Heidelberg

Heidelberg: Wie "Icybac" Jagd auf die Tigermücke macht (Mi, 18 Mai 2022)
Von Karla Sommer Heidelberg. Seit Anfang Mai machen 20 Mitarbeiter von "Icybac" in Heidelberg wieder Jagd auf die Asiatische Tigermücke. Sie stellen Fallen auf, beseitigen mögliche Brutstätten und setzen sterile Männchen aus – alles mit dem Ziel, die weitere Verbreitung der eingewanderten Art zu verhindern. Denn das Insekt kann potenziell tropische Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen – auch wenn das in Deutschland bislang noch unwahrscheinlich ist. Doch schon jetzt sind die kleinen Blutsauger auch hier für viele eine wahre Plage. Denn die Weibchen stechen im Gegensatz zur heimischen Stechmücke auch tagsüber und verleiden so oft den Aufenthalt im Freien. Ursprünglich stammt die Tigermücke aus Südostasien. Dank des Klimawandels fühlt sie sich aber auch in wärmeren Regionen Deutschlands mittlerweile wohl, 2016 wurde sie zum ersten Mal in Heidelberg nachgewiesen. Seitdem hat sie sich vor allem im Süden der Stadt ausgebreitet Große Populationen gibt es insbesondere in Kleingartenkolonien, wo es in der Regel viele Gefäße gibt, in denen sich Wasser sammelt. Bleibt es nur wenige Tage stehen, reicht es den kleinen Blutsaugern schon, um sich zu vermehren. Anna Ries, die in Heidelberg als Projektleiterin von "Icybac" im Auftrag des Gesundheitsamtes den Kampf gegen die Mücken koordiniert, rät deshalb: "Vermeiden Sie Wasseransammlungen, die über fünf Tage stehen bleiben können. Entleeren Sie das Wasser regelmäßig und decken Sie betreffende Gefäße lückenlos ab." Belebte Teiche und fließende Gewässer seien dagegen keine Brutstätten. Es sind Tipps wie diese, die Ries und ihr Team derzeit Grundstücksbesitzern in den betroffenen Gebieten auch vor Ort geben. Sie sind erkennbar an ihrer Firmenkleidung und können sich entsprechend ausweisen. Neben Tipps und Infoflyern geben sie den Anwohnern aber auch sogenannte BTI-Tabletten. Darin befindet sich ein Protein, das die Larven der Blutsauger abtötet. Gibt man die Tabletten, die für Menschen und andere Tiere unschädlich sind, alle zwei Wochen in Wasserbehälter, kann sich die Tigermücke dort nicht fortpflanzen. Um ihre Arbeit effizient erledigen und die Ausbreitung des Insekts eindämmen zu können, müssen die Mitarbeiter in möglichst alle betroffenen Gärten gelassen werden. Doch neben den 20 "Icybac"-Angestellten sind auch viele Tausend kleine Kämpfer gegen die Plage im Einsatz, denen man das auf den ersten Blick gar nicht ansieht. Denn die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) züchtet und bestrahlt in ihrem Labor auch männliche Tigermücken, sodass diese zwar noch paarungswillig, aber unfruchtbar sind. Diese Männchen werden dann in größerer Zahl in betroffenen Gebieten ausgesetzt, um nach Weibchen zu suchen. Mit großem Erfolg, denn Tigermückenweibchen paaren sich nur einmal in ihrem Leben – tun sie das mit einem unfruchtbaren Männchen, legen sie auch nur Eier, aus denen keine Larven schlüpfen. Der ausgetüftelte Kampf der Experten gegen die Insekten kann jedoch nur gelingen, wenn sie wissen, wo diese sich verbreiten oder neu einnisten. Dazu brauchen sie auch Hinweise aus der Bevölkerung. Wer meint, eine Tigermücke zu sehen, versucht am besten sie zu fangen, K.O. zu schlagen oder zu fotografieren – und meldet sich dann per E-Mail an heidelberg@tigermuecke.info. Infos gibt es auch unter www.rhein-neckar-kreis.tigermuecke.info.
>> mehr lesen

Heidelberg: Eine besondere "Elefantenrunde" tagte im Zoo (Wed, 18 May 2022)
Von Sarah Hinney Heidelberg. Der Zoo Heidelberg war eineinhalb Tage lang Treffpunkt für eine ganz besondere Expertenrunde. Zwei Dutzend Elefanten-Spezialisten trafen sich hier einerseits, um sich vor Ort ein Bild von der Jungbullen-WG im hiesigen Zoo zu machen, und andererseits, um ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen rund um die Dickhäuter auszutauschen. Die Mitglieder dieser Expertengruppe, der Elephant Taxon Advisory Group (kurz Elephant-TAG) des europäischen Zooverbands EAZA, kommen aus ganz Europa und treffen sich jedes Jahr, immer an einem anderen Ort. Unter ihnen war beispielsweise auch Cordula Garleffi, Elefanten-Kuratorin im Zoo Zürich. Für sie war der Besuch in Heidelberg eine besondere Freude, denn seit 2014 beherbergt der Züricher Zoo den Asiatischen Elefantenbullen Thai, der davor mehrere Jahre in der Heidelberger Jungbullen-WG gelebt hat. Auch sonst zeigte sie sich begeistert: "Das Pfleger-Team hat uns sehr nett empfangen und man merkt auch, dass sie alle eine besondere Verbindung zu den Tieren haben", sagt sie zum Abschluss der Tagung gegenüber der RNZ. Kurz zuvor hatten die Tierpfleger Tobias Kremer und Stefan Geretschläger an der Trainingswand gezeigt, was ihre Schützlinge alles so können. Kommuniziert wird mit den Tieren dabei übrigens auf Englisch, damit die Verständigung später auch in anderen Zoos gut klappt. Die einfachste Verständigung läuft aber ohnehin durch den Magen. "Für einen Apfel tun sie fast alles", sagte Kremer. Das Training an der Wand, die 2020 im Zoo eingeweiht wurde und wegen der Corona-Pandemie bislang kaum für die Öffentlichkeit genutzt werden konnte, begeisterte dabei nicht nur die Experten, sondern lockte am Dienstag auch zahlreiche Zoobesucher an. Spezialistengruppen innerhalb der EAZA gibt es für fast jede Tierart. Experten aus allen europäischen Zoos tauschen sich über die Erhaltungszuchtprogramme für Elefanten aus, legen Zuchtziele fest, informieren sich über tiermedizinische Themen oder Aspekte aus der Forschung. Zudem erarbeiten sie Empfehlungen für Fragen der Tierhaltung, an denen sich Zoos, die Elefanten halten, orientieren können. "Ein weiteres Thema ist aber auch der Erhalt der Arten in freier Wildbahn und was dafür getan werden kann", erklärte der Vorsitzende der Elephant-TAG und Direktor der Wilhelma in Stuttgart, Thomas Kölpin, der RNZ. "Wir sind stolz auf unsere Elefantenhaltung im Zoo und deshalb freuen wir uns sehr, dass das Treffen in diesem Jahr bei uns stattgefunden und unser Zoodirektor das ermöglicht hat", sagte Geretschläger. Der Zoo Heidelberg war vor rund zwölf Jahren der erste Zoo in ganz Deutschland, der eine Jungbullen-WG für Elefanten eingerichtet hat. Sie ist inzwischen Vorbild für zahlreiche andere Tierparks. "Wir haben bereits sieben Individuen in unserer WG gehabt", sagt Geretschläger. Derzeit leben in Heidelberg die Elefanten Tarak, Yadanar, Ludwig und Namsai. Das Konzept orientiert sich an natürlichen Entwicklungsstufen, die ein Elefant in seinem Leben durchläuft. Mit etwa fünf Jahren müssen Jungbullen ihre Geburtsgruppe verlassen und schließen sich zu Junggesellengruppen zusammen. Diese Möglichkeit des Zusammenlebens bekommen sie in Heidelberg. Sobald die jungen Bullen mit zwölf bis 15 Jahren quasi aus der Pubertät raus sind, verlassen sie die WG, um in anderen Zoos eine eigene Zuchtgruppe zu übernehmen – so wie Thai in der Schweiz, der inzwischen mehrfacher Vater ist.
>> mehr lesen

