unverarbeitete Schweinefleisch wurde bereits vergangenen Monat auf Haltungsform Drei umgestellt. Bis Jahresende folgt Geflügel, anschließend ist das Rindfleisch dran, wie das Studierendenwerk erläutert. "Wenn das geschafft ist, rücken die Convenienceprodukte in den Fokus: Was möglich ist, stellen wir um", verspricht Geschäftsführerin Tanja Modrow. Mit der Umstellung sei man vermutlich deutschlandweit das erste Studierendenwerk, das konsequent auf Haltungsform Drei setze. Dass nur noch hochwertigeres Fleisch in den Mensen und Cafés in Heidelberg und Heilbronn serviert wird, ist Teil des Nachhaltigkeitsplans, den das Studierendenwerk Anfang des Jahres erarbeitet hat. Damit will die Einrichtung ihren CO2-Ausstoß deutlich senken. Dazu wurden zum Semesterbeginn auch die Fleischmengen in den Mensen insgesamt reduziert – um 15 Prozent. "Wir sprechen von einem bedeutenden Hebel für mehr Nachhaltigkeit und Tierwohl", so Modrow. Auch Eier beziehe man künftig nur noch aus Freilandhaltung. Um zudem Müll und Transportwege zu reduzieren, hat das Studierendenwerk in den beiden großen Mensen im Neuenheimer Feld und in der Altstadt begonnen, alle Nudeln selbst zu produzieren. Nach der Umstellung auf Bio-Qualität sei das der "letzte Schritt in puncto Nachhaltigkeitsmaximierung": "Das spart uns Lieferwege, wir verzichten auf Verpackung und frischer können Nudeln auch nicht sein", sagt Modrow, für die die Nudel-Manufaktur ein Herzensanliegen ist. Die täglich frisch produzierten Nudeln werden zunächst in den eigenen Mensen verwendet. Wenn sich die Produktion eingespielt hat, sei auch der Verkauf über die Straße denkbar. Und auch die Nutzer der Mensen können künftig einen größeren Beitrag zur Müllvermeidung leisten – indem sie bei Essen "to go" Mehrwegschalen nutzen. Ähnlich wie die mittlerweile etablierten "Recup"-Becher bei Getränken führt das Studierendenwerk "Rebowl"-Schalen bei Speisen ein. Aber auch mitgebrachte eigene Gefäße könnten vor Ort gefüllt werden. Die neuen Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit sollen laut Studierendenwerk jedoch nicht die letzten sein: "Wir freuen uns über die Erfolge und bedeutenden Weichenstellungen, die uns gelungen sind", sagt Modrow und fügt hinzu: "Wir wissen aber auch, dass wir erst am Anfang unserer Planumsetzung stehen und ich versichere, es wird noch Einiges folgen."
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Enjoy Jazz: Jazz gleich dreifach genießen mit der RNZ (Tue, 26 Oct 2021)
Von Carsten Blaue Heidelberg/Ludwigshafen. Eine Saxofonistin aus der Schweiz mit großem Ensemble, ein experimentierfreudiger Kanadier, der dasselbe Instrument spielt, und ein Gitarrist aus New York, der den ersten Lockdown für ein neues Album nutzte: Das "Enjoy Jazz"-Festival hat auch am anderen Rheinufer, in Ludwigshafen, in nächster Zeit große Konzerte zu bieten. Die RNZ verlost Tickets für alle drei. Sarah Chaksad kommt mit ihrem Septett "Songlines" am Freitag, 29. Oktober, ins BASF-Gesellschaftshaus. Um 20 Uhr geht’s los, der Einlass beginnt wie immer eine Stunde früher. Die Schweizerin gilt nicht nur als exzellent an ihrem Instrument, sondern auch als großartige Komponistin. Außerdem hat sie inzwischen ihre eigene Label-Plattform, die "Clap Your Hands" heißt. Könnte man auch als ermunternde Aufforderung beim Hören des Albums verstehen, das sie mit "Songlines" aufgenommen hat. Dabei geht Chaksad auch interessante Vermarktungswege. Denn das Album gibt es auch als Newsletter. Man erhält jeden Monat einen Track samt Hintergrundinfos zur Komposition, Geschichten von Auftritten und Studiosessions. "So geben wir einen Einblick in unsere Arbeit und schaffen hoffentlich auch ein bisschen Vorfreude auf die nächsten gemeinsamen Auftritte", sagt sie. Diese Vorfreude – auch auf den Ludwigshafener Auftritt – ist berechtigt, denn "Songlines" bieten vielschichtige Kompositionen in vielen Klangfarben. Man hört: Chaksad hat eine eigene Orchestersprache gefunden, mit viel Gespür für ihre Musiker. 1983 in Luzern geboren, studierte sie an der Musikhochschule in Basel, besuchte Meisterklassen bei Wolfgang Muthspiel, Larry Grenadier, Mark Turner und David Liebman und spielte mit der Big Band von Guillermo Klein. Hier entdeckte sie ihre Liebe zu großen Ensembles. Sie lasse, so heißt es in der Ankündigung von "Enjoy Jazz", Klanglandschaften aus der Verschmelzung vertrauter Sounds wachsen und habe ein Händchen für reizvolle Melodielinien voller Überraschungen durch harmonische und rhythmische Komplexität. Vorfreude geweckt? Freuen dürfen sich "Enjoy Jazz"-Fans auch auf Ben Wendel, der am Sonntag, 31. Oktober, sein fünftes Album "High Heart" mit ins BASF-Feierabendhaus bringt (Beginn ist ebenfalls um 20 Uhr und Einlass um 19 Uhr). Schubladen und sonstige Festlegungen sind nicht seine Sache. Der Saxofonist, geboren in Vancouver, aber längst ein New Yorker, gehört zu den Gründungsmitgliedern der Band "Kneebody". Kenner schätzen diese dafür, dass sie zwischen Fusion, Post-Rock