Heidelberg

Heidelberg: Vier Einbrüche im "Alla Hopp"-Kiosk in einem Jahr (Fr, 23 Aug 2019)
Heidelberg. (pop) Christoph Markl blickt im Zorn auf den August 2018 zurück: "Das ging ratzfatz, die haben sich nicht lange bitten lassen!" Damals wurde zum ersten Mal in seinen Kiosk "s’Büdchen" auf der "Alla Hopp!"-Anlage in Kirchheim eingebrochen - erst einen Monat zuvor hatte Markl aufgemacht. Doch das war nur der Anfang: Seit damals wurde noch drei weitere Male eingebrochen. Rund 1200 Euro hat Markl das bisher gekostet. Während die Sport- und Spielgeräte auf der Bewegungsanlage also immer wieder von Unbekannten beschädigt werden, wird auch Markls Kiosk, der während der Schulferien geschlossen ist, regelmäßig heimgesucht. Besonders regt ihn die Zerstörungswut der Einbrecher auf, die offenbar gar nicht auf Diebesgut aus sind: "Die klauen, verzehren aber nichts, sondern werfen das, was sie geklaut haben, auf der Anlage herum." Auch er selbst habe in seiner Jugend so manchen Schabernack getrieben - aber selbstverständlich nicht so ein asoziales Verhalten an den Tag gelegt. "Das ist ja wirklich das Allerdümmste, etwas zu stehlen, um es direkt danach zu vernichten." Das sei die "pure Lust am Mistbauen". Alles laufe immer nach dem gleichen Schema ab: "Die Kioskklappen werden mit einem Stemmeisen geöffnet." Das dürfte laut Markl "so ziemlich jedem Hänfling gelingen". In massiverer Bauart könne man den Kiosk aber nicht bauen, weil er auf der Anlage dann zu "klobig" wirken würde. Markl, der auch Wirt der Gaststätte "Heimkabine" vom Heidelberger Sport-Club ist, will auf der "Alla Hopp!"-Anlage aber noch nicht aufgeben: "Ich ziehe das in diesem Jahr auf jeden Fall noch durch." Er hofft auch auf den Zaun, der aktuell um die Anlage gebaut wird. Und vielleicht, meint er zuversichtlich, könnte er dann sogar "mit neuem Elan" ein paar neue Investitionen ins Auge fassen und den Kiosk langfristig auf dem Gelände etablieren. Markl hat Erfrischungsgetränke und Süßwaren aller Art, Eisspezialitäten und kleine Snacks im Sortiment. Ganz bewusst aber verkauft er keine alkoholhaltigen Getränke. "Ich denke, Alkohol könnte das Potenzial haben, merkwürdige Leute anzuziehen."
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Alla Hopp-Vandalismus II: Zerstörungswut in Heidelberg macht viele fassungslos (Fri, 23 Aug 2019)
Von Werner Popanda Heidelberg. Allzu viel los war nicht gerade am Freitagmittag auf der Heidelberger "Alla Hopp!"-Anlage - sicher auch wegen der Schulferien. Doch knapp drei Jahre nach ihrer Eröffnung steht fest: Das 13.600 Quadratmeter große Begegnungs- und Bewegungsgelände am Harbigweg in Kirchheim ist etabliert. Viele besuchen die von der Dietmar-Hopp-Stiftung gesponserte Fläche mit ihren Spiel- und Sportangeboten regelmäßig. Einziges Problem: der Vandalismus. Die Zerstörungswut der Unbekannten, die hier immer wieder ihr Unwesen treiben, ist so groß, dass die Stadt sich nun nicht mehr anders zu helfen weiß, als das Gelände einzuzäunen - und nachts abzuschließen. Seit Montag sind die Mitarbeiter der Firma "Conmaco Zaunsysteme und Toranlagen" mit dem Aufbau der 80.000 Euro teuren Umzäunung beschäftigt. Die 1,80 Meter hohe Barriere wird weitgehend in das Gebüsch eingebunden, damit sie ästhetisch nicht so stört. Mitte September soll alles fertig sein. Der Zaun löst bei den Alla-Hopp-Nutzern gemischte Gefühle aus. Die 36-jährige Nicole Fischer aus Sandhausen, die mit ihren beiden Kindern und ihrer Schwiegermutter Ute Grantz ein nettes Schattenplätzchen gefunden hat, findet es schade, dass die offene Anlage nun eingezäunt wird. Sie sagt aber auch: "Es wird wohl die beste Alternative sein - und wahrscheinlich auch die einzige." Für den grassierenden Vandalismus kann sie keinerlei Verständnis aufbringen. "Ich war ja auch mal jung und wir haben auch Blödsinn gemacht", sagt sie. "Aber wir wären nie auf die Idee gekommen, fremdes Eigentum zu beschädigen." Der 17-jährige Elias Strobel kommt ab und zu aus der Altstadt nach Kirchheim, um auf dem Gelände Sport zu treiben. Er bezweifelt, dass der Zaun hoch genug ist, um die Vandalen wirklich abzuschrecken. "Kann man da nicht einfach drüberklettern?", fragt er sich. Mit einer Liegedecke in der Hand steuert ein junger Familienvater, der anonym bleiben will, gleichfalls ein Plätzchen im Schatten eines Baumes an. Die Familie lebt in Malsch südlich von Karlsruhe - und ist zum ersten Mal auf der Heidelberger "Alla Hopp!"-Anlage. Was er von dem Zaun hält? "Der macht auf jeden Fall Sinn." Schließlich sei Vandalismus "ein großes Problem" - und der Zaun schränke den Betrieb tagsüber ja nicht ein. Und wie bewerten die direkten Nachbarn die Einzäunung? Jörg Friedrich ist sportpädagogischer Berater beim Turnzentrum, das unweit der Anlage im Harbigweg liegt. "Wir bekommen das mit dem Vandalismus schon dadurch mit, weil der Mitarbeiter, der die Anlage betreut, im Turnzentrum untergebracht ist", sagt der 48-Jährige. Die Zerstörungswut ist für ihn unbegreiflich, schließlich gehe es um eine "öffentliche Anlage, die gesponsert und zur Verfügung gestellt wird, um Sport zu treiben". Friedrich wünscht sich mehr Wertschätzung. Und zum Zaun meint er: "Das ist natürlich nicht schön, dass man so einen Zaun hinsetzen muss, aber letztendlich schützt er ja die Anlage." Auch Ernst Baader, Leiter des städtischen Landschafts- und Forstamts, macht der Vandalismus betroffen: "Ich stehe fassungslos vor dieser Zerstörungswut." Und ihn ärgert richtig, dass nun ein Zaun her muss: "Die Philosophie der Anlage war ja gerade das Gegenteil zu einem Zaun." Denn die Stadt und die Hopp-Stiftung hatten eine offene und für alle Welt frei zugängliche Anlage im Sinn gehabt. "Aber wir müssen nun versuchen, den immensen nächtlichen Missbrauch mit einem Zaun in den Griff zu kriegen." Und dann müsse man die Anlage nachts eben leider auch abschließen.
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Heidelberg: Fridays for Future und Extinction Rebellion demonstrierten gegen Regenwald-Rodung (Fri, 23 Aug 2019)
Heidelberg. (tifa) "Es ist kein Zufall, dass der Amazonas-Regenwald seit drei Wochen brennt", verkündete Lukas Weber, 22, Mitorganisator bei Fridays for Future Heidelberg. "Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro unterstützt die Rodungen systematisch, indem er den Brandstiftern Straffreiheit gewährt und sich über die neue, wirtschaftliche Nutzbarkeit der verbrannten Gebiete der Grünen Lunge unseres Planeten freut. Wir dürfen den Wald aber nicht aufgeben." Dieser Aussage würden die rund 50 Teilnehmer der gemeinsam veranstalteten Kundgebung der beiden Klimaschutzbewegungen Fridays for Future und Extinction Rebellion wohl zustimmen. Gestern Nachmittag trafen sie sich am Bismarckplatz, "um auf das Thema aufmerksam zu machen", erklärte Teilnehmer Yunus Oberst. Der 17-jährige Handschuhsheimer meint: "Die Medien haben das Problem bisher vernachlässigt." Das und vieles anderes beklagten die Demonstranten auch auf ihren Bannern und Plakaten. Da waren etwa Bäume zu sehen, die "Help us" ("Helft uns") schreien. Um noch mehr Menschen mit ihrer Botschaft zu erreichen, hatten die jugendlichen Demonstranten den Boden des Bismarckplatzes mit Kreide beschrieben. Auf grauem Grund forderten sie die Bundesregierung auf, mit dem rechtsnationalen Präsidenten Bolsonaro kein Freihandelsabkommen zu schließen. Lukas Weber von Fridays for Future erklärte: "Klar sind wir protestierenden Schülerinnen und Schüler und Studierenden dem brasilianischen Präsidenten egal. Was ihm aber nicht egal ist, ist die Wirtschaft seines Landes." Diese Tatsache sei wichtig, denn ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Binnenmarkt "Mercosur", dessen größte Volkswirtschaft Brasilien ist, ist noch nicht in trockenen Tüchern. Weber unterstützt den Vorschlag Irlands, den Schutz der Amazonas-Wälder zur Bedingung für die europäische Unterschrift unter dem Abkommen zu machen.