"Herbe Enttäuschung": Bundesgerichtshof billigt Bettensteuer (Wed, 18 May 2022)
Karlsruhe/Heidelberg. (kla/dpa) Als "herbe Enttäuschung" hat Melanie von Görtz vom Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Baden-Württemberg die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Bettensteuer bezeichnet: Demnach dürfen Übernachtungsgäste von Städten und Gemeinden auch künftig über eine solche Steuer zur Kasse gebeten werden. Die Karlsruher Richterinnen und Richter halten sogar eine Ausweitung der Abgabe auf Geschäftsreisende für rechtlich möglich, wie sie mitteilten. Damit blieben Verfassungsbeschwerden von Hoteliers aus Freiburg, Hamburg und Bremen ohne Erfolg. (Az. 1 BvR 2868/15 u.a.) Die Branche zeigte sich enttäuscht: "Die Entscheidung versetzt der Hotellerie einen weiteren Tiefschlag in dieser ohnehin immer noch besonders schweren Zeit", erklärte etwa die Geschäftsführerin des DEHOGA in Heidelberg, Melanie von Görtz. Das Gastgewerbe leide noch stark unter den Folgen der Pandemie und nicht zuletzt darunter, dass Fachkräfte nach den langen Lockdowns nicht in die Betriebe zurückgekehrt seien. Eine Bettensteuer lehnt der Verband auch in der Region strikt ab. Von Görtz begründete das auch damit, dass die Eintreibung der Bettensteuer, bei der zwischen privat und geschäftlich reisenden Gästen unterschieden werden muss, in keinem Verhältnis zu den Einnahmen der Kommunen stünden. Zumal diese die Steuer nicht selbst eintreiben, sondern das – inklusive der Kosten und des Ärgers mit den Gästen, wie von Görtz sagte – den Hoteliers und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überließen. Die Richter allerdings sehen die Hotels durch den zusätzlichen Aufwand "nicht übermäßig" belastet, die Mitwirkung sei zumutbar, erklärten sie am Dienstag. Die Stadt Freiburg begrüßte die Entscheidung. Damit herrsche endlich Rechtssicherheit, sagte Finanzbürgermeister Stefan Breiter. Die kommunale Steuer wurde dort 2013 beschlossen und wird seit 2014 erhoben. Der Stadt spülte sie seitdem eigenen Angaben zufolge rund 19 Millionen Euro in die Kasse. "Alles, was den Kommunen Spielräume ermöglicht, freut uns", sagte auch Susanne Nusser, Finanzdezernentin beim Städtetag Baden-Württemberg. Sie gehe davon aus, dass nun weitere Städte dazu übergehen werden, eine solche Abgabe zu erheben. Bundesweit werden Bettensteuern in Dutzenden Kommunen erhoben. In der Regel werden pro Person und Nacht um fünf Prozent des Übernachtungspreises fällig. Nicht so in Heidelberg: Die Stadt habe eine "bessere Lösung" gefunden, meint Melanie von Görtz. Das Konzept aus dem Jahr 2017 beinhaltete unter anderem eine einmalige Spende der Hoteliers an Heidelberg Marketing, zudem eine Erhöhung des damaligen Kombitickets für die Bergbahn und den Eintritt ins Schloss. Das setze direkt bei den Menschen an, die die touristische Infrastruktur der Stadt nutzten, so die DEHOGA-Geschäftsführerin. Hintergrund der Bettensteuern ist, dass Hotels zuvor bei der Umsatzsteuer entlastet wurden: 2010 sank der Steuersatz von 19 auf 7 Prozent. Die Bettensteuern sind eine Reaktion der klammen Kommunen. Die Hotelbranche hatte sich dagegen von Anfang an heftig gewehrt. Nun appellierte die Heidelberger DEHOGA-Geschäftsführerin an die Kommunen, "dass sie das Urteil nicht als Ermunterung verstehen, jetzt wieder über die Einführung von Bettensteuern nachzudenken oder bereits begonnene Entscheidungsprozesse wieder aufzunehmen". Sie verwies auf die Belastungen: Neben Corona und Fachkräftemangel nun noch neue Probleme durch den Ukraine-Krieg und die Kostensteigerungen für Energie und Lebensmittel. Zudem seien nicht nur in Heidelberg und Mannheim zahlreiche neue Hotels entstanden oder gerade im Entstehen. "Das erhöht den Druck insbesondere auf die privat geführten Hotels,", so von Görtz. "Zusätzliche Bettensteuern sind von unseren Betrieben schlicht nicht zu verkraften."
>> mehr lesen

Heidelberg: Mark Twain Center wird eröffnet (Wed, 18 May 2022)
Von Birgit Sommer Heidelberg. Der "Andere Park" in der Südstadt ist eröffnet. Am kommenden Sonntag präsentiert sich auch erstmals ein kleines historisches Juwel am Rande des Parks in der Römerstraße der Bevölkerung: das Mark Twain Center für transatlantische Beziehungen (MTC). Die ehemalige Kommandantur der US-Generäle in der Römerstraße 162 blieb für die Ausstellungsstätte originalgetreu erhalten. Doch die Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen seit 200 Jahren ist nur ein Teil des Angebots, die Ideen weisen auch in die Zukunft. Das beginnt mit der multimedialen Ausrichtung der Ausstellung und den Tablets, die der Besucher beim kostenlosen Eintritt bekommt. Er kann sich dann in den Räumen der ehemaligen Kommandeursvilla ganz nach den eigenen Vorstellungen bewegen und bei jedem Besuch Neues und Anderes entdecken, wie Dr. Uwe Wenzel, der Leiter des MTC, das eine eigenständige Abteilung des Kurpfälzischen Museums ist, hofft. Die digitalen Dossiers können von den Kuratoren der Ausstellung immer wieder zusätzlich bestückt werden. Kein Interesse am Militär, als zu Hochzeiten des Kalten Krieges rund eine Viertelmillion Soldaten von Heidelberg aus ihre Befehle erhielt? Oder an Konsumgütern wie Kaugummi, Kaffee und Nylonstrümpfen, die die Amerikaner hierher mitbrachten und die damals das Bild der Deutschen von den USA mitprägten? Dann fesseln vielleicht die bislang 29 Zeitzeugen, deren Erlebnisberichte per Touchscreen aktiviert werden? Die ehemalige Oberbürgermeisterin Beate Weber ist darunter, der Viersternegeneral Burwell B. Bell, der das Kommando in Heidelberg von 2002 bis 2006 innehatte und die strategische Ausrichtung der Amerikaner vorantrieb, die letztlich zum Abzug aus Heidelberg führte, oder Joachim Guilliard vom Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg. Auch Privatleute berichten von ihren Erfahrungen mit amerikanischer Freundschaft und Lebensart. Immerhin 25 Millionen Amerikaner, Militärangehörige und deren Familien kamen nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa, die meisten von ihnen nach Deutschland. Das hat sie genauso geprägt wie die Deutschen. Ein Aspekt der Beziehungen waren wohl immer auch die Wurzeln der Menschen: Ein Drittel der amerikanischen Offiziere, die in Heidelberg dienten, hatte deutsche Vorfahren. Uwe Wenzel setzt für die Zukunft nicht nur auf die Erweiterung des Bestandes in seiner bundesweit einmaligen Einrichtung. So forschen deutsche und amerikanische Wissenschaftler an gemeinsamen Projekten, etwa dem, wie die Zusammenarbeit auf lokaler Ebene vom Weltgeschehen beeinflusst wird. Prof. Susan Herbst, die ehemalige Präsidentin der University of Connecticut, arbeitet derzeit in Heidelberg an der Geschichte der öffentlichen Meinung in den USA, erweitert um transatlantische Perspektiven. Und ein Ausstellungsprojekt "Fake of Truth" soll im Jahr 2024 zeigen, wie Wissenschaft und Kunst benutzt werden, um angebliche Wahrheiten zu zeigen. Auch die Kultur wird künftig eine Rolle spielen. "Wir wollen ein Projekt zur Geschichte des Jazz in der Rhein-Neckar-Region machen", kündigt Uwe Wenzel an, "Heidelberg spielt eine große Rolle bei der Entwicklung des deutschen Jazz." Die Bildung von Jugendlichen liegt Uwe Wenzel ebenso am Herzen. Er bietet Schulen in Stadt und Region eine Zusammenarbeit an, möglich sind verschiedene Vermittlungsangebote, auch Planspiele. Partner sind hier etwa die Landeszentrale für politische Bildung und die Baden-Württemberg-Stiftung. Ganz perfekt wird die Ausstellung zu Beginn noch nicht sein. Fehlende Materialien und unterbrochene Lieferketten sind daran schuld. So befinden sich die speziellen Stühle eines amerikanischen Klassenzimmers noch irgendwo in einem Container, sie werden vorerst durch normale Stühle ersetzt. Teppiche etwa kommen derzeit nur per Luftfracht. Eine Spezialglasplatte für den Strategie-Spieltisch fehlt bis jetzt, ebenso das Metall für die Außenbeschriftung des Gebäudes – dank derer die Besucher das Mark Twain Center dann leichter finden können. Info: Eröffnung des Mark Twain Centers, Sonntag, 22. Mai. 13 Uhr: Begrüßung durch OB Eckart Würzner; 14 und 15 Uhr: Square Dance zum Mitmachen mit den Heidelberg Hoedowners und den Swinging Stars Heidelberg; 16 Uhr: Jazz im Konferenzraum. Stündliche Führungen durch die Ausstellung, Kinderprogramm in und um das MTC, dazu Essen und Trinken. Öffnungszeiten ab 25. Mai: Mittwoch bis Sonntag, 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
>> mehr lesen