und Hip-Hop wechseln, und das in Jazzbesetzung und völlig ohne musikalische Dogmen. Könnte auch daran liegen, dass Wendel musikalisch schon ziemlich viel erlebt hat an der Seite etwa von Prince, Snoop Dogg, Daedelus oder Tigran Hamasyan. Seine eigenen Arbeiten wollen hierzulande aber erst noch entdeckt werden. "High Heart" erinnere in Sachen Tempo, Dynamik und Raffinement an den Fusion-Jazz der frühen 1970er Jahre, heißt es. Die Kritik fühlt sich überdies durch den Einbezug des Vokalisten Michael Mayo an Kompositionen von Pat Metheny oder Wayne Shorter erinnert. Und Wendel macht sich Gedanken. Über die Rolle von Kunst und Kultur und deren Veränderungen im Zeichen der Digitalisierung und der Entsolidarisierung, die er empfindet – nachzulesen in der Hülle seines Albums. Von seiner Kunst in Corona-Zeiten kann auch Peter Bernstein eine Menge erzählen, der am Sonntag, 7. November, um 20 Uhr (ab 19 Uhr kommt man rein) im BASF-Feierabendhaus auftritt. Der Gitarrist aus New York spielte dort am 15. März 2020 im legendären Jazzclub "Village Vanguard" noch ein Konzert mit seinem Quartett. Dann kam der Lockdown. Und Bernstein fing an, daheim zu komponieren. Im Juni traf er sich erstmals wieder (unter Einhaltung geltender Hygieneregeln) mit Kollegen im Studio und nahm sein neues Material mit. Das Ergebnis heißt "What Comes Next". Den Albumtitel versah Bernstein absichtlich nicht mit einem Fragezeichen. Und die Pandemie schlägt sich auch auf dem Cover nieder – mutterseelenallein mit seinem Instrument steht der Gitarrist auf einer Straße. Das Stück dazu trägt entsprechend den Titel "Empty Streets". Dagegen ist "We’ll Be Together Again" wie ein Versprechen an die Zukunft zu deuten. Hervorhebenswert auch die Nummer "Newark News", ein Calypso aus der Feder von Sonny Rollins, mit dem Bernstein auch schon mal länger performte. Info: Für alle Konzerte gilt die 3G-Regel. Die Registrierung vor Ort erfolgt per Anmeldeformular oder Luca-App. Weitere Infos (auch zu kurzfristigen Änderungen) unter www.enjoyjazz.de
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Heidelberg: Wie man einen Pflegeplatz findet (Tue, 26 Oct 2021)
Heidelberg. (ani) Die Stadt hat eine neue Pflegeplatzbörse an den Start gebracht. Sie ist die erste ihrer Art in der Metropolregion Rhein-Neckar – und könnte laut Stadt als Pilot Vorbild für eine Baden-Württemberg-weite Lösung sein. Das neue Serviceportal soll es pflegenden Angehörigen leicht machen, einen Pflegeplatz für ihre Liebsten zu finden. "Die Börse ist vor allem eine Hilfe für die Angehörigen und soll auch eine Entlastung sein", sagt Bärbel Fabig, Leiterin der Abteilung Senioren und Soziale Dienste beim Amt für Soziales und Senioren. Das Amt hat die Pflegeplatzbörse gemeinsam mit Vertretern der Pflegeeinrichtungen ins Leben gerufen. Im Internet gibt es einen raschen Überblick darüber, ob und wo aktuell Pflegeplätze in der Stadt verfügbar sind. "Uns ist ein großartiges Konzept gelungen", findet Fabig. Auf der Internetseite können Angehörige zunächst auswählen: Suchen sie einen Platz in der Kurzzeit-, Tages- oder der Vollzeitpflege? In den einzelnen Kategorien werden dann nach einem Klick die verschiedenen Einrichtungen aufgelistet – und ein Ampel-System macht sofort ersichtlich, ob die jeweiligen Häuser freie Pflegeplätze bieten. Zudem werden viele Informationen zu den einzelnen Einrichtungen gegeben, Adressen, Telefonnummern und Internetseiten sind natürlich hinterlegt. Als Basis für ein persönliches Erstgespräch kann man ein Kontaktformular ausfüllen, das dann an die Einrichtung gesendet wird. "Ich freue mich sehr, dass wir das umsetzen konnten", so Fabig. Das Angebot sei ein wichtiger Baustein in der Versorgung in Heidelberg. Das sieht auch Sozialbürgermeisterin Stefanie Jansen (SPD) so. In einem nächsten Schritt soll nun der künftige Bedarf an Pflegeplätzen in der Stadt genau ermittelt werden. "Wir arbeiten derzeit an einer neuen Pflegebedarfsplanung", so Jansen. Anhand verschiedener Daten soll so errechnet werden, wie viele Pflegeplätze bis 2030 in Heidelberg benötigt werden. Erste Daten könnten im zweiten Quartal 2022 abrufbar sein, so Jansen. In der Versorgung an Plätzen sieht die Sozialbürgermeisterin Heidelberg derzeit gut aufgestellt. In den 15 Pflegeheimen (siehe Hintergrund) in der Stadt könnten aktuell 1370 Menschen versorgt werden, dazu kommen im ambulanten Bereich noch einmal 35 Pflegedienste dazu. Jansen: "Das ist ganz ordentlich." Was derzeit, aber auch in Zukunft, allerdings ein Problem ist und sein werde, "das ist der Pflegekräftemangel". Heidelberg allein könne dieses Problem nicht lösen. Jansen, als Sozialdemokratin, ist aber überzeugt, dass "die neue Regierung das auf ihrer Agenda hat". Unterdessen hat die Verwaltung zusätzlich zur Pflegeplatzbörse eine Pflegekonferenz ins Leben gerufen. Dort sollen sich künftig alle relevanten Partner, die "in irgendeiner Weise mit Pflege zu tun haben", zu dem Thema austauschen und thematische Schwerpunkte setzen.