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Wildschweine in Heidelberg: Was tun gegen die ungebetenen Gäste? (Thu, 22 Aug 2019)
Heidelberg. (Kaz) "Nachts hört man sie grunzen und schmatzen", erzählt eine Anwohnerin der Ziegelhäuser Landstraße. Gemeint ist eine Rotte Wildschweine, die gerade mal wieder ihr Grundstück in Hanglage umgegraben hat. Auf über 1000 Quadratmetern stehen dort viele alte Obstbäume, der Wald ist nah, Nachbargrundstücke sind dicht bewachsen. "Das ist natürlich ein Paradies für Wildschweine", weiß auch der Jagdpächter, der die Anwohnerin jetzt besuchte und mit ihr zusammen das Loch im Zaun entdeckte, durch das die Wildschweine vermutlich kamen. Das Loch ist geflickt, doch das Problem beseitigt? Immer wieder sind Wildschweinschäden Thema - immer wieder heißt es auch: Die Jäger dürfen in Wohngebieten kein Wild schießen und bei der Jagd keine Lichtquellen verwenden. Das ist Gesetz. Wer nah am Wald gebaut hat oder einen Garten am Waldrand bewirtschaftet, muss sich selbst gegen Eindringlinge schützen. Ein einfacher Maschendrahtzaun hält Wildschweine auf Futtersuche jedoch in der Regel nicht ab. Man kann sie nur mit einem tief im Boden verankerten Zaun abwehren. Oder auch mit Baustahlmatten als preisgünstigere Variante. Finden Wildschweine im Wald nicht genug zu fressen, wo doch bald die Esskastanien reif werden? Im Prinzip schon. Aber sie brauchen bei so vielen Kohlehydraten auch tierisches Eiweiß. Also Würmer und Engerlinge, die eher in Wiesen statt im Waldboden zu finden sind. Früchte aller Art sind dagegen eine süße Versuchung. Für Mirabellen stehen Wildschweine auch mal aufrecht am Stamm eines Obstbaumes. Ist das Wildschwein-Problem also hausgemacht? Der Jagdpächter vermutet, dass sich die Tiere im Wald durch Spaziergänger und Mountainbiker gestört fühlen könnten und sich auch deshalb talwärts bewegen. Verwilderte Gärten in Hanglage, in denen die Tiere Zuflucht finden, scheinen wiederum geradezu eine Einladung zum Verweilen zu sein - auch um dort für Nachwuchs zu sorgen. Dichte Brombeerhecken und sonstigen Wildwuchs mögen Wildschweine jedenfalls besonders gern.
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Heidelberg: "Seebrücke" gründet Landesbündnis (Fri, 23 Aug 2019)
Heidelberg. (RNZ) Die Seebrücke-Initiativen in Baden-Württemberg haben sich zusammen getan und in Heidelberg das "Seebrücke-Bündnis" gegründet. Gemeinsam wollen sie nun dafür einzutreten, dass das Land Baden-Württemberg ein Landesaufnahmeprogramm für im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge auflegt. Dem Zusammenschluss gehören die Seebrücke-Aktivisten von Heidelberg, Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart, Reutlingen, Rottenburg, Mannheim, Esslingen und Konstanz an. Nach der Gründung des Bündnisses diskutierten die Seebrücken-Repräsentanten die Zusammenarbeit. In Baden-Württemberg haben sich bislang zwölf Städte zu sogenannten "Sicheren Häfen" und mit den Zielen der Seebrücke solidarisch erklärt. "Solange die EU und die Nationalstaaten es nicht schaffen, eine Lösung für die unhaltbaren Zustände im Mittelmeer zu finden, werden wir auf Kommunal- und Landesebene unsere Möglichkeiten nutzen und der Erklärung der ,Sicheren Häfen’ Geltung verschaffen", so Mara Kunz von der Seebrücke Heidelberg.
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Heidelberg: Sprinter nimmt Radfahrerin Vorfahrt - schwer verletzt (Fri, 23 Aug 2019)
Heidelberg. (pol/mün) Der Fahrer eines Sprinters verletzte am Donnerstagabend eine Radfahrerin bei Heidelberg-Kirchheim schwer. Nach Angaben der Polizei nahm der 37-Jährige der Frau die Vorfahrt. Die 56-Jährige war auf dem Radweg entlang der Pleikartsförster Straße in Richtung Speyerer Straße gegen 17 Uhr unterwegs. Auf Höhe der Breslauer Straße fuhr der Sprinter in die Einmündung der Pelikartsförster Straße ein kollidierte mit der Frau. Die Radfahrerin stürzte zu Boden und erlitt eine Fraktur des Fußes. Sie wurde vor Ort von Rettungssanitätern versorgt und anschließend in eine Klinik gebracht, wo sie stationär aufgenommen wurde. 
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Heidelberg-Bergheim: E-Scooter-Fahrer fährt Fußgängerin an (Fri, 23 Aug 2019)
Heidelberg. (pol/rl) Kopfverletzungen erlitt ein 25-jähriger E-Scooter-Fahrer nach dem Zusammenstoße mit einer Fußgängerin am Donnerstagabend. Der Mann war mit dem Elektroroller auf dem Fahrradweg der Kurfürsten-Anlage in Richtung Adenauerplatz unterwegs. Allerdings laut Polizeibericht entgegen der vorgegebenen Fahrtrichtung. An der Fußgänger-Ampel in Höhe der Stadtbücherei wollte eine 43-jährige Fußgängerin bei Grün die Fahrbahn überqueren. Hier prallten die beiden zusammen. Der 25-Jährige stürzte auf die Fahrbahn, erlitt dabei Kopfverletzungen und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus. Die Fußgängerin zog sich Verletzungen in Form von Prellungen an Armen und Beinen zu, musste aber nicht ins Krankenhaus. Gegen den 25-jährigen Roller-Fahrer wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Zudem erwartet ihn ein Bußgeld wegen Benutzung des Radwegs entgegen der Fahrtrichtung.