Heidelberg: Vom Energiespeicher kann man sogar das Schloss sehen (Fotogalerie) (Wed, 18 May 2022)
Von Denis Schnur Heidelberg. Vier spitze Türme und eine Kuppel hat der Speyerer Dom. Steht man auf dem Dach des Energiespeichers der Stadtwerke im Pfaffengrund, erkennt man das knapp 20 Kilometer entfernte Gotteshaus deutlich am Horizont. An wirklich klaren Tagen reicht der Blick aber noch viel weiter: "Da sieht man sogar das Straßburger Münster", erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Teigeler beim Vor-Ort-Termin mit der RNZ. Und das liegt immerhin fast 120 Kilometer Luftlinie entfernt. Bisher ist dieser Ausblick aus 56 Metern Höhe vor allem Faulhammer und seinem Team – und selten mal externen Besuchern der Baustelle – vorbehalten. Wer hoch will, muss die Treppe im Baustellengerüst oder den Lastenaufzug nehmen. Doch in rund einem Jahr soll die Plattform auf dem Energiespeicher endlich auch für die Allgemeinheit geöffnet werden. Eigentlich sollte die feierliche Eröffnung der Gastronomie in luftiger Höhe schon im Jahr 2020 erfolgen. Doch seit dem Abriss des alten Gasspeichers 2017 an derselben Stelle ist es auf der Baustelle immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Mal erhielten die Stadtwerke nach Ausschreibungen nur sehr teure Angebote – oder auch gar keine. Mal mussten Planungen angepasst werden. Und ganz aktuell musste man einen neuen Produzenten für Blechteile finden, die aus der Ukraine hätten kommen sollen. "Aber wir haben Ersatz gefunden", berichtet Heiko Faulhammer, ebenfalls Geschäftsführer bei den Stadtwerken. Deshalb sind die Stadtwerke nun zuversichtlich, dass sie den Zeitplan einhalten können. Wenn die Bleche am Aufzugschacht angebracht sind, wird das Gerüst abgebaut. Danach könne man sofort damit beginnen, das Stahlnetz zu installieren, das später mal die funkelnde Glasfassade trägt. "Das Netz liegt schon bei der Stahlbaufirma auf dem Parkplatz", so Faulhammer. "Die wären sogar ziemlich froh, wenn wir damit anfangen könnten, damit die ihren Parkplatz wieder nutzen können." Rund drei Monate dauere es vermutlich noch, dann soll das Stahlnetz am großen blauen Turm im Pfaffengrund angebracht sein. Parallel erhalte auch der Aufbau seine Glasfassade. Zwischen den vielen massiven Stahlbalken unter der Plattform wird zudem die Gebäudetechnik untergebracht. Dann folgt der Innenausbau von Restaurant, Bistro und Eventfläche. Und auch die rund 200 Stufen große Stahltreppe, die sich später mal um den gesamten Speicher schlängelt, wird derzeit schon in Bulgarien produziert. Am Ende erhält dann auch die Dachterrasse ganz oben eine 1,80 Meter hohe Begrenzung aus Glas. Dadurch können die bis zu 300 Menschen, die sich gleichzeitig oben auf der Plattform befinden dürfen, sicher bis ganz an den Rand treten, um zum Beispiel den Blick über die Bahnstadt bis zum Schloss und zur Alten Brücke schweifen zu lassen. Außerdem könne man so dort oben auch gemütlich seinen Kaffee oder sein Bier trinken, wenn es etwas windiger ist. Info: Zu einem Infotag über Fernwärme samt Rundgang durch den Energiepark laden Stadt und Stadtwerke am Donnerstag, 19. Mai, ab 17 Uhr ein. Anmeldung online unter https://kurzelinks.de/v9oy 
>> mehr lesen

Heidelberg: Was einmal gedruckt ist, gehört der ganzen Welt (Wed, 18 May 2022)
Von Volker Oesterreich Heidelberg. "Der Vernünftigen werden nicht an die Macht kommen", heißt es in Erich Kästners 1931 veröffentlichtem Großstadtroman "Fabian", der jetzt wieder den ursprünglichen Titel "Der Gang vor die Hunde" trägt. Eine prophetische Aussage in einem prophetischen Werk, das kurz vor der Machtergreifung der alles andere als vernünftigen Nationalsozialisten erschienen ist. Zwei Jahre später verbrannten sie die Bücher kritischer Autorinnen und Autoren während eines gespenstisch inszenierten Spektakels: erst in Berlin, dann in Heidelberg und rund 90 weiteren deutschen Städten. Die braune Studentenschaft hatte dazu aufgerufen, die Mehrheit der Professoren billigte die Barbarei – und die breite Masse strömte herbei wie zu einem Volksfest. In Heidelberg sollen am 17. Mai 1933 mehr als 20.000 Gaffer und Claqueure gekommen sein, um mitzuerleben, wie die Werke von Erich Kästner, Bertolt Brecht, Else Lasker-Schüler, Alfred Kerr, Kurt Tucholsky und vielen weiteren in Flammen aufgingen. Auf Initiative der Bürgerstiftung Heidelberg wurde 2011 eine Gedenktafel aus rotem Granit zur Erinnerung an den Akt der Kulturvernichtung auf dem Universitätsplatz installiert, darauf ein Lessing-Zitat in Bronze: "Was einmal gedruckt ist, gehört der ganzen Welt auf ewige Zeiten. Niemand hat das Recht, es zu vertilgen." Geschaffen hatte das Mahnmal der Eppelheimer Künstler Günter Braun in ideeller Zusammenarbeit mit dem Germanistik-Professor Dietrich Harth. Lastwagen, Weihnachtsmärkte und die Witterung haben dem Granit der Tafel im Laufe der Jahre jedoch so stark zugesetzt, dass sie durch eine gusseiserne Replik ersetzt werden musste. Für das Original fand sich ein anderer würdiger Ort: der Garten des Palais Boisserée, in dem das Germanistische Seminar residiert. Just am 89. Jahrestag der Heidelberger Bücherverbrennung wurde gestern der neue Gedenkort vorgestellt. Die Institutsdirektorin Barbara Beßlich lud aus diesem Anlass zu einer Feierstunde in den Garten des Germanistischen Seminars, wo ihr emeritierter Kollege Dietrich Harth die Neuauflage seiner Publikation "Die Heidelberger Bücherverbrennung des Jahres 1933 – Geschichte und Gedanken" vorstellte (Kurpfälzischer Verlag, 34 Seiten, 4 Euro) und der Heidelberger Hip-Hop-Pionier Toni L einmal mehr seine politisch aufgeweckte Rap-Poesie wirken ließ. Was er über die "zerbombte Zukunft" und "Zeit der Lüge" schon 2003 anlässlich des Irak-Kriegs gedichtet hatte, klingt jetzt in Zeiten der kriegerischen Gräueltaten Putins aktueller denn je. Die Kluft zwischen dem kritischen Geist der Freiheit und der diktatorischen Tyrannei, sie besteht nach wie vor. Das unterstrich auch die Auswahl von Prosa und Lyrik aus den Federn verfemter Autoren, die während der Gedenkstunde von einer Gruppe Studierender vorgetragen wurde.
>> mehr lesen

