Heidelberg

Heidelberg-Ziegelhausen: Immer noch kein Signal bei Unitymedia (Fr, 18 Okt 2019)
Von Holger Buchwald Heidelberg-Ziegelhausen. Die Klagen reißen nicht ab: Seit nunmehr zwei Wochen, genauer seit dem 5. Oktober, können zahlreiche Ziegelhäuser und Peterstaler kein Kabelfernsehen empfangen. Sie alle sind Kunden bei dem Anbieter Unitymedia und werden vom Kundendienst immer wieder vertröstet. Wann jedoch endlich Abhilfe geschaffen werden kann, konnte ein Unternehmenssprecher am Freitag noch nicht sagen. Nur so viel: "Heute hatten wir noch einmal um 11.30 Uhr einen Techniker vor Ort. Er hat eine Hauptkopplung ausgetauscht." Allerdings habe der Kundenservice noch keine verlässliche Rückmeldung der Kunden, dass alles funktioniert. Die verlässliche Rückmeldung hat hingegen die RNZ-Stadtredaktion - allerdings die, dass am Freitagnachmittag die Störung noch immer nicht beseitigt war. "Es ist sehr wechselhaft", berichtet eine Leserin aus dem Mittleren Rainweg. Zuerst habe sie gedacht, die Störung liege an ihrer eigenen Hausleitung, weil beide Fernsehgeräte auf einmal nicht mehr funktionierten. Ein von ihr beauftragter Techniker stellte aber fest, dass die Probleme bei Unitymedia liegen. Manchmal habe sie wieder für ein paar Minuten Empfang. Doch dann zerfalle das Fernsehbild schnell wieder in viele Einzelteile, der Bildschirm werde grün und zuletzt heißt es nur noch: "Kein Signal". Ähnliche Beschwerden kommen von Kunden aus dem Gebiet Oberer und Mittlerer Rainweg, Neue Stücker bis hin zum Sitzbuchweg. Aber auch der Ortsteil Peterstal, zum Beispiel die Wilhelmsfelder Straße und die Schweizertalstraße, sind betroffen. "Es geht um mehrere hundert Kunden", bestätigte gestern der Unitymedia-Sprecher. "Wir sind an dem Problem dran und haben regen Kontakt mit einigen Kunden", betonte der Sprecher. Die Fehlersuche sei zusätzlich erschwert worden, weil vor zehn Tagen plötzlich eine weitere Störung auftrat, nachdem die vorherige gerade beseitigt worden war. So sei es für den Kundendienst schwer gewesen, herauszufinden, dass es sich um zwei Vorfälle handelte. "So etwas kommt ganz selten vor", erklärte der Unitymedia-Angestellte. Eine Leserin aus der Straße "Neue Stücker" berichtete der RNZ, dass es schon vor Jahren einmal ähnliche Probleme in Ziegelhausen gegeben habe. Unterdessen meldete sich am Freitag noch eine weitere Frau aus einem anderen Stadtteil: Aus dem Pfaffengrund. Seit Mittwochabend habe sie weder Internet noch Telefon, ihre Nachbarin habe dieselben Probleme. Von Unitymedia hieß es wieder nur: "Wir sind dran."
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Entscheid gegen den Ochsenkopf: Jetzt soll der Heidelberger Betriebshof am alten Standort bleiben (Fri, 18 Oct 2019)
Heidelberg. (pne) Nach dem Entscheid des Gemeinderats gegen den Ochsenkopf als Betriebshof-Standort werden die Planungen für den Ausbau am Altstandort wieder aufgenommen. Für den gemeinsamen Antrag von SPD, CDU, FDP, „Heidelberger“, Grün-Alternativer Liste, Freie Wähler und AfD stimmten 27 Stadträte bei einer Gegenstimme und 16 Enthaltungen. Die Stadt soll nun prüfen, ob sich der Ausbau des bestehenden Betriebshofs in der Bergheimer Straße auf Grundlage des beschlossenen Zukunftskonzepts Bergheim realisieren lässt. Bestandteil des Antrags ist die Erweiterung des Betriebshofs bis zur Emil-Maier-Straße, womöglich auch bis zum Czernyring. >>>Was die RNZ-Leser von der Rats-Entscheidung halten, lesen Sie hier<<< Der Antrag der Grünen, alternative Standorte wie den Recyclinghof oder den Messplatz zu prüfen, fand mit 21 zu 23 Stimmen (drei Enthaltungen) keine Mehrheit.
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RNZ-Leser zum Betriebshof: "Heidelberg, Welthauptstadt des Irrsinns" (Fri, 18 Oct 2019)
Heidelberg. (mare) Es ist tatsächlich passiert: Das "Welde"-Orakel hat den Ochsenkopf als Standort für den Heidelberger Betriebshof verhindert. Mit 25 zu 24 Stimmen entschied das am Donnerstag der Gemeinderat. Die entscheidende Stimme kam dabei von Björn Leuzinger, Stadtrat der Satirepartei "Die Partei". Und zwar nachdem er wie angekündigt den Kronkorken einer Bierflasche abzog: Im Deckel stand das Wort "Ja", also stimmte er mit "Ja". Klar, dass dies Reaktionen hervorruft. Der Räte, aber auch der RNZ-Leser. Auf der RNZ-Facebook-Seite überschlagen sich die Kommentare. Und für dem Gemeinderat hagelt es überwiegend Hohn und Spott. Ein Überblick. "Ab heute kann Heidelberg sich eine neue Auszeichnung hinzufügen: Welthauptstadt des Irrsinns", schreibt ein Leser. 20 Jahre Planung, Diskussion und viel Geld endeten im Kronkorken der Bierflasche des Vertreters einer Spaßpartei, schüttelt er den Kopf. Spaß, aber auch Spott und ernste Kritik stecken in diesem Kommentar und stehen stellvertetend für viele weitere Ansichten. > Spaß: "Jetzt die entscheidende Frage: kann durch den Flaschenboden der Aufdruck des Kronkorkens gelesen werden?", unkt ein Nutzer, ob Leuzinger vielleicht doch wusste, was er tat. "ich sag’s ja immer wieder ... das Welde Orakel hat immer recht!!", schreibt diese Leserin. "Es hat noch nie eine falsche Aussage getroffen! Oder sich für das falsche entschieden!! 😂😂😂"  Darauf meldet sich auch Stadtrat Leuzinger. Er postet: "Richtig, der Beweis: Frag das Orakel mal, ob unter dem Deckel Ja steht." Dieser Leser lacht: "Und wie hat nicht dereinst schon ein weiser Mann gesagt: Kommunalpolitik ist ein einfaches Spiel. 49 Gemeinderäte streiten jahrelang hin und her, verpassen das eine oder andere Quorum, argumentieren dann trotzdem mit der "Stimme des Volkes" ... und am Ende entscheidet das Welde Orakel. ❤" > Spott: "Bananenrepublik🙈", lautet ein Kommentar dieser Kategorie. Weitere Beispiele: "Pointen statt Politik - nein Danke 😒",  "Leuzinger, you made my day", tippt dieser Leser. Er schiebt nach: "Diese Kommunalpolitik kann und will ich nicht mehr ernst nehmen und nüchtern ist sie auch nicht zu ertragen." Eine weitere Ansicht: "Wer Grün wählt, muss dann auch damit klar kommen. 💁🏼‍♂️", schreibt ein User. Die Grünen als auch das nicht erreichte Quorum beim Bürgerentscheid kommen immer wieder ins Spiel: "Mal wieder werden auch in Heidelberg die Wählerstimmen ignoriert ... Grün und einem Kasper sei dank ... Quorum klar verloren , Minderheiten leben hoch 😂😂😂😂", meint dieser User. Oder: "Dann hätte man sich den ganzen Entscheid auch sparen können und gleich ne Münze werfen können." > Kritik: "Soviel Zeit und soviel Geld vergeudet. Ich könnte heulen", postet ein User. "Wie soll ich meinem Kind erklären, dass es wählen gehen soll?" Das sei sinnlos. Er mahnt: "Denken gewählte Politiker mal bitte über die Verantwortung nach, die sie tragen!" Dieser Leser sieht es ähnlich: "Politische Entscheidungen macht man mit Verstand und nicht mit 'Ohmen'. "Satire und "Spass" hätten dabei nichts zu suchen. Es gibt eine Antwort darauf: "Mit welcher Begründung dürfen unsere Altherrenparteien tagtäglich Realsatire machen, Satiriker hingegen keine Politik?", kontert ein Nutzer. "Herzlichen Glückwünsche nach Heidelberg", lautet ein weiterer Post. "Durch die Satire-Aktion eines Politikers wurde dort über lange Sicht die Chance auf einen zukunftsfähigen, klimafreundlichen und leistungsfähigen ÖPNV aus der Hand gegeben." Er fasse es nicht, so der User. Das Szenario fördere die Politikverdrossenheit, glaubt ein anderer Leser. Er schreibt: "Wenn ein Abgeordneter im Gemeinderat mit einer Bierflasche seine Entscheidung fällt, ist das schlichtweg eine Beleidigung den Menschen gegenüber, welche sich intensiv und mit vielen Überlegungen in die Thematik eingearbeitet haben. Einen Schildbürgerstreich sieht dieser Nutzer in der Entscheidung. Er meint: "Traurig wie weit es gekommen ist." Und diese Userin schreibt schließlich: "Wie kann es sein, dass ein Bier über die Verlagerung entscheiden kann? Einfach nur absurd wie so jemand eine derartig wichtige Entscheidung einfach dem Zufall überlassen kann." > Entscheidung: Die Entscheidung selbst wird auch kritisiert: "Kein Auto, kein ÖPNV. Heidelberg wird zur Stadt der Nichtmobilität ... und die Stadt soll eine Stadt der Zukunft sein?", lautet eine Meinung. "Wohin jetzt? Sind keine Amigelände frei?", "In der Bahnstadt ist doch genug Platz ... was für eine Zeit und Geldverschwendung" zwei weitere. Den Standort beizubehalten bringt dieser Leser ins Spiel: "Es könnten die alten Pläne zur Sanierung und mögliche Erweiterung des jetzigen Standortes in Bergheim wieder herausgeholt werden." Wie auch immer: Ein Nutzer fasst zusammen: "Heidelberg ist unglaublich ..."