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Heidelberg: Das Wichtigste rund um die neuen Miet-E-Roller (Thu, 22 Aug 2019)
Heidelberg. (hö/ani) Seit dem 1. August kann man die Leih-E-Roller des Berliner Anbieters "TIER" mieten. Er arbeitet mit dem Nahverkehrsverbund VRN zusammen. Für die RNZ beantworten "Tier"-Pressesprecher Bodo von Braunmühl und eine Stadtsprecherin die wichtigsten Fragen. Wie viele Roller sind aktuell in Heidelberg und in Mannheim unterwegs? Jeweils 500. Ist eine Aufstockung der Flotte geplant? Nein, aktuell nicht. Gibt es in Heidelberg Vandalismus-Schäden an Rollern? Bislang spielt Vandalismus keine nennenswerte Rolle in Heidelberg. Kam es vor, dass E-Roller in den roten Zonen in Heidelberg abgestellt wurden, obwohl sie dort nicht erlaubt sind? Ja, in Einzelfällen. Das sei aber in der Einführungsphase ganz normal. >>> Hier lesen Sie, wie die Kontrollen der Polizei verliefen <<< Landen die Roller auch mal im Gebüsch oder im Neckar? Hat "Tier" eine Handhabe dagegen? Die Firma hat Teams, die die Scooter umparken, wenn sie nicht stehen, wie oder wo sie stehen sollen. In Heidelberg gehen die Menschen aber vergleichsweise pfleglich und rücksichtsvoll mit den E-Rollern um. Wie lange ist die durchschnittliche Ausleihdauer durch die Kunden? Rund 15 Minuten. An einem 24-Stunden-Tag: Wie lange wird ein Roller durchschnittlich ausgeliehen? Das will "Tier" nicht sagen - nur: Die durchschnittlich zurückgelegte Distanz liegt bei rund 2,5 Kilometern. Wie lange halten die Roller oder ihre Akkus, bis sie ersetzt werden müssen? Bei der aktuellen Generation von "Tier"-Rollern liegt die Lebensdauer bei 14 Monaten - auch weil Mechaniker-Teams die E-Roller täglich warten. Künftige Generationen sollen dann mehrere Jahre halten. Der Akku gehört zu den langlebigsten Teilen des Scooters. Nach 600 Ladezyklen haben die Akkus noch eine Reichweite von 80 Prozent im Vergleich zum Anfang. Was geschieht mit Rollern, die nicht mehr einsatzfähig sind? Es wird so lange repariert wie irgend möglich. Bei nicht mehr einsatzfähigen Scootern kommen noch einsatzfähige Altteile ins Ersatzteillager. Nicht mehr einsatzfähige Teile werden laut der Firma in den Recycling-Kreislauf eingebracht, der für diese Materialien vorgesehen ist. Wo werden die Roller aufgeladen? In den "Tier"-Lagerhallen. Sind die Einsammel-Fahrer bei "Tier" oder bei Leihfirmen angestellt, oder arbeiten sie selbstständig? Die Firma arbeitet beim Einsammeln hauptsächlich mit einem großen Logistikpartner zusammen, hat aber auch angestellte Mitarbeiter für diese Tätigkeit. Mit welchen Autos werden die Roller eingesammelt? Die Transportflotte besteht aus verschiedenen Fahrzeugtypen. Der Einsatz von Lastenfahrrädern soll deutlich ausgeweitet werden, sobald austauschbare Batterien verfügbar sind. Dies soll noch in diesem Jahr der Fall sein. Zu welchen Tageszeiten werden die Roller eingesammelt? Die "Tier"-Geschäftszeiten sind in der Regel 8 bis 23 Uhr (montags bis donnerstags) oder 9 bis 24 Uhr (freitags bis sonntags). Eingesammelt wird danach. Gab es mittlerweile schon Beschwerden bei der Stadt? Sowohl beim Bürger- und Ordnungsamt als auch beim Amt für Verkehrsmanagement sind in den vergangenen Tagen mehrere Beschwerden über die rücksichtslose Nutzung einzelner E-Tretroller sowie das achtlose Abstellen von Rollern eingegangen. Hat der Gemeindevollzugsdienst schon Verstöße festgestellt? Er hat bisher fünf Verstöße beanstandet, die mit einem Bußgeld geahndet werden. Kann die Stadt schon eine kleine Bilanz ziehen? Die E-Tretroller werden in Heidelberg rege genutzt, und die Nachfrage ist gut. Die steigende Anzahl an Beschwerden und Verstößen zeige jedoch, dass die Verkehrsregeln für die Scooter bei den Nutzern noch nicht verinnerlicht sind und viele den Roller leichtsinnig als Spaß-Fahrzeug nutzen. Deswegen gebe es auch die E-Tretroller-Kontrollwoche. Polizei und Stadt wollen damit ein deutliches Zeichen setzen, dass verkehrswidriges Verhalten nicht geduldet, sondern konsequent geahndet wird.
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Heidelberg: Bei der E-Roller-Kontrolle sind die Radfahrer die "Bösen" (plus Video) (Thu, 22 Aug 2019)
Von Micha Hörnle Heidelberg. Ja, wenn alle E-Roller-Fahrer so einsichtig wären wie Sami Khaldoun. Der Jugendliche aus dem Hasenleiser (Stadtteil Rohrbach) will gerade munter vom Bismarckplatz losbrausen, da erklärt ihm Stephanie Schick vom Polizeirevier Mitte freundlich, aber bestimmt, dass in einem Fußgängerbereich die E-Scooter tabu sind. Sie dürfen nur geschoben werden. Sami bedankt sich höflich: "Ich werde das berücksichtigen. Eigentlich fahre ich ja meistens mit dem Rad, das heute war das zweite oder dritte Mal auf dem E-Roller." Am Donnerstag setzte die Polizei ihre am Mittwoch angelaufene E-Roller-Kontrollwoche in der ganzen Metropolregion auch in Heidelberg fort. Neben Stephanie Schick ist auch ihre Kollegin Ronja Berberich auf Streife am Bismarckplatz, begleitet von ihren Vorgesetzten vom Revier Mitte, Uwe Schrötel und Volker Jungkind. Mit im Boot ist auch die Stadt: Der Gemeindevollzugsdienst (GVD) kontrolliert die Hauptstraße. Doch am Donnerstag lassen sich wenige E-Roller-Fahrer blicken: "Das ist wohl der Vorführeffekt", sinniert Polizistin Berberich. Dafür sind in den zwei Stunden, in denen die RNZ die Polizistinnen begleitet, die Radfahrer die "Bösen". Im Minutentakt könnte man sie auf dem Bismarckplatz oder in der Hauptstraße vom Sattel holen. Und so berichtet auch ein Mitarbeiter des GVD: "Kein Rollerfahrer in der ganzen Hauptstraße, dafür aber drei Radfahrer. Die haben wir mündlich verwarnt." Zwei Stunden später treffen Schick und Berberich den GVD-Mann: "Wieder nichts." Die fettere Beute sind die Radfahrer: Mal rollt eine junge Frau fröhlich am Handy plaudernd über den Bismarckplatz - und bekommt einen Strafzettel über 55 Euro. Andere, ohne Handy am Ohr, werden einfach nur freundlich ermahnt. Zeit genug, eine erste Bilanz drei Wochen nach Einführung der Miet-E-Roller zu ziehen: Laut Revierleiter Schrötel gab es zwei Unfälle, dabei war ein Fahrer betrunken. Doch am meisten Arbeit machen die unkoordiniert abgestellten Roller, die oft auf den Gehwegen zu Hindernissen werden. Dann geht ein Bußgeldbescheid an die Berliner Zentrale der Verleihfirma "Tier" - "bisher so um die 20", sagt Schrötel. >>> Lesen Sie hier alles Wichtige rund um die neuen Miet-E-Roller in Heidelberg <<< Doch dann, endlich: In der Sofienstraße will ein junger Mann mit zwei Stöpseln im Ohr auf einen E-Roller steigen: "Ein Stöpsel ist zulässig, aber mit zwei hören sie nichts mehr vom Verkehr", erklärt Schick. Der Angesprochene reagiert freundlich: "Vielen Dank für die Info. Es geht ja auch um meine Sicherheit." Mehr Pech hat ein junger Koreaner, der beschwingt vom Bismarckplatz in Richtung Sofienstraße losdüsen wollte. Von ihm hören die beiden Polizistinnen die üblichen Ausreden: "Es tut mir leid, ich mache das zum ersten Mal. Ich wollte nur schnell nach Hause." Darf er auch, aber auf dem Radweg. In den nächsten Tagen trudelt an seiner Neuenheimer Adresse ein Ordnungswidrigkeitsbescheid der Stadt ein: 15 Euro wegen Fahrens im Fußgängerbereich. Ein interessanter Grenzfall ist ein junges Paar, dessen privater E-Roller auf dem Bismarckplatz steht. Er sieht schon optisch ganz anders aus als die "Tier"-Leihmodelle: grell-orange und mit richtigem Sitz. Auch dieses Exemplar aus chinesischer Produktion hat ein grünes Versicherungskennzeichen, aber Berberich und Schick geht es darum, ob es auch eine Betriebserlaubnis für das gerade gekaufte Gefährt gibt. Darum hat sich das Paar keine Gedanken gemacht, sie sollen das Dokument auf dem Revier nachreichen. Von den insgesamt sechs Rollerfahrern, die im Laufe der zwei Stunden kontrolliert werden, wissen die wenigsten etwas über die Verkehrsregeln. Sami hat immerhin schon gehört, dass man nicht betrunken fahren darf. Tatsächlich gilt die Promillegrenze wie beim Auto: Ab 0,3 Promille ist man im Bereich einer "relativen Fahruntüchtigkeit", ab 0,5 Promille begeht man eine Ordnungswidrigkeit (und bekommt definitiv ein Fahrverbot). Ab 1,1 Promille macht man sich strafbar. Das mit dem Fußgängerbereich nehmen viele nicht so genau. Vielleicht hält man sich da auch an die vielen Radler, denen es auch recht wurscht ist, ob man sich durch die Fußgänger durchwuseln darf. Aber den Vogel schießt ein junger Mann ab, der sich gerade einen E-Roller am Bismarckplatz schnappen will. Er wird noch höflich von Polizistin Berberich belehrt, dass er hier nicht fahren darf; er sagt auch noch artig: "Ich weiß ja, dass gerade die E-Scooter kontrolliert werden." Und dann düst er quer über den Bismarckplatz davon, schießt am Drogeriemarkt Müller auf den Radweg und braust entgegen der Fahrtrichtung zur Atos-Klinik. Uneinholbar für die Fußstreife. Polizeisprecher Michael Klump fällt dazu nur ein: "Das war schon mehr als frech!"