Heidelberg/Neidenstein: Zeugen und Gutachten im Fesselspiele-Prozess (Update) (Tue, 17 May 2022)
Von Berthold Jürriens Heidelberg/Neidenstein. Hat eine Frau versucht, ihren Chef und sich selbst bei lebendigem Leib zu verbrennen? Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand der erste Verhandlungstag im Prozess gegen die 43-Jährige vor dem Landgericht Heidelberg statt. Bekanntlich ist sie wegen Mordversuchs in Tateinheit mit Brandstiftung, Körperverletzung, Veruntreuung und Sachbeschädigung angeklagt. Die Tat hatte sich im Oktober 2021 in Neidenstein in den Büroräumen ihres Arbeitgebers ereignet, mit dem sie ein sexuelles Verhältnis gehabt haben soll. Hierbei soll sie aufgrund finanzieller Abhängigkeit versucht haben, ihren Gläubiger bei vorgetäuschten sexuellen Fesselspielen lebendig zu verbrennen. Auch sie selbst soll ihren Tod dabei geplant haben (siehe unten). Die Frage, ob sexuelle Dienstleistungen für die Veruntreuung der Firmengelder mit oder ohne Absprache eingefordert wurden, konnte bisher genauso wenig beantwortet werden wie die Art der Beziehung zwischen der Angeklagten und dem Geschädigten. Das rund 5000-seitige Chatprotokoll könnte an einem der nächsten Verhandlungstage Licht ins Dunkel bringen. Laut mehrerer Zeugenaussagen, darunter jener des aktuellen Partners der Frau, der seit 2017 eine Fernbeziehung mit ihr hat, habe die Diplom-Betriebswirtin unter anderem im März und im September 2021 von sexueller Belästigung an ihrem Arbeitsplatz berichtet. Laut dem psychologischen Gutachten leidet die Angeklagte unter einer "kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotionalen instabilen und abhängigen Zügen, einer depressiven Symptombelastung und immer wieder krisenhaften Verfassungen". Diese resultierten auch aus dem frühen Tod ihres Bruders in der Kindheit und dem gesundheitlichen Zustand ihrer Mutter. Der zuständige Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie beruft sich auf drei Sitzungen und Fremdbefunde. Der Gutachter sprach von einem bisherigen Leben von "ständig innerer Zerrissenheit", "bulimischen Essstörungen", "Zügen einer Borderline-Störung" und der Angst vor "Versagen der Libido". Sie sei den Aufgaben des Alltags zeitweise nicht gewachsen gewesen. Als "Abwärtsspirale", die 2019 eine fachärztliche Betreuung notwendig gemacht habe, bezeichnete es der Gutachter, der von einer "Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit bei der Tat" ausgeht. Die Angeklagte ist aktuell im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden untergebracht. Ihr Anwalt Jens Klein beantragte den Öffentlichkeitsausschluss, der sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von Richter Jochen Herkle nach kurzer Beratung stattgegeben wurde. Gerade die sexuelle Beziehung sowie die Biografie der Täterin seien aufgrund der Intimsphäre schützenswert, hieß es weiter. Zeugenaussagen und das psychologische Gutachten standen im Mittelpunkt des zweiten Verhandlungstages. Bei den Fragen der Richter wurde schnell deutlich, dass diese auch Einblicke in die Persönlichkeit der Angeklagten gewinnen wollten. Ein klares Bild ergab sich nicht, denn Aussagen wie "verstört und seltsam", "neben sich stehend" oder "Stimmungstiefs" betrafen vor allem die Corona-Zeit, die sich zusätzlich negativ auf die Angeklagte ausgewirkt hatte. Frühere Freunde beschrieben die Angeklagte als "lustig und lieb" oder "freundlich". Die große Fürsorge für ihren Sohn und die Wichtigkeit ihrer Familie fanden genauso Erwähnung wie die dauerhaften finanziellen Schwierigkeiten, die durch falsche Investitionen und Fehleinschätzungen von Projekten verursacht wurden. Begriffe wie "Gutgläubigkeit" und "Naivität" fielen hierzu. Kredite, häufige Geldanfragen bei Freunden sowie Partnern und fast schon verzweifelt erscheinende Verkaufsversuche von Ackerland und einem Traktor vervollständigten das Bild der finanziellen Notlage. Ob das Profil der Angeklagten auf einer "Sugardaddy"-Seite dabei eine wesentliche Rolle spielte, kam an diesem Verhandlungstag nicht zur Sprache. Auf solchen Internetportalen bieten Frauen Männern Gesellschaft, Sex oder beides gegen Geld an. Bei weiteren Zeugenaussagen ging es vor allem um die Vorgänge nach der Tat. Weder die Feuerwehr noch die Polizei hatte der Geschädigte am 28. Oktober 2021 alarmiert, sondern eine Bekannte angerufen. Als die Bekannte ins Büro kam, habe sie sich vor allem Sorgen um die verbrannten Hände des Opfers gemacht. Ein Karton mit noch glühendem Papier und eine angebrannte Decke habe sie in der Dusche mit Wasser gelöscht. "Die Räume waren nicht stark verraucht, und ich wollte nur schnell ins Krankenhaus fahren." Die Täterin habe Blut an der Nase gehabt und ein Handtuch um den Arm gewickelt. "Eine Mitnahme ins Krankenhaus hat sie verweigert." Beim Blick auf die Matratze auf dem Boden habe die Zeugin zwar an etwas "Sexuelles" gedacht, habe aber aus Diskretion keine Fragen gestellt. "Sie wollte mich umbringen, weil sie krank ist", habe ihr das Opfer erzählt, sagte die Zeugin, die ihm riet, die Polizei anzurufen, "wenn diese Frau so gefährlich ist". Angerufen hat man dann die Ex-Partnerin des Geschädigten, die nochmals im Haus nach Glühstellen schauen sollte. Da sie Angst gehabt hatte, dass die Angeklagte "ihr Werk vollenden könnte", habe sie dann später die Polizei informiert. Die Zeugin erklärte auch, dass sie von ihrem Ex-Partner zeitnah über die erste bekannte Veruntreuung von Firmengeld durch die Angeklagte erfahren hatte. "Damals habe ich ihn bereits darum gebeten, die Polizei einzuschalten." Die Angeklagte war nach der Tat zunächst zu ihren Sohn gegangen, der bei einem Schulfreund übernachtete. Auf dessen Mutter machte die Angeklagte, die dann von einem Freund abgeholt wurde, einen "gestressten Eindruck". Laut seiner Aussage habe die Angeklagte zusammenhanglos von "sexueller Bedrängnis", "Feuer und Matratze" und einem "schwarzen Loch" erzählt und gesagt: "Er (der Geschädigte, Anm. d. Red.) hat es nicht kapiert." Über die Festnahme am darauffolgenden Tag im Wohnhaus der Angeklagten äußerte sich die zuständige Kriminalbeamtin, die aussagte, dass die am Tatort getragene Hose bereits im Mülleimer lag. "Hätte ich ihn nur vorher angezeigt", zitierte sie die Angeklagte, die hektisch erschien und vor allem um ihren Sohn besorgt gewesen sei. Über einen früheren Kellerbrand bei der Angeklagten im Juni 2020 gab es keine relevanten Erkenntnisse, sagte die Beamtin auf Nachfrage. Die Urteilsverkündung ist voraussichtlich kommende Woche. Update: Dienstag, 17. Mai 2022, 17.26 Uhr Sie wollte ihn bei Fesselspielen töten Von Berthold Jürriens Heidelberg/Neidenstein. Im beschaulichen Burgdorf ereignete sich am 28. Oktober vergangenen Jahres wohl eine Verzweiflungstat. Eine 43-jährige Meckesheimerin wollte aufgrund finanzieller Abhängigkeit ihren Chef bei lebendigem Leib in dessen Büroräume verbrennen. Gleichzeitig soll sie dabei auch ihren eigenen Tod geplant haben. Am Landgericht Heidelberg wurde nun die Anklageschrift mit dem Vorwurf der Untreue und des Mordversuchs in Tateinheit mit Brandstiftung, Körperverletzung und Sachbeschädigung verlesen. Unter dem Vorsitz von Richter Jochen Herkle muss sich das Schwurgericht nun mit dem Fall beschäftigen, der im Jahr 2019 begann. Damals arbeitet die Diplom-Betriebswirtin als Buchhalterin. Dabei kam es laut Anklageschrift zu ersten Annäherungen und sexuellen Kontakten zu ihrem Vorgesetzten. Laut Oberstaatsanwalt Florian Pistor sei die Frau, die derzeit in der Psychiatrie untergebracht ist, bereits seit Juli 2020 von ihrem Chef finanziell abhängig gewesen, als sie erstmals Firmengelder veruntreut habe. Als ihr Chef das merkte, soll er ihr angedroht haben, ihren Lohn einzubehalten. Doch es gab auch andere Lösungsvorschläge: Für sexuelle Dienste könnte er ihr die Schulden erlassen. Konkrete Absprachen habe es aber wohl nicht gegeben, sagte der Oberstaatsanwalt. Um welche Summe es dabei ging, wurde in der Anklage nicht verlesen. Eine "zunehmende Abneigung" gegenüber dem Arbeitgeber und eine zugespitze finanzielle Situation hätten im Oktober 2021 bei der Angeklagten einen schrecklichen Plan reifen lassen, nachdem sie erneut 5000 Euro vom Firmenkonto auf ihr eigenes abgezweigt hatte. Aus Angst aufzufliegen und zu weiteren sexuellen Gefälligkeiten aufgefordert zu werden, sei sie zum Schein auf den Wunsch des Chefs nach Sex eingegangen. Dafür platzierte sie zunächst eine Matratze für eine Massage in den Neidensteiner Büroräumen . Dem Geschädigten wurden die Augen verbunden und seine Hände an einem Fitnessgerät fixiert. Der bis auf die Unterhose entkleidete Mann bemerkte nicht, wie die Angeklagte um die Matratze brennbares Material platzierte. Den Rauch und die Flammen, die rund 40 Zentimeter hoch waren, spürte er allerdings. Er konnte sich aus seinen Fesseln lösen. Zunächst habe sich die Angeklagte auf das Opfer geworfen, der Geschädigte konnte sich aber befreien und löschte mit den Händen den Brand. Dabei soll er sich Verbrennungen zweiten Grades an Händen, Knie und Bauch zugezogen haben. Unter anderem wegen einer Persönlichkeitsstörung könnte die Frau vermindert schuldfähig sein, hieß es weiter. Für den Prozess sind bisher sechs weitere Verhandlungstage angesetzt. Update: Mittwoch, 4. Mai 2022, 18.51 Uhr Schuldenerlass für Sex - Plante Frau Feuertod von Gläubiger? Heidelberg. (dpa) Eine Frau muss sich von Freitag an vor dem Landgericht Heidelberg verantworten, weil sie versucht haben soll, ihren Chef und Gläubiger bei lebendigem Leib zu verbrennen. Die 43-Jährige soll laut Anklage seit dem Jahr 2020 finanziell von dem Mann abhängig gewesen sein. Er soll ihr angeboten haben, die Schulden für sexuelle Dienstleistungen zu erlassen. Nachdem die Angeklagte in den Büroräumen ihres Chefs in Neidenstein 5000 Euro von dessen Konto auf ihr eigenes überwiesen hatte, befürchtete sie, bald entdeckt und erneut zu sexuellen Kontakten aufgefordert zu werden. Die Frau ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Sie ging laut Anklage im Herbst zum Schein auf den Wunsch nach Sex ein und legte dem Vorgesetzten Fesseln und eine Augenbinde an. Anschließend versuchte sie, ihn mit brennbarem Material - Altpapier und Decken - anzuzünden. Anschließend habe sie den eigenen Flammentod geplant. Der Geschädigte soll den Brand bemerkt und seine Fesseln gelöst haben. Beim Löschen des Feuers mit bloßen Händen soll er sich Brandverletzungen zweiten Grades zugezogen haben. Am Freitag soll lediglich die Anklage vor dem Schwurgericht verlesen werden (6 Ks 300 Js 24249/21).
>> mehr lesen