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Heidelberg: Ob sich Autofahrer an Schutzzone in der Mühltalstraße halten? (Tue, 26 Oct 2021)
Von Jonas Labrenz Heidelberg. Mehr als 80 Menschen demonstrierten am Samstagvormittag für mehr Sicherheit im verkehrsberuhigten Bereich der Mühltalstraße. Zu der Aktion mit Menschenkette, Kindermalaktionen und einem Infostand hatte die Initiative "Bürger für Handschuhsheim" aufgerufen. In einer kurzen Eröffnung rief Versammlungsleiter Detlev Haas den Besuchern in Erinnerung, was gesetzlich im verkehrsberuhigten Bereich gilt: "Hier darf höchstens Schrittgeschwindigkeit gefahren werden, der gesamte Verkehrsraum steht allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung und Kinderspiele sind ausdrücklich erlaubt. Genau das wollen wir heute tun." Der gesamte Verkehrsraum, das sind im verkehrsberuhigten Bereich der Mühltalstraße teilweise nur knapp fünf Meter in der Breite: Links und rechts der Straße grenzen direkt die Hausmauern an – bei Begegnungsverkehr wird es knapp, oft muss rangiert werden. Deshalb wird schon lange um Lösungen des Problems gekämpft. "Nur heute: Die Stadt schützt Fußgänger im verkehrsberuhigten Bereich", stand auf einem Schild im Vorgarten. Beate Selzer-Kalkum hatte es dort aufgestellt. Als sie 1989 in das Haus einzog, hat sie sich bereits für mehr Verkehrssicherheit eingesetzt: "Wir haben schon dafür gekämpft, da waren unsere Kinder noch klein", sagte sie. Damals wurde der verkehrsberuhigte Bereich eingerichtet, heute sind die Kinder 39 und 40 Jahre alt – und es gibt immer noch Probleme auf der Straße. "Der Verkehr hat sich in der Zeit verdrei- und vervierfacht", so Selzer-Kalkum. 2018 hatte die Stadt angekündigt, die Zufahrt für Autos bergabwärts zu sperren. Fahrradfahrer und der Hangbus hätten weiter so fahren können, Autofahrer jedoch hätten über die Bergstraße ausweichen müssen. Daraufhin gründete sich die Bürgerinitiative "Handschuhsheimer Hangbewohner", die Unterschriften gegen die sogenannte unechte Einbahnstraße sammelte. Die Stadt ruderte mit ihren Plänen zurück, für die das Amt für Verkehrsmanagement, Verkehrspolizei und der Sicherheitsauditor Jens Leven vorher geworben hatten. Stattdessen soll es nun eine "Schutzzone" für Fußgänger im verkehrsberuhigten Bereich geben, also einen markierten Streifen, der teilweise mit Pollern abgetrennt ist. Bei der Menschenkette entlang der Linie, die von der Stadt eigentlich schon im Frühjahr hätte gezogen werden sollen, zeigte sich jedoch, dass wohl nicht alle Autofahrer gewillt sein werden, diese einzuhalten. Als sich einmal zwei Autos begegneten, zog eines der Autos in Richtung der Demonstranten, die daraufhin zurückweichen mussten. "Wir fordern hier keine Privilegien, wir wollen einfach nur Sicherheit", sagte Anwohner und Versammlungsleiter Haas. Der ehemalige Polizist ist mittlerweile wütend auf die Stadt, dass man sich so viel Zeit mit der Einrichtung der Schutzzone lasse. Ihm wurde auf Nachfragen mitgeteilt, dass das Material dafür noch nicht angeliefert worden wäre. Auf eine Anfrage des GAL-Stadtrats Michael Pfeiffer antwortete die Stadt jedoch, der Kran für eine private Baumaßnahme in der Bergstraße sei der Grund für die Verzögerung. Die Mühltalstraße müsse gesperrt werden für den Einbau der Poller – und das ginge nicht, so lange die Ausweichroute durch den Kran belastet sei. Allerdings: Der Kran stand bereits, bevor die Stadt sich entschlossen hatte, die Schutzzone einzurichten. Wie lange er noch stehen wird, weiß man bei der Demo in der Mühltalstraße noch nicht. Ein Bauarbeiter habe ihm gesagt, mindestens noch bis Ende dieses Jahres, so Haas.
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Heidelberg: Der Reiz von "unbewussten Orten" (Tue, 26 Oct 2021)
Von Arndt Krödel Emmertsgrund. Die Architektur des südlichsten Heidelberger Stadtteils ist manchmal als kalt und seelenlos beschrieben worden. Ob die Kritiker sich ihr Urteil auch wirklich aus eigener, gründlicher Anschauung gebildet haben und sich dazu auf den Weg "auf den Berg" gemacht haben, sei dahingestellt. Zweifellos ist die Optik der Hochhäuser des Emmertsgrundes nicht gerade so, dass einem dabei warm ums Herz wird – aber dieser Eindruck bildet nicht alles ab, was hier oben baulich seit den 1970er-Jahren entstanden ist. Eine Fotoausstellung im Bürgerhaus präsentiert dem Besucher unter dem Titel "24 Ansichten vom Emmertsgrund" Motive, die er aus diesem Blickwinkel vielleicht noch nicht gesehen hat. Der Heidelberger Fotograf Siegfried Boes wollte damit kein Gesamtbild des Stadtteils schaffen, sondern exemplarische Ausprägungen festhalten, die ihm als unbefangenem Beobachter ins Auge gefallen sind. Sein Objektiv richtet sich auf Fassaden, Hauseingänge, Gebäude in ihrer Gesamtform, Plätze und Wege, wobei im Abstand von mehreren Jahren drei Serien mit jeweils acht Bildern entstanden. Jede Serie entwickelte ein bestimmtes Thema, das typische Qualitäten des Stadtteils vorstellt. Boes, von Haus aus promovierter Physiker, ist fotografischer Autodidakt und hat mit seinen Arbeiten zunehmend einen künstlerischen Anspruch formuliert. Ähnlich wie in den frühen Straßenbildern des Architekturfotografen Thomas Struth, die Sehgewohnheiten unterlaufen, geht es ihm um "unbewusste Orte", um Orte also, die wir eigentlich häufig sehen, uns aber kaum bewusst machen. An einem einzigen Tag im Sommer 2020 – bei so interessantem Licht muss man als Fotograf handeln – entstand die dritte Serie seiner Emmertsgrund-Ansichten, die einen fast heiteren Akzent ausstrahlen: Boes versuchte dabei, die periphere Lage des Bergstadtteils mit seinen Durch- und Ausblicken von Balkonfassaden auf die Rheinebene dazustellen, aufgelockert durch satte Begrünung. Vier dieser Aufnahmen reichte er beim Europäischen Architekturfotografie-Wettbewerb zum Thema "Das Urbane im Peripheren" ein und erhielt dafür eine Anerkennung. Im Sommer 2021 wurden die Fotos im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt ausgestellt. Dass die Wiederholung gleichförmiger Strukturen in der Fassadengestaltung eines modernen Hochhauses einen gewissen Reiz ausüben kann, demonstriert Boes mit seiner Sicht eines 13-stöckigen Gebäudes, dessen konsequente Linienführung sich in abwärts führenden Treppenstufen fortsetzt. Damit kontrastieren Aufnahmen der eher kleinteiligen Architektur auf der Westseite der Emmertsgrundpassage, deren freundliche Farbgebung in pink, orange und violett der zweiten, im Winter 2012 aufgenommenen Serie das Thema gab. Auffällig ist das fast auf jedem Bild auftauchende Motiv der Laterne, die zum ästhetisch-kompositorischen Fixpunkt wird. Dieser findet sich auch auf den Aufnahmen der ersten, 2011 entstandenen Serie, die den Emmertsgrund durch eine spezielle fotografische Technik in eine fast surreale Atmosphäre versetzen: Boes arbeitete mit einer digitalen Infrarot-Kamera, die kräftige Schwarz-Weiß-Kontraste erzeugt und das Blattgrün weiß abbildet. Die Sträucher und Bäume zwischen Mombert- und Jellinekplatz oder der nahe Wald wirken wie mit Raureif oder Schnee überzuckert, der Himmel ist mitunter fast schwarz und das Hochhaus in der Emmertsgrundpassage 1 – im Vordergrund sieht man noch den alten "Efendi-Platz", der heute den Namen von Stadtteilmitplaner Alexander Mitscherlich trägt – wirkt an diesem offenbar sonnigen Tag wie vom Scheinwerfer angestrahlt. Siegfried Boes, der seit 20 Jahren in der Altstadt lebt, hat in einem Gesamtprojekt von fast allen Heidelberger Stadtteilen eine Serie von jeweils acht Aufnahmen geschaffen. Nach der reizvollen Emmertsgrund-Ausstellung macht das neugierig auf weitere originelle Blickwinkel, aus denen er unsere Stadt fotografiert hat. Info: Die Fotoausstellung "24 Ansichten vom Emmertsgrund" ist noch bis 23. Dezember im Bürgerhaus, Forum 1, zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr.