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Heidelberg: So feiert der Kunstverein sein 150-jähriges Bestehen (Thu, 22 Aug 2019)
Von Birgit Sommer Heidelberg. Die Mitgliederausstellung des Heidelberger Kunstvereins ist ein großer Erfolg; sie wird drei Wochen länger als geplant zu sehen sein, bis zum 15. September. Über deren Attraktivität und die weiteren Aktionen zum 150-jährigen Bestehen des Kunstvereins spricht Direktorin Ursula Schöndeling im RNZ-Interview. Frau Schöndeling, wie kommt die Mitgliederausstellung bei den Kunstinteressierten in Heidelberg an? Wir haben viel mehr Besucher als sonst zur Ferienzeit, sie bleiben lange und kommen wieder. Für viele sind wohl die persönlichen Texte der Mitglieder im Begleitheft besonders interessant. Das ist ein sehr persönlicher Zugang. Ich habe noch nie so viele Menschen lesend in der Ausstellung gesehen. Spannend fand ich auch die Besuche von Schulklassen und Führungen. Ich kann mich natürlich nicht auf 133 Werke vorbereiten und muss mein Wissen als Kunsthistorikerin ausschöpfen. Aber im Dialog sind da tolle Sachen passiert. Was zum Beispiel? Beim Bild des von Christo verpackten DAI, was einer Schulklasse zunächst nicht zusagte, haben wir erst mal rausbekommen, dass es sich um ein Bild aus Heidelberg handelt. Plötzlich war ein anderer Bezug da. So konnten wir erzählen, was in Heidelberg 1969 mit der Kunst los war. Wie man an vergängliche Kunst im öffentlichen Raum erinnern kann und Christo seine großen Aktionen finanziert. Nicht nur die Schüler haben oft Schwierigkeiten mit ungegenständlichen Arbeiten, die "hingeschmiert" oder skizzenhaft aussehen. Es war für sie super spannend, zu hören, dass gerade Künstler von Zeit zu Zeit versuchen müssen, das zu verlernen, was sie gut können und beherrschen. Dass etwas verlernen eben auch wichtig ist, um aus Konventionen auszubrechen und Neues zu entdecken, zu neuen Ufern aufbrechen zu können. In dieser Ausstellung funktioniert das gut: Einfach die Vielfalt von Kunst entdecken. Bei den Gesprächen lerne ich selbst sehr viel, die Besucher eröffnen mir mit ihren Ideen neue Zugänge. Wenn dieser Funke im Gespräch überspringt, ist das passiert, was man eigentlich mit Kunst will: Horizonte öffnen. Wie geht es weiter im Jubiläumsjahr des Vereins? Wir werden noch Gruppenausstellungen im Oktober und November eröffnen, die sich unter anderem mit dem Verhältnis Sprache und Kunst beschäftigen. Außerdem werden weitere Aktionen im öffentlichen Raum stattfinden, darunter die umfassende Künstlerbuchsammlung, die der Künstler Dirk Meinzer zusammengetragen hat. Und eine Bootsfahrt mit einer Camera obscura. Im November werden wir in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eine Tagung zum Lernort Kunstverein zur Zusammenarbeit von Schule und Kunstvereinen veranstalten. Die ADKV als Dachverband der deutschen Kunstvereine, deren Vorstandsmitglied ich bin, laden wir zur jährlichen Mitgliederversammlung in den Heidelberger Kunstverein ein. Im Winter erscheint dann unsere zweite Ausgabe der Chronik 150. Dazu werden wir die digitale Stadtkarte zur Kunst in Heidelberg fertig- und vorstellen, die einen zeitgemäßen Zugang zu Kunst-Aktionen in der Stadt ermöglicht. Die Vorbereitung des Jubiläums war sicher eine Riesenanstrengung für den Kunstverein. Ja, das Jubiläum hat vor allem dem Team jede Menge Überstunden und zusätzliches Engagement abverlangt. Bei uns handelt sich es ja samt und sonders um Neu-Heidelbergerinnen. Das habe ich tatsächlich unterschätzt. Im laufenden Betrieb wollen wir ja Gegenwart gestalten. Zusätzlich haben wir uns ganz stark mit der Vergangenheit beschäftigt. Und das, ohne umfänglich in der Stadtgesellschaft verankert zu sein. Sie graben sich buchstäblich in die Geschichte ein, und es wird klar, dass ein Verein von Dingen lebt, die man nicht zwischen Aktenordner klemmen kann. Wir haben viel mit Mitgliedern gesprochen. Da bekommen die Kunst und der Verein ein sehr menschliches Gesicht. Vorstand, Beirat und viele Mitglieder haben uns toll unterstützt. Diese Impulse nehmen wir jetzt mit, um Weichen für die Zukunft zu stellen. Was wird Ihnen von diesem Sommer der Kunst in Erinnerung bleiben? In bester Erinnerung bleibt unser Jubiläumsfest mit seiner wunderbaren Stimmung. Wir haben es nicht als Event, sondern als Mitgliederfest gefeiert, an dem Generationen von Mitgliedern, Freunden und Künstlern mitgewirkt haben, die uns nahestehen. Die Ausstellung ist für mich zudem eine ganz tolle Gelegenheit, mit vielen der 800 Mitglieder in direkten Kontakt zu kommen. Was ich mitnehme, ist ihre Begeisterung und Großzügigkeit, Kunst, die sonst privat ist, allen Interessierten zu zeigen. Zur Finissage der Ausstellung am 15. September werden wir deshalb noch ein Fest für die Leihgeber veranstalten.