Heidelberg: Betreuer erbeutet mehr als halbe Million von toten Klienten (Tue, 17 May 2022)
Heidelberg. (pol/mare) Ein 35-jähriger Berufsbetreuer soll insgesamt mehr als eine halbe Million Euro seiner verstorbenen Klienten veruntreut haben. Das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Es geht dabei um insgesamt 192 Fälle, in denen sich der Mann nach dem Tod der von ihm betreuten Personen Geld auf sein Konto überwiesen haben. Aufgeflogen ist der 35-Jährige, als dem Erben einer 97-jährigen Frau aufgefallen war, dass eine fünfstellige Summer vom Konto der Frau auf jenes ihres Betreuers überwiesen worden war.  Der Erbe wandte sich deshalb ans Gericht, das Anzeige gegen den Betreuer erhob, nachdem der Fall geprüft worden war. Die Polizei führte danach weitere Ermittlungen durch und fand schnell zwei weitere Betreute, von denen der 35-Jährige hohe Beträge auf sein Konto transferiert hatte. Das Amtsgericht erließ deshalb Haftbefehl, der 35-Jährige gestand die Taten und wurde auf freien Fuß gesetzt. Das war im Juli 2021. Polizei und Staatsanwalt ermittelten aber weiter und werteten das Konto des Mannes aus. So ergaben sich zunächst 10 weitere Klienten, seit November 2019 gab es so 192 Fälle, bei denen Geld transferiert wurde. Insgesamt erbeutete er mehr als eine halbe Million Euro und überwies sie auf mehrere private Konten. Davon hat er sich unter anderem zwei teure Fahrzeuge gekauft, die im Rahmen der Ermittlungen beschlagnahmt wurden. Nun erfolgte die Anklage für alle Fälle.
>> mehr lesen

Wiesloch/Rhein-Neckar: Wenn hinter dem Online-Flirt ein Betrüger steckt (Tue, 17 May 2022)
Heidelberg/Wiesloch/Rhein-Neckar. (pol/mare) Unternehmer Carl aus San Diego oder Stewardess Maria aus Kapstadt melden sich über Social Media bei Leuten aus der Region. Es entsteht ein kleiner Internet-Flirt. Doch "Carl" und "Maria"sind nicht auf der Suche nach Liebe, sondern nach dem großen Geld - es handelt sich um "Love-Scamming"-Betrüge, die sich auch in der Region häiufen*. Ein solcher wurde nun einer 49-jährigen Wieslocherin zum Verhängnis - sie verlor über 15.000 Euro und ist nun hoch verschuldet. Ihr angeblicher Online-Flirt war "Luiz-Francois" aus Paris.  Im Januar 2022 nahm er laut Polizei über Instagram Kontakt zur Wieslocherin auf. Nach rund einem Monat war man sich so vertraut, dass die 49-Jährige mit dem "neuen" Freund die Handy-Nummern tauschte, um per WhatsApp weiter schriftlich zu kommunizieren. Um das Vertrauen weiter zu untermauern, schickte der Franzose Bilder, die ihn mit seinem 10-jährigen Sohn zeigten. Direkte Anrufe oder Video-Chats wurden von "Luiz-Francois" allerdings unter fadenscheinigen Gründen blockiert. Nach zwei Monaten intensiven Chattens gab es erstmals die Frage von "Luiz-Francois" nach Geld. Beim ersten Mal waren es die Lieferschwierigkeiten und Zollabwicklungsformalitäten, dann ein Krankenhausaufenthalt nach einem Verkehrsunfall, anschließend noch eine unverschuldete Konto-Sperrung. Als "Luiz-Francois" am Samstag, 7. Mai, mit einem Koffer voller Bargeld, das er seiner "großen Liebe" persönlich zurückgeben wolle, nun an der französisch-deutschen Grenze aufgehalten worden sein soll und noch einmal 1000 Euro Kaution für seine Freilassung benötigt hätte, reichte es der 49-Jährigen. Sie bekam den Verdacht, betrogen worden zu sein und erstattete am 12. Mai Anzeige bei der Polizei. Zwischenzeitlich hatten sich die Beträge auf fast 15.000 Euro summiert. Besonders tragisch für die Frau ist der Umstand, dass sie extra einen Kredit bei ihrer Hausbank aufnahm und nun hoch verschuldet ist. Das Betrugsdezernats der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Im vorliegenden Fall stammen die Bilder, die "Luiz-Francois" der 49-Jährigen zusandte, im Original von einem Instagram-Account eines amerikanischen "Influencers", so die ersten Erkenntnisse der Fahnder. Weitere Informationen zum Thema "Love-Scamming" oder "Romance-Scamming" finden Sie hier: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/ Für Opfer von "Love- oder Romance-Scamming" ist dies oftmals mit hohem emotionalen Stress verbunden. Sollten Sie dahingehend Hilfe oder psychologische Beratung benötigen, wenden Sie sich jederzeit an die Beratungsstelle BEKO Rhein-Neckar: https://www.beko-rn.de/  Für weitere Auskünfte stehen auch die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen des Polizeipräsidiums Mannheim sowohl in Mannheim, Telefon 0621/174-1212, als auch in Heidelberg, Telefon 06221/99-1234, sowie jede andere Polizeidienststelle zur Verfügung. *2020 hat es insgesamt 66 Fälle in der Region gegeben: In Mannheim 14;, acht in Heidelberg und 44 im Rhein-Neckar-Kreis. Der Schaden belief sich auf über 800.000 Euro. Für 2021 wurden insgesamt 58 Fälle bearbeitet (Mannheim: 9; Heidelberg: 6; Rhein-Neckar-Kreis: 43). Der Schaden belief sich auf weit mehr als 500.000 Euro. Allein 400.000 Euro hatte eine Seniorin, auch aus Wiesloch, im Verlauf von zehn Jahren an gleich mehrere Liebesbetrüger überwiesen.
>> mehr lesen

Heidelberg: Abgelenkte Radfahrerin nach Unfall schwer verletzt (Tue, 17 May 2022)
Heidelberg-Bergheim. (pol/sake) Wie die Polizei mitteilt, wurde bei einem Unfall in Heidelberg eine 21-jährige Fahrradfahrerin schwer verletzt. Am Montagvormittag kurz vor 11 Uhr fuhr die Radfahrerin von der Bahnstadt kommend auf dem Czernyring in Richtung Blücherstraße. Kurz vor der Einmündung zur Blücherstraße überquerte die Radfahrerin die Straße, ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten. Der von einer 75-Jährigen gefahrene Suzuki erfasste das Fahrrad, wodurch die 21-Jährige erst gegen die Windschutzscheibe und Motorhaube prallte und dann zu Boden stürzte. Dabei wurde sie schwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Der Rettungsdienst brachte sie in ein Krankenhaus in der Nähe. Wie die Polizei mitteilt, soll die Frau über einen Lautsprecher Musik gehört haben und war dadurch wahrscheinlich abgelenkt gewesen. Einen Helm habe sie nicht getragen. Die Autofahrerin blieb unverletzt. Der Sachschaden liegt bei 3000 Euro.
>> mehr lesen