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Heidelberg: Warum werden bei Trauerfeiern keine Lautsprecher eingeschaltet? (Tue, 26 Oct 2021)
Von Sarah Hinney Heidelberg-Handschuhsheim. Ilse Giese ist verärgert. Die Handschuhsheimerin fragt sich seit Jahren, warum bei Trauerfeiern in der Trauerhalle auf dem Friedhof in Handschuhsheim keine Lautsprecher angestellt werden – jedenfalls nicht zuverlässig und nicht von allen, die dort sprechen. Erst jüngst habe sie dort eine Trauerfeier besucht. Wieder sei die Lautsprecheranlage nicht angeschaltet gewesen. Sie habe deshalb trotz Hörgerät kein Wort von der Predigt verstanden. Ilse Giese fühlt sich durch diesen Zustand ob ihres Alters ausgegrenzt. Sie findet, es sei Aufgabe der Friedhofsverwaltung oder der Stadt, dafür zu sorgen, dass auch ältere Menschen, die nicht mehr so gut hören, umfänglich an Trauerfeiern teilhaben können. Die Nachfrage bei der Stadt ergibt indes, dass das nicht so einfach ist. Wie eine Stadtsprecherin mitteilte, werde die Lautsprecheranlage immer auf Wunsch der Trauergesellschaft eingestellt. Dabei orientiere sich die Beschallung des Außenbereiches an der zu erwartenden Teilnehmerzahl. Die Sprecherin teilte weiterhin mit: "In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich bei der mangelnden Lautstärke außerdem um ein Rednerproblem, da die Rednerinnen und Redner schlicht nicht nahe genug am Mikrofon stehen und dieses die Rede dann unzureichend verstärkt." Leider sei es bei Trauerfeiern auch so, dass nur äußerst selten ein direktes Feedback zur Lautstärke komme. Deshalb seien eine direkte Reaktion des Redners oder der Rednerin und das direkte Einstellen der Lautsprecheranlage auf die individuellen Bedürfnisse schwierig. Ilse Giese hat die Pfarrerin, die die Predigt hielt, nach der Trauerfeier auf das Problem angesprochen. Laut Giese wusste die allerdings gar nichts davon, dass sich eine Lautsprecheranlage einschalten lasse. Giese findet das alles sehr enttäuschend. Deshalb hat sie sich schließlich an die RNZ gewandt. Sie sagt: "Warum werden ältere Menschen durch eine Nachlässigkeit oder eine Gedankenlosigkeit vom Trost durch die Worte des Pfarrers ausgeschlossen? Auch die Lebensgeschichte des Verschiedenen hören zu können, ist zum Abschiednehmen wichtig und man erweist damit gegenüber dem Verstorbenen Respekt." 