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Heidelberg: Waldparkschule bekommt Mensa (Thu, 22 Aug 2019)
Von Anica Edinger Heidelberg/Boxberg. Sie haben lange darauf gewartet. Ein "Heidel" ganz bestimmt. Jedenfalls hieß es schon in der RNZ vom 17. Dezember 2014: "Die Waldparkschule braucht dringend eine neue Mensa." Jetzt nehmen die Bauarbeiten an der Gemeinschaftsschule auf dem Boxberg Fahrt auf. Zum Schulstart 2020 könnte es dann endlich so weit sein - und die Schüler der Waldparkschule täglich ein warmes Mittagessen bekommen. Der Rohbau jedenfalls ist seit einigen Tagen fertig. In den kommenden zwei Wochen geht es an die Abdichtung des Dachs, an die Fassade und schließlich an den Innenausbau. Jetzt machte sich Baubürgermeister Jürgen Odszuck selbst ein Bild von der Baustelle - und: "Ich bin außerordentlich zufrieden", so der Erste Bürgermeister. Vorausahnend, dass diese Frage wohl kommen würde, erklärte er zudem direkt: "Das ist eines der Bauvorhaben, das mich seit meinem ersten Tag in Heidelberg beschäftigt hat." Also seit Juli 2016. Das habe unter anderem an den vielen Voruntersuchungen gelegen, die zum Bau der Mensa nötig gewesen seien. Denn "wir mussten wahnsinnig viele Varianten prüfen", so Odszuck. Im Gespräch sei etwa auch gewesen, ob die Mensa in die Aula des Gebäudes am Boxberger Waldrand kommt, ob ein Anbau am südlichen Teil der Schule gemacht wird - oder eben ein ganz eigener Bau. Für Letzteres hat man sich schließlich entschlossen. Und Odszuck findet: "Durch den eigenen Bau bekommt das Mittagessen eine ganz besondere Bedeutung." Und dafür habe sich die Verzögerung doch gelohnt. 150 Kinder werden in der neuen Mensa Platz haben. Insgesamt steht eine Grundfläche von 457 Quadratmetern zur Verfügung. Dort wird es neben dem Speiseraum auch Toiletten geben, mobile Garderoben, einen Bereich zum Anrichten des Essens und natürlich auch zum Ausgeben. Beliefert wird die neue Mensa der Waldparkschule von "Apetito", gekocht wird von dem Caterer an der Internationalen Gesamtschule in Rohrbach. Auf dem Boxberg wird das Essen dann nur noch fertig gegart beziehungsweise gegebenenfalls kühl gehalten - und kommt dann auf den Tisch. Ansonsten wurde beim Mensa-Bau nicht nur Wert auf Barrierefreiheit gelegt, sondern auch auf Nachhaltigkeit. So ist die neue Mensa eine Passivhauskonstruktion, das Dach wird begrünt und bekommt zudem eine Photovoltaikanlage. Als Baustoff wurde Recyclingbeton verwendet - "und zwar sehr viel", wie Thomas Kühner vom städtischen Hochbauamt beim Vor-Ort-Termin zugeben musste. Insbesondere beim Dach. "Das hat auch einen besonderen Grund", wie Odszuck ergänzte. Schließlich musste man ein stabiles Gebäude bauen, weil die Mensa direkt gegenüber dem Wald liegt - und deshalb sturm- und orkansicher sein muss. "Jetzt können alle Bäume auf einmal umfallen - und würden bei der Mensa keinen Schaden anrichten", scherzte der Erste Bürgermeister Odszuck. Für den Architekten Harald Schwarz vom Heidelberger Büro "Schwarz Architektur" - das unter anderem das Füllfederhaltermuseum in Handschuhsheim entworfen hat - ist das Highlight seines Entwurfs aber ein ganz anderer: "Die verglaste Fensterfront, durch die man in den Wald schauen kann", erklärte er. Die Verbundenheit zur Natur solle sich schließlich auch im Inneren widerspiegeln - und deshalb möglichst mit Naturmaterialien gearbeitet werden, auch bei der Einrichtung. Rund 2,5 Millionen Euro lässt sich die Stadt die neue Mensa kosten. Und das lohnt sich - denn für die Waldparkschule wird sie noch viel mehr als nur Mensa sein. "Sie ist auch als Versammlungsstätte genehmigt", erklärt Kühner. So wird es etwa auch eine Grundausstattung an Medien in der Mensa geben - "für schulische Veranstaltungen aller Art", sagt Kühner. Und Odszuck freut sich: "Dann wird sie auch länger als zwei Stunden am Tag fürs Essen genutzt."
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Eröffnung Childhood-Haus: Königin Silvia kommt nach Heidelberg (Thu, 22 Aug 2019)
Heidelberg. (dpa-lsw) Königin Silvia von Schweden wird am 5. September an der Eröffnung des Childhood-Hauses in Heidelberg teilnehmen. Das teilten die Uniklinik Heidelberg, die World Childhood-Foundation und die Klaus Tschira Stiftung am Donnerstag mit. Das Childhood-Haus ist nach Angaben der Initiatoren eine interdisziplinäre Anlaufstelle zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die Opfer oder Zeuge von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden sind. Ärzte, Richter, Polizisten und Mitarbeiter des Jugendamtes sollen dort zusammenarbeiten. Die World Childhood-Foundation war 1999 von Königin Silvia gegründet worden. Ziel ist nach Angaben der Organisation, das Recht der Kinder auf eine sichere und liebevolle Kindheit zu schützen und die Lebensbedingungen derjenigen Kinder zu verbessern, die Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt sind. Zwei Tage vor der Eröffnung in Heidelberg will Königin Silvia am 3. September Konstanz und die Blumeninsel Mainau besuchen. Anlass ist das 25-jährige Jubiläum der Mentor Stiftung, zu dem Vorträge und Workshops in Konstanz geplant sind. Die 75-Jährige hatte die Stiftung für Jugendliche 1994 in Genf mitgegründet.
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Jugendliche auf dem Dach: Diese wilde Verfolgungsjagd gab es am Heidelberger Schulzentrum (Update) (Thu, 22 Aug 2019)
Heidelberg. (pol/mare/dpa) Es liest sich fast wie ein TV-Krimi: Drogen, eine wilde Verfolgung, ein geliehenes Fahrrad, Flucht und Festnahmen. Das sind die Zutaten für die Geschichte, die sich nach Polizeiangaben am Mittwochabend an der Pestalozzischule in der Rohrbacher Straße zugetragen hat. Aber der Reihe nach: Zwei Polizisten waren gegen 20.45 Uhr zu Fuß am Schulzentrum unterwegs. Dabei bewiesen die Beamten Näschen: Es roch nämlich stark nach Cannabis. Also suchten sie das Gelände ab.  Und fanden das: Auf dem Dach der Pestalozzischule waren drei Jugendliche. Einer des Trios - ein 15-jähriger Junge - stieg sodann freiwillig vom Dach und wurde widerstandslos festgenommen. Seine Begleiter aber flüchteten über das Dach. Einer der Beiden - 14 Jahre alt - rannte in Richtung Weststadt. In der Häusserstraße entdeckte ihn eine mittlerweile informierte weitere Streife und schnappte ihn - aber erst nach einer teils wilden Verfolgungsjagd. Der Jugendliche reagierte zunächst nicht, als die Polizisten ihn aufforderten, stehen zu bleiben. Also nahmen die Beamten die Verfolgung auf - zu Fuß. Doch bald waren die Ordnungshüter schneller unterwegs. Denn ein Passant bot ihnen sein Fahrrad an, mit dem der 14-Jährige dann schnell in der Wilhelmstraße eingeholt und festgenommen wurde.  Der hilfsbereite Passant bekam sein Fahrrad zurück. Dass Augenzeugen der Polizei etwa bei einer Verfolgungsjagd helfen, sei gar nicht so selten, sagte ein Sprecher. "Manchmal fragen wir die Menschen auch, ob sie uns mal kurz ihr Fahrrad leihen können." Der dritte Jugendliche entkam, als er in Richtung Franz-Marc-Straße flüchtete. Bei dem 15-Jährigen fanden die Polizisten später Marihuana und zwei Joints in der Umhängetasche. Auf dem Schulgelände gab es an der benachbarten Julius-Springer-Schule Einbruchsspuren an einer Seitentür. Womöglich sind die Jugendlichen so auf das Dach gelangt - das muss aber noch ermittelt werden. Die Personalien der beiden Delinquenten wurden aufgenommen und ein Drogentest gemacht, der positiv verlief. Dann durften die Jugendlichen wieder nach Hause gehen. Update: Donnerstag, 22. August 2019, 16.13 Uhr
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Heidelberg: 20-Jähriger will sich nicht von Polizei kontrollieren lassen (Thu, 22 Aug 2019)
Heidelberg. (pol/mün) Eine einfache Polizeikontrolle am Mittwoch in der Heidelberger Altstadt endete in Handschellen und mit der Festnahme eines 20-Jährigen. Der Vorfall ereignete sich gegen 15 Uhr in der Fahrtgasse hinter dem Darmstädter Hof-Centrum. Der 20-Jährige saß in einem Treppenaufgang und wollte gerade seine alten Schuhe aus und neuwertige Schuhe anziehen. Weil eine Polizeistreife den Verdacht einer Straftat, womöglich Ladendiebstahl, hatte, kontrollierten sie den jungen Mann.  Doch nach Angaben der Polizei wollte sich der Mann nicht kontrollieren lassen. Er verweigerte die "Präventivkontrolle", so ein Polizeisprecher, und wollte seinen Ausweis nicht zeigen. Zudem habe der Mann durch ständiges Umschauen den Eindruck vermittelt, als wolle er sich der Personenkontrolle entziehen, heißt es im Polizeibericht. Daraufhin sollen die Beamten ihn festgehalten und er wiederum sich loszureißen versucht haben. Die Polizisten brachten ihn zu Boden und legten ihm Handschellen an. So habe man eine Flucht verhindern wollen. Er wurde zum Polizeirevier Heidelberg-Mitte gebracht und nach Ende der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.  Gegen den 20-Jährigen wird nun wegen Widerstands gegen Polizeibeamte ermittelt. Ob der Mann überhaupt eine Straftat, etwa einen Diebstahl, begangen hat, das werde noch ermittelt, so ein Polizeisprecher.