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Fahrrad, Bus, Auto: Diese Unfälle gab es in Heidelberg (Fri, 18 Oct 2019)
Heidelberg. (pol/mare) Gleich mehrere Unfälle hatte die Heidelberger Polizei am Donnerstag zu bearbeiten. Ein Überblick über den Polizeibericht: > Ohne auf den fließenden Verkehr in der Römerstraße/Franz-Knauff-Straße zu achten, fuhr am Donnerstagmorgen gegen 7.30 Uhr eine Radfahrerin vom Fuß- und Radweg auf die Straße in Richtung Stadtmitte. Dort fuhren gerade eine 35-jährige Kia-Fahrerin und eine 30-jährige Audi-Fahrerin. Während die Audi-Fahrerin gerade noch rechtzeitig stoppen konnte, reichte es der Kia-Fahrerin nicht mehr und sie prallte auf den Audi. Eine Mitfahrerin im Audi zog sich dabei leichte Verletzungen zu und wollte bei Bedarf einen Arzt konsultieren. Den nicht mehr fahrbereiten Kia transportierte ein Abschleppunternehmen ab. Ein Zeuge sprach die Radfahrerin, die sich auch noch umgesehen hatte, auf den Unfall an. Sie fuhr trotzdem einfach weiter. Eine Beschreibung der Frau liegt der Polizei nicht vor.  > Am Bismarckplatz krachte es ebenso: Gegen 10 Uhr kollidierten hier ein Linienbus und ein VW miteinander. Beide Fahrer gaben an, an der Ampel Grün gehabt zu haben. Der 81-jährige VW-Fahrer fuhr auf der Bismarckstraße in Richtung Rohrbacher Straße, der Linienbus fuhr von der Haltestelle Bismarckplatz los. An den Fahrzeugen entstand Schaden von 3000 Euro. Verletzt wurde niemand. > Im Diebsweg/Baumschulenweg entstand Schaden von 20.000 Euro. Ein 21-jähriger Opel Corsa-Fahrer missachtete gegen 7.30 Uhr an der Kreuzung die Vorfahrt eines Mercedes, sodass es zum Zusammenstoß kam. Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten von Abschleppunternehmen abtransportiert werden. Der 55-jährige Mercedes-Fahrer zog sich leichte Verletzungen zu und wollte sich selbst in medizinische Behandlung begeben. Der 21-Jährige sieht einer Anzeige entgegen. Zeugen in allen Fällen können sich bei der Polizei unter Telefon 06221/991700 melden.
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Sperrzeiten in Heidelberg: Gemeinderat geht auf Konfrontationskurs (Update) (Thu, 17 Oct 2019)
Von Holger Buchwald Heidelberg. Im Sperrzeit-Streit hat die Stadtverwaltung mit ihrem Kompromissvorschlag Schiffbruch erlitten. Oberbürgermeister Eckart Würzner hatte dem Gemeinderat empfohlen, dass die Kneipen in der Kernaltstadt am Wochenende nur noch bis 3 Uhr und werktags bis 1 Uhr öffnen dürfen. Dafür fand er aber keine Mehrheit. Mit 22 zu 20 stimmten die Stadträte im Gegenzug für einen Antrag von CDU und FDP: Bereits ab nächsten Mittwoch, wenn die neue Satzung im Stadtblatt veröffentlicht wird, dürfen die Kneipen am Wochenende weiterhin bis 4 Uhr öffnen, an allen Werktagen ist aber um 1 Uhr Schluss. Damit ist nur der „studentische Donnerstag“ vom Tisch. Weil viele Studierende gerne in der Nacht zum Freitag feiern gehen, durften die Kneipen bisher in dieser Nacht bis um 3 Uhr geöffnet bleiben. Davon abgesehen bleibt bei den Sperrzeiten alles beim Alten. Dabei hatte das Verwaltungsgericht Karlsruhe die bestehende Satzung nach einer Normänderungsklage von Anwohnern scharf kritisiert. Aus Gesundheitsgründen und um den Altstädtern wenigstens eine Nachtruhe von sechs Stunden zu ermöglichen, so das Urteil vom Juli, müssten die Gaststätten werktags um Mitternacht und am Wochenende um 2.30 Uhr schließen. Der Gemeinderat, so die Richter, habe in dieser Frage keinen Spielraum. Dass solch eine restriktive Regelung in der Studenten- und Universitätsstadt Heidelberg indiskutabel sei, darin war sich eine breite Mehrheit der Stadträte einig. Bei nur vier Gegenstimmen von „Bunte Linke“ und Grün-Alternativer-Liste beschlossen sie daher, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Erst danach stimmten sie über die neue Sperrzeitsatzung ab. Am Ende ließ sich die knappe Mehrheit der Stadträte vor allem von den beiden FDP-Stadträten Karl Breer und Michael Eckert überzeugen. Als sich Sahra Mirow (Linke) bereits mit dem Vorschlag der Verwaltung abfinden wollte, obwohl sie „prinzipiell Sperrstunden als ein Relikt aus einer alten Zeit“ ablehne, schwenkte sie wie einige andere nach den FDP-Wortmeldungen und einer Sitzungsunterbrechung um: „Wenn Ihr sagt, es gibt diese Option, sind wir dabei.“ „Wenn die jüngste Stadt Deutschlands eine der restriktivsten Sperrzeiten hätte, fände ich das ein Armutszeugnis“, sagte Breer. Eine Sperrstunde von 3 Uhr am Wochenende sei einer Studentenstadt unwürdig. Michael Eckert, der auch Vorsitzender des Heidelberger Anwaltsvereins ist, hält das Urteil des Verwaltungsgerichts für anfechtbar. Dass das Verwaltungsgericht den Ermessensspielraum des Gemeinderates auf Null reduzieren wolle, sei ein Eingriff in die Gewaltenteilung. „Das ist eine ganz seltene Ausnahme, die das Grundgesetz eigentlich nicht vorsieht.“ Anstatt bei der Reduzierung des Lärms nur auf die Sperrzeiten zu setzen, schlug CDU-Stadtrat Matthias Kutsch vor, die bereits vom Gemeinderat vor einem Jahr beschlossenen begleitenden Maßnahmen endlich umzusetzen. Als neuen Punkt schlägt er eine „Awareness-Kampagne“ für rücksichtsvolles Verhalten im Heidelberger Nachtleben vor. Eine Projektgruppe aus Vertretern von Polizei, Ordnungsdienst, Heidelberg-Marketing und den unterschiedlichsten Interessengruppen in der Altstadt solle das Konzept ausarbeiten. CDU-Fraktionschef Jan Gradel stellte zudem den gemeinsamen Antrag mit der FDP, einen Nachtbürgermeister als Schlichter zwischen den Anwohnern, Wirten und Kneipengängern einzusetzen. Die Warnung von Judith Marggraf (GAL), dass das Urteil des Verwaltungsgerichts eine „Ohrfeige für den alten Gemeinderat“ gewesen sei, blieb ungehört. Ähnlich hatte sich zuvor auch Hilde Stolz (Bunte Linke) geäußert: Wenn die Stadt gegen das Urteil in Berufung gehen werde, könnten auch noch viel strengere Sperrzeiten drohen. Update: 17. Oktober 2019, 21.30 Uhr Von Holger Buchwald Heidelberg. Mit einem Kompromiss zu den Kneipenöffnungszeiten legt der Gemeinderat Berufung gegen das Sperrzeiten-Urteil des Verwaltungsgerichts Karlsruhe ein. Mehrheitlich beschlossen die Stadträte am Donnerstagabend eine Satzung, wonach die gastronomischen Betriebe in der Kernaltstadt werktags um 1 Uhr und in den Nächten auf Samstag und Sonntag um 4 Uhr schließen müssen. Die Regelung soll bereits in der kommenden Woche mit Erscheinen des Amtsblattes gelten. Zugleich wurden begleitende Maßnahmen beschlossen. So soll geprüft werden, ob Heidelberg (wie Mannheim) einen Nachtbürgermeister bekommt. Auch soll es eine "Awareness"-Kampagne geben. Dabei sollen Nachtschwärmer direkt angesprochen werden, wenn sie sich zu laut verhalten.  Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, auch in Berufung zu gehen. Aber als neue Sperrzeiten für die Kneipen in der Kernaltstadt wurde werktags 1 und am Wochenende 3 Uhr vorgeschlagen. Das sah die Mehrheit des Gemeinderates offenbar nicht als ausreichenden Kompromiss an. 31 Anwohner hatten vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe gegen die bestehende Sperrzeitsatzung geklagt, weil die aktuellen Sperrzeiten von 3 Uhr in der Nacht auf Freitag und 4 Uhr am Wochenende sowie 1 Uhr an den restlichen Werktagen in ihren Augen viel zu liberal seien. Der nächtliche Lärm gefährde ihre Gesundheit. Die Richter gaben ihnen Recht und forderten vom Gemeinderat, dass er nun konkrete Uhrzeiten festsetzt: Werktags sollten die Kneipen um Mitternacht und am Wochenende um 2.30 Uhr schließen. Es gebe keinen Ermessensspielraum mehr. Gegen dieses Urteil richtet sich nun die Berufung, die auch Oberbürgermeister Eckart Würzner empfohlen hatte. Nach Einschätzung des Rechtsamts sind die juristischen Hürden für eine Normänderungsklage sehr hoch. Daher könnte es sein, dass die Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg nicht standhalte. Dann müsse man aber auch den Anwohnern entgegenkommen, was man mit den Sperrzeiten von 1 und 3 Uhr tue. Andernfalls habe die Berufung keine Chance. Jetzt wird man sehen, wie die Richter auf die Variante 1 und 4 Uhr regaieren werden. Wann der Verwaltungsgerichtshof entscheiden wird, ist noch unklar.
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Czernyring/Bergheimer Straße: Zwei Unfälle am Freitagmorgen in Heidelberg (Update) (Fri, 18 Oct 2019)
Heidelberg. (pol/pri/mare) Am Freitagmorgen kracht's in Heidelberg. Und zwar buchstäblich. Gleich zwei Verkehrsunfälle mit Auswirkungen auf den Verkehr haben sich laut Polizei ereignet: Bergheimer Straße: In der Bergheimer Straße in Höhe der Fehrentzstraße sollen nach ersten Informationen gegen 8.20 Uhr ein Auto und ein Motorroller zusammengestoßen sein. Die Polizei berichtete zunächst von einem Unfall mit einer Straßenbahn. Eine 27-jährige Rollerfahrerin wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Eine 71-jährige Fahrerin eines BMW hatte über den Gleisbereich der Straßenbahn gewendet und die stadtauswärts fahrende Rollerfahrerin übersehen. Durch den Aufprall stürzte die 27-Jährige, sie wurde mit einem Rettungswagen zur ambulanten Behandlung in eine Klinik gebracht. Während der Unfallaufnahme war der ÖPNV kurz beeinträchtigt. Der Gesamtsachschaden beläuft sich auf rund 3000 Euro, die Feuerwehr war zur Reinigung der Fahrbahn von ausgelaufenem Benzin im Einsatz. Czernyring: Gegen 9 Uhr dann der nächste Unfall, bei dem kurz vor der Kreuzung Speyerer Straße drei Menschen verletzt wurden. Der 76-jährige Fahrer eines Audi war von einer Hofeinfahrt in den Czernyring eingebogen und dabei mit dem Skoda einer 31-jährigen Fahrerin kollidiert. Die 31-Jährige sowie der 33-jährige Beifahrer und ein einjähriges Kind wurden mit leichten Verletzungen in eine Klinik eingeliefert. An dem Skoda entstand Totalschaden, am Audi erheblicher Sachschaden, beide Autos mussten abgeschleppt werden. Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, bittet die Polizei, sich unter Telefon 06221/991700 beim Polizeirevier Heidelberg-Mitte zu melden. Update: Freitag, 18. Oktober 2019, 14.29 Uhr
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Bluttest-Skandal Heidelberg: Der Stellvertreter übernimmt von Grüters-Kieslich (Thu, 17 Oct 2019)
Heidelberg. (rie/we) Die Suche nach einem neuen Chef am Universitätsklinikum Heidelberg ist beendet - vorerst: Der Herzchirurg Prof. Matthias Karck übernimmt die Stelle des Leitenden Ärztlichen Direktors kommissarisch ab 1. November. Der Klinik-Aufsichtsrat teilte den Chefärzten diese Entscheidung am Dienstag mit, auf RNZ-Anfrage bestätigte das Wissenschaftsministerium am Donnerstag die Personalie. Karck leitet die Klinik für Herzchirurgie und war bislang Stellvertreter der scheidenden Klinikchefin Prof. Annette Grüters-Kieslich. Die 65-Jährige muss ihren Posten aufgrund ihrer Verwicklung in den Bluttestskandal vorzeitig räumen. Der 58-jährige Karck wird die Klinik laut Wissenschaftsministerium so lange führen, "bis eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für Frau Prof. Grüters-Kieslich gefunden ist". Als stellvertretender Leitender Ärztlicher Direktor gehörte Karck schon bisher dem Vorstand des Klinikums an. Somit ist für ihn auch das Thema Bluttestskandal samt dessen Aufklärung nicht neu. Dem Klinikum gehört er als Chefarzt bereits seit dem Jahr 2006 an. Unterdessen ist der Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufklärung des Bluttestskandals fertig. Er wird am Dienstagmorgen im Rahmen einer Pressekonferenz im Uniklinikum öffentlich vorgestellt. Nach RNZ-Informationen sollen aber Teile davon - aus rechtlichen Gründen - unter Verschluss bleiben. Als Beispiele wurden der Gründungsvertrag von Heiscreen (der Bluttest-Vermarktungsfirma) genannt und Passagen, die sich mit Markus Jones, dem freigestellten stellvertretenden Kaufmännischen Direktor befassen. Und noch ein Bericht ist fertig: Der der Kommission für gute Wissenschaftliche Praxis. Sie wurde vom Rektor der Universität, Prof. Bernhard Eitel, eingesetzt und befasste sich seit Mai mit der Rolle von Prof Christof Sohn, dem Bluttest-Erfinder. Nach RNZ-Informationen wird in dem Bericht ein Fehlverhalten Sohns festgestellt. Zu diesem Schluss kam ja auch schon die Unabhängige Kommission. Welche Konsequenzen sich für Sohn daraus ergeben, muss Rektor Eitel bis Ende Oktober entscheiden. Denn dann endet das gegen Sohn verhängte dreimonatige Forschungs- und Lehrverbot.
