Heidelberg

Heidelberg: Larissa Ries - die Alleskönnerin (plus Video) (Sa, 04 Apr 2020)
Von Anica Edinger Zwei Zöpfe. Enge Leggins. Schlabbershirt. Das sind "Lari Lukes" Markenzeichen. Auf ihren Konzerten, in den sozialen Medien und im Februar an Fasching hat man viele Lari Lukes auf der Straße gesehen. Und das überall in der Bundesrepublik. Der Look ist für die Fans schon fast ikonisch. Genauso wie "Lari Luke" selbst. An die 200.000 Menschen folgen ihr auf Instagram. Jedes ihrer Konzerte auf der "We like Bass"-Tour Ende vergangenen Jahres war restlos ausverkauft. "Lari Luke" erobert sich gerade einen festen Platz in der Musikszene – als DJane. Lari Luke, das ist im wahren Leben Larissa Rieß. Eine kleine, zierliche Person. Immer gut gestylt. Häufig mit Hündin Vilma unterwegs, die mindestens genauso berühmt ist wie die 31-Jährige. Und: Rieß ist Heidelbergerin. Zum Interview im Café Friedrich – noch vor der Corona-Krise – kommt sie mit lässiger Adidas-Bomberjacke. Ihr "Lari Luke"-Logo hat sie auf die Brust genäht. Sie trägt zwar keine zwei Zöpfe, dafür aber eines der ikonischen Schlabber-T-Shirts mit "Die Eisprinzessin"-Motiv. Auch Vilma ist natürlich mit dabei. Rieß ist aufgeschlossen, fröhlich und freundlich. "Dank Euch habe ich mich aufgerafft, um rauszugehen", sagt sie, "ansonsten wäre ich auf der Couch geblieben." Wenn Larissa Rieß nicht gerade durch die Republik tourt, dann ist das einer ihrer Lieblingsplätze: die Couch. Von dort aus arbeitet sie häufig mit ihrem Laptop. Mischt neue Musik ab, postet Fotos und Videos, macht sich auf die Suche nach Introsongs, arbeitet an der Vor- und Nachbereitung ihrer Auftritte – oder schreibt selbst Songs. Gerade in den letzten Monaten versorgte "Lari Luke" die Fans beinahe wöchentlich mit neuer Musik im Bereich Future-Bass, Trap und House. Etwa mit "Do or Die", "Diablo" oder auch mit "Vilma" – ein Song, der ihrer Hündin gewidmet ist. Larissa Rieß mag Tiere. Das wissen ihre Fans nicht nur wegen Vilma, die auch ihre Merchandise-Shirts ziert, sondern auch wegen Valtraud und Vinnie – Katze und Kater. Auf Instagram räumt sie ihren Tieren jede Menge Platz ein – die sich untereinander augenscheinlich sehr gut verstehen. Valtraud ist der Neuzugang in der Gruppe. "Und sie hat sich wirklich gut integriert", berichtet Rieß lächelnd. Über ihren Instagram-Account verkündet Rieß überhaupt alle Neuigkeiten, was ihre Karriere und Musik betrifft. Auch mit der Corona-Krise beschäftigt sie sich dort derzeit – und kämpft unter dem Hashtag #VolleRegale gegen Panikmache. "Das Posten von leeren Regalen und das Jammern darüber führt nur zu noch mehr Panik und Hamsterkäufen", schrieb sie dazu in einem Beitrag. Tausende folgen ihrem Aufruf, volle Regale in Supermärkten zu fotografieren und auf den sozialen Netzwerken zu posten. Das Echo ist enorm. Ansonsten nutzt sie die Zeit zu Hause aktuell vor allem zum Arbeiten. Denn Larissa Rieß ist Workaholic. "Ich will immer arbeiten", sagt die 31-Jährige. Dabei ist die DJ-Karriere nicht "Lari Lukes" einziges Standbein. Der großen Masse dürfte sie insbesondere als "Dr. DJ Larissa Rieß" und einigen anderen Rollen in Jan Böhmermanns "Neo Magazin Royale" bekannt sein. Seit 2015 gehörte sie dort zum festen Ensemble, hatte eigene Rubriken wie "Rieß mal Neo" und "Riess Kosmos". Doch mit Böhmermanns Wechsel ins Hauptprogramm des ZDF endete im vergangenen Jahr auch ihre Zeit beim "Neo Magazin". "Das war ein richtig schönes Ende zur richtigen Zeit", sagt Rieß. Und: "Jan muss ins ZDF und die Show größer werden. Das gönne ich ihm von Herzen." Sie jedenfalls habe nach der letzten Aufzeichnung erst einmal ihre Mama angerufen. "Jetzt ist es vorbei", habe sie zu ihr gesagt. Und das war dann gut so. Mit ihrer Mutter spricht Larissa Rieß Spanisch. Denn die Familie Rieß kommt ursprünglich nicht aus Heidelberg. "Mein Bruder ist in Venezuela geboren, ich in Ecuador." Die Mutter ist eigentlich Argentinierin, der Vater Deutscher. Als Larissa Rieß zehn Jahre alt war, zog es die Familie in die Stadt am Neckar. Zuvor lebten alle in Portugal. Der Umzug nach Deutschland sei für die kleine Larissa schwierig gewesen, erinnert sie sich heute. Und dennoch ist sie der Stadt bis auf einige Jahre in Barcelona, wo sie Audiovisuelle Kommunikation studierte, oder in Köln, wo sie wegen ihres Jobs gelebt hat, treu geblieben. Hier hat sie auch ihr Abitur gemacht, hat wie alle Absolventen auf der Neckarwiese gefeiert, hier ist ihr Ehemann geboren und aufgewachsen. Deshalb sagt sie auch heute, wenn man sie nach ihrer Heimat fragt: "Am ehesten Heidelberg." Das sei zudem der Ort, der ihr Ruhe gebe. "Das finde ich in einer Großstadt nicht." Heidelberg als Basis, das bedeutet für Larissa Rieß auch: viel Zug fahren. Nicht nur zu ihren Konzerten, sondern auch zu ihrer wöchentlichen Radioshow beim Sender "1 Live" in Köln. "Ich bin eine Radiofrau", so Rieß. "Im Radio steckt mein Herz." Daran werde sich auch in naher Zukunft nichts ändern – trotz ihrer vielen Engagements im Fernsehen, etwa in der Serie "Jerks" mit Christian Ulmen und Fahri Yardım. Im Fernsehen werde man zwar "gesehen", dafür habe man im Radio viel mehr Macht über die eigene Sendung. Auflegen und moderieren: Das ist eigentlich schon alles, was Rieß schaffen wollte im Leben. "Deshalb bin ich auch so entspannt, weil ich das alles erreicht habe." Was für sie dabei zählt, ist der Spaß am Job. "Ich lege wahnsinnig gerne auf", sagt sie. Und wenn sie gerade keinen Auftritt hat, dann macht sie das auch schon mal zuhause. 2012 oder 2013, so genau weiß Rieß das nicht mehr, hat sie mit dem Auflegen angefangen. Freunde beim Radio hätten es ihr beigebracht. "Je mehr ich geübt habe, desto besser wurde ich", sagt sie. Heute kann sie es sich nicht mehr vorstellen, nicht mehr aufzulegen. "Wenn ich es länger nicht mache, dann fehlt mir diese Bewegung." Allgemein lege sie auch lieber selbst auf, als anderen in Clubs beim Auflegen zuzusehen. Überhaupt sei sie, was das Clubben angeht, "voll langweilig". Ein Bier oder einen Pfeffi ("mein Lieblingsgetränk") sei nach ihren Auftritten meist noch drin. "Aber dann will ich ins Bett." Ihre Energie und Euphorie hätte sie beim Auftritt längst verbraucht. Und überhaupt sei sie schon "immer brav gewesen". "Ich hatte nie Probleme mit der Polizei oder bin aus einem Club geflogen." Stress ist für Larissa Rieß generell ein Unding. "Ich versuche alles zu vermeiden, was Stress auslöst." Deshalb sei sie auch immer pünktlich am Bahnhof, um den Zug zu erwischen. Mindestens eine Viertelstunde vor Abfahrt. Organisation ist für die 31-Jährige das halbe Leben. Deshalb sei es ihr auch wichtig, pünktlich auf der Bühne zu stehen. "Wenn ich um 21 Uhr auftrete und um 21.10 Uhr noch immer hinter der Bühne stehe, werde ich nervös. Ich will dann raus, weil da ja Leute sind, die dafür gezahlt haben, mich zu sehen." Das macht einen Teil ihres Erfolgs aus: Dass immer mehr Leute bezahlen, um "Lari Luke" zu sehen. Ein Tag nach dem RNZ-Interview wird veröffentlicht, dass die Heidelbergerin jetzt bei der Künstlermanagement-Agentur Stefan Dabruck unter Vertrag steht – einem der größten, erfolgreichsten und etabliertesten Produzenten und Künstlermanager im Dance- und Pop-Genre, ausgezeichnet mit hunderten Gold- und Platinschallplatten. Larissa Rieß, so viel ist sicher, ist auf dem besten Weg, es bis nach ganz oben zu schaffen. Im Sommer ist "Lari Luke" für so ziemlich jedes namhafte Elektro- und House-Festival gebucht – "auf den großen Bühnen und zu den Hauptzeiten", sagt sie. Sollte die Corona-Krise dann ausgestanden sein, könnte es für sie der bislang erfolgreichste Festival-Sommer ihrer Karriere werden. Erfolg: Das ist für Larissa Rieß auch die Freiheit, genau das beruflich zu tun, was man will. "Und das habe ich längst erreicht."
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Heidelberg: Drei Altstädterinnen nähen Schutzmasken wie die Weltmeisterinnen (Sat, 04 Apr 2020)
Von Holger Buchwald Heidelberg. In der Heidelberger Altstadt surren die Nähmaschinen. Einige Dutzend Exemplare ihrer "Mund-Nasen-Bekleidung", wie sie das selbst nennen, haben Gisela Lasser, ihre Nichte Lilly und Ellen Möller in den letzten Tagen bereits hergestellt. Lasser und Möller sind beide Kinderbeauftragte im Stadtteil. Gemeinsam wollten sie in der Corona-Krise etwas Sinnvolles tun. Und als die zwölfjährige Lilly von der Aktion erfuhr, war sie gleich mit Begeisterung dabei. "Gut und gerne 400 Masken haben wir schon genäht", berichtet Ellen Möller stolz: "Das ist ein richtiger Vollzeit-Job." Am Donnerstag hat sie sich bereits um 7.30 Uhr morgens an ihre Nähmaschine gesetzt und – mit kleinen Unterbrechungen – erst um Mitternacht aufgehört. "Das läuft wie in einer Fabrik", lacht sie. Geld verdienen die drei aber nicht, sie verteilen den Atemschutz kostenlos an Apotheken in der Altstadt oder bei zufälligen Begegnungen im Supermarkt. Manchmal bekommen sie eine kleine Spende, die sie an den Diakonieladen "Brot und Salz" und den Kinderschutzbund weitergeben. "Viele Freunde bringen uns Stoff", berichtet Gisela Lasser. Für die Masken muss es dichte Baumwolle sein. "Sie gehen weg wie warme Semmeln", berichtet Lasser. Kaum hat sie zum Beispiel eine Fuhre an die Stadtapotheke an der Ecke Plöck und Sofienstraße geliefert, bekommt sie 20 Minuten später wieder einen Anruf, ob sie neue Ware liefern kann. Die Angestellten fragen ältere Menschen, ob sie so einen Schutz kostenlos mitnehmen wollen. Zwei Modelle stellen Lasser, Möller und Lilly her: ein rundes und ein eckiges. Doch so langsam geht ihnen das Material für ihre Maskenproduktion aus. Wir brauchen neuen Stoff und schmales Gummiband. "Das ist mittlerweile fast so teuer wie Gold", sagt Möller. Jetzt bekommt sie von einer Freundin in Berlin 50 Meter geschickt. Da sie aber pro Maske 50 Zentimeter verbraucht, benötigt sie bald mehr. Info: Wer Stoff spenden möchte, sich am Tausch von Gummiband beteiligen will oder ebenfalls näht und die gemeinsamen Kräfte bündeln will, kann sich per E-Mail an: Heidelberger-helfen@gmx.de bei den drei Altstädterinnen melden.
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Heidelberg: SPD-Abgeordneter Lothar Binding verlässt 2021 den Bundestag (Sat, 04 Apr 2020)
Von Michael Abschlag Heidelberg. Lothar Binding (70) sitzt seit 1998 für den Wahlkreis Heidelberg im Bundestag. Für die nächste Legislaturperiode wird der Sozialdemokrat nicht mehr kandidieren. Auch sein CDU-Konkurrent Karl A. Lamers hatte rund vor Wochen seinen Rückzug angekündigt. Herr Binding, was hat Sie dazu bewogen, nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren? Ich arbeite jetzt seit über 20 Jahren im Bundestag und bin gerade 70 geworden. Beides zusammengenommen ist für mich ein guter Grund, um aufzuhören, zumal die Familie doch lange Zeit zu kurz kam. Meine Frau und ich haben zwei Söhne und vier Enkel, und um die will ich mich jetzt mehr kümmern. Außerdem haben wir eine Jugendbildungsstätte, für die wir uns viel vorgenommen haben. So gesehen gibt es noch viele gute Aufgaben jenseits der Politik. Und ich werde sicher auch künftig ein politischer Mensch bleiben. Wenn Sie auf Ihre politische Karriere zurückblicken: Worauf sind Sie besonders stolz? Karriere ist ein schwieriges Wort. Die meisten denken dabei, es gehe darum, nach oben zu kommen. Mein Ziel war es aber immer, Karriere in der Breite zu machen, mich also um möglichst viele Menschen, Themen und Länder zu kümmern. Als Finanzpolitiker bin ich mit fast allen Themen befasst, weil die Einnahmen und die Ausgaben des Staates zu allen gesellschaftlichen Feldern Bezug haben, sowohl national wie auch international. Da war es mir immer wichtig, denen zu helfen, die es selbst nicht können. Der Begriff Gerechtigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Das hat sich an einer Stelle in einem ganz anderen Bereich gezeigt: Als das Krebsforschungszentrum seine Studie über die Gefahren des Passivrauchens veröffentlichte. Da war mir klar, dass etwas getan werden muss, und ich habe das Nichtraucherschutzgesetz auf den Weg gebracht. Das war übrigens der einzige Gesetzentwurf, den ich im Parlament alleine geschrieben habe – natürlich mit wissenschaftlicher Unterstützung. Und was würden Sie anders machen? Es gibt natürlich immer Dinge, die man nicht erreicht hat, gerade beim Thema Gerechtigkeit. Da bin ich nicht weit genug gekommen. Denken Sie etwa daran, dass die Vermögens- und Einkommensverteilung in Deutschland immer noch eine Spreizung aufweist, die auf lange Sicht für eine Gesellschaft nicht gut ist. Auch in der globalen Armuts- und Reichtumsverteilung haben wir ein ungutes Spannungsfeld aufgebaut. Deshalb müssen wir in der Flüchtlingsfrage auch eine ganz andere Dimension der Nächstenliebe entwickeln. Diejenigen, die das ablehnen, haben nicht verstanden, dass man nicht lange reich sein kann, wenn man nur arme Nachbarn hat. Was ich in Berlin erlebt habe und sehr schlimm finde, ist, dass Menschen unter dem Deckmantel des Christlichen reden und dabei weder im Sinne der Nächstenliebe noch der Humanität handeln. Sie sind in der SPD, seit Sie 16 sind. Haben Sie manchmal mit ihr gehadert? Ja, es gab Phasen, in denen ich gehadert habe. Das erste Mal war das bei den Nato-Doppelbeschlüssen, das war für mich sehr schlimm. Auch manche Kompromisse in Koalitionen sind mir sehr schwergefallen. Wir mussten etwa damals dieser unsinnigen Ausländermaut zustimmen, damit wir im Gegenzug den Mindestlohn bekamen. Da sieht man, welche Art von Kompromissen manchmal nötig sind, um etwas Sinnvolles umzusetzen. Ihre Partei kommt gerade nicht so richtig heraus aus dem Umfragetief. Was würden Sie ihr denn empfehlen? Wir müssen unsere Politik weiter gut machen. Im Augenblick sieht man ja, wie wichtig es ist, Stabilitätsanker in der Regierung zu haben, die zugleich den Mut haben, in die Zukunft zu denken. Das Rettungsprogramm, das jetzt aufgelegt wird, beruht sehr stark auf der Entscheidungskompetenz von Olaf Scholz. Es war übrigens häufig so, dass die SPD gerade in Krisenzeiten gefragt war. Als Gerhard Schröder an die Regierung kam, war Deutschland der kranke Mann Europas. Er hat dann einen Rettungsring geworfen, und Deutschland hat sich wieder erholt. Diese Funktion hat die SPD oft gehabt. Das ist offensichtlich ihr Los.