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Heidelberg: Vermisste 15-jährige Vietnamesin wusste nichts von Suche nach ihr (Update) (Thu, 08 Aug 2019)
Heidelberg/Frankfurt. (dpa) Die zeitweise vermisste 15-jährige Sprachschülerin aus Vietnam habe nicht gewusst, dass nach ihr gesucht wurde. Sie sei darüber überrascht gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei Mannheim am Donnerstag. Die Jugendliche hatte in Heidelberg einen Sprachkurs besucht, diesen Mitte Juli abgebrochen und war verschwunden. Am gestrigen Mittwoch erschien sie dem Sprecher zufolge bei der Polizei in Frankfurt am Main. Dort habe sie seit mehr als einer Woche in einer sozialen Einrichtung gewohnt. Die junge Frau war nach Angaben des Sprechers aus eigenem Antrieb in die Einrichtung gegangen. Zu den Gründen für ihr Handeln gab es zunächst keine Erkenntnisse. Es sei Routine, dass Betreuer der Einrichtung nach einigen Tagen mit Minderjährigen zur Polizei gehen. Update: Donnerstag, 22. August 2019 Heidelberg/Frankfurt. (pol/rl) Die seit dem 18. Juli vermisste 15-Jährige wurde am Mittwochmorgen in Frankfurt von hessischen Polizeibeamten wohlbehalten angetroffen. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass sich die Jugendliche bereits seit mehr als einer Woche in Frankfurt in einem Wohnheim einer sozialen Einrichtung aufhielt. Update: Mittwoch, 21. August 2019 Heidelberg. (dpa-lsw) Auch nach einem öffentlichen Zeugenaufruf bleibt eine junge Sprachschülerin aus Vietnam verschwunden. Die 15-Jährige hatte ihren im Juni begonnenen Sprachkurs in Heidelberg Mitte Juli abgebrochen und war nicht in ihre Unterkunft zurückgekehrt. Es gebe keine neuen Erkenntnisse in dem Fall, teilte die Polizei am Freitag mit. Zuletzt hatte die junge Frau telefonischen Kontakt mit ihrer Mutter am 18. Juli. Sie erschien auch nicht zum Ende Juli vorgesehen Rückflug nach Vietnam. Dort halten sich die Eltern laut Polizei auf. Es gibt den Angaben zufolge keine Hinweise, dass der Teenager Opfer einer Straftat geworden ist oder sich in einer hilflosen Lage befindet. Update: Freitag, 9. August 2019 Heidelberg. (pol/rl) Bereits seit Ende Juli vermisst wird die 15-jährige Ha Anh N.. Die Jugendliche aus Vietnam besuchte seit Juni eine Sprachschule in Heidelberg. Am Montag, 15. Juli, brach sie den Sprachkurs ab und kehrte danach nicht in ihre Unterkunft in Heidelberg zurück. Am Dienstag danach, 18. Juli, hatte sie noch einmal ihre Mutter angerufen. Seither gilt sie als vermisst. Einen für Ende Juli vorgesehen Rückflug nach Vietnam trat sie nicht an. Hinweise auf den Aufenthaltsort sind nicht bekannt. Die umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg sind bisher erfolglos geblieben. Derzeit geht die Polizei nicht davon aus, dass die Jugendliche Opfer einer Straftat geworden ist. Zudem gebe es auch keine Hinweise darauf, dass sie sich in einer hilflosen Lage befinden könnte. Stand: Donnerstag, 8. August 2019
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Sommertour auf dem Neckar: "Für uns ein wunderschöner Urlaubstag" (plus Video) (Wed, 21 Aug 2019)
Von Sebastian Riemer Heidelberg. Die Schifffahrt mit der "Weißen Flotte" ist seit vielen Jahren eine der beliebtesten RNZ-Sommertouren. Dieses Jahr hatten sich über 800 Abonnenten dafür beworben - und 250 hatten Losglück. Sie durften am Dienstag mitfahren nach Hirschhorn und das mit einem der jüngsten Neuzugänge der "Weißen Flotte", der "Alt Heidelberg". Das 48 Meter lange und 9 Meter breite Schiff ist zwar schon 30 Jahre alt. Doch es sieht aus wie neu. Denn nachdem "Weiße Flotte"-Geschäftsführer Karl Hofstätter das dreistöckige Schiff vor einem Jahr aus dem bayerischen Kelheim nach Heidelberg überführt hatte, wurde es über den Winter von Grund auf renoviert und dann von "Renate" auf den Traditionsnamen "Alt Heidelberg" umgetauft. "Das Besondere an dem Schiff ist, dass es nur 90 Zentimeter Tiefgang hat", erklärte Hofstätter den RNZ-Lesern zur Begrüßung, "damit können wir auch bei sehr niedrigem Wasserstand noch fahren". Danach übernahm Kapitän Rolf Herrmann, der seit fast 50 Jahren im Dienste der "Weißen Flotte" steht, das Ruder - und fuhr das Schiff in entspanntem Tempo binnen zweieinhalb Stunden die 23 Kilometer ins hessische Hirschhorn. Die Sommertouristen machten es sich unterdessen auf dem Oberdeck bequem. Rita Thoma hatte mit der Schifffahrt ihren Mann Hans-Jürgen überrascht. "Er hatte kürzlich Geburtstag, da dachte ich, ich bewerb mich mal, und wenn wir den Zuschlag kriegen, habe ich ein billiges Geburtstagsgeschenk", sagte die 61-Jährige und lachte. Das Heidelberger Ehepaar prostete sich mit "Aperol Spritz" zu und der Beschenkte meinte: "Für uns ist das ein wunderschöner Urlaubstag." Die Stimmung an Bord war bestens - besonders als auf Höhe der Burgruine Schwalbennest in Neckarsteinach die majestätische "Königin Silvia" die Sommertouristen passierte, der Kapitän hupte und die Fahrgäste einander zuwinkten. Besonders viel Spaß an diesem Teil der Strecke hatten Ludwig Herbig und sein Schulfreund Wilfried Schendzielorz, die mit ihren Frauen Inge und Barbara an Bord waren. Die beiden 65-Jährigen sind einst in Neckarsteinach aufgewachsen - und kennen in der Vierburgenstadt jeden Stein. "Da, unter dem Schwalbennest, sind wir immer an der Steilwand hochgeklettert", erzählte Schendzielorz dem RNZ-Reporter. Ludwig Herbig gab unterdessen einen kurzen historischen Abriss der Neckarschifffahrt. Denn er ist ein Spross der Neckarsteinacher Schifffahrtspionier-Familie Boßler, die auch heute noch an der "Weißen Flotte" beteiligt ist. "Ich war selbst sechs Jahre lang als Matrose auf den Schiffen", sagte er. "Und beim Stapellauf der alten Alt Heidelberg war ich selbst noch dabei." Nach eineinhalb Stunden in Hirschhorn, wo die 250 Ausflügler je nach Interesse die Altstadt, die mittelalterliche Burg oder die viele Jahrhunderte alte Ersheimer Kapelle besichtigten, ging es am Nachmittag zurück nach Heidelberg. Begeistert von der Fahrt war auch Dorothea Kende. Die 90-Jährige hatte sich zum ersten Mal bei der RNZ-Sommertour beworben, obwohl sie seit sage und schreibe 63 Jahren die RNZ liest. "Und es hat gleich geklappt", sagte die Heidelbergerin, die gemeinsam mit ihrer Freundin Marianne Schenck dabei war, lachend. "Zum letzten Mal bin ich auf dem Neckar-Schiff gefahren, da waren meine Enkel vielleicht 6 Jahre alt. Das ist über 20 Jahre her. Ich freue mich sehr, bei dieser großartigen Aktion meiner Zeitung dabei zu sein." Als es eine Stunde vor Ankunft in Heidelberg anfing, leicht zu regnen, machten es sich die meisten Mitfahrer unter Deck der "Alt Heidelberg" bequem. Bei der Renovierung im Winter war ein fünf Meter hoher Lichthof, der über alle drei Stockwerke geht, eingebaut worden und so ist es selbst bei trübem Wetter sehr hell im Innenteil des Schiffes. Jan (9) und Lisa (6), die mit ihren Großeltern Trudy und Günter Hämmerling an Bord waren, ließen sich eine kräftige Suppe schmecken. Was ihnen am besten gefallen hat? "Die Fahrt selbst war am schönsten", sagte Jan. "Ich fand den Spielplatz in Hirschhorn am besten", sagte seine Schwester Lisa. Und Oma und Opa? Die freuten sich über den schönen Tag mit den Enkeln: "Es ist einfach toll, dass die RNZ so etwas anbietet."