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Claus Peymann-Interview: "Heidelberg war für mich wie die Pubertät - total aufregend" (Wed, 16 Oct 2019)
Von Volker Oesterreich Heidelberg. "Im Moment bin ich erschrocken über die Weltferne unserer Politiker", sagt Claus Peymann, der wohl einflussreichste Theatermacher Deutschlands. Am Sonntag spricht er im Heidelberger Deutsch-Amerikanischen Institut zu diesem Thema. Vorab gab er der RNZ ein Interview über den aktuellen Streit um seinen Dramatiker-Freund Peter Handke, der im Dezember den Literatur-Nobelpreis erhält. Außerdem erinnert sich Peymann an seine kurze, aber aufregende Zeit im Heidelberger Theater. Herr Peymann, seit der legendären Uraufführung der "Publikumsbeschimpfung" im Jahr 1966 haben Sie viele Stücke von Peter Handke inszeniert. Nun polarisiert er wieder wegen seiner Haltung zu Serbien während des Balkankriegs und wegen seiner 2006 gehaltenen Grabrede für den serbischen Kriegsverbrecher Slobodan Milosevic. Ist die Empörung gerechtfertigt? Ganz gewiss nicht. Es muss ja möglich sein, dass ein Schriftsteller seine Meinung vertritt und den Untergang von Jugoslawien bedauert - auch wenn er das anhand bestimmter Personen festmacht. Ich war indirekt beteiligt, weil ich 1999 Handkes Stück zum Jugoslawien-Konflikt am Burgtheater uraufgeführt habe: "Die Fahrt im Einbaum oder Das Stück zum Film vom Krieg". Als eine Art Reisemarschall bin ich mit ihm in eine kleine Enklave in den Kosovo gereist, Handke hat dort das Preisgeld des Heinrich-Heine-Preises in eine Dorfschule investiert. Diesen Humanismus kann man ihm nicht ankreiden. Bei unserer Reise habe ich viel begriffen von seiner Haltung und seiner Religiosität, auch von seiner Liebe zu Serbien und zur serbischen Kultur. Und der Streit jetzt? Dieser Konflikt ist total aufgeblasen. Letztlich spielt dabei Handkes ungewöhnlicher Charakter eine entscheidende Rolle. Er ist kein Opportunist, er richtet sich nicht nach der Mehrheit, sondern spricht seine eigene Meinung aus, wie das Schriftsteller machen sollen. Denken Sie an den Streit um Martin Walser oder um Günter Grass - das sind ungewöhnliche Persönlichkeiten, die sich nicht an die Norm halten. Bekommt Handke also den Nobelpreis zu Recht? Es war die schönste Nachricht des Jahres für mich, dass er den Nobelpreis bekommt. Ich bewundere ihn sehr. Das ist ein großer, alter Mann, und ich hatte das Glück, einen Teil meines künstlerischen Weges mit ihm gehen zu können. Ich erwäge, ob ich nach Stockholm mitfahre, um dabei zu sein, wenn Handke den Thron der Weltliteratur besteigt. Ist Handke ein Autor, der in Regiekonzepte oder Fragen der Theaterleitung hineinpfuscht? Das interessiert den Peter überhaupt nicht. Ganz ähnlich wie früher auch Thomas Bernhard sagt er: "Jetzt ist das Werk fertig, jetzt mach’ was draus." Allen Fragen und Interpretationen weicht er aus, auch das beweist seine Toleranz. Er überlässt alles den Schauspielern und dem Regisseur. Was heißt das für den Regisseur? Ich habe mich beim Inszenieren immer wie ein Kapellmeister empfunden und nicht wie ein Dichter. Heute halten sich die Regisseure ja für die Größten, dazu gehöre ich nicht. Als Regisseur oder Kapellmeister interpretieren wir die Werke, wir schreiben oder komponieren sie nicht. Wie verlief Ihre ungewöhnlichste Begegnung mit Handke? Ich bin mit ihm alt geworden. Zuerst habe ich ihn in Frankfurt getroffen, 1966 bei der Vorbereitung der "Publikumsbeschimpfung", die sonst kein Mensch inszenieren wollte. Aber ich war sofort von ihm begeistert. Wir sind zusammen Tretboot auf dem Main gefahren und wären beinahe ertrunken. Er reiste dann weiter nach Amerika, wo er die "Beschreibungsimpotenz" der "Gruppe 47" kritisierte und einen ungeheuren Skandal auslöste. Von dort aus schickte er ein paar Postkarten mit Tipps zur Inszenierung, aber nie im Detail. Er hat uns zu großem Mut aufgefordert. Es ist ganz klar: Mit der "Publikumsbeschimpfung" begann die neue Theaterliteratur. Bis heute ist er ein Vertreter eines Theaters der Dichtung und nicht des Geschreis, obwohl der Titel "Publikumsbeschimpfung" etwas anderes signalisieren mag. Inwiefern war er innovativ? Er hat den Rhythmus der Zeit auf die bis dahin ziemlich vertrockneten Bühnen gebracht. In seinem Alterswerk, das ich im Wesentlichen in Wien und dann auch im Berliner Ensemble inszeniert habe, ist er zu ganz anderen Ergebnissen gelangt: zur Stille, zur Ruhe, zu den Menschen. Er ist die beherrschende Figur des zeitgenössischen Dramas. Ich erhoffe mir, dass durch die Nobelpreis-Verleihung auch wieder die Dichtung ins Theater zurückkehrt. Sie sind ins Heidelberger Deutsch-Amerikanische Institut eingeladen, um über das politische Theater zu sprechen. Das Theater solle "der Reißzahn im Arsch der Regierung sein", das hatten Sie zu Ihrer Programmatik erklärt, als Sie zur Jahrtausendwende die Leitung des Berliner Ensembles übernahmen. Gilt das immer noch? Klar kann man das vertreten, obwohl ich selber eingestehen muss, dass sich für mich diese Hoffnung am Theater Bertolt Brechts und Heiner Müllers nicht erfüllt hat. Wir haben die dafür nötige neue Literatur nicht gefunden - außer Handke. Hinzu kamen die Schläfrigkeit und das Desinteresse der Politiker dieser Generation. Gut, ich habe mich zwei, drei Mal mit Gerhard Schröder getroffen, da haben wir guten Rotwein getrunken, aber über Politik wollte er gar nicht mit mir reden. Angela Merkel ist eine treue Besucherin des Berliner Ensembles, meist ist aber nur ihre verwegene Abendrobe Stadtgespräch. Es ist uns nicht gelungen, ein so spannendes, so vibrierendes Theater zu machen, wie das im Berlin der 1920er und 1930er Jahre möglich war. Das hatte ich mir eigentlich gewünscht. Es mag auch daran liegen, dass es in Berlin fast kein kulturell geprägtes Bürgertum mehr gibt. Die Nazis haben alle jüdischen Kulturbürger vertrieben, deportiert und umgebracht, das wirkt bis heute nach. Deshalb ist die Berliner Kulturszene zu einer großen Unterhaltungssoße verkommen. Besonders trostlos ist die Theaterszene, die von lauter Schnellschützen beherrscht wird. Ausgenommen vielleicht Shermin Langhoff, sie hat am Gorki-Theater eine Nische gefunden, aber das ist etwas Spezielles, eine Nische eben. Angesichts des Rechtsrucks in Europa: Wäre es nicht an der Zeit, wieder überall Thomas Bernhards "Heldenplatz" zu inszenieren? Mit dessen Uraufführung 1988 am Wiener Burgtheater haben Sie gezeigt, wie viel nationalsozialistischer Mist über Jahrzehnte unter den Teppich gekehrt wurde. Es ist für Theaterleute manchmal ein gewisses Handicap, wenn es eine so triumphale Aufführung gegeben hat, eine neue Inszenierung zu wagen. Heute sagen die Österreicher, dass sich ihr Land mit dem "Heldenplatz" verändert hat. Es kam alles hoch: die Verdrängung der NS-Mittäterschaft und die damit verbundenen Lebenslügen. Die Österreicher waren oft konsequentere und schlimmere Nazis als die Deutschen. Bleiben wir bei Thomas Bernhard und dessen kleiner Trilogie "Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen". Darin gibt es die Bühnenfigur Peymann, die beim Wechsel der Intendanz den Lieblingskritiker in den Applauskoffer packt. Die Kritikerpuppe sieht aus wie Benjamin Henrichs. Was halten Sie denn von der Kritik insgesamt, sie ist ja heute ein gefährdetes Pflänzchen? Na, das müssen Sie selber wissen. Die Bernhard-Dramolette sind eine Farce, und ich fühle mich natürlich geschmeichelt, dass ich zum Helden dieser Trilogie wurde. Sie wird noch heute am Burgtheater gespielt. Aber man sollte sie nicht überbewerten, das ist etwas Leichtes, etwas Lustiges. Und zu Benjamin Henrichs: Er war ein fantastischer Kritiker, ich schätze ihn sehr. Er konnte genau hinschauen und genau analysieren, was er sah. Es ist ein großer Jammer, dass er so krank ist und nicht mehr schreiben kann. Er ist schon fast erblindet. Für kurze Zeit haben Sie 1966/1967 im Heidelberger Theater gearbeitet - zusammen mit Otto Sander. Welche Erinnerungen haben Sie daran? Eine tolle Erfahrung, Hans Peter Doll repräsentiert als Intendant eine glorreiche Zeit des Heidelberger Theaters. Otto Sander war da, auch Ulrich Wildgruber und Hansel Brenner. Mit Otto habe ich viel gesoffen, er blieb dabei, ich nicht. Als Regisseur kann man sich das nicht leisten, als Schauspieler geht’s. Ich erinnere mich gut an die deutsche Erstaufführung von Henri Rousseaus "Die Rache einer russischen Waise" und dann auch an "Die Schlacht bei Lobositz" von Peter Hacks. Das war eine sehr schöne, sehr lebendige Zeit - wie das so ist, wenn junge Leute eine Theaterstadt auf den Kopf stellen. Meine Heidelberger Zeit war wie die Pubertät - total aufregend. König Lears Krone haben Sie vor zwei Jahren im Staatstheater Stuttgart, der Spielstätte vieler Ihrer früherer Triumphe, für alle sichtbar an den Haken gehängt. Ein Regie-Statement, das zu Shakespeares Alterswerk passt. Passt es auch zum Regiekönig Peymann? Nein, so eitel bin ich nie gewesen, aber es ist natürlich bezeichnend. Irgendwie bin ich schon zur Legende geworden. Ich habe mich vom Revoluzzer und angeblichen Skandalregisseur zum weisen alten Mann entwickelt. Das sind Abläufe des Lebens. Aber mein Zorn und meine Sehnsucht, mit dem Theater beizutragen zu einer friedlicheren und gerechten Welt - diese Ziele sind geblieben. Das ist eine Entwicklung bei vielen Menschen, auch bei Peter Handke, dessen Empörung und Erregung sich längst den Seitenblicken der Weisheit hingegeben haben. Wie gut oder wie schlecht ist das Theaterangebot heute? Als neue Bühnenkunst erleben wir meist nur noch das modische Geplapper der Regisseure, das ist trostlos. Das heutige Theater richtet sich gegen die Schauspieler und gegen die Dichtung. Durch die Nobelpreis-Verleihung an Handke kommen die Dichter und die Schauspieler hoffentlich wieder zu ihrem Recht. Was planen Sie demnächst? Im nächsten Jahr "Mein Fest für Boris" von Thomas Bernhard im Theater in der Josefstadt in Wien und dann wahrscheinlich auch etwas in den Kudamm-Bühnen, die gerade ihr Ersatzquartier im ehemaligen Berliner Schiller-Theater gefunden haben. Info: DAI, Sofienstraße 12, 69115 Heidelberg. Sonntag, 20. Oktober, Beginn: 17 Uhr. Tel.: 06221 / 6073-0, www.dai-heidelberg.de
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Medizin am Abend: "Ein langsamer Tod ist eine Gnade" (Thu, 17 Oct 2019)
Von Jonas Labrenz Heidelberg. Der Tod hat ein Imageproblem: Im Fernsehen begegnet er uns mehrmals die Woche, an jedem Sonntag löst der Leichenfund wenige Minuten nach der Tagesschau genüssliches Schaudern aus, doch über die eigene Vergänglichkeit wird wenig geredet. "Diesem Tabu möchte ich etwas entgegensetzen", sagt Prof. Kathrin Yen. Die Chefin der Rechtsmedizin war am Mittwoch zu Gast bei "Medizin am Abend" - einer Veranstaltung des Universitätsklinikums und der Rhein-Neckar-Zeitung. Im voll besetzten Hörsaal der Kopfklinik - etwa 400 Gäste waren gekommen - herrschte allerdings keine Totengräber-Stimmung. Auf Yens Tisch landen Menschen, die nicht eines natürlichen Todes gestorben sind. Wie weit die Interpretationen dabei manchmal auseinandergehen können, zeigt sie an einem Totenschein, an dem "Natürliche Todesursache" angekreuzt war. "Allerdings hatte sich der Mann in suizidaler Absicht aus dem elften Stock eines Hauses gestürzt", sagt Yen. Sie habe den Arzt angerufen und nachgefragt. Seine Antwort: "Wenn jemand aus dem elften Stockwerk springt - natürlich ist er dann tot." Die Schwierigkeit ist, dass die sogenannte Leichenschau von jedem Arzt gemacht werden muss. Yen: "Es kann auch sein, dass es Ihr Augenarzt ist, der das letzte Mal vor drei Jahren eine Leichenschau gemacht hat." So entstünden teilweise falsche - oder sogar solch makaber lustige - Angaben auf dem Totenschein. Dass jemand tot ist, lasse sich allerdings mittlerweile sehr sicher bestimmen, sagt Yen. Angst davor, plötzlich in einem Sarg aufzuwachen, müsse man nicht haben. "Es gibt ganz selten falsche Diagnosen", so die Rechtsmedizinerin. Für die Organspende ist natürlich von großer Bedeutung, wann der Tod eintritt. "Die Hirntoddiagnose ist sehr, sehr sicher", betont Yen. Wenn das Gehirn unumkehrbar geschädigt ist, tritt der sogenannte Individualtod ein. Teile des Körpers sind allerdings noch intakt: "Die Hornhaut zum Beispiel ist relativ unempfindlich gegenüber Sauerstoffmangel", erklärt Yen. Auch Muskeln "überleben" noch etwas. Erst nach und nach trete der "Organtod" ein. Nur künstlich könne beim Gehirntod noch der Kreislauf in Gang gehalten werden. Leichenflecken, Fäulnis und Totenstarre sind sichere Zeichen für das Ableben einer Person. Die Flecken treten bereits nach 20 Minuten auf, die Starre setzt nach etwa zwei Stunden ein. Die Körpertemperatur bleibt genauso lange in etwa konstant, bis sie sich der Umgebungstemperatur annähert. Mit diesen Informationen kann Yen die Todeszeit bestimmen - allerdings nur grob: "In den ersten Stunden können wir den Todeszeitpunkt auf eineinhalb bis zwei Stunden genau bestimmen." Danach wird es schwieriger. "Es ist nicht so wie im Krimi", sagt die Rechtsmedizinerin. Auch sei sie in der Regel nicht am Tatort. Es sind vornehmlich schnelle Todesursachen, mit denen Yen als Rechtsmedizinerin zu tun hat, auch wenn der Großteil der Menschen "langsam" stirbt. Verletzungen des Hirnstamms oder extreme Ereignisse wie Flugzeugabstürze führen sofort zum Tod, in wenigen Minuten sorgen Sekundenherztod, Ersticken, "Massenblutungen" oder Lungenembolien für das Ableben. "Das sind Fälle, die sind schwer zu ertragen", sagt Yen. "Ein langsamer Tod" dagegen, so Yen, "ist eine Gnade", meint die Rechtsmedizinerin. Zumindest für die Angehörigen: Ihr selbst habe es sehr geholfen, den Prozess bei ihren Eltern und Großeltern zu begleiten, sodass sie sich voneinander verabschieden konnten. Kurz bevor der Tod eintritt, komme es regelmäßig zum Rasseln in der Lunge, zuletzt schnappten die Sterbenden nach Luft. "Aber wir können davon ausgehen, dass sie selbst nicht mehr viel davon mitbekommen", beruhigt Yen.