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Heidelberg: Im Fundbüro warten Handys, Schlüssel und viele Geheimnisse (Tue, 26 Oct 2021)
Von Sarah Hinney Heidelberg. Schlüssel, Geldbörsen, Handys, Jacken, Kinderwagen, Rollatoren, Hörgeräte, Brillen, Handtaschen – im Heidelberger Fundbüro landen täglich unzählige Dinge, die verloren gegangen sind. Die Mehrzahl der Gegenstände findet nicht mehr den Weg zurück zum Eigentümer, aber einiges doch. Betreut wird das Fundbüro von den "Heidelberger Diensten", einem sozialen Dienstleistungsunternehmen der Stadt, das 1992 gegründet wurde und sich damals wie heute dafür einsetzt, Langzeitarbeitslose fit für den Arbeitsalltag zu machen. Seit fast 30 Jahren leitet Wolfgang Schütte die "Heidelberger Dienste". Kein Wunder also, dass er aus dieser langen Zeit auch so manche abenteuerliche Geschichte aus dem Fundbüro erzählen kann. Die RNZ trifft Schütte und seine Kollegin Sonja Mechler an einem Mittwochnachmittag in Bergheim in der Hospitalstraße. Dort nehmen an diesem Tag die Fundbüro-Mitarbeiter Stefan Hörner und Peter Kocher Anrufe von Menschen entgegen, die auf der Suche nach verlorenen Gegenständen sind. Unterdessen erinnert sich Schütte an ganz große Funde. Der Spektakulärste liegt schon einige Jahre zurück. Damals fand ein Optiker einen kleinen Koffer voller Schmuck auf der Bergheimer Straße vor seinem Geschäft und brachte ihn in die Hospitalstraße. "Als wir den Koffer geöffnet haben, war uns gleich klar: Das ist wertvoll", erzählt Schütte. Er sollte recht behalten – der Schmuck wurde später auf rund 100.000 Euro geschätzt. Normalerweise schreiben die Mitarbeiter im Fundbüro nur Personen an, bei denen Name oder Adresse bekannt sind – weil beispielsweise ein Ausweis in einer verlorenen Geldbörse steckt. Darüber hinaus suchen sie nicht nach Eigentümern von Fundsachen. Wer etwas vermisst, muss schon selbst nachfragen. Aber bei einem solchen Fund wie dem Geldkoffer sieht die Sache natürlich anders aus. Die Fundbüro-Mitarbeiter bewiesen damals regelrecht detektivisches Gespür und brachten den Schmuckkoffer zunächst zum Juwelier im Europäischen Hof. Eine goldrichtige Entscheidung, denn der erkannte tatsächlich einige der Schmuckstücke wieder und konnte sich glücklicherweise daran erinnern, wem er sie verkauft hatte: Einer älteren Dame, die zur selben Zeit im Hotel "Europäischer Hof" residierte. Auch die Dame wurde gefunden, sie hatte den Koffer versehentlich auf der Straße stehenlassen und zeigte sich erst einmal überglücklich. Allerdings ließ die Freude rasch nach, als sie erfuhr, dass der Finder Anspruch auf Finderlohn hatte. "Sie machte ein Riesentamtam. Sagte, sie hätte kein Geld, aber unser Mitarbeiter rückte den Koffer nicht raus," erinnert sich Schütte schmunzelnd. Schließlich zahlte die betagte Dame doch. "Danach hat sie sich ein Taxi genommen und ist damit heimgefahren – nach Monaco." Der Geldkoffer war zwar der spektakulärste, aber nicht der einzige kostbare Fund, der in den vergangenen Jahrzehnten im Fundbüro landete. Einmal wurde ein Platinring abgegeben. Der Wert: im fünfstelligen Bereich. Jemand hatte ihn im Schwetzinger Schlosspark im Schnee gefunden. Wieder waren es die Mitarbeiter im Fundbüro, die Ring und Träger zusammenbrachten, indem sie die Initiative ergriffen und in Schwetzingen nachfragten, ob dort vielleicht ein Ring vermisst wird. Solche Funde sind freilich die Ausnahme, betont Sonja Mechler. Die häufigsten Fundgegenstände sind Handys. Zwei Schubladen voll davon liegen in der Hospitalstraße 5. Vom Tastentelefon bis zum ein Jahr alten iPhone ist alles dabei. Sechs Monate lang werden Fundgegenstände aufgehoben, danach kann der Finder Anspruch auf den Gegenstand erheben. Tut er das nicht, werden die Fundsachen versteigert, das Geld kommt den "Heidelberger Diensten" und damit letztlich einem guten Zweck zugute. "Nur die Handys landen leider alle im Elektroschrott", sagt Mechler seufzend. "Die sind heutzutage alle mit Code gesichert, damit kann niemand etwas anfangen. Das tut mir manchmal wirklich weh", bedauert Mechler. Den größten Jubel erleben die Fundbüromitarbeiter, wenn verlorene Schlüssel wieder auftauchen. Auch an diesem Nachmittag meldet sich ein Anrufer, der einen Schlüsselbund verloren hat, ein Schild mit Beschriftung sei dran. Der Hinweis ist gut. "Ich empfehle immer, auffällige Anhänger an den Schlüsselbund zu hängen", sagt Mechler. Stefan Hörner legt den Telefonhörer beiseite, flitzt zur Schublade, fischt einen tellergroßen Metallring mit Dutzenden von Schlüsseln heraus und fängt an zu suchen. Diesmal hat er kein Glück. Da der Schlüssel in der Straßenbahn verloren wurde, gibt er dem Anrufer aber Tipps: Bei anderen Gemeinden anrufen und es in ein paar Tagen noch mal versuchen. "Oft dauert es eine Weile, bis die Fundsachen bei uns landen", erklärt Mechler. In der Hospitalstraße lagern nur die "kleinen Dinge", die größeren Gegenstände werden im Oftersheimer Weg gesammelt. Am meisten verloren wird in Heidelberg in der Innenstadt und an der Neckarwiese. "Überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen", erklärt Mechler. Da in der Coronapandemie aber nicht viele Menschen zusammenkamen, gab es in den vergangenen Monaten auch deutlich weniger Fundsachen. "Auch weil die Touristen fehlen", sagt Mechler. Rund 25 Anrufe pro Tag nehmen die Mitarbeiter im Fundbüro entgegen, regelmäßig kommen auch Leute vorbei, die etwas verloren haben. "Vor allem ältere Menschen wollen dann auch gern ein bisschen reden", sagt Stefan Hörner. Und manchmal brauchen die Fundbüro-Mitarbeiter auch ein ganz schön dickes Fell. Denn wird eine Fundsache abgeholt, kostet das Gebühren. Auch wenn das keine Unsummen sind, "sehen das manche Leute nicht ein und wollen diskutieren", berichtet Hörner. "Aber die meisten sind glücklich." Einige lernen auch dazu. So erinnert sich Schütte an eine Dame, die erst ein Hörgerät verlor und wenig später das zweite. Sie gab daraufhin die Rückmeldung, dass sie nur noch mit Ohrenschützern aus dem Haus gehe. Jeden Morgen kommt auch die Polizei im Fundbüro vorbei – die Beamten bringen all die Dinge, die auf den Revieren in den Stadtteilen abgegeben wurden oder die sie selber entdeckt haben. In diesem Zusammenhang erinnert sich Schütte auch an eine lustige Begebenheit. Zwei Polizeibeamte haben mal einen vollständigen Kasten Bier auf einer Schubkarre vorbeigebracht. Den hatten sie im Wald entdeckt, auf dem Weg zum Heiligenberg, in der Walpurgisnacht. "Ich finde, das ist ein gutes Beispiel dafür, wie korrekt unsere Polizei arbeitet", sagt Schütte. Der Bierkasten wurde nicht abgeholt und auch nicht versteigert. So genau weiß Schütte nicht mehr, was damit passiert ist. Manche Funde geben Rätsel auf. Der Kinderwagen beispielsweise, der zum Glück ohne Kind abgeliefert wurde. Oder was hat es mit dem verwitterten Briefumschlag auf sich, der gefüllt mit mehreren Tausend Euro halb vergraben im Wald bei Ziegelhausen entdeckt wurde? Und wer warf die Handtasche weg, die ein Mitarbeiter der Heidelberger Dienste direkt am Oftersheimer Weg, aus einem Müllcontainer fischte – und in der er 85.000 Euro entdeckte? Das sind die Geheimnisse, die im Fundbüro schlummern. Nur eines ist gewiss: "Es gibt nichts, was nicht verloren wird", sagt Sonja Mechler.