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Heidelberg: Der Gabenzaun ist gut bestückt (Sat, 04 Apr 2020)
Heidelberg. (mio) Auch in der Krise denken viele Heidelberger an die Bedürftigen. Das zeigt ein Blick auf den Gabenzaun für Obdachlose beim Karl-Klotz-Haus. Dieser hängt gut voll – und hilft so vielen Menschen in der Not. Nun hat sich der Malteser Hilfsdienst – in Absprache mit den Initiatorinnen Marie-Theresa und Victoria Elfner und Josefine Schweikert – eine Oster-Aktion für den Gabenzaun ausgedacht: "Wir unterstützen das Projekt über die Osterfeiertage mit Oster-Tüten", betont Bernhard Scheitler von den Maltesern. Ehrenamtliche werden Osterhasen, Eier, Süßigkeiten, eingeschweißtes Brot, haltbare Wurstkonserven und Hygieneartikel wie Seife, Duschgel und Zahnpasta sowie ein Pflastermäppchen verpacken. Eventuell soll sogar eine Rolle Toilettenpapier in die Tüte. Am Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag werden Mitglieder der Malteser die Oster-Überraschungen an den Zaun hängen und täglich dort sein, um sauber zu machen und Tüten nachzuhängen. "Wir bereiten rund 50 Tüten vor", so Scheitler, "dafür bitten wir um Spenden." Kommt genug Geld zusammen, soll die Aktion auch nach Ostern fortgesetzt werden. Info: Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst, IBAN DE58.6725.0020.0000 0074 04, Stichwort: Obdachlosenhilfe.
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Wochen gegen Rassismus Heidelberg: Bei jeder Lesung waren mindestens 2000 Menschen dabei (Sat, 04 Apr 2020)
Von Anica Edinger Heidelberg. 60 Veranstaltungen waren eigentlich geplant. 80 Vereine, Organisationen und Institutionen beteiligten sich. Es sollte ein Fest zum 25. Jubiläum werden. Dann kam das Coronavirus – und die "Internationalen Wochen gegen Rassismus" des Interkulturellen Zentrums (IZ) fielen ins Wasser. Doch einfach aufgeben: Das war für Jagoda Marinic´, die Leiterin des IZ, und ihr kleines, vierköpfiges Team keine Option. Denn: "Das Thema Rassismus ist das ganze Jahr über wichtig – auch in Zeiten von Corona", sagt Marinic´. Deshalb stampfte das IZ in den letzten Wochen eine zwar abgespeckte, dafür erstmals digitale Version der "Wochen gegen Rassismus" aus dem Boden – mit einer überwältigenden Resonanz. Unter dem Übertitel "Digitales Kulturzentrum" veranstaltete das IZ seit dem 21. März fast jeden Abend eine sogenannte Corona-Lesung auf dem eigenen Twitterkanal. Berit Glanz und Nils Pickert waren dabei, ebenso wie Hatice Akyün, Düzen Tekkal oder auch Julya Rabinowich, die am Internationalen Tag gegen Rassismus las. Am Freitagabend gelang Marinic´ zudem ein weiterer Coup: Für die digitalen Corona-Lesungen gewann sie Carolin Emcke, die Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, die aus "Gegen den Hass" las. Auch hier war die Resonanz "immens". Bei jeder Lesung seien bislang zwischen 2000 und 4000 Menschen dabei gewesen. Weit über 18.000 Zuschauer und Zuhörer hat das IZ so mit den Corona-Lesungen erreicht. Und die Reichweite wird noch zunehmen – denn die Videos mit den Lesungen bleiben im Netz und können auch weiterhin jederzeit angeschaut werden. Für Jagoda Marinic´ ist das ein Riesenerfolg. Auch bundesweit. So habe etwa das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" über das Interkulturelle Zentrum in Heidelberg und die Corona-Lesungen berichtet. Viele Bekannte aus ihrem Netzwerk hätten ihr zurückgemeldet: "Toll, dass ihr in diesen Zeiten das Thema Rassismus in den Köpfen behaltet." Für Marinic´ ist das "Digitale Kulturzentrum" aber noch aus einem ganz anderen Grund so besonders: "Durch die Lesungen wird in diesen isolierten Zeiten dennoch ein Gemeinschaftsgefühl geschaffen." Deshalb sei auch das Live-Erlebnis so wichtig. "Von Wohnzimmer zu Wohnzimmer", sagt Marinic´. Sogar die übliche Fragerunde danach musste im "Digitalen Kulturzentrum" nicht entfallen. Die Autorinnen und Autoren übernahmen dafür einfach kurzzeitig den Twitter-Account des IZ – und kamen ins Gespräch mit den anderen, virtuell Anwesenden. Die Lesungen sind aber längst nicht die einzigen Beiträge des IZ in diesen schweren Tagen. Zusätzlich gab es auch ein Corona-Konzert. "Allerdings sind wir gerade dabei, bessere akustische Lösungen zu finden", erklärt Marinic´. Ein weiteres Herzstück des "Digitalen Kulturzentrums": eine Videokampagne, bei der Menschen aus verschiedensten Ländern die aktuellen Hygienevorschriften in ihrer jeweiligen Muttersprache aufzeichnen. Die Videos gibt es ebenfalls auf dem Twitterkanal des IZ, aber auch auf der städtischen Internetseite. Und obwohl die "Internationalen Wochen gegen Rassismus" für dieses Jahr nun beendet sind, machen Marinic´ und ihr Team weiter. Die nächste Corona-Lesung steht bereits am kommenden Montag, 6. April, an. Dann liest Lena Gorelik, Schriftstellerin russisch-jüdischer Herkunft, auf dem Twitterkanal des IZ aus ihrem neuesten Buch "Mehr Schwarz als Lila".
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Mehr Trauergäste: Heidelberg lockert Corona-Regeln bei Bestattungen (Sat, 04 Apr 2020)
Heidelberg. (RNZ) Wegen der Ausbreitung des Coronavirus werden die Abläufe von Bestattungen neu geregelt. Jetzt erweitert die Stadt die erlaubte Personenzahl: Zusätzlich zum engsten Familienkreis dürfen an der Beisetzung direkt am Grab fünf weitere Personen teilnehmen. Zum engsten Familienkreis gehören alle in gerader Linie verwandte Menschen, wie beispielsweise Eltern, Großeltern, Kinder und Enkelkinder. Zudem dürfen Personen, die mit der oder dem Verstorbenen im gleichen Haushalt zusammengelebt haben sowie deren Ehegatten, Partnerinnen und Partner anwesend sein. Geistliche und Trauerredner sind auf den teilnehmenden Personenkreis nicht anzurechnen. Ebenso Bestatter und weitere Helfer, sofern sie nicht mit der Trauergemeinde in Kontakt stehen. Bisher galt bei Bestattungen eine Obergrenze von zehn Personen inklusive des engsten Freundes- und Familienkreises. Bei Bestattungen gelten folgende Verhaltensregeln in Gruppen: > Beim Eintreffen des Friedhofspersonals müssen sich Trauergäste mindestens zehn Meter vom Grab entfernen. > Nach der Beisetzung entfernt sich das Personal, und die Trauergemeinde kann wieder an die Grabstätte, um Abschied zu nehmen. > Sollte der Mindestabstand von zehn Metern nicht eingehalten werden, zählt das Friedhofspersonal zu den fünf Personen, die zusätzlich zum engsten Familienkreis anwesend sein dürfen. Dadurch wird die Anzahl der Trauergäste verringert. > Bei Nichtbeachtung darf das Friedhofspersonal die Beisetzung nicht durchführen, so die Stadt.
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Corona-Krise: Wie OB Würzner die Lage in Heidelberg einschätzt (Sat, 04 Apr 2020)
Von Sebastian Riemer Heidelberg. Direkt nach der Sitzung des Corona-Krisenstabs sprach Oberbürgermeister Eckart Würzner am Freitag im Telefoninterview über die Lage in den Heidelberger Kliniken und Pflegeheimen. Zudem erläuterte er seine Hoffnung für die Zeit nach der Krise – und gab eine Empfehlung für Ostern. Herr Würzner, Sie kommen gerade aus dem Krisenstab mit Gesundheitsamt, Kliniken, Rettungsorganisationen. Wie ist die Lage? Wichtigstes Thema ist die Schutzausrüstung in Kliniken, Arztpraxen, Altenheimen. Wir haben besprochen, wer was benötigt und wann welche Lieferung kommt. Wie viele Tage reichen die vorhandenen Schutzmasken noch? An der Uniklinik ist die Versorgung stabil, sie wird vom Land vorrangig beliefert. Aber auch kleinere Krankenhäuser, unsere 14 Pflegeheime, mobile Pflegedienste und die niedergelassenen Ärzte müssen gut ausgerüstet sein. Wir fragen permanent ab, wer welchen Bedarf hat und beliefern die Seniorenheime auch selbst. Also sind momentan all diese Einrichtungen ausreichend ausgestattet? Ja, in begrenztem Umfang. Wir erwarten nächste Woche mehr Lieferungen – auch vom Land. Wir haben alle möglichen Kanäle angezapft. Unsere Partnerstadt Hangzhou etwa liefert 10.000 zertifizierte Masken, die liegen bereits beim Zoll. Zudem helfen Firmen, indem sie ihre Produktion umstellen. Kliniken und Co. brauchen medizinische Schutzmasken. Gerade wird über einfache Masken für die Bevölkerung diskutiert, Jena hat eine Tragepflicht eingeführt. Ist das für Heidelberg denkbar? Aktuell nicht – weil wir noch nicht genügend Masken haben. Wir brauchen sie zunächst vor allem in den Kliniken, Altenheimen und Arztpraxen. Aber ich finde selbst genähte Masken als freiwilligen Beitrag unserer Bürger gut. Sie helfen, die Übertragung zu reduzieren, etwa beim Einkaufen oder im Bus. Wer eine Maske trägt, schützt andere. Ich trage auch eine, wenn ich unterwegs bin. Wie bewerten Sie allgemein die Situation: Sind die Heidelberger Kliniken gerüstet für die weiter steigende Zahl schwerer verlaufende Fälle? Ja. Alle Kliniken haben unglaublich schnell reagiert, verschiebbare OPs abgesagt, neue Betten beatmungsfähig gemacht und Kapazitäten geschaffen. Wir sind, den Umständen entsprechend, gut vorbereitet. Im "Agaplesion Bethanien Lindenhof" sind – Stand Freitagabend – 12 Bewohner und zwei Mitarbeiter mit Covid-19 infiziert. Wie ist die Situation in dem Rohrbacher Pflegeheim? Bisher ist ein Bewohner im Krankenhaus, die anderen sind in der Einrichtung isoliert und ihr Gesundheitszustand wird genau beobachtet. Hat das Pflegeheim genügend Platz und Ressourcen für eine effektive Isolierung? Ja. Wir haben außerdem Räume vorgesehen für den Fall, dass eine solche Isolierung, etwa in einem anderen Pflegeheim, nicht möglich ist. Das können Hotels oder auch ein leeres Studentenwohnheim sein. Aber das machen wir nur, wenn es gar nicht anders geht. Für viele ältere Menschen ist es eine große Belastung, aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen zu werden. In Pflegeheimen leben viele alte Menschen, die zur Risikogruppe gehören, zusammen. Was tut die Stadt noch, um dort die Ansteckungsgefahr zu senken? Zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen, etwa den Besuchsverboten, haben wir mit den Kliniken ein Konzept zur schnellen Diagnostik gemacht: Teams aus den Kliniken gehen in die Heime und machen Abstriche, die schnell in der Uniklinik getestet werden. Binnen eines Tages ist das Ergebnis da. Als Heimaufsichtsbehörde überprüfen wir auch, ob die Isolierung funktioniert. Viele hoffen, dass wir als Gesellschaft aus der Krise lernen und manches danach besser wird. Teilen Sie diese Hoffnung? Mir fällt auf, dass viele Menschen jetzt viel freundlicher zueinander sind. Auch die Aggressionen in den sozialen Medien kochen nicht mehr so hoch wie vorher. Ich wünsche mir, dass wir das auch nach der Krise bewahren können. Manche Menschen wünschen sich auch, dass sich nach diesem Schock die negativen Seiten der Globalisierung zurückdrehen lassen. Jedenfalls ist es sinnvoll, regionaler zu denken – auch bei der Produktion. Wir sollten wichtige, im Zweifel lebensrettende Güter nicht in den entlegensten Regionen produzieren, nur um noch den letzten Cent zu sparen. Wir müssen bei systemrelevanten Strukturen eigenständiger werden. In einer Woche ist Ostern. Was raten Sie den Heidelbergern, wie sie das Fest begehen können? Leider muss ich als Erstes sagen, was nicht geht: Enkelkinder sollten nicht ihre Großeltern besuchen. Stattdessen lieber Briefe schreiben oder skypen. Und auch wenn schönes Wetter ist: Nicht in Gruppen draußen sein, immer Abstand halten. Die Heidelberger haben das bisher hervorragend gemacht.