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Heidelberg: Würzners engste Mitarbeiterin wechselt in die Wirtschaft (Thu, 17 Oct 2019)
Heidelberg. (tt) Oberbürgermeister Eckart Würzner verliert eine seiner engsten Mitarbeiterinnen im Rathaus: Nicole Huber, Leiterin des OB-Referats und Digital-Chefin der Stadt, wechselt Anfang 2020 in die Führungsetage des Heidelberger IT-Unternehmens SNP - Schneider-Neureither und Partner. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende interessierte sich 2017 noch für einen Wechsel in die Politik und war für eine Kandidatur zur Oberbürgermeisterin von Weinheim im Gespräch. Seit 13 Jahren ist Huber Leiterin des OB-Referats und damit zuständig für einen Stab von rund 50 Mitarbeitern. Zu ihrem Aufgabenbereich gehören die internationalen Beziehungen der Stadt, das strategische Stadtmarketing, die Markenkommunikation sowie die Fördermittelakquise und die Gremiendienste. Zuvor hatte die Rechtsanwältin den Wahlkampf von Eckart Würzner organisiert. Bei SNP wird die 46-Jährige künftig die internationale Weiterentwicklung des Unternehmens verantworten. "Nicole Huber hat über Jahre hinweg enorm viel für Heidelberg geleistet", erklärte Oberbürgermeister Eckart Würzner am gestrigen Donnerstag. Sie hat in den vergangenen Jahren unter anderem die Digitalisierungsstrategie der Stadt entwickelt und umgesetzt. Außerdem entstanden in den vergangenen Jahren in ihrer Zuständigkeit Städtepartnerschaften und Kooperationsprojekte mit den weltweiten Technologie-Hochburgen Palo Alto, der "Hauptstadt" des Silicon Valley in den USA, und Hangzhou in China.
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Heidelberg: Grüne fordern drastisches Programm für das Klima (Thu, 17 Oct 2019)
Von Denis Schnur Heidelbegr. Die Grünen machen Druck beim Klimaschutz. Die Partei, die die stärkste Fraktion im Gemeinderat stellt, begrüßt zwar den Klimaschutzaktionsplan der Stadtverwaltung, der ab Dienstag in den politischen Gremien beraten wird. Sie hat jedoch über den Sommer nach Gesprächen mit Wissenschaftlern, Mitarbeitern anderer Städte und Naturschützern ein eigenes Strategiepapier erarbeitet, das deutlich weiter geht als die städtischen Pläne. Am Mittwoch wurde es bei einer Mitgliederversammlung vorgestellt. Die RNZ beantwortet die wichtigsten Fragen: Was haben die Grünen an den Plänen auszusetzen? Kurz gesagt: Sie gehen ihnen nicht weit genug. "Wir wollen Maßnahmen, die nicht nur realistisch, sondern auch mutig sind", betonte Kreisvorsitzende Monika Gonser. Außerdem sei das Programm zu unkonkret: "Wir unterstützen diese Themensammlung, aber nach 30 Jahren städtischem Klimaschutz erwarten wir eigentlich mehr." > Was fordern sie selbst? Das Strategiepapier setzt auf einen Dreiklang: Innerhalb eines Jahres soll eine umfassende Strategie ausgearbeitet werden, mit der man die Klimaziele der Stadt erreichen kann. Zudem sollen künftig alle Entscheidungen unter Klimavorbehalt stehen - sie werden also auf ihre Klimaverträglichkeit überprüft und von einem "starken Umwelt-Fachausschuss" beraten. Darin sollen neben Stadträten auch Wissenschaftler und Naturschützer als beratende Mitglieder sitzen. Da die Stadt jedoch auf dem besten Weg sei, ihre Klimaziele "krachend zu verfehlen", so Gonser, müsse vor allem ein Sofortprogramm umgesetzt werden. Dieses sieht - zum Teil drastische - Maßnahmen vor allem in den Bereichen Mobilität, Bauen und Sanieren sowie Energie vor. > Was will die Partei beim Verkehr tun? Möglichst viele Autofahrer sollen auf Bus, Bahn und Rad umsteigen. "Das wird nur gelingen, wenn wir attraktivere Alternativen schaffen", ist Lukas Weber überzeugt, der das Papier mitgeschrieben hat. Dazu schlägt die Partei eine Reihe von Maßnahmen vor: So soll Heidelberg Modellstadt für ein Nahverkehrsticket für 365 Euro im Jahr werden - der Bund will zehn solche Modellprojekte fördern. Außerdem soll der ÖPNV samstags kostenfrei genutzt werden können. Der Nahverkehr soll aber auch attraktiver werden: Die Bahnstrecken ins Umland wollen die Grünen dazu entlang der relevanten Pendlerströme ausbauen. Bis zur Schienenanbindung wollen sie - wie die Stadt auch - Schnellbusse einsetzen. Vier solcher Busse hat die Stadt vorgeschlagen, die Grünen halten auch mehr für möglich. Nicht zuletzt sollen Busse und Bahnen deutlich öfter fahren. Der Radverkehr soll durch einen konsequenten Ausbau der Strecken gestärkt werden: Radschnellwege sollen das Umland - neben Mannheim vor allem Weinheim, Schwetzingen aber auch Wiesloch/ Walldorf und Neckargemünd - anbinden. Innerstädtisch sollen Lücken zügig geschlossen sowie Kreuzungen und Ampelschaltungen so angepasst werden, dass der Radverkehr schneller durchkommt. Darüber hinaus wollen die Grünen den Autofahrern das Leben aber auch schwerer machen. Die Zahl der Parkplätze soll jährlich gesenkt werden. Die Stellplätze, die bestehen bleiben, wollen die Grünen teurer machen: Parkgebühren sollen bis 2021 auf 3 Euro erhöht werden. Anwohner sollen für ihren Stellplatz ebenfalls mehr Zahlen - im Jahr 2024 dann 300 Euro. "Wir wissen, dass das strittig ist. Deshalb wollen wir das jetzt diskutieren", so Gonser. > Wo sollen Wärme und Strom herkommen? Vor allem aus erneuerbaren Energien - und das schnell. Die Partei teilt das Ziel der Stadt, 2020 die Hälfte der Fernwärme CO2-neutral zu beziehen und bis 2025 ein Drittel selbst zu erzeugen. "So wollen wir die Abhängigkeit von der Kohlekraft in Mannheim beenden", so Weber. Beim Ausbau der Solarenergie zeigt sich die Partei ehrgeiziger: Während die Stadt einen Ausbau um zehn Megawatt bis 2025 vorsieht, schlagen die Grünen 25 Megawatt vor. Dazu sollen alle Dächer, die sich im kommunalen Besitz oder dem der GGH befinden, mit Anlagen belegt und auch Parkplätze überdacht werden. Zudem sollen Photovoltaik-Großanlagen errichtet werden. Für Solaranlagen auf Privatdächern soll es eine kommunale Förderung geben. Darüber hinaus sollen andere erneuerbare Energiequellen erschlossen werden: Die Standorte "Drei Eichen" und "Kirchheimer Mühle" sollen zeitnah zum Vorranggebiet für Windenergie werden. Die anderen Standorte im Stadtgebiet sollen neu geprüft werden. > Wie wollen die Grünen bei Gebäuden CO2 einsparen? Mit schärferen Regeln für Neubauten und mehr Anstrengungen bei der Sanierung. So soll ein neuer "Heidelberger Standard" für das Bauen geschaffen werden, der über das Passivhaus hinausgeht und für Neubauten verpflichtend ist. Bei Bauvorhaben soll zudem das Mikroklima berücksichtigt werden, um Hitzeinseln zu vermeiden. Vor allem wollen die Grünen aber das Tempo anziehen. Die Stadt schlägt eine Verdoppelung der Altbausanierung vor. "Das wäre schon gut", so Gonser, "aber es wäre eine Verdoppelung auf niedrigem Stand." Das ist den Grünen zu wenig ambitioniert. Um schneller voranzukommen, sollen Förderprogramme stärker beworben und mehr Beratungsangebote geschaffen werden. Und die Stadt selbst soll ihren Gebäudebestand - sowie den aller städtischer Gesellschaften wie auch der GGH - zügig sanieren. Finanzieren wollen die Grünen das vor allem über Förderungen und KfW-Kredite. "Die GGH-Mieten wollen wir nur soweit erhöhen, wie die Nebenkosten durch die Sanierung fallen", so Weber.