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Heidelberger Projekt "SchwuPs": Trotz kleiner Kinder raus aus der Arbeitslosigkeit (Wed, 21 Aug 2019)
Von Werner Popanda Heidelberg. Selten war der Hinweis, dass ein Projekt noch in den Kinderschuhen steckt, angebrachter als bei dem, das Bürgermeister Wolfgang Erichson auf seiner Sommertour durch die Stadtteile besuchte. Denn das Projekt "SchwuPs: Schwanger und berufliche Perspektiven schaffen" ist gerade einmal drei Monate jung. Im Fokus von "SchwuPs", das vom SRH-Berufsbildungswerk Neckargemünd getragen und von der Stadt und dem Jobcenter Heidelberg mit jeweils 30.000 Euro bezuschusst wird, stehen werdende Mütter ab etwa acht Wochen vor dem Beginn der Mutterschutzfrist sowie Erziehende mit Kleinkindern unter drei Jahren. Sie alle befinden sich im Leistungsbezug des Jobcenters. Je nach Bedarf sollen die Projektteilnehmerinnen über ein Jahr hinweg aber nicht nur individuell beim Einstieg in die Elternrolle begleitet werden. Sondern obendrein auch dabei unterstützt werden, ihr Leben selbstständig zu gestalten und mittelfristig nach der Elternzeit auch ohne Hilfeleistungen auszukommen. Eben diese "Hilfe zur Selbsthilfe" ist für Gertrud Brich, stellvertretende Leiterin des städtischen Amts für Chancengleichheit, sehr wichtig. Denn nach diesem einem Jahr "sollen die Frauen eigene Wege gehen und ihre eigenen Netzwerke nutzen können". Allerdings ziele "SchwuPs" nicht darauf ab, in Ausbildung und Arbeit zu vermitteln, sondern darauf, Berufswege zu planen. Deshalb stehe auch der "harte Indikator" Vermittlung in Arbeit nicht im Vordergrund. Dem stimmte Erichson zu: "Arbeitslosigkeit soll sich nicht verfestigen." Folglich müsse der Kontakt zu Frauen, die Leistungen des Jobcenters beziehen, "viel, viel früher" gesucht und gefunden werden. Und zwar stets mit dem Anliegen, "sie wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren". "Wenn es einem Kind gut geht, geht es auch der Mutter gut, und dann kann man wieder an den Arbeitsmarkt denken", erklärte Cornelia Honig vom SRH-Berufsbildungswerk, die "SchwuPs" leitet. In der Tat wolle man mit diesem Projekt "früher ansetzen und präventiver arbeiten". Für sie ist mittlerweile klar, dass das Projekt "wächst und gedeiht und eine sehr erfolgreiche Maßnahme ist". Sie sei sogar erstaunt, was in den bisherigen drei Monaten "schon alles passiert ist, welche Frauen zu uns kommen und wie groß der Bedarf ist". Aus ihrer Sicht sind das Ergebnisse, an die "wir in der nächsten Zeit anknüpfen können". Die Zahlen dazu lieferte Sonja Frohoff, die gemeinsam mit Lisa Brech in der "SchwuPs"-Anlaufstelle in Rohrbach-Süd zu Werk geht. Demnach seien 30 Prozent der Frauen unter 25 Jahre alt und 70 Prozent älter als 25. Je 40 Prozent hätten ein Kind oder mindestens drei Kinder und 20 Prozent zwei Sprösslinge. Alles in allem hätten sich 59 Frauen für das Angebot interessiert, 33 befänden sich aktuell in der "Pipeline", sprich: sie stehen auf der Warteliste, und zehn Frauen nähmen aktiv an "SchwuPs" teil. Zu den Auserwählten gehört auch Anne-Marie Blechschmidt, deren Kinder drei und vier Jahre alt sind. Sie kam nun zu dem Schluss, dass "einem hier mega unter die Arme gegriffen wird". Sie fühle sich richtig wohl, wozu jedoch auch beigetragen haben könnte, dass sie ab September eine Ausbildung zur Krankenpflegerin in Aussicht hat. Bereits gelernte Krankenschwester ist Gabriele Lauber, die zu der Stippvisite von Bürgermeister Erichson ihre sieben Monate jungen Zwillinge Younis und Amir und damit zwei ihrer fünf Kinder mitgebracht hat. Seit April ist sie bei "SchwuPs" mit von der Partie, "ganz toll" findet sie, dass sie sich seitdem "auf berufliche und andere Themen konzentrieren" könne. Dabei habe es, gestand sie, durchaus ein "gewisses Misstrauen gegen das Jobcenter" gegeben. Außerdem sei es "schwierig, einen Überblick über das Angebot der Stadt zu erhalten". Und nicht zuletzt müsse man dank "SchwuPs", das für sie eine "Vertrauensbasis" darstellt, "nicht immer wieder die eigene Geschichte aufs Neue erzählen". Für Frohoff ist klar, dass die fünffache Mutter im Grunde "keinen Erziehungsbeistand" benötige, sondern "Entlastung in der Organisation des Alltags in Form von Manpower". Erichson lobte letzten Endes sowohl den "Mehrwert", der durch die "Lotsenfunktion" von "SchwuPs" entstehe, als auch, dass die "teilnehmenden Alleinerziehenden die Möglichkeit erhalten, die Erziehungszeit optimal für ihre Berufswegeplanung zu nutzen". Weshalb er sich sehr gut vorstellen kann, dass das "SchwuPs"-Projekt in Zukunft ausgebaut wird.
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Heidelberg: Der Verein "Helfer ohne Grenzen" hat sich aufgelöst (Wed, 21 Aug 2019)
Heidelberg. (sm) Kurz nach dem Krieg in Bosnien und Herzegowina gründete sich im Jahr 1995 in Heidelberg ein Verein, der sich "Helfer ohne Grenzen" nannte. Das Ziel: Flüchtlingen, Waisenkindern und verarmten Menschen in den Krisenregionen zu helfen und ihre Not zu lindern. Dieser Verein hat sich jetzt aufgelöst, aber nicht, weil in dem ehemaligen Gebiet von Jugoslawien keine Not mehr herrscht, sondern weil die Arbeit immer aufwendiger und anstrengender für den ehrenamtlich tätigen Vorstand wurde. Da ein großer Teil der Bevölkerung immer noch unter den Nachwehen des Krieges leidet, lag es Gabriele Sennrich und Carmen Elzer am Herzen, eine Lösung zu finden, wie ihr Projekt am Leben erhalten werden könnte. Drei gute Perspektiven haben sich ergeben. Erfreulich für sie, dass sich jetzt mit Unterstützung der Heidelberger ein "Helfer ohne Grenzen"-Verein in Sarajewo gegründet hat. Er wird von den bosnischen Freunden und Helfern der ersten Stunde geführt. Und da es ihnen wichtig war, dass die Patenschaften für die 140 Kinder in Bosnien erhalten bleiben, haben sie bei "Help" ein offenes Ohr gefunden. Der deutsche Verein ist schon seit längerem in Bosnien aktiv, sodass diese Verbindung den beiden Vorstandsfrauen als ideal erschien. Und was auch wichtig ist: Der Second-Hand-Laden am Friedrich-Ebert-Platz 4 besteht weiter und kann so mit dem Verkaufserlös weiter finanzielle Hilfe in Bosnien leisten. Dafür wurde der "Freundeskreis Bosnien" gebildet, der, weniger aufwendig, sowohl den Kontakt zu den Freunden in Sarajewo hält, als auch mit den Einnahmen im "Nummer 4"-Laden weiter helfen kann. Den betreiben jeden Donnerstagnachmittag von 14 bis 19 Uhr Carmen Elzer, Stefanie Treutlein und Angela Bischler. Sie freuen sich über Menschen, die sich von gut erhaltenen Dingen trennen möchten, aber auch über diejenigen, die etwas Schönes und Günstiges suchen.