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Heidelberg/Speyer: Nächste Phase der A61-Bauarbeiten (Tue, 26 Oct 2021)
Heidelberg/Speyer. (cab) Die Zuständigkeit der Niederlassung Südwest der Autobahn GmbH und ihrer Außenstellen endet nicht an Landesgrenzen. Die Verantwortungsbereiche sind vielmehr so gegliedert, dass es in Bezug auf Planung, Bau, Erhalt und Betrieb der Trassen regional sowie vom Zusammenhang der Streckenführungen her Sinn ergibt. Daher hat die Außenstelle Heidelberg derzeit auch bei zwei Fahrbahnsanierungen in Rheinland-Pfalz die Bauoberleitung und -überwachung inne: Auf 4,5 Kilometern der A 65 zwischen Haßloch und Neustadt-Nord, wo es ab dem heutigen Dienstag für zwei Wochen tagsüber nur einspurig in Richtung Karlsruhe geht, sowie auf der A 61 zwischen dem Autobahnkreuz Speyer und der Anschlussstelle Schifferstadt. Hier begann am vergangenen Montag der Umbau der Verkehrsführung, um danach die anstehenden Arbeiten auf dem rechten Fahrstreifen in Richtung Koblenz in Angriff nehmen zu können. Die Fahrbahnerneuerung auf diesem siebeneinhalb Kilometer langen Abschnitt begann im September. Mit dem linken Fahrstreifen war es losgegangen. Dieser war deshalb auf die Fahrbahn in Richtung Speyer umgelegt worden, der rechte Fahrstreifen verlief auf dem Standstreifen. Das ändert sich jetzt und kann noch bis Donnerstag zu Verkehrsbehinderungen führen. Bis dahin wird die Verkehrsführung im Baustellenbereich neu angelegt, und Verkehrsteilnehmer müssen in Richtung Koblenz hinnehmen, dass ihnen nur der Fahrstreifen auf der Gegenfahrbahn zur Verfügung steht (die Umleitung 77 über die B 9 gilt als Ausweichstrecke). Ab Freitag geht es in dieser Richtung aber wieder zweispurig durch die Baustelle – zumindest bis zum Einbau des Asphalts wohl ab Mitte November. An der Anschlussstelle Schifferstadt bleibt derweil die Auffahrt in Richtung Speyer bis zum Ende der Bauarbeiten gesperrt, weil der Beschleunigungsstreifen ja derzeit als Fahrbahn genutzt wird. Als Umleitung ist die U 7 über die L 532/Nordumgehung und die B 9 ausgeschildert. Die Bauarbeiten auf dem in die Jahre gekommenen Abschnitt der A 61 werden voraussichtlich Mitte Dezember abgeschlossen, ebenso auf der A 65.
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Heidelberg: Haltestelle Rohrbach-Süd wird barrierefrei (Tue, 26 Oct 2021)
Von Werner Popanda Heidelberg-Rohrbach/Emmertsgrund. Von einer Enthaltung abgesehen sagte der Entwurf zum barrierefreien Umbau der Bus- und Straßenbahnhaltestelle Rohrbach-Süd den Mitgliedern im Bezirksbeirat Emmertsgrund ausnahmslos zu. Jens Wilkes von der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) war ins Bürgerhaus gekommen, um den Räten die Planungen vorzustellen. In Rohrbach-Süd halten die Straßenbahnlinien 23 und 24 sowie die Buslinien 27, 29, 33, 39A und 723. Allerdings sind die Gleise, die Haltestellenausstattung und die Bahnsteige dringend erneuerungsbedürftig. Im Rahmen des Umbaus sollen dann auch die Betriebsabläufe an der Haltestelle – insbesondere bei Straßenbahn-Wendefahrten – verbessert werden. Konkret soll die Wendeanlage, die sich im Moment im Süden befindet, direkt in den Haltestellenbereich verlegt werden. Auf diese Weise könnten die Fahrgäste barrierefrei in die Bahn einsteigen. Im Detail würde das bedeuten, dass die Straßenbahn-Haltestelle um ein drittes Gleis erweitert wird – dann könnte im mittleren Gleis gewendet werden. Die barrierefreie Bushaltestelle werde neu angeordnet, inklusive Änderung der Buszufahrten. Die kurzen Wege zwischen Straßenbahn und Bus sollen aber bestehen bleiben. Die Änderung der Busführung sei notwendig, um die Haltestellen gerade und damit barrierefrei anfahren zu können, erklärte Wilkes. Für die vier Buslinien seien je Fahrtrichtung zwei Halteplätze erforderlich. Zum Umstieg auf die Straßenbahn in Fahrtrichtung Innenstadt werde so ein direkter barrierefreier Tür-zu-Tür-Umstieg möglich. Gleichfalls im Blick haben die Planer die Busfahrstrecke von den Bergstadtteilen abwärts zur Haltestelle. In naher Zukunft soll dieser über einen etwas kürzeren Feldweg als heute führen. Was die benötigte Fläche für die Anpassung der Kurvensituation anbelangt, gibt es offenbar keine Probleme. Besagte Fläche sei städtisches Eigentum und werde von der Stadt auch zur Verfügung gestellt. Da der Grünbewuchs entlang des Feldweges zurückgeschnitten werden müsse, soll im Gegenzug entlang des südlichen Leimer Wegs die Breite zurückgenommen werden. Außerdem würden asphaltierte Flächen entsiegelt, gegebenenfalls auch Bäume gepflanzt. Zusätzlich soll das Betriebsgebäude auf der Haltestellenwartefläche renoviert und der Sozialraum für die Fahrer vergrößert werden. Der Kiosk bleibt, werde laut Wilkes jedoch "verrutscht". Denn er stehe zu dicht am Bahnsteig. Geplant ist außerdem eine Neueinrichtung der Bike & Ride-Anlage samt E-Lademöglichkeit und neuen Mietboxen. Der finanzielle Anteil der Stadt an diesem Projekt beträgt 580.000 Euro. Nicht in diesem Betrag enthalten ist das, was Bezirksbeirat Thomas Hehn (Die Linke) forderte: die komplette Neuüberdachung der Haltestelle. "Da pfeift heute der Wind durch ohne Ende, es regnet und schneit hinein", so Hehn. Wilkes teilte ihm mit, dass zwar zwischen dem neuen dritten Gleis und der Fahrbahn ein neuer Wind- und Spritzschutz entstehen, die jetzige Überdachung aber bleiben soll. Der Grund: "Wenn der Wind von der Seite kommt, nutzt auch ein Dach nichts."