Allergisches Asthma: Wer rastet, der rostet – das gilt auch für die Lunge (Tue, 17 May 2022)
Von Julia Lauer Das Wort Asthma kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Keuchen" – oft ist es eine Allergie, die die Atemnot auslöst. Felix Herth ist Professor für Lungenheilkunde an der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg. Im Rahmen der Interviewserie "Medizin am Abend" erklärt er, warum eine frühe Abklärung wichtig ist, was hilft – und warum immer mehr Menschen darunter leiden. Mit der Blüte von Buche, Eiche und Akazie zählt der Mai noch immer zur Heuschnupfenzeit. Beschäftigt Sie das als Lungenarzt, Herr Professor Herth? Viele Patienten mit Birkenpollen-Allergie haben mit Beschwerden in den oberen Atemwegen zu kämpfen, mit Schnupfen oder Augenbrennen. Zu uns kommen sie, wenn das Problem die Etage wechselt und auf die Lunge übergeht. Dann sprechen wir von allergischem Asthma. Wenn es unbehandelt bleibt, besteht die Gefahr, dass es chronisch wird. Deshalb bläst man lieber einmal mehr im Lungenfunktionstest. Das tut nicht weh, und dann hat man Klarheit. Wie kommt es überhaupt dazu, dass Heuschnupfen und Asthma oftmals zusammenkommen? Die Zellen, die die Nase auskleiden, sind die gleichen wie in der Lunge. Allergene wie Pollen oder auch Katzenhaare finden dort dieselben Andockstellen vor. Deshalb tritt häufig beides zusammen auf. Bei Heuschnupfen hilft oftmals eine Desensibilisierung. Ist man damit das allergische Asthma los? Die Hyposensibilisierung bewirkt, dass das Problem nicht nach unten rutscht – vor allem, wenn sie früh erfolgt. Der Punkt ist: Gegen Birkenpollen kann ich problemlos desensibilisieren. Aber wenn Sie auch noch auf Eiche, Ambrosia und Akazie allergisch reagieren, wird es zu viel. Allergisches Asthma nimmt in den Industrienationen zu. Woran liegt das? Es gibt immer mehr Allergene. Ambrosia zum Beispiel ist aus Amerika zu uns gekommen, diese Pflanze gab es bei uns vor 25 Jahren noch gar nicht. Ein anderer Grund ist die Hygiene; Bergbauernkinder sind viel unempfindlicher gegen Allergene als die Stadtbevölkerung. Und Feinstaub ist zwar kein Allergen, aber er reizt die Lungen, und vor allem die Atmungsorgane von Frauen reagieren darauf oft mit Asthma. Und wir atmen ständig Feinstaub ein. Was schätzen Sie, wie viel Luft täglich durch unsere Lungen strömt? Gute Frage, 5000 Liter vielleicht? Von wegen: Es sind mindestens 10.000 Liter, oft sogar 15.000. Ein Luftfilter, wie wir sie in Corona-Zeiten kennengelernt haben, ist nach 10.000 Litern schwarz. Unsere Lunge schafft dieses Volumen Tag für Tag. Und wenn die Luft mit Schadstoffen belastet ist, leidet sie. Was ist mit Übergewicht? Steckt das auch oft hinter Asthma? Bekanntlich ist es so: Wer rastet, der rostet. Das gilt auch für die Lunge. Bei Adipositas lastet nicht nur mehr Gewicht auf der Lunge, es leidet auch die körperliche Aktivität. Wenn man seiner Lunge etwas Gutes tun will, muss man sich bewegen, idealerweise macht man Ausdauertraining. Und Menschen mit einem Body-Mass-Index von mehr als 35 bewegen sich kaum mehr. Dann werden die Bronchien enger – das ist charakteristisch für Asthma. Unterscheidet sich die Behandlung von allergischem und chronischem Asthma? Wenn das Asthma einen eindeutigen Auslöser hat, versucht man, ihn loszuwerden: indem man den Hund weggibt, von den Kilos runterkommt oder man, wie gesagt, gegen Allergene hyposensibilisiert. Wenn das nicht wirkt, hilft inhalatives Kortison – so wie bei chronischem Asthma auch. In Mikrogrammdosen ist es nicht schädlich. Und bei manchen Pollen-Allergikern besteht das Problem ohnehin nur sechs Wochen im Jahr. Bei alternativen Therapieansätzen atmen Asthmatiker etwa die Luft aus Bienenstöcken ein. Was halten Sie davon? Primär behandeln wir mit Medikamenten. Von meinen Patienten weiß ich aber, dass sie nebenher vieles in der Art tun. Wenn es ihnen guttut, Bienenluft einzuatmen, will ich sie daran nicht hindern. Wichtig ist aber, dass sie ihrem Arzt sagen, was sie unternehmen. Denn manches kann auch schädigen, zum Beispiel das Inhalieren ätherischer Substanzen. Die Lunge ist ein wässriges Organ, Öle können die Lunge entzünden und zerstören. Das sollte man wissen. Und woran forschen Sie? 80 Prozent der Asthma-Patienten können wir mit Ursachenbekämpfung und Kortison-Sprays so gut helfen, dass sie stabil und im Alltag auch kaum eingeschränkt sind. 20 Prozent der Patienten entwickeln ein schweres Asthma. Für diese Patienten bauen wir Antikörper, die die Kaskade an Informationen unterbrechen, die zu einer Verengung der Bronchien führt. Hier versuchen wir, zielgerichtete Therapien anzubieten. Es gibt schon ein paar Medikamente dieser Art, die zugelassen sind. Aber es gibt noch viele Subtypen, für die die Mittel fehlen. Wir arbeiten daran, dass es dafür künftig Arzneien geben wird. Info: Das Uniklinikum bietet einen vertiefenden Podcast mit Felix Herth unter www.medizin-am-abend.de.
>> mehr lesen

Heidelberg: Rohrbacher Hundewiese bekommt erstmal keine Parkplätze (Tue, 17 May 2022)
Heidelberg-Rohrbach. (dns) Rohrbach soll eine große Hundewiese bekommen – und zwar im Süden direkt beim Gewerbegebiet auf einer bisherigen Brachfläche. Die Idee gefällt nicht nur vielen Hundehaltern und den meisten der Rohrbacher Bezirksbeiräten, sondern stieß auch im Klima-Ausschuss des Gemeinderates auf viel Gegenliebe. Doch wie schon der Bezirksbeirat, sprach sich auch das Gremium dagegen aus, dass dort Parkplätze angelegt werden. Stattdessen soll zunächst mal geschaut werden, wie die Wiese angenommen wird und wie die Nutzer dorthin kommen. Dabei wünscht sich die Verwaltung eigentlich, dass man gleich vor Ort auch zwei oder drei Abstellmöglichkeiten einplant. Denn bei der Kirchheimer Wiese hatte man das damals gelassen – und jetzt parken dort immer wieder Hundehalter einfach am Wegesrand oder auf dem Acker. "Da hatte ich eigentlich auch gedacht, dass die Leute die paar Hundert Meter laufen", erklärte Forstamtsleiter Ernst Baader in der Ausschusssitzung. Bei dem Rohrbacher Pendant wollte man deshalb gleich Abhilfe schaffen. "Nicht mit richtig versiegelten Parkflächen, sondern mit ganz einfachem Schotterrasen." Auch er sei kein Freund davon, viele Parkplätze einzurichten. "Aber der Bedarf ist nun einmal da." Denn Baader ist überzeugt: "Diese Hundewiese wird der Renner." Und unter den Hundehaltern gebe es eben auch welche, die nicht in der Lage seien, weit zu laufen – und unter den Vierbeinern übrigens auch. Jedoch betonten sowohl Baader als auch Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, dass sie kein Problem damit haben, die Parkplätze erst einmal wegzulassen. "Für uns wäre das kein Beinbruch", so der Bürgermeister. Auch die CDU würde die Abstellfläche lieber anlegen, damit die Wiese vielleicht auch für Menschen aus anderen Stadtteilen attraktiver wird. "Deswegen würden wir uns diese Option zumindest gerne offenhalten", wünschte sich Stadtrat Alexander Föhr. SPD und Bunte Linke wollen dagegen sogar die Zufahrt zu dem Areal verbieten. "Sonst könnte es gut passieren, dass der wichtige Radweg, der dort entlangführt, immer wieder blockiert wird", betonte Sören Michelsburg (SPD). Zudem gebe es am Rand des Gewerbegebietes schon sehr viel betonierte Fläche, die ohnehin zum Parken genutzt werde. "Da ist genug Platz." Er forderte die Verwaltung auf, zu prüfen, ob man nicht von dort einen kleinen Weg zu der Hundewiese anlegen könne. "Das wäre sicherlich sinnvoller."
>> mehr lesen