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Wegen Corona-Verstößen: Polizei kontrolliert verstärkt am sonnigen Wochenende (Update) (Fri, 03 Apr 2020)
Heidelberg/Mannheim. (pol/mare) Glaubt man den Meteorologen, so ist für das kommende Wochenende und die darauffolgenden Tage eine Schönwetterperiode vorhergesagt. Das Polizeipräsidium Mannheim ist darauf eingestellt und wird mit zusätzlichen Kräften zur Überwachung der Corona-Regeln im Einsatz sein. Das teilen die Beamten mit. "Dazu werden wir über den jeweiligen Tag verteilt mit mehr als 60 zusätzlichen Streifen in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis agieren, um die Einhaltung von Rechtsvorschriften zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus intensiv zu überwachen", verspricht Polizeipräsident Andreas Stenger, "der seit wenigen Tagen veröffentlichte Bußgeldkatalog stellt klar, dass empfindliche Geldbußen drohen, wenn die Bestimmungen missachtet werden. Verstöße gegen die Rechtsverordnungen sind keine Bagatelldelikte, sondern werden - wo immer erforderlich - konsequent sanktioniert. Kontrolle auf Autobahnen über Osterfeiertage Wegen der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Krise will die Polizei in Baden-Württemberg am Wochenende und an Ostern auf den Autobahnen im Land verstärkt kontrollieren. Es könne sein, dass sich einige Menschen etwa wegen Familienbesuchen an den Feiertagen nicht an die Vorgaben halten, hieß es am Freitag aus dem Innenministerium. Mit Hilfe der Bereitschaftspolizei werde man daher vor allem Autobahnen und Rasthöfe im Auge behalten. Die Behörden rechnen aber damit, dass die Straßen deutlich leerer sein werden als sonst: Normalerweise gibt es vor allem zu Beginn und am Ende der Osterferien lange Staus. Da Urlaubsreisen nach Österreich oder Italien derzeit jedoch nicht erlaubt sind, werden keine größeren Beeinträchtigungen erwartet. In Baden-Württemberg darf man in der Öffentlichkeit aktuell nur mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person unterwegs sein. Davon ausgenommen sind zusammenlebende Familienangehörige. Verstöße gegen Auflagen können mit Bußgeldern von 100 bis 5000 Euro und im Wiederholungsfall mit bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Strafbar machen sich insbesondere mit dem Coronavirus infizierte Menschen, die sich nicht an die Quarantäneauflagen halten. Update: Freitag, 3. April 2020, 18.57 Uhr Schwetzingen/Buchen. (pol/mare) Einer Streife der Kriminalpolizei fiel am Montag gegen 16.45 Uhr in der Carl-Theodor-Straße in Schwetzingen ein Auto mit fünf Insassen auf. Das berichten die Beamten. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass die Insassen alle unterschiedliche Wohnanschriften in Heidelberg und Schwetzingen hatten und keine verwandtschaftlichen Beziehungen vorlagen. Die Weiterfahrt in der Konstellation wurde untersagt und die Insassen aufgefordert, sich in maximal Zweiergruppen zu Fuß zu entfernen. Gegen alle Insassen werden Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Jugendliche verstoßen gegen Corona-Regeln Am Montagabend haben mehrere Jugendliche gegen die Corona-Regeln zum Versammlungsverbot verstoßen. Und das war, wie die Polizei mitteilt, nicht das einzige Vergehen. Denn bei der Kontrolle der Gruppe Jugendlicher  gegen 20 Uhr im Bereich der Fußgängerbrücke "Zum Mühlengrund" stellte die Polizei auch einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz fest. Nach dem Hinweis, dass sich hier offensichtlich mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit aufhalten, sollten die Jugendlichen von den Beamten kontrolliert werden. Als die Jungs die Polizisten erblickten, versuchten sie zunächst unauffällig davon zu kommen. Ein 16-Jähriger versteckte sich in einem nahegelegenen Wäldchen. Bei einer näheren Überprüfung wurde der Grund für die kurze Flucht schnell klar. Bei dem Jugendlichen konnten Drogen aufgefunden werden. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurde er an seine Eltern überstellt. Update: Dienstag, 31. März 2020, 12.56 Uhr Mannheim. (pol/mare) Das Polizeipräsidium Mannheim hat bereits eine Vielzahl von Strafanzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln wie auch gegen das Verbot des Aufenthalts im öffentlichen Raum, von Veranstaltungen und sonstigen Ansammlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim vorgelegt. Das teilen die Behörden mit. Die Strafanzeigen werden kurzfristig bearbeitet. Soweit hinreichender Tatverdacht besteht, wird umgehend öffentliche Klage erhoben werden. Im Falle der Verwirklichung von Ordnungswidrigkeiten erfolgt eine zeitnahe Abgabe an die zuständige Bußgeldbehörde. Die Ermittlungen in diesen Fällen werden durch die Staatsanwaltschaft Mannheim, Schwerpunktabteilung für Wirtschaftsstrafverfahren sowie Ermittlungsbeamte / Kriminalbeamte des Polizeipräsidiums Mannheim geführt. Update: Dienstag, 24. März 2020, 17.44 Uhr Rhein-Neckar. (alb/fhs/rö/tk) Entschlossen und mit starken Kräften hat die Polizei am Wochenende in der Region die Allgemeinverfügungen der Kommunen zur Eindämmung des Corona-Virus durchgesetzt, aber auch mehrere Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz und Verbote festgestellt. Wie der Mannheimer Polizeisprecher Norbert Schätzle der RNZ sagte, seien die Streifendienste in der Quadratestadt, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis um Beamte aufgestockt worden, die normalerweise Aufgaben in der Kriminalprävention oder bei Schulungen versehen. Darüber hinaus stünden Ordnungshüter aus Einssatzzügen zur Verfügung, die gewöhnlich bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen oder Konzerten ihren Dienst verrichten und aktuell "frei" sind. Dadurch habe man die Streifentätigkeit in allen 17 Revieren ausweiten können. Feiernde an Tankstellen und Skaterparks, auf Parkplätzen oder an Sportanlagen: In der Nacht auf Samstag traf die Polizei zahlreiche Unbelehrbare bei einem Dutzend "Corona-Partys" in der Region an. Viele der insgesamt knapp 80 Teilnehmer hätten sich nicht um das Wohl der Allgemeinheit geschert und sich mitunter uneinsichtig gezeigt. Es seien Alkohol und Drogen konsumiert, in vielen Fällen auch laute Musik abgespielt worden, erklärte Schätzle. Einen weiteren Schwerpunkt legte die Polizei auf Gaststätten- und Geschäftskontrollen. Laut Schätzle registrierten die Beamten in der Nacht auf Samstag zehn Lokale, die trotz Verbots geöffnet hatten, und in denen die Wirte die Gäste inner- und außerhalb der Kneipen bedienten. Auch in einem Blumenladen und einem Elektrogeschäft wurde noch Ware verkauft. Daneben brachten die Polizisten zahlreiche Kinder und Jugendliche zu ihren Eltern zurück, die sich auf eigentlich geschlossenen Spielplätzen aufgehalten hatten. Am Samstagvormittag schlossen die Beamten 18 Friseurgeschäfte in der Mannheimer Innenstadt sowie vier in Heidelberg. Die Betreiber hatten, wie Polizeisprecher Schätzle erklärt, offenbar noch nichts von der weiter verschärften Rechtsverordnung des Landes mitbekommen. Die Geschäftsleute hätten sich jedoch einsichtig gezeigt. Auch in Wiesloch und Walldorf wurden einige Verstöße festgestellt. So hatten sich nach Polizeiangaben am Freitagabend kurz vor 20 Uhr acht junge Leute an der Feuerstelle beim Walldorfer Skaterpark zur "Corona-Party" getroffen. An einer Wieslocher Tankstelle habe es etwa zur gleichen Zeit eine Ansammlung von mehreren Jugendlichen gegeben. Kurz nach 17 Uhr bemerkten die Beamten zudem in Wiesloch eine Gaststätte, die noch geöffnet hatte – alle neun Gäste wurden nach Hause geschickt. Am verregneten Samstag spielte dann das schlechte Wetter der Vernunft in die Karten und es gab laut Polizei im gesamten Revier Wiesloch nur noch zwei kleinere "Corona-Partys" mit relativ wenigen Personen. In beiden Fällen seien Platzverweise erteilt worden. Seit wenigen Tagen patrouillieren Fußstreifen in der Sinsheimer Innenstadt, haben ein Auge auf die Einhaltung der Öffnungszeiten und der erforderlichen Mindestabstände. Das Wochenende verlief nach ersten Erkenntnissen ruhig, bis zuletzt waren keine größeren Verstöße bekannt. Dagegen musste am Donnerstagabend an der Burg Steinsberg eine "Corona-Party" aufgelöst werden. Über 130 Personen, darunter viele Jugendliche, hatten dort gefeiert, zum Teil mit Gesichtsschutzmasken. Als das Ordnungsamt Wind von der Sache bekam, wurde das Treffen geräumt. Ohne größeren Widerstand, wie es aus dem Rathaus heißt. Allerdings sei es am darauffolgenden Freitag an dem beliebten Ausflugsziel zu ähnlichen Szenen gekommen. Von Freitagabend bis Sonntagmorgen zählte die Polizei 114 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz, die meisten davon auf den insgesamt 17 "Corona-Partys". Diese stiegen neben Walldorf/Wiesloch und Sinsheim auch in den Revierbereichen Weinheim (drei Fälle), Neckargemünd (zwei), Ladenburg (einer), Mannheim-Innenstadt (drei) und Mannheim-Nord (einer). Nach dem verregneten Samstag versprach der Sonntag aus Polizeisicht aufgrund herrlichen Sonnenscheins "spannend" zu werden. Doch zeigten sich die Menschen in Heidelberg vorbildlich. Zwar seien die Naherholungsgebiete, der Heiligenberg um die Thingstätte und der Königstuhl stark frequentiert gewesen, sagte Schätzle. Doch hätten alle Spaziergänger die Abstandsregelungen eingehalten. Die Neckarwiese in Neuenheim sei frei geblieben. In Mannheim waren der Paradeplatz und die Wasserturmanlage Anziehungspunkte. Die Menschen dort seien angesprochen worden und auf die Allgemeinverfügung der Stadt hingewiesen worden, teilte die Polizei mit. Die meisten hätten von dem Aufenthaltsverbot nichts mitbekommen, so Schätzle. Im Einzugsbereich des Präsidiums seien von Freitagabend bis Sonntagnachmittag 20 Personen angezeigt worden, die gegen die Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes verstoßen haben sollen. Der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz zeigte sich in einer Stellungnahme am Samstagabend zufrieden. "Die Regelungen finden ganz überwiegend Zustimmung", sagte er. Im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis kam es am Wochenende lediglich zu vereinzelten Platzverweisen. Wie das zuständige Polizeipräsidium Heilbronn berichtetet, hätten alle Betroffenen Verständnis geäußert. Es habe nirgendwo Ärger gegeben. Ebenfalls erfreulich: Alle Geschäfte, Gaststätten und Friseurgeschäfte hielten sich an die Regeln. Update: Sonntag, 22. März 2020, 20.45 Uhr Heidelberg/Rhein-Neckar. (pol/mare) Die Polizei ist am Wochenende weiter konsequent gegen Verstöße gegen die Corona-Regeln vorgegangen. Das teilen die Beamten mit.  Am Samstagvormittag wurden in der Mannheimer Innenstadt insgesamt 18 Frisörgeschäfte geschlossen, in Heidelberg waren es vier (Ladengeschäfte und ein Tattoo-Studio). Nach Eindrücken der Polizei war die neue Rechtslage noch nicht allgemein bekannt. Darüber hinaus wurden mehrere geöffnete Geschäfte, die nach der Rechtsverordnung des Landes geschlossen bleiben sollten, beanstandet und dann geschlossen. Grundsätzlich zeigten alle Verständnis für die polizeilichen Maßnahmen.  Aufgrund der schlechten Witterung waren Sport-, Spiel- und Parkanlagen sehr schwach frequentiert. Dennoch gab es einzelne Platzverweise und Strafanzeigen wegen Gruppenbildungen zumeist durch Jugendliche und junge Erwachsene. Von Freitag auf Samstag stellte die Polizei insgesamt 12 dieser "Corona-Partys" mit 77 Teilnehmern im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mannheim. Betroffen waren Wiesloch und Walldorf, Weinheim, Neckargemünd, Sinsheim und die Mannheimer Innenstadt. Von Samstag bis Sonntagmorgen waren es lediglich fünf dieser Zusammenkünfte mit 20 Teilnehmern in Wiesloch, Ladenburg und Mannheim. Von Freitagabend bis Sonntagmorgen gab es insgesamt 114 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz. Den größten Teil betrafen die Teilnehmer der "Corona-Partys". Aufgrund der guten Witterung, die zum Spazieren und Flanieren sowie zum Verweilen im Freien einlud, versprach der Sonntag für die Ordnungshüter "spannend" zu werden. Trotz kühlem Wetter zog es vielen Menschen in der gesamten Region ins Freie, um die Sonne zu genießen. Die Naherholungsgebiete in Heidelberg, der Heiligenberg um die Thingstätte und der Königstuhl waren stark frequentiert. Alles Spaziergänger, die Kontaktempfehlungen der Verfügungen berücksichtigten. Die Neckarwiese in Neuenheim war frei. In Mannheim waren der Paradeplatz und die Anlage am Wasserturm ebenfalls ein großer Anziehungspunkt. Die Menschen dort wurden angesprochen und auf die Verfügung der Stadt hinwiesen. Aufgrund weit verbreiteter Unkenntnis, sich dort nicht aufhalten zu dürfen, blieb es bei informatorischen Gesprächen. Darüber hinaus wurden in der gesamten Region nur ganz vereinzelt Verstöße festgestellt, insgesamt mussten mit Stand 17 Uhr 20 Personen angezeigt werden, bei denen der Verdacht besteht, gegen die Bestimmen des Infektionsschutzgesetzes verstoßen haben. "Die Menschen sind in hohem Maße bereit, ihr persönliches Verhalten dieser Krise anzupassen und ihr öffentliches Leben und ihre sozialen Kontakte einzuschränken", sagte  Polizeipräsident Andreas Stenger. Update: Sonntag, 22. März 2020, 18.03 Uhr Heidelberg. (pol/mare) Wie angekündigt, hat die Polizei ihre Präsenz seit Freitag stark erhöht, um die Allgemeinverfügungen der Städte und Gemeinden ab sofort konsequent durchzusetzen. Verstöße und Straftaten gegen das Infektionsschutzgesetz wurden konsequent geahndet, wie die Polizei mitteilte. Und auch in der Nacht zum Samstag gab es zahlreiche Menschenansammlungen, überwiegend von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich teilweise uneinsichtig zeigten. Etliche Feierende wurden an Tankstellen und Skaterparks, auf Parkplätzen und Parkanlagen, an Sportanlagen und -hallen sowie an Waldparkplätzen angetroffen. Es handelte sich um kleinere Gruppen und Ansammlungen von bis zu 15 Personen, die Alkohol und Drogen konsumierten. In vielen Fällen spielten diese auch Musik ab. Das Polizeipräsidium Mannheim registrierte ein Dutzend Partys, bei denen insgesamt 77 Personen angetroffen wurden. Gegen die Teilnehmer werden Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Ein weiterer Schwerpunkt bildete die Einhaltung der Schließung von Gaststätten und Geschäften. Hierbei wurden zehn Gaststättenbetreiber angetroffen, die in und außerhalb ihres Betriebes Gäste an Tischen und Bänken bewirteten. Darüber hinaus hatte ein Blumenladen und ein Elektrogeschäft geöffnet und verkauften Waren. Bei den Streifen wurden auch zahlreiche Kinder und Jugendliche auf geschlossenen Spielplätzen entdeckt. Sie wurden von den Beamten auf die derzeit geltenden Regeln hingewiesen und wurden danach in die Obhut der informierten Erziehungsberechtigten gegeben. Das Polizeipräsidium Mannheim teilte mit, dass ihre Beamten auch in den kommenden Tagen erhöht Präsenz zeigen und verstärkt kontrollieren werden. Update: Samstag, 21. März 2020, 13.28 Uhr Heidelberg/Rhein-Neckar. (pol/mare) Die Polizei will die Allgemeinverfügung und die Corona-Regeln in Heidelberg ab sofort konsequent durchsetzen und ahnden. Die sichtbare Polizeipräsenz werden erhöht und der Kontrolldruck massiv hochgefahren. Das teilte das Polizeipräsidium Mannheim mit.  Dazu sollen die Aufgaben der Polizeireviere priorisiert und zusätzliche Personalressourcen für den Streifendienst zugewiesen werden. "Unser Ziel ist es, durch flächendeckenden Kontrolldruck dafür zu sorgen, dass Menschenzusammenkünfte unterbleiben und die Regeln der Verfügungen beachtet werden", sagte Polizeipräsident Andreas Stenger. "Wir müssen alles tun, um die Infektionsgeschwindigkeit zu verlangsamen. Das hat oberste Priorität." Zudem sei sichtbare Polizeipräsenz und konsequentes Einschreiten nötig, um das Sicherheitsgefühl der Bürger in den menschenleeren öffentlichen Räumen zu bewahren. Die Sozialkontrolle sei in der Krise ein wichtiger Faktor, "um den wir uns mit aller Energie kümmern", sagte Stenger. Stand: Freitag, 20. März 2020