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Start-up Unternehmen: Heidelberger Getsafe ist jetzt offiziell ein Versicherer (Tue, 26 Oct 2021)
Von Matthias Kros Heidelberg. Der digitale Versicherer Getsafe mit Hauptsitz in Heidelberg hat von der Finanzaufsicht BaFin die Zulassung für eine eigene Schaden- und Unfallversicherung erhalten. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Bisher agiert Getsafe als sogenannter Assekuradeur: Entwickelt und vertrieben werden zwar eigene Policen, das Risiko trägt aber ein anderer Versicherer. Das 2017 gegründete Unternehmen hat bereits 250.000 Kunden und ist in Deutschland sowie in Großbritannien aktiv. Über die von Getsafe entwickelte Versicherungs-App können die Nutzer mit wenigen Klicks und in Echtzeit Schäden melden, Versicherungen abschließen oder Fragen klären. Mit der jetzt erhaltenen Lizenz soll die weitere europäische Expansion vereinfacht werden, Produkte und Innovationen sollen schneller auf den Markt kommen. "Die Lizenz gibt uns die nötige Freiheit, unkonventionelle Wege zu gehen und Innovationen schneller zu verwirklichen als zuvor”, erklärt Getsafe-Mitgründer und CEO Christian Wiens: "Langfristig wollen wir unseren Kunden einen ganzheitlichen Versicherungsschutz aus einer Hand bieten. Nun legen wir erst richtig los.” Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Frieg fügt hinzu: "Getsafe hat sich zum Ziel gesetzt, Versicherung nicht nur ein bisschen digitaler, sondern vor allem besser zu machen. Die Lizenz als Sachversicherer ebnet dafür den Weg.” Das Heidelberger Unternehmen bezeichnet sich schon heute als Marktführer in der wichtigen Zielgruppe der Versicherungserstkäufer, also aller, die zum ersten Mal in ihrem Leben eine Versicherung abschließen. Erste Produkte des eigenen Sachversicherers, der in die Getsafe-Gruppe integriert ist, werden eine Haftpflicht-, eine Hausrat- sowie eine Hundehaftpflichtversicherung sein, teilte das Unternehmen weiter mit. Dazu arbeite man mit Swiss Re als Rückversicherer zusammen. Den größten Nutzen für die Kunden erhoffe man sich durch neue Ansätze in der Produktentwicklung und der Schadensregulierung, sagt Muhyddin Suleiman, der den Sachversicherer als Vorstandsvorsitzender leitet. "Künftig werden wir die Bearbeitungsdauer von Schäden deutlich verkürzen und mehr Services per App bieten". Am Ende könnten aber auch niedrigere Preise stehen. Daneben werde Getsafe weiterhin als Assekuradeur tätig sein, betont das Unternehmen. Die Heidelberger hatten den Antrag für die Versicherungslizenz bereits im vergangenen Jahr gestellt. Anfang des Jahres monierte die BaFin allerdings, dass junge Versicherer beim Start oft zu wenig Geld einplanten und dadurch Probleme bekommen könnten. Von künftigen Neugründungen forderte sie daher, ihre Risiken angemessener einzuschätzen und über deutlich mehr Eigenmittel zu verfügen als zuvor verlangt. Getsafe sei nun der erste Sachversicherer in Deutschland, der unter diesen strengeren Anforderungen starte, betont Wiens. "Umso mehr freuen wir uns, dass die Finanzaufsicht die aufsichtsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens geprüft und die Genehmigung erteilt hat", sagt der Mitgründer. Rückenwind gab dem Unternehmen, dass es vor wenigen Wochen die Erweiterung der aktuellen Finanzierungsrunde um 55 Millionen auf nun 80 Millionen Euro bekannt geben konnte. Mit dieser Summe zählt Getsafe nach eigenen Angaben zu den größten Insurtechs in Europa. In den kommenden zwei bis vier Jahren liebäugelt Wiens mit einem Börsengang. Zu den neuen Investoren gehörten einige der größten Unternehmerfamilien aus Deutschland und der Schweiz sowie bekannte Tech-Finanzierer wie Earlybird und Abacon Capital. Einem Bericht des Nachrichtenportals "Finance FWD" zufolge gehören auch die Brüder Thomas und Andreas Strüngmann dazu, die zu den reichsten Deutschen gezählt werden. Sie sind die Gründer des Pharmaunternehmens Hexal, das sie für viele Milliarden an Novartis verkauften. Bekannt sind die beiden auch durch ihr erfolgreiches Investment in die Mainzer Biotechnologiefirma Biontech, die einen Corona-Impfstoff entwickelt hat.