Heidelberg-Kirchheim: Kita-Baustelle wird zum Problemkind (Tue, 17 May 2022)
Von Karla Sommer Heidelberg-Kirchheim. Die Baustelle für die neue Kita Stettiner Straße sorgt seit Februar für Ärger bei Radfahrern und Fußgängern. Die Umleitung für sie in der Stettiner Straße, die über die Schwetzinger Straße verläuft, führt rechts oder links an der Baustelle vorbei. Das sorgt nicht nur für Umwege, ein Hinweisschild führt sogar direkt zur Baustelle. "Das ist eine völlig unsinnige Umleitungsstrecke", findet Stadtrat Michael Pfeiffer (GAL) und fordert, wenigstens einen Ersatzpfad entlang der Baustelle einzurichten oder den Weg durch die Baustelle freizugeben, wenn gerade keine Bauarbeiten stattfinden. Denn oft sind gar keine Bauarbeiter zu sehen. Eigentlich soll die Baustelle im September 2023 enden – jetzt erklärte die Stadt auf RNZ-Anfrage, dass noch keine Firma ein Angebot für die Erstellung des schlüsselfertigen Gebäudes in Holztafelbauweise vorgelegt wurde: "Das ist eine Situation, die völlig neu und absolut ungewöhnlich ist." Bei einem Vororttermin mit der RNZ zeigte Stadtrat Pfeiffer die Umleitung, die nicht nur Supermarktbesucher, sondern auch Schulkinder auf dem Weg zur Gregor-Mendel-Realschule betrifft. Einmal wird man nach links, für Radfahrer den Verkehrsbestimmungen entsprechend, einmal nach rechts und damit gegen den Fahrradverkehr umgeleitet. Auf der gegenüberliegenden nördlichen Seite der Absperrung sind in großem Abstand von der Baustelle mehrere Umleitungshinweise so angebracht, dass man größere Umwege machen muss. Auch einige Fahrradfahrer machten sich vor Ort ihrem Unmut Luft. "Ich verstehe das nicht, da ist ja noch gar nichts gemacht", sagt Marlies Kahns. Fußgänger Stephan Kabrhel nimmt es mit Humor: "Die Baustelle ist der Hit – hier passiert so gut wie nichts, sowas Langsames habe ich noch nie gesehen." Etwas differenzierter sieht es Andi Ganter, den die RNZ mit seinem Fahrrad auf dem Trampelpfad antrifft. Er meint auch, dass man, von Norden kommend, vor der Baustelle "wie der Ochs‘ vorm Tor" steht, kann als Architekt aber nachvollziehen, wie es in so einer Baustelle läuft und dass es manchmal und gerade in der jetzigen Zeit aufgrund von Engpässen Leerläufe gibt. Eine Hauptverkehrsachse wie die Stettiner Straße sollte jedoch besser ausgeschildert werden. Auf ein Schreiben an Oberbürgermeister Eckart Würzner, in dem sich Pfeiffer darüber mokiert, "wie Ihre Verwaltung die Baustelle Kindertagesstätte Stettiner Straße managt", gab es bisher keine Antwort. Auch tue sich seit Wochen nichts beziehungsweise kaum etwas auf der Baustelle, schrieb Pfeiffer. Deshalb, so seine Bitte, sei "dafür Sorge zu tragen, dass die Sperrung nur an den Tagen vorgenommen wird, an denen auch tatsächlich Bauarbeiten stattfinden, die in den Fuß- und Radweg eingreifen". Die betroffenen Radfahrer und Fußgänger haben inzwischen Tatsachen geschaffen und einen Trampelpfad direkt an der Baustelle "angelegt". Über einen Ersatzpfad lässt sich die städtische Pressestelle auf eine Anfrage der RNZ nicht aus, wohl aber über den Abschnitt der Stettiner Straße, der durch die Baustelle führt: "Der Fuß- und Radweg Stettiner Straße wird bald wieder freigegeben, wenn die Bauarbeiten der ersten Phase abgeschlossen sind, voraussichtlich Mitte Juli. Sobald es mit dem Bau des Gebäudes weitergehen kann, wird wieder gesperrt." Zu dem schleppenden Fortgang der Bauarbeiten für die Kita heißt es aus der Pressestelle: "Die Bauarbeiten befinden sich derzeit in der ersten Phase, es laufen Erd- und Betonarbeiten." Die Aushubarbeiten für Fundamente und Bodenplatte sollten ab 16. Mai beginnen. Tiefbauarbeiten – wie der Anschluss an den Kanal – hatten Mitte März begonnen und seien mittlerweile abgeschlossen. In "Phase zwei" soll nun das schlüsselfertige Gebäude in Holztafelbauweise gebaut werden. "Problem: Nach zwei bereits erfolgten Ausschreibungen hat noch keine Firma ein Angebot abgegeben." Man versuche nun – als "Ultima Ratio" – im sogenannten Verhandlungsverfahren eine Firma zu finden, die den Holzbau erstellt.
>> mehr lesen

Heidelberg: Parkplätze sollen mit "Parklets" Treffpunkt werden (Tue, 17 May 2022)
Von Nily Rahbar Heidelberg. Auf den ersten Blick wirkt die Bergheimer Straße mit den vielen Bussen, Straßenbahnen und Autos nicht wie ein Erholungsort. Dennoch fanden sich dort am Freitagnachmittag auf Gartenstühlen und Hängematten Mitglieder der Heidelberger Grünenfraktion sowie einige Anwohner aus der Umgebung zusammen, um auf ein Pilotprojekt der Stadt Heidelberg aufmerksam zu machen: Parklets. Von April bis Oktober können Parkplätze oder andere geeignete Flächen im öffentlichen Raum zu grünen Aufenthaltsbereichen für die Allgemeinheit umfunktioniert werden. Das Parklet in der Bergheimer Straße wurde lediglich für den Freitag aufgebaut und sei nur ein Vorgeschmack, um den Bürgern "zu zeigen, was alles möglich wäre", so die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Gemeinderat, Ursula Röper. Bisher gab es vier Anträge für das Errichten eines Parklets. Gebaut wurde hiervon eines gegenüber vom Gadamerplatz in der Bahnstadt, ein weiteres ist bereits für die Kirchstraße 16 in Bergheim geplant. Von Sitzmöglichkeiten und Beleuchtung über grüne Bepflanzung durch Blumen, Sträucher oder Rasen bis hin zu Kinderspielmöglichkeiten wie Sandkästen – "der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt", sagt Derek Cofie-Nunoo, der Fraktionsvorsitzende der Grünen. "Wir wollen Heidelberg als Stadt lebensfroher und vor allem lebensnäher gestalten." Indem die Plätze umfunktioniert werden, solle der öffentliche Raum belebt werden. Besonders nach der Coronapandemie böten Parklets eine gute Gelegenheit, sich wieder mit anderen Menschen altersübergreifend zu vernetzen. Florian Kuhnke, der das Parklet in Bergheim direkt vor seiner Haustür hat, findet die Idee zwar interessant. Man müsse aber noch einen Schritt weitergehen, um "das Flächenmonopol der Autos zu knacken". Wichtig sei eine dauerhafte Flaniermeile für Fußgänger, indem man den Bürgersteig breiter mache. Die Bergheimer Straße habe großes Potenzial für Fahrradfahrer und Fußgänger. Sie sei zudem für Autos als Durchgangsstraße nicht zwingend notwendig, es gebe sowohl die Kurfürsten-Anlage als auch die B 37, um in die Innenstadt zu gelangen. Als Familienvater würde er sich wünschen, dass seine Kinder auch mal allein kurze Strecken zurücklegen könnten. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es für sie jedoch noch nicht mal möglich, alleine zur 500 Meter entfernten Stadtbücherei zu laufen. Christiane Gorkisch, die ebenfalls in der Bergheimer Straße wohnt, ist begeistert von dem Projekt. Sie kenne solche Anlagen nur von Restaurants und findet die Idee für den privaten Gebrauch toll. Auf so einem Parklet könne man seine Nachbarn endlich mal besser kennenlernen: "Ich lebe mit zwölf Parteien in einem Wohngebäude und kenne die Anwohner kaum. Das ist doch schade." Die Parklets können im ganzen Stadtgebiet Heidelberg aufgestellt werden, bevorzugt jedoch in verkehrsberuhigten Bereichen. Das Antragsformular sowie weitere Informationen zu den Voraussetzungen und Kosten eines Parklets sind unter www.heidelberg.de, Suchbegriff "Parklet", als Download zu finden.
>> mehr lesen

Ultimate Frisbee: Die Faszination der Rotation (Tue, 17 May 2022)
Heidelberg. (ofn) Die Sonne strahlt am Samstag, das Thermometer zeigt knapp 28 Grad. Preisfrage: Was macht man an einem so herrlichen Frühsommertag? Kleiner Tipp: Es geht um etwas Rundes, das knapp 175 Gramm wiegt und einen Durchmesser von 28 Zentimeter hat. Klare Angelegenheit. Pizza essen. Falsch. Ultimate Frisbee spielen! Levke Walczak, Samuel Beutenmüller & Co. gingen am Wochenende nicht etwa zum Lieblingsitaliener. Das Team Flying Disc Deutschland trat am Samstag und Sonntag vor rund 350 Zuschauern auf dem Gelände des TSV Handschuhsheim zu einer Länderspieltestreihe gegen England und Frankreich an. Ultimate Frisbee erinnert an American Football. Es geht darum, die Scheibe in der gegnerischen Endzone zu fangen. Der große Unterschied, erklärt Jörg Benner, Geschäftsführer des Deutschen Frisbeesport-Verbands: "Wer fängt, steht." Wer die Scheibe in der Hand hat, darf damit nicht laufen. Erlaubt ist der Sternschritt wie im Basketball. Wenn Gegnerdruck da ist, hat man zehn Sekunden Zeit, um das Spielgerät weiter zu werfen. "Man kann die Scheibe mit Außenbogen oder mit Innenbogen werfen", sagt Benner und schmunzelt: "Das nennen wir die Faszination der Rotation." Gespielt wird in der Regel bis eine Mannschaft 15 Punkte erreicht hat. In Heidelberg reichten 13, weil samstags und sonntags je zwei Spiele für die Teams anstanden. Gegen England setzte es für Deutschland zwei knappe Niederlagen (jeweils 12:13), gegen Frankreich gab es zwei Siege (13:11 und 13:9). Es waren für das Nationalteam die ersten Testspiele vor den World Games, die vom 7. bis 17. Juli in Birmingham, Alabama/USA stattfinden. "Wir sind zufrieden. Wir haben gesehen, was funktioniert und was nicht", sagt Trainer Max Leibersberger und gibt zu: "Die Spannung steigt. Es kribbelt." Neben den europäischen Vertretern Deutschland, England und Frankreich gehen bei den World Games auch die USA, Australien, Kanada, Japan und Kolumbien an den Start. "Im Ultimate Frisbee sind wir eine riesige, globale Community", sagt Leibersberger: "Die Franzosen und Engländer kennen wir schon seit Jahren. Es ist viel Respekt da, man freut sich immer wieder, sich zu treffen." Nach dem Ende einer Partie kommen die Kontrahenten zusammen, man klatscht sich ab, tauscht sich aus. Als Deutsche und Franzosen am Samstagabend nach Abpfiff im Kreis zusammensitzen, sagt eine Spielerin: "Eat well, sleep well, play well". Ob es vielleicht Pizza gab?
>> mehr lesen