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Heidelberg: Auch Pflegeheim-Mitarbeiter sind infiziert (Update) (Fri, 03 Apr 2020)
Heidelberg. (dns) Im Heidelberger Pflegeheim Bethanien Agaplesion Lindenhof wurde nun auch bei zwei Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen. Nachdem Anfang der Woche bekannt geworden war, dass zwölf Bewohner des Wohnbereichs "Bergstraße" infiziert sind, wurden rund 40 Mitarbeiter vorsorglich überprüft. Am Freitagnachmittag lagen laut Heimleitung die Ergebnisse von 21 Tests vor, bei 19 stehen sie noch aus. Von den infizierten Bewohnern befinde sich derzeit keiner in einem kritischen Zustand, betonte eine Sprecherin des Heims. Ein Erkrankter sei im Krankenhaus, die anderen Betroffenen würden isoliert in ihren Zimmern unter Einhaltung aller behördlichen Vorgaben und Hygienestandards versorgt.  Update: 3. April 2020, 20 Uhr Acht weitere Corona-Fälle im Pflegeheim Von Denis Schnur Heidelberg. Im Pflegeheim Agaplesion Bethanien Lindenhof in Rohrbach stieg die Zahl der Corona-Infizierten auf zwölf. Wie die Heimleitung am Mittwoch auf RNZ-Anfrage mitteilte, wurden acht weitere Bewohner positiv getestet. Schon am Montag hatte man bei vier Senioren die Erkrankung Covid-19 festgestellt. Daraufhin wurden 32 weitere Bewohner vorsorglich überprüft. Bei acht von ihnen fiel der Test positiv aus. Gleichzeitig hat sich am Dienstagabend der Zustand eines Bewohners so sehr verschlechtert, dass er in eine Klinik gebracht werden musste. Den acht Bewohnerinnen und Bewohnern, bei denen das Virus am Mittwoch festgestellt wurde, gehe es dagegen den Umständen entsprechend gut. Sie zeigten bisher keine Symptome und hielten sich isoliert auf ihren Zimmern auf. "Wir sind schwer betroffen. Wir setzen alles daran, die anderen Bewohner zu schützen, und arbeiten ganz eng mit dem Gesundheitsamt zusammen", betonte Michael Thomas, Geschäftsführer des Heims. Neben den Bewohnern wurden auch 30 Mitarbeiter vorsorglich getestet. Deren Ergebnisse sollen am Donnerstag vorliegen. Bislang sind alle Fälle nur in einem Wohnbereich der Einrichtung aufgetreten. Schon Anfang März habe man alle "wohnbereichsübergreifenden Veranstaltungen" abgesagt, so die Heimleitung. Und auch die Mitarbeiter sind jeweils einem Wohnbereich fest zugeordnet. "Ob es in den letzten Tagen zu wohnbereichsübergreifenden Tätigkeiten kam, wird gerade intern geprüft", so die Sprecherin der Einrichtung. Da Seniorenheime in anderen deutschen Städten und in Südeuropa häufig mit sehr schweren Krankheitsverläufen zu tun hatten, überlegt man auch im Rathaus, wie man die Situation in den 14 Heidelberger Pflege- und Seniorenheimen mit insgesamt 1270 Plätzen entzerren kann. Unter anderem hatte man geprüft, ob es sinnvoll ist, einen Teil der Bewohner in leer stehende Hotels zu verlegen. Zumindest in naher Zukunft sei das jedoch keine Option, wie ein Stadtsprecher erklärt: "Nach unserer Einschätzung, die in Gesprächen mit Trägern von Heimen auch bestätigt wurde, sollte versucht werden, die Betreuung der Bewohner, solange es geht, im bestehenden Heim aufrechtzuerhalten." Ausweichquartiere könnten mit Blick auf die körperliche und psychische Verfassung der Bewohner "nur eine letzte mögliche Lösung sein". Außerdem reiche das vorhandene Personal nicht aus, um Parallelstrukturen aufzubauen. Schutzausrüstung sei in allen Pflegeheimen dagegen derzeit ausreichend vorhanden: "Bisher ist uns kein Fall bekannt, bei dem eine notwendige Ausrüstung im Einzelfall nicht zur Verfügung stand. Aber die Bestände sind knapp und der Nachschub ist bekanntermaßen nicht einfach zu organisieren", warnt der Stadtsprecher. Der Krisenstab der Stadt arbeite, wie auch die zuständigen Stellen auf Bundes- und Landesebene, mit Hochdruck daran. Update: Mittwoch, 1. April 2020, 21.15 Uhr Vier Corona-Erkrankte in Pflegeheim Heidelberg. (dns) Nun hat die Lungenkrankheit Covid-19 ein Heidelberger Pflegeheim erreicht: Wie die Leitung am Dienstag mitteilte, wurde die Infektion bei vier Bewohnern des Agaplesion Bethanien Lindenhof in Rohrbach nachgewiesen. Sie befinden sich in ihren Zimmern und sind dort isoliert: "Ihnen geht es den Umständen entsprechend gut. Sie zeigen bisher leichte Krankheitsverläufe", so die Heimleitung. Die vier Erkrankten sind zwischen 70 und 80 Jahre alt und leben im Wohnbereich "Bergstraße" mit 32 anderen Senioren. Diese wurden am Dienstag vorsorglich getestet. Insgesamt wohnen in der Pflegeeinrichtung 102 Menschen. Jedoch sind derzeit alle Mitarbeiter nur in je einem Wohnbereich tätig, zudem gilt seit dem 16. März ein Besucherstopp. Wie sich die Bewohner angesteckt haben, ist unklar: "Da die Inkubationszeit bis zu 14 Tage dauern kann, können wir derzeit den Personenkreis noch nicht eingrenzen, da die Infizierung auch vor dem Besucherstopp hätte passieren können", erklärte eine Heimsprecherin. Nach Bekanntwerden der Fälle wurde für die Einrichtung ein Aufnahmestopp verhängt. Zudem hat die Stadt am Dienstag alle Pflegeeinrichtungen in Heidelberg mit FFP2-Schutzmasken beliefert. "Das Agaplesion wurde aufgrund der Infektionsfälle mit zusätzlichen Masken, Schutzbrillen und -handschuhen versorgt", berichtet ein Stadtsprecher. Weitere Materialien sollen folgen. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt würden weitere Maßnahmen mit der Heimleitung vereinbart. "Das Ziel ist jetzt, eine weitere Ausbreitung des Virus in der Einrichtung möglichst zu verhindern", sagt der zuständige Bürgermeister Wolfgang Erichson. In anderen Pflegeheimen in Deutschland verbreitete sich die Krankheit zum Teil sehr schnell. "Wir setzen alles daran, die anderen Bewohner zu schützen und befolgen alle Anweisungen des örtlichen Gesundheitsamtes", betont Michael Thomas, Geschäftsführer des Agaplesion. Info: Informationen erhalten Angehörige bei den bekannten Ansprechpartnern oder unter Telefon 06221 / 3390-0.
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Corona-Ticker Heidelberg: Frische Luft schnappen wird für Heidelberger noch schwieriger (Update) (Fri, 03 Apr 2020)
Heidelberg. (mün) Kurz vor dem Anstieg der Temperaturen am Wochenende und dem richtigen Frühlingsstart reagiert man im Heidelberger Rathaus. Am Freitagnachmittag wurde mitgeteilt, dass der Aufenthalt in städtischen Parks und Grünanlagen entweder gar nicht oder nur noch sehr eingeschränkt erlaubt ist. So soll das geltende Kontaktverbot durchgesetzt werden, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Die verschärften Regeln gelten ab Samstag, 4. April. Die Polizei kündigt außerdem verstärkte Kontrollen an. Auf der einen Seite setzt man auf noch mehr Verbote. Auf der anderen Seite lässt der Ordnungsbürgermeister Wolfgang Erichson (Grüne) mitteilen, die große Mehrheit der Menschen in der Stadt verhalte sich "diszipliniert und einsichtig". Trotz des sonnigen Wetters der vergangenen Tage und der vielen Menschen im Freien am Nachmittag habe es nur sehr wenige Verstöße gegen das Kontaktverbot gegeben. Erichson geht davon aus, dass das sich das auch bei steigenden Temperaturen nicht ändern werde, lässt er sich zitieren.  Trotzdem setzt man im Rathaus auf folgende verschärften Regelungen: > Komplettes Verbot für die Neckarwiese: Niemand darf mehr die Neckarwiese bei Neuenheim betreten, noch nicht mal drüberlaufen zum Neckarufer oder dort Joggen. Die Stadtverwaltung hat hier ein unbeschränktes Aufenthaltsverbot erlassen. Ein einsames Sonnenbad mit zwei Metern Abstand zu anderen Menschen ist genauso verboten wie ein Picknick mit den Kindern oder dem Lebenspartner.  > Beschränktes Aufenthaltsverbot: In vielen anderen Grünanlagen (siehe Liste unten) darf man nur noch Joggen, einen Spaziergang machen oder den Hund ausführen. Immerhin: Auf eine Bank darf man sich noch setzen, aber mit dem eigenen Nachwuchs eine Runde Federball oder Fußball spielen, ist ab Samstag ebenfalls verboten. Durch diese Parks und Grünanlagen darf man noch gehen: − das Neckarvorland in Wieblingen − der Grahampark − die Anlage Werderplatz − die Schwanenteichanlage − der Stadtgarten − die Anlagen Danteplatz, Zähringerstraße sowie Sickingenstraße − die Käthchen-Förster-Anlage − die Anlage am Oberdorfplatz − die alla hopp!-Anlage − der Heimgarten − die Josef-Ammann-Anlage − die Hostig − die Bühlersche Wiese − der Platz der Begegnung − der Ebert-Platz − das Kuchenblech − der Fürstendamm − der Schlautersteig − die Aussichtsplattform am Königstuhl − die Wolzel- und die Emmertsgrundsenke − der Zollhofgarten − die Promenade in der Bahnstadt Wie bisher bleiben auch alle Schulhöfe, Spielplätze und Freizeitanlagen gesperrt. Hier sind jegliche Nutzung und der Aufenthalt untersagt. Update: 3. April 2020, 17.45 Uhr Heidelberg. (RNZ/mare) Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises hat gemeinsam mit den weiteren Krankenhäusern in Heidelberg sowie den kreiseigenen GRN-Kliniken unter Leitung des Universitätsklinikums Heidelberg eine Covid-19-Koordinierungsstelle eingerichtet. Als Partner und Schnittstelle zum Rettungsdienst arbeitet zudem die Integrierte Leitstelle Rhein-Neckar/Heidelberg (ILS) eng mit ihr zusammen. Das teilt das Landratsamt mit. Die Covid-19-Koordinierungsstelle dient als zentrale Anlaufstelle für einen bedarfsentsprechenden Umgang mit stationär aufgenommenen Covid-19-Patienten. In Echtzeit haben die Ärzte mittels einer Software den Überblick, wo im Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg welche Kapazitäten vorhanden sind. "Es ist gut und richtig, dass in dieser schwierigen Phase die Kliniken in Heidelberg und im Landkreis zusammenrücken und gemeinsam an einem Strang ziehen. So kann besonders die intensivmedizinische Versorgung in einer Krisensituation noch effektiver koordiniert werden", sagt Landrat Stefan Dallinger. "Wir haben in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis eine sehr gute Gesundheitsversorgung. Es freut mich, dass bei der Bewältigung der Corona-Pandemie alle Kliniken und Krankenhäuser gemeinsam agieren",  lobt auch Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner die neue Koordinierungsstelle. So könnten Kapazitäten für Intensivpatienten bestmöglich ausgenutzt und bei Bedarf auch schneller ausgebaut werden. "Es ist wichtig, die Verteilung der Patienten und die Belegung der Betten in Heidelberg und der Region zentral zu koordinieren", sagt Prof. Dr. Popp, Sektionsleiter Notfallmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg, der gemeinsam mit Dr. Michael Preusch von der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie die Covid-19-Koordinierungsstelle leitet. "So können bestehende Strukturen, die im Krisenfall an die Belastungsgrenze kommen, effizient entlastet werden." Grundlage der Covid-19-Koordinierungsstelle ist eine mit Unterstützung des Softwarekonzerns SAP aufgesetzte gemeinsame Datenplattform, auf der die Krankenhäuser möglichst aktuell ihre verfügbaren Kapazitäten melden. Schon seit Wochen bereiten sich die Kliniken in der Region auf eine steigende Zahl von Patienten vor und haben ihre Kapazitäten ausgeweitet. Momentan werden für Covid-19-Patienten aller Behandlungsstadien (Isolier-Normalstation, Intensivstation und Intensivbetten mit Beatmungsgeräten) insgesamt rund 370 Betten koordiniert. Aktuell sind davon etwa 140 mit Covid-19-Patienten belegt. Die Zahl der durch die Covid-19-Koordinierungsstelle verwalteten Betten kann übrigens – an die jeweilige Lage angepasst – durch die Krankenhäuser der Region kurzfristig erweitert werden. Dazu wurde mittlerweile ein sogenannter interklinischer Stab eingerichtet, in dem neben dem Bettenthema auch die Frage der Logistik zur Versorgung mit Schutzausrüstung und ein gemeinsames Behandlungsschema für Covid-19-Patienten erörtert werden. Allerdings ist grundsätzlich für kurzfristige Erweiterungen der Bettenkapazitäten neben dem Faktor persönliche Schutzausrüstung insbesondere das verfügbare Personal entscheidend. Dies trifft insbesondere auch auf die rund 80 Alten- und Pflegheime im Rhein-Neckar-Kreis sowie die 14 in Heidelberg zu. Auch dort beschäftigt sich die Stadt mit möglichen Ausweichimmobilien. Es soll aber zunächst versucht werden, die Betreuung der Bewohner so lange es geht im bestehenden Heim aufrechtzuerhalten und vorhandene sächliche und personelle Ressourcen dort zu investieren. Update: Freitag, 3. April 2020, 13.13 Uhr Heidelberg. (RNZ/mare) Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises hat am Donnerstag, 2. April 2020, den ersten Todesfall im Stadtgebiet Heidelberg bestätigt. Es handelt sich um eine über 80 Jahre alte Frau, die in einer Heidelberger Klinik verstarb. "Es war leider nur eine Frage der Zeit, nun ist die erste Bürgerin aus Heidelberg an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden. Der Fall macht uns allen noch einmal klar: Das Virus ist gefährlich, es fordert Menschenleben. Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, dass sich das Virus nicht schnell verbreitet. Nur dann wird unser Gesundheitssystem nicht überlastet. Nur dann bekommt jeder Erkrankte in unseren Kliniken die Behandlung, die er braucht", sagt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. Im Stadtgebiet Heidelberg liegt die Gesamtzahl aller bislang positiv getesteter Personen am Donnerstag bei 213. Insgesamt befinden sich laut Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, aktuell 393 Personen in Quarantäne. Von den seit Beginn der Corona-Pandemie 213 gemeldeten Infizierten aus Heidelberg sind zwischenzeitlich schon 63 Personen wieder vollständig gesundgeworden. Gemeinderat kann erstmals Beschlüsse im elektronischen Verfahren fassen Der Heidelberger Gemeinderat entscheidet bis Dienstag, 7. April, erstmals in seiner Geschichte in einem elektronischen Verfahren über insgesamt 22 Tagesordnungspunkte. Dabei handelt es sich aber nicht um eine digitale Gremiensitzung. Die Stadträtinnen und Stadträte haben mehrere Tage Zeit, sich Vorlagen zu Tagesordnungspunkten anzuschauen. Wenn sie mit einem Beschlussvorschlag nicht einverstanden sind, können sie schriftlich widersprechen. Wenn sie einverstanden sind, müssen sie gar nichts tun. Ein Tagesordnungspunkt gilt nur dann als beschlossen, wenn es keinen einzigen Widerspruch gibt. Zu den Projekten in diesem Durchlauf zählen beispielsweise die Beteiligungsverfahren zum Einzelhandels- und zum Stadtentwicklungskonzept, die Geschwisterermäßigung in Kindertageseinrichtungen freier Träger oder die Fortschreibung des Straßenzustandskatasters. "Es ist wichtig, dass wir auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleiben und politische Beschlüsse zu stadtrelevanten Projekten herbeiführen", sagt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. Das elektronische Verfahren sei nicht für alle Projekte möglich. Aber es gehe gut bei Themen, bei denen keine kontroversen politischen Debatten und Abwägungsprozesse zu erwarten seien. Für andere Themen brauche man nach wie vor Sitzungen des Gremiums. Die Besonderheit am elektronischen Verfahren: Die Räte müssen einem Beschlussvorschlag nicht aktiv zustimmen, ein Nicht-Melden gilt als Einverständnis. Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, die einem Beschlussvorschlag nicht zustimmen möchten, haben bis Dienstag, 7. April, 23.59 Uhr Gelegenheit zum Widerspruch. Alle Vorlagen beziehungsweise Anträge, zu denen bis zum Ablauf dieser Frist keine Widersprüche eingegangen sind, gelten als beschlossen beziehungsweise im Beratungslauf abgeschlossen. Im elektronischen Verfahren gibt es keine Beschlüsse mit Mehrheit. Wenn auch nur eine oder einer der 48 Stadträtinnen und Stadträte widerspricht, gilt eine Vorlage oder ein Antrag als nicht beschlossen und muss auf die Tagesordnung einer regulären Gemeinderatssitzung geschoben werden.   Die 22 Beschlussvorlagen für die Gemeinderäte sind wie bisher auch auf der Homepage der Stadt Heidelberg im Bürgerinformationssystem einsehbar: https://ww1.heidelberg.de/buergerinfo/infobi.asp  Tipps und Unterstützung für Familien mit Kindern Kita geschlossen, Schulunterricht zu Hause, gereizte Stimmung oder Langeweile in den eigenen vier Wänden: Familien mit Kindern stehen in der Corona-Krise vor besonderen Herausforderungen. Angebote und Ansprechpartner, die den Familienalltag unterstützen, sind hier eine große Hilfe. > Entlastung  Keine Kitakosten: Für die Dauer der Schließung werden in den städtischen Kitas in Heidelberg keine Betreuungs- und Verpflegungsentgelte erhoben. Auch in der Kindertagespflege erhebt die Stadt Heidelberg für diese Zeit keine Kostenbeiträge. Diese Regelung gilt nicht für Kinder, die eine Notbetreuung in den Einrichtungen erhalten. Einkaufshelfer/-innen: Nicht nur Senioren brauchen derzeit Unterstützung beim täglichen Einkauf. Auch Familien, die in häuslicher Quarantäne sind, können Hilfe gut gebrauchen. Die Stadt Heidelberg gibt eine Übersicht über die Angebote auf www.heidelberg.de/coronavirus > Hilfsangebote in Heidelberg >Hilfe in der Nachbarschaft. Staatliche Hilfen: Vom Notfall-Kinderzuschlag bis zur Lohnfortzahlung bei Kinderbetreuung: Das Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet täglich aktualisierte Informationen über staatliche Hilfen und Serviceangebote für Familien. > Betreuung Notbetreuung in Schulen und Kitas: Zunächst bis 19. April bleiben wegen der Corona-Pandemie in ganz Deutschland Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen. Allerdings ist eine Notbetreuung für Kita-Kinder, Kinder in der Tagespflege und Schulkinder bis einschließlich Klassenstufe 6 eingerichtet. Sie ist auch in den Osterferien vom 6. bis 17. April 2020 gewährleistet. Voraussetzung der Notbetreuung ist, dass die Erziehungsberechtigten der Kinder im Bereich der "kritischen Infrastruktur" tätig sind und an ihren Arbeitsplätzen benötigt werden. > Lernen Daheim lernen mit der Stadtbücherei: Die Schulen sind geschlossen, die Abschlussprüfungen verschoben – und trotzdem müssen Schülerinnen und Schüler weiter lernen. Die Stadtbücherei Heidelberg unterstützt mit verschiedenen Angeboten vom Brockhaus Schülertraining bis zur fachspezifischen Linksammlung für Abiturienten. Stay@home: Lernvideos für Kinder und Jugendliche und vieles mehr hat der Stadtjugendring unter dem Angebot stay@home auf seiner Homepage www.sjr-heidelberg.de im Angebot. > Beratung Von der Erziehungsberatung über Beratungsangebote zu den Themen häusliche Gewalt, Kinderschutz, Schwangerschaft, Sucht, Behinderung, Pflege und vieles mehr gibt es für Familien auf der Homepage der Stadt hier. > Freizeit Mehr über die Tiere im Heidelberger Zoo erfahren, virtuell die Sammlung des Kurpfälzischen Museums erkunden, Bücher, Hörbücher und Zeitschriften von der metropolbib.de der Stadtbücherei herunterladen, Konzerte des "Heidelberger Frühling" gemeinsam erleben – das und noch viel mehr können Familien entdecken auf der Homepage der Stadt hier. Update: Donnerstag, 2. April 2020, 15.35 Uhr Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat die Stadtverwaltung Heidelberg alle städtischen Verwaltungsgebäude geschlossen. Ab sofort sind die Bürgerämter in den Stadtteilen sowie die Zulassungs- und Führerscheinstelle nur telefonisch erreichbar. Das teilt die Stadt mit. Zu folgenden Zeiten nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort Anrufe entgegen: am Montag von 8 bis 12 Uhr, von Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und am Freitag von 8 bis 12 Uhr. Der Kontakt ist außerdem jederzeit per E-Mail oder schriftlich möglich. Die Bürgerämter sind telefonisch zu erreichen unter der zentralen Telefonnummer 06221/58-47980 und per E-Mail an buergeramt@heidelberg.de, die Kfz-Zulassungsstelle unter der Telefonnummer 06221/58-43700 oder per E-Mail an kfz-zulassungen@heidelberg.de und die Führerscheinstelle unter der Telefonnummer 06221/58-13444 und per E-Mail an fuehrerscheinstelle@heidelberg.de. Persönliche Terminvereinbarung gibt es nur in dringenden und unaufschiebbaren Fällen.  Kann ein Anliegen nicht telefonisch, schriftlich oder per E-Mail bearbeitet werden, besteht in dringenden und unaufschiebbaren Fällen die Möglichkeit, einen persönlichen Termin zu vereinbaren. Persönliche Vorsprachen sind nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung in den Bürgerämtern Handschuhsheim, Kirchheim und Ziegelhausen sowie in der Kfz-Zulassungsstelle und der Führerscheinstelle möglich. Persönliche Termine sind dort auch für Bürgerinnen und Bürger aus allen anderen Stadtteilen möglich.    Viele Anliegen können auch rund um die Uhr über das digitale Angebot erledigt werden. Die Online-Services sind zu finden unter www.heidelberg.de/formulare  Öffentliche Spiel- und Bolzplätze gesperrt, Grünanlagen offen In Zeiten der Coronakrise ist der Aufenthalt auf öffentlichen Grün- und Spielflächen klar geregelt. Das oberste Gebot lautet: Abstand halten. Gesperrt sind deshalb öffentliche Spiel- und Bolzplätze. Dazu zählen auch Boulebahnen und sonstige öffentliche und private Freizeit- und Sportanlagen. Die Heidelberger Grün- und Parkanlagen sind zugänglich, allerdings gelten hier die Regeln der Corona-Verordnung der Landesregierung: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushalts gestattet. Zu anderen Personen ist im öffentlichen Raum, wo immer möglich, ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Das Neckarvorland ist aktuell allerdings gesperrt. Hintergrund sind die Erfahrungen der Tage vor der weitgehenden Ausgangssperre. Es hatten sich sehr viele Menschen auf der Wiese aufgehalten – trotz aller Appelle zur sozialen Distanzierung. Aktuell nutzt die Stadt die Sperrung zudem für die im Frühjahr üblichen Pflege- und Reinigungsarbeiten. Seit Montag, 30. März 2020, ist dort eine Reinigungsmaschine des städtischen Landschafts- und Forstamts im Einsatz. Sie beseitigt unter anderem die Hinterlassenschaften der Gänse aus der Wintersaison. Die trockene Witterung ist hierfür günstig, denn auf nassem Rasen kann die Maschine nicht eingesetzt werden. Zudem finden Rasenpflege- und weitere Reinigungsarbeiten sowie Reparaturen statt. Update: Mittwoch, 1. April 2020, 16.08 Uhr Heidelberg. (dns) Die Zahl der Corona-Infizierten in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis steigt weiter: Mittlerweile hat das Gesundheitsamt 186 Fälle im Stadtgebiet und 591 im Kreis registriert – 15, beziehungsweise 37 mehr als am Vortag. Tatsächlich sind die Zahlen wohl höher, da die Infektion bei den meisten Menschen milde oder ohne Symptome verläuft – und oft nicht bemerkt wird. Von den registrierten Fällen ist in Heidelberg aber über ein Viertel (50 Personen) wieder genesen, im Rhein-Neckar-Kreis 179. Diese Menschen dürfen die häusliche Quarantäne wieder verlassen. In dieser befinden sich aktuell 1311 Menschen im Kreis- und 398 im Stadtgebiet. Covid-19 erreicht Heidelberger Pflegeheim Wie die Leitung am Dienstag mitteilte, wurde die Infektion bei vier Bewohnern des Agaplesion Bethanien Lindenhof in Rohrbach nachgewiesen. Sie befinden sich in ihren Zimmern und sind dort isoliert: "Ihnen geht es den Umständen entsprechend gut. Sie zeigen bisher leichte Krankheitsverläufe", so die Heimleitung. Die vier Erkrankten sind zwischen 70 und 80 Jahre alt und leben im Wohnbereich "Bergstraße" mit 32 anderen Senioren. Diese wurden am Dienstag vorsorglich getestet. Insgesamt wohnen in der Pflegeeinrichtung 102 Menschen. Jedoch sind derzeit alle Mitarbeiter nur in je einem Wohnbereich tätig, zudem gilt seit dem 16. März ein Besucherstopp. Wie sich die Bewohner angesteckt haben, ist unklar: "Da die Inkubationszeit bis zu 14 Tage dauern kann, können wir derzeit den Personenkreis noch nicht eingrenzen, da die Infizierung auch vor dem Besucherstopp hätte passieren können", erklärte eine Heimsprecherin. Nach Bekanntwerden der Fälle wurde für die Einrichtung ein Aufnahmestopp verhängt. Zudem hat die Stadt am Dienstag alle Pflegeeinrichtungen in Heidelberg mit FFP2-Schutzmasken beliefert. "Das Agaplesion wurde aufgrund der Infektionsfälle mit zusätzlichen Masken, Schutzbrillen und -handschuhen versorgt", berichtet ein Stadtsprecher. Weitere Materialien sollen folgen. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt würden weitere Maßnahmen mit der Heimleitung vereinbart. "Das Ziel ist jetzt, eine weitere Ausbreitung des Virus in der Einrichtung möglichst zu verhindern", sagt der zuständige Bürgermeister Wolfgang Erichson. In anderen Pflegeheimen in Deutschland verbreitete sich die Krankheit zum Teil sehr schnell. "Wir setzen alles daran, die anderen Bewohner zu schützen und befolgen alle Anweisungen des örtlichen Gesundheitsamtes", betont Michael Thomas, Geschäftsführer des Agaplesion. Info: Informationen erhalten Angehörige bei den bekannten Ansprechpartnern oder unter Telefon 06221 / 3390-0. Update: Dienstag, 31. März 2020, 19.45 Uhr Heidelberg, (RNZ/mare) Die meisten Parkhäuser in Heidelberg bleiben auch während der Corona-Pandemie regulär für die Nutzerinnen und Nutzer geöffnet. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Einzig die Parkhäuser P3 Crowne Plaza und P7 Kaufhof haben derzeit aufgrund der aktuellen Lage geschlossen. Alle anderen Parkhäuser sind wie gewohnt erreichbar. Zwei Ausnahmen gibt es bei den Parkhäusern P1 Poststraße und P2 Bauhaus: Im Parkhaus P1 stehen derzeit aufgrund von Umbauarbeiten etwas weniger Parkplätze zur Verfügung. Das Parkhaus P2 ist seit Ende 2019 geschlossen. Update: Montag, 30. März 2020, 16.40 Uhr Heidelberg. (RNZ/hob/rl) Die Stadt Heidelberg hat eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die ab dem morgigen Freitag, 20. März, gilt. Die bisherige Allgemeinverfügung vom 16. März ist damit aufgehoben. Die neue Verfügung geht in einigen Bereichen über die Corona-Verordnung der Landesregierung vom 17. März hinaus. "Die Erfahrungen des vergangenen Wochenendes und der letzten Tage haben uns gezeigt, dass wir ein neues Instrumentarium benötigen", sagte ein Stadtsprecher auf Anfrage der RNZ. Bei dem schönen Wetter hatten sich auf der Neckarwiese und an anderen Orten immer wieder größere Gruppen zusammengefunden. Natürlich werde die Allgemeinverfügung mit Augenmaß durchgesetzt: "Wir werden mit Sicherheit keine Familie mit vier Kindern oder auch Paare auseinanderreißen." Wenn sich aber Gruppen von Freunden oder Bekannten nicht an die Vorgaben halten, müssten sie auch mit Zwang rechnen. Die neuen Vorgaben im einzelnen: > Ansammlungen und örtliche Zusammenkünfte im öffentlichen Raum sind untersagt. Dazu gehören zum Beispiel Zusammenküfte in Schulhöfen oder öffentlichen Grünflächen, die aus mehr als fünf Personen bestehen. Bei Personen-Ansammlungen von unter fünf Personen ist ein Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. > Der Betrieb von Gastronomie-Einrichtungen wird untersagt. Es dürfen nur solche Einrichtungen (Gaststätten, Gastronomieeinrichtungen, Personalrestaurants, Kantinen) für den externen Publikumsverkehr geöffnet werden, wenn ausschließlich ein Mitnahme-Service für Speisen oder Getränke eingerichtet wird. Der Verzehr im Lokal oder die Außenbewirtschaftung ist untersagt. Für Rückfragen von Gastronomen ist das Bürger- und Ordnungsamt unter der E-Mail-Adresse buergeramt@heidelberg.de oder den Telefonnummern 06221/58-17702 und 06221/58-13540 erreichbar. Die Betreiber der Gastronomieeinrichtungen müssen dafür sorgen, dass > die erforderlichen Hygienestandards eingehalten werden > der Zutritt gesteuert wird  > Warteschlangen vermieden werden. In Sachen Warteschlangen erwartet die Stadt von den Betreibern, dass genügend Personal dafür bereitsteht, zu jedem Zeitpunkt den geforderten Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Wartenden einzuhalten. Bei Nichtbeachtung dieser Vorgaben droht die Festsetzung eines Zwangsgeldes in Höhe von 2000 Euro. Über die durch die Landesverordnung genannten Einrichtungen hinaus dürfen in Heidelberg explizit auch diese Einrichtungen nicht mehr für den Publikumsverkehr geöffnet werden: > Seniorentreffpunkte > Nagelstudios, Sonnenstudios, Kosmetikstudios und ähnliche Einrichtungen (nicht Frisöre) > Infostände > Camping- und Mobilhome-Anlagen Update: Donnerstag, 19. März 2020, 16.30 Uhr Von Denis Schnur, Holger Buchwald und Sebastian Riemer Heidelberg. Cafés zu? Restaurants geben nur noch Essen zum Mitnehmen aus? Und die Läden? In Heidelberg herrschte am Dienstag noch große Verwirrung, welche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus denn schon greifen und welche nicht. Deshalb hat die Stadt ihre Allgemeinverfügung am Nachmittag noch einmal konkretisiert. Der Gastronomie-Betrieb ist verboten – "das gilt auch für die Außenbewirtschaftung", so ein Stadtsprecher. Einzige Ausnahme: Speiselokale – also Gaststätten im Sinne des Gaststättengesetzes sowie Kantinen – dürfen Essen zum Mitnehmen anbieten. Doch niemand darf vor Ort bewirtet werden, auch nicht im Freien. Restaurants, die eine festinstallierte Außenbestuhlung haben, müssen Schilder aufstellen, mit denen sie die darauf hinweisen, dass dort keiner sitzen darf. "Bei unseren Kontrollen wäre sonst nicht zu unterscheiden, ob es sich um Gäste oder Passanten handelt, die sich hier niedergelassen haben", so der Sprecher. Dass diese erneute Information dringend nötig war, zeigte ein Rundgang durch Heidelberg am Nachmittag: In manchen Restaurants saßen ganz normal Gäste, andere wurden draußen bedient – und wieder andere setzten die Verordnung korrekt um, gaben nur Essen zum Mitnehmen aus. Ein Café in Bergheim hatte drinnen aufgestuhlt, aber die Tische außen waren fast voll belegt. "Das ist ja weiter erlaubt", sagte der Geschäftsführer – und war damit im Irrtum. Viele Unsicherheiten bleiben auch nach der Konkretisierung durch die Stadt weiter bestehen: Unklar ist etwa, ob Eisdielen geöffnet bleiben dürfen. So geben sie zwar "Essbares" aus – gehören aber nicht zur Grundversorgung. "Da erwarten wir die angekündigte Verordnung des Landes und entscheiden es morgen" so der Stadtsprecher. Auch viele Cafés, die etwa Baguettes anbieten, bewegen sich in einer Grauzone – weshalb die Stadt nun eine Hotline für Gastronomen eingerichtet hat. Viele machten am Dienstag aber ohnehin einfach zu. "Haben fertig!", meinte etwa ein Café-Betreiber in der Märzgasse – in Anlehnung an den Fußballtrainer Giovanni Trapattoni. Bei den Geschäften war es ähnlich: Die meisten – vor allem die großen Ketten – waren ganz normal offen, auch wenn wenigen Heidelbergern nach Shoppen zumute war. Andere reduzierten ihre Öffnungszeiten. Manche schlossen bereits ganz – obwohl sie es eigentlich noch gar nicht mussten. "Ich habe heute drei Nachrichtensendungen gesehen und überall hieß es: Die Geschäfte müssen schließen", erklärte Julia Gless vom "Room Mate" in der Plöck. Dass diese von Bund und Ländern vereinbarten Maßnahmen erst noch konkret als Anordnung umgesetzt werden müssen, war ihr – und vielen anderen Ladeninhabern – nicht klar. Also hatte Gless am Dienstag schon in sozialen Netzwerken erklärt, dass sie jetzt schließe. Manche Läden verwiesen mit Aushängen darauf, dass sie mit der sofortigen Schließung helfen wollten, die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. Auch das Verbot, Spielplätze zu benutzen, wurde heute noch von manchen Familien ignoriert. "Wir wollen jetzt jede Form von Menschenansammlungen vermeiden", sagte der Stadtsprecher. Bei den Kontrollen durch Kommunalen Ordnungsdienst, Gemeindevollzugsdienst und Polizei gehe es in den nächsten Tagen aber in erster Linie um Information – nicht Sanktion. "Wir können nicht davon ausgesehen, dass schon jeder alle Einzelheiten der Verfügung mitgekriegt hat", so der Stadtsprecher. Mögliche Bußgelder würden erst im nächsten Stadium verhängt – ihre Höhe ist noch unklar. Hart trifft die Einschränkung des Tourismus die Hotels. Das "Heidelberg Suites" am Neuenheimer Neckarufer machte am Dienstag zu – vorerst bis 20. April. "Wir hatten nur noch eine australische Familie zu Gast", so Inhaber Peter Hütter. Das große Marriott Hotel in Bergheim schließt am Freitag. Dort sind 110 Mitarbeiter beschäftigt. Info: Rückfragen von Gastronomen an: corona.ordnungsamt@heidelberg.de, Tel. 06221 / 58-17702 und 06221 / 58-13540.
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Heidelberg: Jury einigt sich per Videokonferenz auf Brentano-Preisträger (Update) (Fri, 03 Apr 2020)
Von Volker Oesterreich Der Heidelberger Clemens-Brentano-Preis ist in mehrfacher Hinsicht herausragend im deutschen Literaturbetrieb: Er schlägt eine Brücke vom Geist der Romantik zum Hier und Jetzt; er fördert im vierjährigen Zyklus Autorinnen und Autoren der Gattungen Lyrik, Essayistik, Erzählungen und Roman; und er gilt vorrangig der Förderung junger Talente, was auch bei der Jury-Zusammensetzung berücksichtigt wird, denn dieses Gremium besteht aus jeweils drei Profis des Literaturbetriebs und aus Studierenden des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg. Ergänzt wird es durch eine Jury-Sprecherin oder -Sprecher zur Vermeidung von Pattsituationen und zur Leitung der finalen Preisrichter-Runde. Levin Westermann, der Preisträger dieses Jahres, wurde aufgrund der Corona-Krise während einer Video-Konferenz gewählt. Der Lyriker erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnungen für seinen im Vorjahr im Verlag Matthes & Seitz erschienenen Gedichtband "bezüglich der schatten" (158 Seiten, 20 Euro). In der Jury-Begründung heißt es, Westermanns Gedichte lebten von suggestiven Bildern, vom Rhythmus der Sprache und von seiner Arbeit am Klang: "Zum postapokalyptischen Sound und einer intimen Auseinandersetzung mit Trauer und Verzweiflung angesichts der Zerstörbarkeit des Leibes sowie der Natur gesellen sich Humor und sprachlicher Glanz. Die Gedichte nehmen jedes einzelne Wort ernst und fügen sich zu Zyklen mit einer jeweils eigenen Form. Dabei bewegen sie sich in einem weiten Raum literarischer Tradition." Geboren wurde Westermann 1980 in Meerbusch bei Düsseldorf, er studierte an der Hochschule der Künste in Bern und lebt als freier Schriftsteller in Biel. Seine ersten Gedichte publizierte er in Anthologien und Literaturzeitschriften. 2010 gewann er den Lyrikpreis beim 18. Open Mike. Mit "unbekannt verzogen" legte er Ende 2012 im Verlag luxbooks seinen ersten Lyrikband vor. Ein Jahr später gehörte er zu den Stipendiaten des Literarischen Colloquiums am Berliner Wannsee. 2014 erhielt Westermann den Orphil-Debütpreis der Stadt Wiesbaden, 2017 folgte mit "3511 Zwetajewa" der zweite Lyrikband. Für dieses Jahr wählte ihn die Stadt Tübingen zu ihrem neuen Stadtschreiber. Der Heidelberger Brentano-Preis wird seit 1993 jährlich an Autorinnen und Autoren vergeben, die mit ihren Erstlingswerken bereits die Aufmerksamkeit von Kritikern und Lesern auf sich gelenkt haben. Zur diesjährigen Jury gehörten Thorsten Dönges (Literarisches Colloquium Berlin), Christine Lötscher (Kritikerin und Dozentin der Universität Zürich), Martina Senghas (SWR) sowie Jan Wiele (FAZ-Feuilleton). Studentische Jurymitglieder waren Rebecca Hoppe, Johanna Graziotto und Alina Jacobs. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählten unter anderen Saskia Hennig von Lange, Wolfgang Herrndorf, Felicia Zeller, Clemens Meyer und Anna Katharina Hahn. Der Preis wird Levin Westermann voraussichtlich am 22. Juli im Heidelberger Prinz Carl überreicht. Am Vorabend ist eine Lesung aus seinem Werk in der Stadtbücherei geplant. Update: 3. April 2020, 19 Uhr
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Lahmgelegt: Viele Heidelberger Clubs trifft die Corona-Krise hart (Fri, 03 Apr 2020)
Von Anica Edinger Heidelberg. Der Stichtag war der 13. März. Er wird vielen Club-Betreibern noch lange in Erinnerung bleiben – als der Tag, an dem die Stadt den Clubs die Türen schloss. Und das ganze vier Tage, bevor sie das gesamte öffentliche Leben samt Restaurants, Bars, Museen und anderen Kultureinrichtungen lahmlegte. Kein Wunder also, dass die Corona-Krise Clubs, die überall in Deutschland auch ohne Virus ständig ums Überleben kämpfen, besonders hart trifft. Wie lange können sie ohne Besucher durchhalten? Die RNZ hat sich umgehört. > Halle 02: Die Halle 02 in der Bahnstadt hat in ihrer 18-jährigen Geschichte schon viel mitgemacht – eine komplette Schließung vom einen auf den anderen Tag zählt nicht dazu. Und weil die Halle unter allen Heidelberger Clubs, Konzert- und Kulturhäusern "der größte Tanker ist", wie es Geschäftsführer Felix Grädler ausdrückt, und ohne städtische Finanzhilfen auskommen muss, wird sie die Krise wohl am schwersten treffen. Ein Grund dafür sind die enorm hohen monatlichen Fixkosten. Über 100.000 Euro müssen laut Grädler aufgebracht werden. Dazu zählt etwa die Miete, die die Halle an die Stadt zahlen muss. Man verhandle gerade, inwiefern sie ausgesetzt oder reduziert werden kann. Ein Ergebnis gibt es noch nicht. Sorgen machen sich Grädler und sein Geschäftsführer-Kollege Hannes Seibold deshalb auch um ihre Mitarbeiter – und die Halle hat davon viele, mehr als alle anderen Clubs in der Stadt: "Für sie ist das ein herber Einschnitt", sagt Grädler. Alle 20 Festangestellte seien seit 13. März in Kurzarbeit, für die über 80 Mini-Jobber, die bei Veranstaltungen an Bar oder Garderobe arbeiten, gibt es keine Lösung. In den sozialen Netzwerken macht die Halle 02 jetzt kräftig Werbung für ihre Spendenkampagne unter dem Motto "Eine Hand wäscht die andere". Der Appell: Bereits gekaufte Tickets für abgesagte Konzerte behalten und auf die Erstattung verzichten. Zudem kann man ab sofort ein Ticket kaufen für eine große Party nach der Corona-Krise. Retten wird das allein die Halle 02 aber wohl nicht. Deshalb heißt die Strategie: Fixkosten drücken. Die Gewerbesteuervorauszahlung, die monatlichen Gema-Gebühren, der Beitrag für die Künstlersozialkasse: All das versuchen die Geschäftsführer Grädler und Seibold gerade, irgendwie auszusetzen – um so wenigstens noch ein paar Monate ohne Gäste zu überleben. Denn dass sie bald wieder aufmachen dürfen, damit rechnen Grädler und Seibold nicht. "Wir waren die ersten, die zumachen mussten, und wir werden die letzten sein, die wieder öffnen dürfen." > Breidenbach: Bis Mai, davon ist Shiva Hamid überzeugt, kann das Breidenbach in der Hebelstraße 18 auch ohne Club-Veranstaltungen noch über die Runden kommen. Die Mitgründerin der Breidenbach Studios weiß, dass die Krise sie nicht so hart treffen wird wie andere Clubs – vorerst. "Wir haben noch das Co-Working in Heidelberg und anderen Standorten", sagt Hamid, "deshalb bricht nicht komplett alles weg." Und dennoch: "Es ist eine wahnsinnig unsichere Situation." Deshalb haben auch die Breidenbach Studios eine Spendenaktion auf die Beine gestellt. Im Internet kann man spenden unter www.startnext.com/breidenbach. Auch eine "After-Corona-Party" ist geplant. Denn: "Wenn wir wieder feiern dürfen, dann mit einem Knall", sagt Hamid. > Ginsburg: "Abwarten", das ist die Strategie von Daniel Habtom, einer der insgesamt drei Betreiber des Ginsburg in der Friedrich-Ebert-Anlage. "Mehr kann man aktuell nicht machen", sagt er. Es sei momentan überhaupt viel zu früh, eine Prognose für die Zukunft abzugeben. Schließlich wisse keiner, wie lange die aktuelle Situation noch anhalte. Das Positive daran: "Wir sind nicht allein." Die Krise "trifft uns alle hart", sagt Habtom. Diese schwere Last: "Wir tragen sie gemeinsam." > Tangente: Yusuf Topal, der Inhaber der Tangente in der Kettengasse, hofft inständig, dass die Maßnahmen nach den Osterferien wenigstens ein wenig gelockert werden – so richtig glaubt aber auch er nicht daran. Klar ist: Es wird auch für die Tangente in der Zeit danach schwer werden. Auch dort müssen die Pacht, die Strom- und Sozialabgaben bezahlt werden. Die Soforthilfe des Landes Baden-Württemberg, die für Soloselbstständige wie Topal mit bis zu fünf Mitarbeitern für drei Monate 9000 Euro garantiert, sei nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". Dennoch sagt er pragmatisch: "Das ist jetzt die Lage der Welt – und viele Länder trifft es noch viel härter."