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Rugby-Bundesliga: Bleibt die RGH an den "Löwen" dran? (Thu, 17 Oct 2019)
Heidelberg. (momo) Zum hochbrisanten Spitzenspiel der Rugby-Bundesliga kommt es am Samstag in Kirchheim: Die RG Heidelberg empfängt den TSV Handschuhsheim. Der SC Neuenheim könnte sich als Aufsteiger mit einem Sieg in Pforzheim in der Spitzengruppe etablieren und bei einem Sieg der Handschuhsheimer die RGH sogar überholen. Gegen Frankfurt setzte es die erste Saisonniederlage, aber die RG Heidelberg steht in der Lauerposition: "Wir haben das weggesteckt und gut trainiert. Gegen den TSV sind wir vielleicht Außenseiter, aber werden versuchen, unser Spiel durchzuziehen und einen ,Big Point’ zu landen", stapelt Tim Kasten eher tief. Mark Kuhlmann auf Handschuhsheimer Seite muss mit den Langzeitverletzten Atu Katoa und Max Reinhard nun auch Marcel Coetzee, Benni Müssig, Alex Hug und Vincent Spies ersetzen. Als Ausrede soll das freilich nicht zählen: "Wir sind Tabellenführer und wollen es bleiben. Dafür müssen wir entsprechend auftreten und abliefern", stellt Löwenkapitän Sven Wetzel klar. Klar ist auch: Es wird spannend am Samstag um 16 Uhr am Harbigweg. Schon um 13 Uhr will der Heidelberger RK seinen Aufwärtstrend bestätigen, muss dafür aber beim Meister in Frankfurt bestehen. Der Ausfall von Sean Armstrong schmerzt, dafür hat der Klub mit Pierre Mathurin und Markus Ulka zwei wichtige Optionen zurück im Kader. Zur besseren Abstimmung testete der HRK unter der Woche das System im Training gegen den Heidelberger TV, sowie die Standards gegen den Nachbarn RGH. "Das Spiel in Pforzheim wird für uns richtungsweisend, ob es nach oben oder wieder abwärts geht. Wir sind dementsprechend gut vorbereitet", stellt Clemens von Grumbkow klar. Und in der Tat: Mit einem Sieg winkt möglicherweise der dritte Platz, während eine Niederlage die "Königsblauen" ins Mittelfeld der Tabelle spülen würde. Die SG Pforzheim ist allerdings trotz einiger klarer Niederlagen keine Laufkundschaft und hat sich ordentlich verstärkt, auf tiefem Geläuf im Eutinger Tal werden die Neuenheimer sich also beweisen müssen. Drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen sind zu viel, wenn man die Möglichkeiten des Heidelberger TV betrachtet. Thomas Kurzer legte den Finger auch klar in die Wunde und machte die schwachen Standards als Achillessehne aus. Nun wartet am fünften Spieltag das erste Heimspiel, die zusätzliche Motivation soll dabei helfen, die Leistungskurve gegen Nürnberg wieder nach oben zeigen zu lassen. Im Spitzenspiel der Frauenbundesliga wird sich entweder der Heidelberger RK oder oder der Meister RSV Köln von der bisher makellosen Bilanz verabschieden müssen. Einen klaren Sieg sollte der SC Neuenheim zu Hause gegen die SG Rhein-Main einfahren. Bundesliga Südwest Männer, Samstag, 13 Uhr: SC Frankfurt 1880 - Heidelberger RK; 14 Uhr: SG Pforzheim - SC Neuenheim; 16 Uhr: RG Heidelberg - TSV Handschuhsheim (Harbigweg). 2. Bundesliga Süd Männer, Samstag, 17 Uhr: Heidelberger TV - TSV Nürnberg (Carl-Bosch-Straße). Bundesliga Frauen, Samstag, 17.30 Uhr: Heidelberger RK - RSV Köln; 13 Uhr: SC Neuenheim - SG Rhein-Main (Tiergartenstraße).
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"Animal Farm" am Heidelberger Theater: Wie Tony De Maeyer die "Puten" trainierte (Mon, 07 Oct 2019)
Von Sophie Krischa Heidelberg. Wie bewegen sich eigentlich Puten? Diese Frage beschäftigt gerade einige Schauspieler am Heidelberger Theater. Denn für George Orwells Fabel "Animal Farm" müssen sie auf der Bühne genau das darstellen: Puten. Die Regisseurin Luise Voigt inszenierte das Stück, das am Samstag Premiere im Theater gefeiert hat. Dafür suchte sie sich im Vorfeld besondere Unterstützung: Der belgische Film- und Theaterschauspieler Tony De Maeyer reiste nun extra aus Berlin an, um die Schauspieler zu trainieren. Dabei griff er auf Grundlagen der in der Theaterwelt weitverbreiteten Methode der Biomechanik nach Wsewolod Meyerhold zurück. Das Prinzip: Konkrete Bewegungen und Haltungen sollen das Innenleben und die Emotionen einer Rolle ausdrücken. Das Entscheidende: Die Bewegung steht im Vordergrund, nicht der Text. Seit vielen Jahren unterrichtet und leitet De Maeyer Workshops für Biomechanik. Und er ist kein Unbekannter in der Branche: Schon viele staatliche Theater engagierten ihn. Für Luise Voigts Inszenierung nutzte er die Grundlagen der Biomechanik, um tierische Bewegungen in Bewegungen der Schauspieler umzusetzen - ohne dabei die Tiere zu imitieren. "Ich habe die Methode bereits 1996 kennengelernt. Durch sie wird die Schauspielerei für den Körper greifbar und ergibt Sinn", erklärt De Maeyer. Zusammen mit den zehn Schauspielern begann er mit den Proben - die Handlung von "Animal Farm" war dabei natürlich stets Leitfaden: Die Tiere auf der Farm wollen nicht länger unter dem Joch des Bauern stehen. Sie planen eine Revolution, um sich gegen die Herrschaft ihres menschlichen Besitzers zur Wehr zu setzen, der sie vernachlässigt und ausbeutet. Um die dargestellten Tiere lebendig wirken zu lassen, habe man versucht, über den Körper Gefühle zu vermitteln. Erste Voraussetzung und somit wichtigster Bestandteil des Trainings war die Körperschulung anhand von festgelegten Trainingsübungen. Bewegungselemente wurden einzeln trainiert und später wieder fließend zusammengefügt. Dadurch entstand eine neue Art der Bewegung, die Emotionen veranschaulicht. "Ich war von Anfang an sehr an der Biomechanik interessiert und wollte mehr darüber erfahren. Während der Proben hatte ich dann einige körperliche Erfahrungen, die zu vielen ,Aha‘-Momenten geführt haben", erzählt Daniel Friedl, der die Rolle des Napoleons spielt. Auch die Regisseurin ist zufrieden mit den Ergebnissen: "Nachdem ich selbst zwei Monate schon mit Tony De Maeyer intensiv trainiert habe, war mir klar, dass die Biomechanik das Richtige für diese Inszenierung ist. Das hat sie noch gebraucht!" Trotzdem sei das Ganze ein Experiment gewesen. Zu Beginn sei nicht klar gewesen, ob die Umsetzung gelingen und die Schauspieler die Methode gut annehmen würden. Doch schon nach kurzer Zeit zeigten sich erste Erfolge. "Ich dachte immer, dass der Text die elementare Rolle meiner Arbeit sei. Durch die Biomechanik habe ich aber gemerkt, dass der Körper an sich manchmal auch genug sein kann. Ich habe einen ganz anderen Zugang zur Schauspielerei erfahren", meint Friedl. Info: Weitere Termine und Tickets gibt'S hier. 