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Heidelberg: Carl-Ludwig Fuchs tot - Ein Leben für die Kunst und Schönheit (Wed, 21 Aug 2019)
Von Frieder Hepp Heidelberg. Am vergangenen Wochenende starb überraschend der Kunsthistoriker Dr. Carl-Ludwig Fuchs in Leipzig, kurz vor Vollendung seines 74. Lebensjahres. Nahezu 40 Jahre, von 1966 bis zu seinem Wegzug nach Dessau 2006, lebte und wirkte er in Heidelberg, wo er bleibende Spuren hinterließ. Die Grundlage für seine glänzende Karriere als Kunstkenner und Kunstliebhaber legte er 1975 nach seinem Studium der Kunstgeschichte in Marburg, Wien und Hamburg mit einer Promotion über die "Innenraumgestaltung und Möblierung des Schwetzinger Lustschlosses im 18. und 19. Jahrhundert" bei Prof. Anselm Riedl. Über das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg kam er dann 1978 an das Kurpfälzische Museum der Stadt Heidelberg. Hier war er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Abteilungsleiter, ab 2004 als stellvertretender Direktor für den Bereich des Kunsthandwerks, Porzellan, Möbel, Münzen und Medaillen verantwortlich. Schon früh fiel Fuchs nicht nur durch seine hervorragenden kunst- und kulturhistorischen Kenntnisse auf, sondern er hat auch durch detaillierte Erfahrungen in konservatorischen und restauratorischen Fragen das Erscheinungsbild des Museums maßgeblich geprägt. In den nahezu 30 Jahren seiner Tätigkeit am Museum hat er im Rahmen des Museumsneubaus wesentliche Impulse für die Renovierung und Einrichtung des Palais Morass als Teil des erweiterten Museumskomplexes gegeben. In einem von Fuchs verfassten Bildheft ist die Geschichte des barocken Kleinods im Herzen der Altstadt detailliert beschrieben und die von ihm vorgenommene Einrichtung der Stilräume wiedergegeben. Carl-Ludwig Fuchs’ große Liebe galt dem Porzellan aus der Frankenthaler Manufaktur des Kurfürsten Carl Theodor. Durch seine hervorragenden Kontakte zu Sammlern und Kunsthändlern hat er im Museum eine einzigartige Sammlung Frankenthaler Porzellans aufgebaut, innerhalb derer die sogenannten "Solitaires", das sind Frühstücksservice für eine Person, internationale Beachtung gefunden haben. Dasselbe gilt für den spektakulären Erwerb des pfälzischen Tafelsilbers der Kurfürstin Elisabeth Augusta, der durch die Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Hilfe des Freundeskreises und vielen Spendern und Sponsoren aus Heidelberg und der Metropolregion 2002 möglich wurde. Dieser Ankauf und seine formvollendete Präsentation im Speisezimmer des ehemaligen Salons stellt noch immer den bedeutendsten Neuzugang des Museums in seiner jüngeren Geschichte dar. Nicht zuletzt trägt aber auch die Einrichtung einer einzigartigen Kostümpassage mit Mode von der Barockzeit bis in die 1920er Jahre die unverwechselbare Handschrift des Kunsthistorikers. Wesentlichen Anteil hatte Carl-Ludwig Fuchs auch an den großen Sonderausstellungen des Kurpfälzischen Museums. Darunter die Carl-Theodor-Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Kurpfälzischen Museum 1979. Für sie begründete er eine sonntägliche Konzertreihe, die bis zu seiner Pensionierung in schöner Regelmäßigkeit einer vielköpfigen Hörerschar im Blauen Salon seine Begeisterung für die Musik näherbrachte. Hierbei erklang auch ab und an der legendäre Erard-Flügel, den Carl-Ludwig Fuchs bei den Umbauarbeiten des Museums in den 80er Jahren wiederentdeckt hat und auf dem möglicherweise Chopin ein legendäres Konzert für den damaligen Palaisbesitzer Maximilian Joseph von Chelius im Oktober 1835 gab. Carl-Ludwig Fuchs war bekannt und beliebt für seine mitreißenden Führungen. Er verstand es meisterhaft, komplexe kunsthistorische Zusammenhängen geistreich und mit Esprit zu vermitteln. In seinem Urteil war er unbeirrbar, von einem einmal gefassten Vorhaben kaum mehr abzubringen. Nicht nur die Mitglieder des Freundeskreises, auch seine Kolleginnen und Kollegen schätzten seine ausgewiesene Expertise für Schmuck, Silber und Möbel, seine hervorragende Kenntnis des kurpfälzischen Hofes und der badischen Geschichte. Er selbst betrachtete stets die Restaurierung und Einrichtung des Schwetzinger Schlosses, der Sommerresidenz des Kurfürsten Carl Theodor, als sein "Meisterwerk". Aber auch die Räume der Akademie der Wissenschaften und das Haus Buhl in Heidelberg, die Innenausstattung des Rohrbacher Schlösschens im Stil der badischen Großherzogin Amalie, Schloss Amalienburg in München oder das Neue Schloss in Bayreuth tragen seine Handschrift. Mit dem Rückkauf des Palais Minckwitz, einem Stadtpalais in Dessau, das einst der Familie seiner Vorfahren gehörte, hat er sich einen Lebenstraum erfüllt. Stilgerecht von ihm restauriert wurde das Barockpalais zu einem architektonischen Juwel in der Bauhausstadt, von wo Fuchs als genialer Kunstexperte in der Fernsehsendung "Kunst und Krempel" geschätzt wurde und als "Barockfürst" seine Leidenschaft für Kunst und Schönheit formvollendet zur Geltung bringen konnte.
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Heidelberg: Römerstraße nach Unwetterschäden wieder freigegeben (Update) (Wed, 31 Jul 2019)
Heidelberg. (RNZ) Rund drei Wochen, nach dem ein Unwetter Teile der Fahrbahn der Römerstraße zerstört hat, sind die Schäden beseitigt. Seit Mittwoch, 21. August, ist die Hauptverkehrsachse wieder komplett freigebenen, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Im Bereich zwischen Hebelstraße und Feuerbachstraße musste die Römerstraße wieder instand gesetzt werden. Zuletzt wurde der Verkehr am Baufeld einspurig in beide Fahrtrichtungen vorbeigeführt. Die Kanalbauarbeiten in unmittelbarer Nähe – im Bereich zwischen Feuerbach- und Rheinstraße – konnten ebenso abgeschlossen und die zweite Fahrspur stadtauswärts wieder freigegeben werden. Update: 21. August 2019, 16.30 Uhr Heidelberg. (RNZ) Die Römerstraße ist erst ab Montag, 5. August, stadtauswärts wieder befahrbar. Die Instandsetzung zwischen der Lessingstraße und der Feuerbachstraße verzögert sich aufgrund von technischen Problemen an den Baumaschinen auf der Baustelle, teilt die Stadt mit. Deshalb konnte der Fahrstreifen stadtauswärts nicht wie geplant am gestrigen Freitag für den Verkehr freigegeben werden. Auch die Busumleitung wird noch bis Montag bestehen bleiben. Die Sanierungsarbeiten insgesamt dauern voraussichtlich noch bis Montag, 19. August. Dann sollen beide Fahrstreifen stadtauswärts wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die Römerstraße wurde am Sonntag, 28. Juli, durch Starkregen beschädigt. Die großen Mengen Regenwasser haben Teile der Fahrbahn nach oben gedrückt, die Straße ist nicht mehr verkehrssicher. Update: Freitag, 2. August 2019, 19.30 Uhr  Heidelberg. (hö) Durch das Unwetter am Samstagabend wurde ein Teil der Römerstraße beschädigt und zwar in der Senke, über die die Radwegbrücke verläuft. Dort hatten die enormen Mengen an Regenwasser Teile der Fahrbahn nach oben gedrückt. Deswegen sind die beiden Fahrstreifen in Richtung Rohrbach zwischen Lessing- und Feuerbachstraße gesperrt. Und so bildeten sich auf der Umleitung, vor allem in Richtung Franz-Knauff-Straße, lange Staus. Mittlerweile ist die Instandsetzung der beschädigten Römerstraße in vollem Gange. Voraussichtlich am morgigen Freitag kann wieder ein Fahrstreifen stadtauswärts für den Verkehr freigegeben werden. Die gesamten Arbeiten sollen noch zwei Wochen länger dauern. Von der Umleitung über Rohrbacher Straße und Rheinstraße betroffen sind auch der Schienenersatzverkehr auf der Linie 24 sowie die Regionalbuslinie 757 nach Schatthausen. 
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