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Heidelberger vermittelt Helfer: Viantro startet Initiative für Menschen, die Kliniken unterstützen wollen (Fri, 03 Apr 2020)
Von Barbara Klauß Heidelberg. Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Viele Kliniken in Deutschland bereiten sich wegen der Corona-Pandemie auf hohe Patientenzahlen vor. Und einige von ihnen schlagen Alarm: Vielerorts fehle es an Material – aber auch an Personal. Vor wenigen Tagen haben etwa Berliner Krankenhäuser eindringlich um Hilfe gebeten und erklärt, sie seien auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Zur Organisation dieser Unterstützung will Viantro einen Beitrag leisten, ein Heidelberger Unternehmen mit 30 Mitarbeitern, das eine Plattform zur Vermittlung von Ärzten betreibt. "Wir habe uns gefragt, was wir in dieser Situation mit unseren Ressourcen tun können, um die Überlastung des Systems zu reduzieren", erklärt Gründer und Geschäftsführer Kim Kernbichler, der bis 2016 selbst als Arzt gearbeitet hat. So entstand die Initiative "Gemeinsam gegen Covid". Auf der Website (gemeinsamgegencovid.de) können sich Helfer registrieren – egal ob sie medizinische Erfahrungen haben oder nicht. Die Daten werden den Kliniken zur Verfügung gestellt, die sich dann direkt bei potenziellen Helfern in ihrer Region melden können. "Ziel ist es, das medizinische Personal an den Kliniken zu entlasten und die medizinische Versorgung sicherzustellen", erklärt Kernbichler und fügt hinzu: "Für die Vermittlung über die Initiative gemeinsamgegencovidnehmen wir kein Geld." Seit dem Start der Initiative am vergangenen Freitag haben sich seinen Angaben zufolge mehrere Hundert Menschen registriert. "Das wird sehr gut angenommen." "Ich bin Arzt geworden, weil ich anderen Menschen helfen wollte", sagt Kernbichler. Um während der Corona-Pandemie eine Überlastungssituation wie etwa in Italien zu vermeiden, müsse man sich solidarisch zeigen – und effektive digitale Wege zur Bündelung von Helfern nutzen. "Das medizinische Personal hat eine Schlüsselfunktion und agierte bereits vor der Pandemie vielerorts am Rande der Belastbarkeit. Hier ist nun mehr als je zuvor unsere Solidarität gefragt."
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Heidelberg: Die Schwimmer sitzen auf dem Trockenen (Fri, 03 Apr 2020)
Von Claus Weber Heidelberg. Was macht ein Schwimmer, wenn er nicht ins Wasser darf? Dr. Michael Spikermann denkt gerade über Konzepte nach für den Fall, dass die Coronavirus-Krise länger anhalten sollte. "Trainingsmethodisch müssen wir neue Wege einschlagen", sagt der Coach des Bundesstützpunktes Schwimmen in Heidelberg. Seine Athleten sitzen auf dem Trockenen. Eigentlich sollten sie an diesem Wochenende im schwedischen Stockholm ihre Form überprüfen. Es wäre der Abschlusswettkampf des zurückliegenden Trainingszyklus gewesen. Stattdessen mussten sie früher als geplant in die Pause. Die Schließung der Bäder trifft Europameister Philip Heintz und seine Kollegen (noch) nicht ganz so hart. Eine kurze Regenerationsphase war jetzt ohnehin vorgesehen. Ab Montag und zumindest bis zum 20. April sollen sich die Sportler individuell fit halten. Mareike Rittweg, die Athletiktrainerin des Olympiastützpunktes Heidelberg, hat dazu Hausaufgaben verteilt. "Wir haben ein Training zusammengestellt, das alle Bereiche wie Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Schnellkraft beinhaltet", sagt Spikermann, "die Athleten müssen schauen, wie sie das in ihrem privaten Umfeld umsetzen können." Die Verschiebung der Olympischen Spiele ins nächste Jahr war auch ein Wunsch des Deutschen Schwimm-Verbandes. Schon vor der Entscheidung des IOC hatten sich 80 Prozent der deutschen Schwimmer in einer Umfrage für eine Verlegung ausgesprochen. "Unter den gegebenen Umständen wäre es völlig irrelevant gewesen, ob wir dort diesen Sommer schwimmen", sagt Spikermann, "im Moment gibt es ganz andere Probleme." Dabei sind die Spiele das absolute Highlight, schließlich gelten Leichtathletik und Schwimmen als d i e olympischen Kernsportarten. Heidelberg hat schon immer starke Athleten entsandt. Die Bekannteste ist Ursel Wirth-Brunner. Die 27-fache deutsche Meisterin kehrte 1960 mit zwei Bronzemedaillen aus Rom zurück. In der jüngeren Vergangenheit sorgten Marc Pinger, Josef Hladky, Simone Weiler, Petra Dallmann, Philip Heintz, Martina van Berkel, Julia Hassler, Clemens Rapp und Sarah Köhler für olympischen Glanz. Mit Heintz und Hassler haben zwei Athleten des SV Nikar Heidelberg das Ticket für Tokio schon in der Tasche. Vier weitere dürfen sich Chancen ausrechnen, auf den Zug für 2021 aufzuspringen. Josha Salchow, der mit dem 4 x 100 m-Freistilquartett als WM-Elfter das Ticket schon gelöst hat, muss seinen Staffelplatz noch verteidigen. Auch Junioren-Europameister Artem Selin aus Ziegelhausen war schon nahe an der Quali, hat die Norm im letzten Jahr unterboten und muss sie nochmals bestätigen. Die Junioren-Europameisterinnen Isabel Gose (17) und Zoe Vogelmann (16) sind ebenfalls Olympia-Kandidaten – die Verschiebung der Spiele verschafft den jungen Sportlerinnen sogar ein Jahr mehr Zeit. Doping bleibt ein großes Thema Bei Heintz (29) und Hassler (27) ist es allerdings umgekehrt. Sie wollten eigentlich nach Tokio ihre Karrieren beenden. Die Verschiebung um ein Jahr wirft neue Fragen auf. "Sie sind jetzt in einem Alter und in einem Prozess, in dem sie über andere Dinge nachdenken müssen", sagt Spikermann. Heintz ist Sportsoldat, studiert Wirtschaftswissenschaften an der SRH und arbeitet bei einer Anlageberatung, Hassler schließt ihr Psychologiestudium in Mannheim ab. Beide benötigen weiterhin Freiräume fürs Training. "Wir müssen schauen, ob das alles nun weiterhin Bestand hat", sagt Spikermann. Derzeitige oder künftige Arbeitgeber hätten positive Signale gegeben. Und doch wird viel davon abhängen, ob und wann ein geregeltes Training in Deutschland wieder möglich sein wird, sprich, wann die Bäder wieder freigegeben werden. Dabei, so Spikermann, sei das Wasser nicht das größte Problem, weil die Zusätze Keime und Viren abtöten. Doch wie lassen sich Abstandsregeln im Bad wirkungsvoll einhalten? "Diese Entscheidung liegt nicht in unserer Hand", sagt Spikermann, "diese Entscheidung müssen die Behörden treffen." Und das ist von Bundesland zu Bundesland, aber auch von Nation zu Nation verschieden. "Ich gehe davon aus, dass die Top-Athleten in vielen Ländern weiterhin trainieren", sagt der 60-jährige Coach aus Rimbach. Und: Die Problematik der ausgesetzten Dopingkontrollen wird durch die Verschiebung der Spiele allenfalls abgemildert, aber nicht gelöst. "Durch die Pause bei den Dopingkontrollen können sich Sportler einen Vorteil verschaffen, der sich auch noch auf die nächste Saison auswirken kann", befürchtet Spikermann: "Man darf nicht so naiv sein zu glauben, dass sich in diesem Bereich nichts tut."
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Kriminalstatistik 2019: In Heidelberg gab es so wenige Straftaten wie seit Jahren nicht (Fri, 03 Apr 2020)
Von Jonas Labrenz Heidelberg. Die Stadt ist sicherer geworden. Das lässt sich aus der am Donnerstag erschienen polizeilichen Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Mannheim einfach herauslesen: Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten ist 2019 gesunken, hochgerechnet auf die Bevölkerung gab es ein geringeres Risiko, Opfer einer Straftat zu werden. Und die Aufklärungsquote blieb beinahe stabil. Im Vergleich mit Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis fällt vor allem auf, dass in Heidelberg in beinahe allen Deliktsfeldern Rückgänge zu verzeichnen sind (einzige Ausnahme: Drogendelikte mit plus 1,3 Prozent). Für Polizeipräsident Andreas Stenger eine erfreuliche Entwicklung: "Viele Kriminalitätsfelder sind teilweise auf einem historischen Tiefstand." > In der Gesamtbetrachtung wurden für Heidelberg 2019 nur noch 13.286 Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) registriert. Das sind 8,4 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Und auch die Gefahr, einer Straftat zum Opfer zu fallen, ist gesunken: Auf 100.000 Einwohner weist die Statistik für Heidelberg 9117 Straftaten aus. In den letzten Jahren lagen sie immer höher, von 2016 bis 2018 sogar bei über 10.000. Trotzdem ist diese Zahl in Stuttgart oder Karlsruhe noch niedriger. Auch die Jahresunfallstatistik ist weniger schmeichelhaft: Insgesamt 2,8 Prozent mehr Verkehrsunfälle gab es 2019 als noch 2018 – das sind auch mehr als jeweils in den fünf Jahren zuvor. "Damit bin ich nicht zufrieden", so Polizeipräsident Stenger. > Wohnungseinbrüche sind noch seltener geworden: 101 Taten hat die Polizei gezählt – 12,9 Prozent weniger als 2018. Damit ist ein Zehn-Jahres-Tief erreicht. 2014 wurde ein trauriger Höhepunkt verzeichnet. Damals gab es 389 Einbrüche in Heidelberg. "Jetzt haben wir eine sehr positive Verlaufskurve", so Siegfried Kollmar, Leiter der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg. Die Aufklärungsquote rutschte jedoch von 25,9 auf 17,8 Prozent. Die Polizei zeigte sich erfreut über die Rückgänge. Die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen hatten im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums nahezu 800 sicherungstechnische Beratungen zum Schutz vor Wohnungseinbrüchen durchgeführt. Auch der Info-Truck des Landeskriminalamts, der in Heidelberg auf öffentlichen Plätzen Halt machte, das Verteilen von Broschüren, Präventionsstreifen sowie die Kampagne "Wachsamer Nachbar" seien nach wie vor weitere wichtige Bausteine des Intensivkonzepts beim Polizeipräsidium. > Besonders schwere Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen sind im Vergleich zu 2018 nochmals extrem zurückgegangen. Am häufigsten wurden Geldbörsen geklaut. Auch hier markieren 106 Fälle ein Zehn-Jahres-Tief. Der Höhepunkt war 2017 erreicht: 393 Fälle registrierte die Polizei damals für Heidelberg. > Die Straßenkriminalität, also Delikte wie Raub, Körperverletzung, Taschen- oder Fahrraddiebstahl, sexuelle Belästigung, wenn sie im öffentlichen Raum verübt werden, ist in Heidelberg wieder gesunken. Auch hier ist mit 2598 Fällen der tiefste Stand seit zehn Jahren erreicht. Im Jahr 2018 hatte die Polizei noch gut 3000 Delikte gezählt. > Sexualstraftaten sind nur etwas seltener geworden (minus 1,9 Prozent). 157 Fälle wurden 2019 registriert, 160 waren es 2018. In den Jahren zuvor war die Fallzahl kontinuierlich gestiegen: Von 66 im Jahr 2015 auf 89, 119 und die 160 Fälle 2018. Allerdings hängt das auch mit der Gesetzesänderung 2017 zusammen, die das Sexualstrafrecht verschärfte. > Falsche Polizeibeamte und Enkeltrickbetrüger haben insgesamt seltener zugeschlagen. Die Statistik weist nur bei falschen Polizeibeamten Zahlen für Heidelberg aus: Hier gab es mit 309 Fällen 22,9 Prozent weniger Delikte als 2018. Meistens blieb es beim Versuch: Nur in 1,2 Prozent kamen die Täter mit ihrer Masche durch. Die Polizei möchte mit Präventions- und Informationskampagnen potenzielle Opfer weiter sensibilisieren. > Im Straßenverkehr gab es in Heidelberg zwar etwas mehr Unfälle, es starben aber statt drei Menschen 2018 nur zwei im vergangenen Jahr. Einer davon war ein Radfahrer. Unfälle mit Radfahrern sind häufiger geworden: 435 davon gab es 2019, 59 (15,7 Prozent) mehr als 2018. Seit 2015 ist die Fallzahl sogar um 31,1 Prozent gestiegen. Der zweite Tote im Straßenverkehr war ein Fußgänger. Trotzdem sind die Unfälle mit Fußgängern im letzten Jahr leicht zurückgegangen. Ansonsten sind Unfälle, bei denen der Fahrer unter Alkoholeinfluss stand, von 56 auf 63 gestiegen. Unfälle, an denen ein Senior oder eine Seniorin (ab 65 Jahren) beteiligt waren, sind um 10,3 Prozent auf 472 gestiegen.