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Heidelberg: Das "Welde-Orakel" verhindert den Betriebshof am Ochsenkopf (Update) (Thu, 17 Oct 2019)
Von Timo Teufert Heidelberg. Der Große Ochsenkopf als Standort für den Betriebshof der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) ist aus dem Rennen: Das hat der Gemeinderat am Donnerstagabend beschlossen. Mit einer knappen Mehrheit von 25 zu 24 Stimmen setzten sich die Gegner der Bebauung der Ochsenkopfwiese im Westen Bergheims durch. Nach einer Sitzungsunterbrechung hatten die Gemeinderatsfraktionen dann die Gelegenheit, Anträge zu möglichen Alternativstandorten einzubringen. Die Diskussion darüber dauerte bis nach Redaktionsschluss an. Es war Björn Leuzinger von der Satirepartei "Die Partei", dem die Entscheidung letztlich zufiel - und er gab sie ab an das sogenannte "Welde-Orakel": Wie zuvor angekündigt zog Leuzinger den Kronkorken einer Bierflasche ab. Im Deckel stand das Wort "Ja", also stimmte er mit "Ja" - und erntete bei den anderen Stadträten viel Unverständnis für dieses Verhalten. Doch zuvor war noch einmal diskutiert worden, obwohl die Fronten klar waren. Schon nach der ersten Wortmeldung wurde denn auch dem Antrag auf Ende der Rednerliste mehrheitlich zugestimmt, so dass nicht alle Stadträte, die gerne gesprochen hätten, auch zu Wort kamen. Oberbürgermeister Eckart Würzner stellte noch einmal die Ausgangssituation dar: Beim Bürgerentscheid am 21. Juli stimmten 19.020 Wähler für "Ja", also gegen eine Verlagerung des Betriebshofes auf den Großen Ochsenkopf, 14.318 stimmten mit "Nein". Das erforderliche Quorum von 20 Prozent der Stimmberechtigten - in diesem Falle 22.057 Stimmen - wurde aber nicht erreicht. "Somit ist ein wirksamer und bindender Bürgerentscheid, der die Wirkung eines Gemeinderatsbeschlusses aufgehoben hätte, nicht zustande gekommen", erklärte Würzner. Nun müsse der Gemeinderat über das weitere Vorgehen entscheiden. Arnulf Weiler-Lorentz (Bunte Linke) betonte, dass die Mehrheit derjenigen, die abgestimmt hätten, gegen die Verlagerung votiert hätten. "Den Bürgern ist die innerstädtische Grünfläche für den Klimaschutz sehr wichtig", sagte Weiler-Lorentz, der nicht mit Kritik an RNV und Stadt sparte: "Allein die RNV hat über 20 Mal so viel Geld für Werbung ausgegeben, wie das Bündnis", so seine Schätzung. SPD-Fraktionschefin Anke Schuster hingegen verwies darauf, dass der Bürgerentscheid das Quorum nicht erreicht habe. "Der Entscheid hat aber auch keine Klarheit in der Sache gebracht, denn an der Faktenlage hat sich seit Dezember 2018 nichts verändert." Man habe in deren Vorfeld zwölf Alternativstandorte geprüft. "Eine weitere Prüfung ist da obsolet." Die im Wahlkampf vor dem Bürgerentscheid propagierten Alternativen schloss sie für die SPD aus. Man werde mit "Nein" stimmen. CDU-Fraktionschef Jan Gradel erinnerte daran, dass man den einst geplanten Betriebshof auf dem Stadtwerke-Gelände an der Eppelheimer Straße wegen der vielen Leerkilometer verworfen habe. "Wichtig ist ein Standort, der zentral im Netz liegt." Denn jeder Leerkilometer koste nicht nur Geld und Strom, er koste auch Ressourcen, was nicht im Sinne der Grünen sein könne. Zudem wolle man den Altstandort in der Bergheimer Straße entwickeln. "Die Befürworter des Bürgerentscheids verhindern auf Jahre hinaus den Nahverkehrsausbau und die Entwicklung Bergheims", so Gradel, dessen Fraktion mit "Nein" stimmte. Derek Cofie-Nunoo von den Grünen wünschte sich von seinen Kollegen mehr Mut: "Sie malen hier nur Angstszenarien." Nicht alle Standorte seien vor der Entscheidung im Dezember 2018 gleichrangig geprüft worden. Auch ökologische Gründe sprächen gegen die Ochsenkopf-Bebauung: "Es ist dann gleich doppelt schade, wenn die prognostizierten Kapazitäten nicht ausreichen", so Cofie-Nunoo. Er glaube nicht, dass es keine Alternativen gebe. Michael Eckert (FDP) sprach sich deutlich für den Ochsenkopf aus: "Wir haben keine Alternative", so Eckert. Und sein Kollege Wolfgang Lachenauer (Die Heidelberger) sagte: "An der Faktenlage hat sich nichts geändert, nur an der Zusammensetzung des Gemeinderates." Seine Wählerinitiative wolle die Entscheidung nicht auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben und stimme deshalb mit "Nein". Mit "Nein" - also für die Verlagerung auf den Ochsenkopf - stimmten CDU, SPD, FDP, Heidelberger, Freie Wähler, AfD und der OB. Mit "Ja" - also gegen die Verlagerung - stimmten Grüne, GAL, Die Linke, Bunte Linke, Heidelberg in Bewegung und Leuzinger. "Knapper geht es nicht", meinte Würzner. "Damit sind die Planungen für den Betriebshof wieder komplett offen." Update: 17. Oktober 2019, 22.15 Uhr Heidelberg. (tt) Nach dem Bürgerentscheid zur Verlagerung des Betriebshofs der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) auf den Großen Ochsenkopf im Juli mussten am heutigen Donnerstag die Stadträte im Gemeinderat noch einmal die Frage beantworten, die beim Entscheid den Bürgern gestellt wurde. Sie lautete: "Sind Sie dafür, dass auf den gegenwärtig als Grünflächen genutzten Bereichen des Großen Ochsenkopfes kein RNV-Betriebshof gebaut wird?" Zwar stimmte am 21. Juli eine Mehrheit der Wähler (19.020 Stimmen) gegen die Verlagerung auf den Großen Ochsenkopf, doch das Quorum wurde nicht erreicht (dafür wären 22.057 Stimmen nötig gewesen). Der Gemeinderat musste nun entscheiden, ob er dieses Ergebnis anerkennt, oder ob es zu einer Bebauung des Ochsenkopfs kommt. Um kurz vor 21 Uhr wurde bekannt, dass sich die Mehrheit des Heidelberger Stadtparlamentes gegen die Verlagerung des Betriebshofes auf den Ochsenkopf ausgesprochen hat. 25 Stadträte stimmten gegen die Verlangerung, 24 dafür. So muss jetzt die Standortfrage neu aufgerollt werden, wenn man denn den Betriebshof wirklich verlagern will. Oder aber es könnten die alten Pläne zur Sanierung und mögliche Erweiterung des jetzigen Standortes in Bergheim wieder herausgeholt werden.
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Heidelberg-Ziegelhausen: Zwei Wochen kein Empfang bei Unitymedia (Thu, 17 Oct 2019)
Heidelberg. (hob) In den letzten beiden Wochen häufen sich bei der RNZ-Stadtredaktion die Klagen über den Kabelanbieter Unitymedia. Die Probleme begannen bereits am Wochenende vom 5. und 6. Oktober: Weder Fernsehen noch Internet würden funktionieren, berichteten gleich mehrere Leser. Der Ausfall war auch ein großes Thema beim Seniorenherbst. Montags darauf teilte ein Sprecher von Unitymedia mit, dass die Probleme wieder behoben seien. Um die Störung zu beseitigen, habe man erst einmal die Straße aufreißen und den Fehler suchen müssen. Kurzzeitig schien in der Tat wieder alles zu funktionieren. Doch nun meldete sich Günter Heidt aus dem Neuen Stücker in Ziegelhausen bei der RNZ-Stadtredaktion. Auch seine Nachbarn im Oberen Rainweg und Bekannte in der Wilhelmsfelder Straße klagten darüber, dass sie derzeit kein Fernsehen schauen könnten. Und wenn man dann erbost beim Kundenservice von Unitymedia anrufe, hänge man 15 bis 18 Minuten in der Warteschleife. Die Antworten der Mitarbeiter seien immer dieselben: Man bittet um Verständnis, die Straße müsse aufgerissen werden. Zuletzt sagte ein Mitarbeiter zu Heidt, am Freitag müsse alles wieder funktionieren. Mehrmals hakte auch die RNZ bei Unitymedia nach. Doch ein Sprecher konnte sich die Störung zunächst nicht erklären. Am Donnerstag gab es dann wieder eine vorübergehende Antwort: „Ein Techniker war vor Ort. Dieser hat ein defektes Bauteil an einem unserer Verteilerpunkte ausgetauscht. Bevor wir an dieser Stelle allerdings vorschnell Entwarnung geben würde ich Sie bitten, noch bis morgen zu verharren.“ Ein Kunde, mit dem er in Kontakt sei, wollte nach Feierabend überprüfen, ob alles wieder funktioniere. Laut der Netzüberwachung von Unitymedia müssten alle Werte gut sein. Info: Haben Sie immer noch Probleme mit Unitymedia? Dann melden Sie sich bei uns: stadtredaktion@rnz.de
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