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Heidelberg: Fahrradständer für den Angelweg (Tue, 26 Oct 2021)
Heidelberg-Handschuhsheim. (ths) Ausführlich Auskunft erteilte Robert Blasczyk vom Amt für Verkehrsmanagement dem Handschuhsheimer Bezirksbeirat zu einem Antrag der CDU-Fraktion bei seiner jüngsten Sitzung. Die Christdemokraten wollten wissen, ob Standorte für Fahrradabstellanlagen im Bereich Angelweg zwischen Hans-Thoma-Platz und Zeppelinstraße geschaffen werden könnten. Dort bestehe dringend Handlungsbedarf, weil Anwohner ihre Räder auf den Gehweg abstellten und ihn so für Kinderwagen oder Rollatoren unpassierbar machten. "Wir sind für jede Anregung aus den Stadtteilen dankbar", betonte Blasczyk, zumal man schon "seit einigen Jahren" dafür Sorge trage, dass im öffentlichen Raum Möglichkeiten entstehen, Fahrräder abzustellen. Und die Untersuchung vor Ort gab den Antragstellern vollkommen recht, erklärte er. Über den Sommer hinweg zählte man in dieser Straße mehr als 30 abgestellte Zweiräder, die die "ohnehin schon knappe Gehwegbreite von 1,90 Metern weiter einschränkten". Deshalb sollen jetzt mit 16 Stellbügeln 32 Abstellmöglichkeiten geschaffen werden. Der Haken dabei ist, dass dafür vier Autostellplätze wegfallen. Das gefielt Gerd Ortlieb (Die Heidelberger) gar nicht. Er forderte das Amt dazu auf, rechtzeitig die Anwohner zu informieren. Blasczyk stellte außerdem weitere acht Abstellmöglichkeiten in Aussicht, die an der südlichen Ecke des Hans-Thoma-Platzes hergerichtet werden könnten. Dagegen verbiete sich als eine weitere Alternative der Eckbereich Angelweg zur Zeppelinstraße wegen der einzuhaltenden Wege- und Sichtbeziehungen. Da im nächsten Jahr die Sanierung der Zeppelinstraße anstehe und im Jahr darauf die umfangreiche Baumaßnahme in der Dossenheimer Landstraße starte, plant die Stadt die Aufstellung der Anlage mit speziellen Modulen. Dadurch ließen sich während der Bauarbeiten Anpassungen vornehmen, sobald sie nötig sind, so der Verkehrsexperte zum Abschluss.
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Heidelberg: Starkregen gefährdet die Hangstadtteile (Tue, 26 Oct 2021)
Von Thomas Seiler Heidelberg-Handschuhsheim. Die Sorge vor überfluteten Straßen bei einem Starkregenereignis treibt den Bezirksbeirat Handschuhsheim schon geraume Zeit um. Die Räte wollten deshalb in der jüngsten Sitzung wissen, wie groß die Gefahr ist, dass es in den verdolten Abschnitten des Mühlbachs zu einer Verstopfung kommen könnte, wenn starker Regen Schwemmgut in den Bach spült. Dass es in Handschuhsheim durchaus schon zu heftigen Überschwemmungen gekommen ist, zeigten die eindrucksvollen Fotos, die Raino Winkler und Kai Schaupp als Vertreter vom Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie mitgebracht hatten. Einige ältere Räte erinnerten sich auch noch selbst gut daran, wie sich 1978 in der oberen Mühltalstraße das Wasser seinen Weg ins Tal suchte. Ein ähnliches Ereignis liegt rund 90 Jahre zurück, als Anwohner verzweifelt vor der Gaststätte "Alt Hendesse" versuchten, die Schlammbrühe vom Gebäude fernzuhalten. Insbesondere jene Heidelberger Stadtteile, die am Hang liegen, seien durch Starkregen gefährdet, teilte Schaupp mit. Besonders betroffen sind Handschuhsheim und Ziegelhausen. Er erklärte außerdem die drei Phasen des Starkregen-Risikomanagements, die ein kommunaler Leitfaden des Landes vorgibt und die seit 2016 vom städtischen Tiefbauamt noch verfeinert wurden. Überdies zeigte Schaupp Karten mit drei möglichen Überflutungsszenarien. Dabei wurde deutlich, dass selbst bei einer Niederschlagsmenge von 50 Zentimetern der Mühlbach schon einen Meter über die Ufer treten würde. Schaupp erläuterte, dass es sich bei jenen 50 Zentimetern zwar um ein "seltenes", aber noch keineswegs um ein "extremes" Szenario handle. Ein Workshop vor drei Jahren, an dem sich sämtliche Akteure beteiligten, die sich mit Regengüssen befassen, führte schließlich zu einem Handlungskonzept, erläuterte Schaupp. Neuralgische Punkte in Handschuhsheim seien das Rückhaltebecken Turnerbrunnen, die Verdolungen mit Verengungen unterhalb des Luise-Scheppler-Heims, die wie ein Nadelöhr wirken, das Nutzwasserbecken Mühltalstraße, wo es zu Überflutungen der Straße durch den Mühlbach und aus der Richtung Zapfenberg kommt, und die Löbingsgasse, die vom Hang zu viel Wasser erhält. Bei der Löbingsgasse überprüfe man nun ein Abändern der Einläufe, und beim Nutzwasserbecken überlege die Stadt, stellenweise Mauer und Zaun zu entfernen. Stattdessen sollen ein Grobrechen und eine mobile Barriere installiert werden, erklärte Schaupp dazu. Überdies sollen ein Frühwarnsystem und ein Pegelstandort für den Mühlbach geschaffen werden. Eine Idee zum Nutzwasserbecken steuerte Hermann Heck (CDU) bei. "Man könnte einfach innerhalb einer halben Stunde das gesamte Becken leeren, das über 500 Kubikmeter Wasser aufnehmen kann", meinte er. Ferner hielt er Sickergruben in den Gärten für notwendig, während Birgit Müller-Reiss (Bunte Linke) und Christiane Schmidt-Sielaff (SPD) betonten, dass es wichtig sei, die Verdolungen freizuhalten.
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Heidelberg: Auf dem Airfield darf nicht geparkt werden (Tue, 26 Oct 2021)
Heidelberg-Pfaffengrund. (mio) Nachdem immer wieder Autos auf der Landebahn des ehemaligen US-Airfields abgestellt werden, betont die Stadt Heidelberg jetzt, dass die Landebahn keine öffentliche Parkfläche ist. Gegen unerlaubtes Parken werden nun Betonpoller entlang des Diebswegs aufgestellt. Personen, die dort Fahrzeuge abgestellt haben, werden aufgefordert, diese umgehend zu entfernen.
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Heidelberg: Liebermannbrücke nachts gesperrt (Tue, 26 Oct 2021)
Heidelberg. (RNZ) Die Liebermannbrücke am ehemaligen Bahndamm in der Südstadt wird von Donnerstag bis Sonntag, 28. bis 31. Oktober, aufgrund einer Bauwerksuntersuchung nachts gesperrt. Die Sperrungen der Fuß- und Fahrradbrücke finden zwischen 21.30 und 6 Uhr morgens statt. Der Rad- und Fußverkehr wird über die weiter südlich gelegene Brücke über die Bahngleise in Höhe der Julius-Springer-Schule umgeleitet. Die Liebermannbrücke aus dem Jahr 1951 ist eine von elf Brücken, die durch eine Privatinvestition der Bahn gebaut wurde. Seit 1994 befindet sie sich in den Händen der Stadt.
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