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Heidelberg: "Und jetzt trifft es ausgerechnet meine Mutter" (Fri, 03 Apr 2020)
Von Holger Buchwald Heidelberg. Thomas Barth ist als ehemaliger CDU-Stadtrat und als "Perkeo", die Galionsfigur der Heidelberger Fastnacht, stadtbekannt. Am Mittwoch hat er die Mitteilung bekommen, dass sich seine Mutter mit dem Coronavirus infiziert hat. Die 76-Jährige ist eine der Bewohnerinnen im betroffenen Wohnbereich "Bergstraße" des Heims Agaplesion Bethanien Lindenhof. Dort sind zwölf Senioren an Covid-19 erkrankt. Die Testergebnisse für das Pflegepersonal lagen am Donnerstag noch nicht vor. Herr Barth, wie geht es Ihrer Mutter? Sie hat leichte Symptome: Erhöhte Temperatur, Geschmacklosigkeit, sie ist sehr müde und klagt über Übelkeit. Mir gegenüber behauptet sie, dass es ihr gut gehe, sie habe ja ein großes Lungenvolumen. Aber sie sorgt sich auch um ihre Mitbewohner, von denen ja auch einige erkrankt sind. Machen Sie sich Sorgen? Schon ziemlich. Man hört ja ständig davon, was für einen schlimmen Verlauf die Krankheit nehmen kann. Glücklicherweise versteht aber meine Mutter das, was da vor sich geht. Es ist zwar furchtbar, dass ich sie nicht besuchen darf, wir telefonieren aber drei Mal am Tag. Daher bin ich immer auf dem neuesten Stand. Es ist schon sehr seltsam. Niemand in meinem Bekanntenkreis kennt jemanden, der an Covid-19 erkrankt ist. Und jetzt trifft es ausgerechnet meine Mutter. Fühlen Sie sich vom Heimpersonal gut genug informiert? Ich habe alles von meiner Tante erfahren, nicht von der Heimleitung. Meine Mutter wollte eigentlich nicht, dass ich davon weiß. Sie wollte nicht, dass ich mir Sorgen mache. Jetzt sagt sie mir aber, dass sie dort richtig umsorgt werde. Sie selbst hat immer gerne im Heim mitgeholfen. Wahrscheinlich hat sie sich dabei auch angesteckt.
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Netzkunst: Heidelberger KlangForum geht online (Fri, 03 Apr 2020)
Heidelberg. (MR) Das KlangForum Heidelberg stellt jeweils freitags Aufnahmen aus seinem Prinzhorn-Projekt online. Auf der Internetseite www.klangforum-heidelberg.de werden wöchentlich je zwei der Auftragswerke aus dem Kooperationsprojekt "Ungesehen und Unerhört. Künstler reagieren auf die Sammlung Prinzhorn", zur freien Verfügung gestellt, das in Buchform und auf CD publiziert wurde. Den Auftakt machen heute, 3. April, Georg Friedrich Haas mit "Arthur F. Becker (od. Buhr?) und "krumme dinger III" von Caspar Johannes Walter. Die Auftragswerke reagieren musikalisch auf die Publikationen des Psychiaters Hans Prinzhorn (1886-1933) sowie die rund 6000 Exponate umfassende Sammlung des Prinzhorn-Museums. Die Kompositionen entstanden ab 2001 und wurden unter der Leitung von Walter Nußbaum uraufgeführt und in einem Bildband des Wunderhorn-Verlags mit vier CDs publiziert.
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Heidelberg/Mannheim: Verdi Rhein-Neckar warnt vor Überlastung im Handel (Fri, 03 Apr 2020)
Von Matthias Kros Heidelberg/Mannheim. Die Gewerkschaft Verdi Rhein-Neckar warnt angesichts der Corona-Krise vor einer Überlastung der Mitarbeiter im Einzelhandel: "Die Kollegen in den derzeit geöffneten Betrieben, sowohl im Einzel- als auch im Großhandel, leisten täglich seit drei Wochen eine herausragende Arbeit, die sie längst an ihre Leistungsgrenze gebracht hat", sagte Sabine Möller, für den Handel zuständige Sekretärin bei der Dienstleistungsgewerkschaft, am Donnerstag in Mannheim. "Sie gehen abends erschöpft und müde nach Hause und geben jeden Tag aufs Neue alles, damit die Regale gefüllt sind und die Ware verfügbar ist". Jedem gebühre Respekt und Anerkennung, auch deshalb, weil sie täglich trotz Schutzvorkehrungen dem Risiko der Ansteckung ausgesetzt seien. "Jetzt sieht man, wie wichtig Personal im Handel ist", so die Gewerkschafterin. "Ich hoffe, dass in der Bevölkerung in diesen Wochen noch deutlicher wird, dass auch diese Tätigkeiten eine viel bessere Bezahlung verdient." Auf der anderen Seite stünden die Mitarbeiter in den Warenhäusern und Fachgeschäften, die wegen der aktuellen Auflagen nicht öffnen dürften, sagte Möller weiter. Sie seien in der Regel komplett in Kurzarbeit mit den entsprechenden finanziellen Einbußen. "70 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel sind Frauen und sie arbeiten ohnehin überwiegend in Teilzeit". Komme dann noch der Abzug beim Kurzarbeitergeld hinzu, werde es für viele schwierig überhaupt noch die Familie zu ernähren und den Lebensunterhalt zu bezahlen. Hinzu käme die Unsicherheit, was die Zukunft der Unternehmen angehe, so Möller. Bestes Beispiel sei aktuell Galeria Karstadt Kaufhof. Die Warenhauskette sucht seit Mittwoch Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Damit verwehrt sich das Unternehmen gegen den Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Die Geschäftsführung bleibt vorerst am Ruder. Karstadt Kaufhof hat in der Region vier Filialen, zwei in Heidelberg und zwei in Mannheim. Die Zahl der Mitarbeiter schätzt Möller insgesamt auf rund 400, die derzeit alle in Kurzarbeit sind. Sie hatten bereits am Freitag einen Brief von der Geschäftsführung erhalten, in dem von einer "existenziellen Bedrohung unseres Unternehmens" die Rede ist. Nach eigenen Angaben verliert Galeria Karstadt Kaufhof durch die Schließung der Warenhäuser seit dem 18. März jede Woche mehr als 80 Millionen Euro Umsatz. Von dem Schritt, unter den Schutzschirm zu schlüpfen, sei sie überrascht worden, sagte Möller am Donnerstag. Sie hoffe nun, dass alle Arbeitsplätze erhalten blieben. Groß ist die Unsicherheit auch in den drei Filialen der Warenhauskette Real in Mannheim, Brühl und Edingen-Neckarhausen. Die Kollegen erhielten am Dienstag Post von dem neuen Eigentümer SCP Retail Investments. Zwar steht mittlerweile fest, dass ein Großteil der Filialen an Edeka und Kaufland weiterverkauft wird und die Arbeitsplätze dabei erhalten bleiben. Welche Filialen aber bei wem landen, ist offen. "Aus Rücksicht auf die Verhandlungen wie auch die kartellrechtliche Prüfung, können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben zu einzelnen Standorten machen", heißt es in dem Brief, der der RNZ vorliegt. Erst im vierten Quartal dieses Jahres rechne man mit den ersten Marktübergängen. Der Gesamtprozess könne sich sogar bis zu 18 Monate hinziehen.
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Verkehr in Heidelberg: Schluss mit Bahnstadt-Schleichverkehr durch den Langen Anger (Fri, 03 Apr 2020)
Heidelberg. (RNZ) Immer wieder haben dreiste Autofahrer die Warnbaken im Langen Anger in der Bahnstadt zur Seite geschoben und sind durch den gesperrten Abschnitt vor dem Gadamerplatz gefahren. Damit ist jetzt Schluss: Sogenannte Betonleitelemente sorgen ab jetzt dafür, dass niemand mehr unbefugt die seit September 2019 gesperrte Straße nutzt. Eigentlich sollten versenkbare Poller die Durchfahrt regeln und zum Beispiel Feuerwehr, Rettungskräfte und die Müllabfuhr durchfahren lassen, doch der Einbau verzögert sich weiter: Grund sind Widersprüche gegen die Maßnahme, die nun von übergeordneten Behörden und Gerichten juristisch abschließend geklärt werden muss.
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Heidelberg: WhatsApp-Video und Instagram als Shopping-Helfer (Thu, 02 Apr 2020)
Heidelberg. (run) Zum RNZ-Termin kommt Markus Sigel etwas zu spät. Seine Physiotherapie wollte er auf keinen Fall sausen lassen. "Ich knirsche seit Beginn der Corona-Krise nachts mit den Zähnen", sagt er und erklärt: "Die aktuelle Situation ist Stress pur." Seit der Inhaber seinen Modeladen "Cocon" in der Brückenstraße dicht machen musste, wird er, wie viele Einzelhändler auch, von Existenzängsten geplagt. Sigels Umsatz ist in der Corona-Krise fast komplett eingebrochen. In den Tagen seit der Schließung hat er im "Cocon" in Neuenheim und im "Freudenhaus" in Mannheim zusammen in etwa so viel eingenommen, wiesonst an einemTag in einem der Geschäfte. "Wenn die Läden bis Ende Juni zubleiben müssen, kostet mich das so viel wie ein kleines Einfamilienhaus." Bezahlte Kollektionen für den Sommer hängen aktuell in seinen Shops. "Seit über 20 Jahren ist ein gut sortierter Laden mein Erfolgsrezept. Wir setzen auf das Einkaufserlebnis und die persönliche Beratung", sagt er. Online-Verkauf war nie sein Ding. Und jetzt noch rasch einen Internet-Shop an den Start zu bringen schon gar nicht. Von der Idee, die Kunden über einen WhatsApp-Videoanruf den Blick durch den Laden schweifen zu lassen, war Sigel dagegen sofort begeistert. "Das entspricht unserer Philosophie. Die Leute können sich umschauen und sehen die Teile." Einige Stammkunden haben das Angebot bereits genutzt. Zuletzt ließ sich eine Kundin von Mitarbeiter Maximilian Baller die Kollektionen zeigen und dann eine Auswahl liefern. "Ich habe ihr neun Teile mit dem Fahrrad an die Tür gebracht. Sie konnte alles in Ruhe probieren und entscheiden, was sie kauft", sagt Baller. Die Bezahlung erfolgte dann per Rechnung. So ähnlich läuft das Geschäft aktuell auch bei Katrin Dellmuth. Die Inhaberin des "Glück" in der Hauptstraße setzt vor allem auf Instagram, weil sie dort zumindest ein bisschen von dem "Glücksgefühl" des Ladens vermitteln könne. Dort und auf ihrer Homepage können Kundinnen die aktuelle Kollektion der individuellen, sportlich-eleganten Mode anschauen und zur Anprobe bestellen. Dellmuth fährt sie dann persönlich vorbei. "Auch bei mir sind es vor allem Stammkunden, die das Angebot nutzen", sagt sie. Um ihre Existenz bangt Dellmuth angesichts des Umsatzeinbruchs dennoch. Weshalb sie, genauso wie Sigel, die Corona-Soforthilfe beantragt hat. Das zu erwartende Geld sorgt zumindest für ein wenig Erleichterung in den Geschäftskassen. Der Inhaber des "Cocon" und die Inhaberin des "Glück" plagen in der Corona- Krise aber nicht nur die gleichen Sorgen, sie vereint auch die Hoffnung, dass die Maßnahmen gegen Covid-19 möglichst bald greifen und sie für ihre Kunden vor Ort wiederdaseinkönnen. Die RNZ als regionale Tageszeitung unterstützt die Einzelhändler und Gastronomen in Heidelberg und Umland, die ihren Laden schließen mussten. Auf rnz.de/einzelhandel werden die Geschäfte aufgeführt, die weiterhin per Liefer- oder Abholservice für ihre Kunden da sind.    Inhaber, die auf dieser Liste aufgenommen werden wollen, wenden sich per E-Mail an aktion@rnz.de und schicken die Informationen bitte nach folgendem Muster: Musterladen  Musterstraße 5, 123456 Musterstadt 06221 / 12345 Mustermann@musterladen.de www.musterladen.de
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