Zwinger1 Heidelberg: Störung in "Area 17" (Tue, 17 May 2022)
Von Matthias Roth Heidelberg. Dr. P. ist ein gebildeter, eloquenter Herr in den "besten Jahren" und in guter beruflicher Position. Als Sänger und Musiklehrer weithin bekannt, elegant in der Erscheinung, als Ehemann glücklich und als Hobbymaler engagiert. Ein Traummann, der gar nicht weiß, warum er bei dem Arzt Dr. S. vorsprechen soll, zu dem man ihn überwiesen hat. Denn sein Gesundheitszustand scheint mehr als zufriedenstellend. Dass er einen seiner Studenten nicht wiedererkannte und stattdessen den Notenständer begrüßte – nun ja, ältere Menschen entwickeln gelegentlich einen skurrilen Humor. Als Dr. P. allerdings nach der Untersuchung vorgibt, seinen Fuß für seinen Schuh zu halten und schließlich statt nach seinem Hut, nach dem Kopf seiner Frau greift, da wird deutlich, dass mit ihm doch etwas nicht stimmen kann. Der britische Neurologe Oliver Sacks publizierte 1985 einige kuriose Fallbeispiele aus seiner Praxis unter dem Titel "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" (dt. 1989) und landete damit international einen großen Erfolg. Die Titelgeschichte dieser Sammlung handelt von visueller Agnosie und ist eine Läsion des Okzipitallappens im Gehirn, genauer: eine Störung der "Area 17" (Area striata, Sehzentrum), auch "Seelenblindheit" genannt. Sie bewirkt, dass Gesichter nicht mehr als Gesichter, Landschaften nicht als Landschaften oder Alltagsgegenstände nicht mehr in ihrer Funktion erkannt werden. So kann der Musiker Dr. P. weder New York als Stadt erkennen, noch einen Handschuh als solchen identifizieren. Aber singen kann er noch, und im Schachspiel schlägt er seinen Arzt sogar im Blindspiel. Der ebenfalls britische Komponist Michael Nyman erkannte schnell das Potenzial dieser Story für eine Kammeroper, die er 1986 schrieb und im Oktober dieses Jahres in London uraufführte. Nun ist sie im Heidelberger Zwinger1 zu sehen. Anna Shadad inszenierte sie als Kammerspiel, das vor dem Vorhang – in der Arztpraxis – beginnt, und dann langsam, mit jedem Vorhang, der beiseite geschoben wird, immer tiefer in die Geheimnisse dieser Krankheit eindringt. Die drei Personen stehen dabei stets im Mittelpunkt: Chaz‘men Williams-Ali (Bariton) als neugierig-sensibler Arzt Dr. S. und Ipca Ramanovic (Tenor) als sein sehr distinguierter Patient Dr. P. sowie dessen Frau (Ulrike Machill, Sopran), die ebenso liebevoll wie nachdrücklich um ihren Mann bemüht ist, bilden rasch einen sich immer schneller drehenden Kosmos an der Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn. Sängerisch glänzen alle drei Vokalisten, die auf engem Raum immer auch überzeugende Darsteller sind und sein müssen. Denn die Aufführung steht und fällt mit ihrer Bühnenpräsenz – und diese ist im kleinen Studio des Zwinger1 bestens gegeben. Die sieben Musiker (Streicher, Klavier und Harfe) sind mit dem jungen, aus Kiel stammenden Dirigenten Paul Taubitz, der seit Beginn der Spielzeit 2020/21 als 2. Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors in Heidelberg engagiert ist, auf einem Balkon hinter der Bühne aufgestellt; die Koordination mit den Sängern funktioniert über Monitore. Taubitz hat die musikalische Seite der Produktion gut im Griff. Nymans minimalistische, gut einstündige Komposition integriert auch Lieder von Robert Schumann wunderbar die Szene, in der Dr. P. zusammen mit seinem Arzt "Ich grolle nicht" aus der "Dichterliebe" anstimmt – und kann durchaus dramatische Töne anschlagen (etwa wenn es um die Malerei des Patienten geht, die seine Frau vehement verteidigt). Das Werk ist also ein lohnendes Stück moderner Opernliteratur und lenkt den Blick wieder auf den Neurologen Oliver Sacks, selbst wenn seltene Krankheiten mit skurrilen Erscheinungsformen heute insgesamt – etwa durch TV-Serien wie "Ella Schön" – bekannter sind und auch besser untersucht sind, als sie es noch in den 1980er Jahren waren. Info: Weitere Aufführungen am 22. und 29. Mai im Heidelberger Zwinger1. Karten: 06221/582-0000.
>> mehr lesen

Stadt macht ernst: Baurechtsamt lässt die Arbeiten am "Faulen Pelz" einstellen (Mon, 16 May 2022)
Von Holger Buchwald Heidelberg. Seit Monaten droht die Stadt Heidelberg dem baden-württembergischen Sozialministerium, die Bauarbeiten im "Faulen Pelz" einstellen zu lassen. Nun macht das Baurechtsamt ernst: Die Behörde hat an diesem Montag eine entsprechende Verfügung an das Land übermittelt. Demnach muss die Bautätigkeit an dem ehemaligen Altstadtgefängnis sofort gestoppt werden. Kontrolleure werden das Verbot überwachen, wie eine Stadtsprecherin auf RNZ-Anfrage mitteilte. Sollte sich das Sozialministerium nicht daran halten, werde die Baustelle versiegelt. Wenn das Siegel aufgebrochen werden würde, wäre dies wiederum eine Ordnungswidrigkeit. Der Streit um den von der Landesregierung geplanten Maßregelvollzug für suchtkranke Straftäter hat damit eine neue Eskalationsstufe erreicht. Doch die Stadt sah sich laut einer Pressemitteilung dazu gezwungen. Kontrolleure hätten nämlich bei einem Ortstermin am 11. Mai "umfangreiche Arbeiten" festgestellt. Konkret spricht die Behörde von demontierten Heizkörpern, herausgerissenen sanitären Anlagen und herausgetrennten Türen, aber auch von neu verlegten Kabeln. All diese Maßnahmen sind nach Auffassung der Stadt genehmigungspflichtig. Doch über den entsprechenden Bauantrag, den das Land erst am 22. April gestellt hat, ist noch lange nicht entschieden. "Es ist schade, dass dieser Schritt jetzt nötig geworden ist", sagt Baubürgermeister Jürgen Odszuck: "Aber wir haben das Land bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass derartige Arbeiten im ,Faulen Pelz’ nicht erfolgen dürfen, da eine entsprechende Genehmigung nicht vorliegt." Offenbar wolle das Land in seiner eigenen Immobilie Fakten schaffen. Odszuck: "Davor können wir als zuständige Bauaufsichtsbehörde nicht die Augen verschließen." Seit Monaten schwelt zwischen der Landesregierung und der Stadt Heidelberg ein Streit um den ehemaligen Knast. Das Sozialministerium möchte die beiden Gebäude ab Herbst und befristet bis zum Sommer 2025 für den Maßregelvollzug für suchtkranke Straftäter benutzen. Die Entzugsklinik mit 75 Plätzen soll vom Zentrum für Psychiatrie Calw betrieben werden. Die Stadtspitze und der Gemeinderat fürchten jedoch, dass die Einrichtung auch noch länger benötigt werden könnte. Überdies sei der Standort inmitten der dicht besiedelten Altstadt ungeeignet, um gefährliche Kriminelle unterzubringen. Der Gemeinderat machte im Dezember daher von seiner Planungshoheit Gebrauch und stellte für das Gelände einen Bebauungsplan auf. Demnach ist im "Faulen Pelz" nur eine universitäre Nutzung möglich. Aktuell wird in den Ausschüssen darüber diskutiert, den Bauantrag des Sozialministeriums aus diesem Grund um ein Jahr zurückzustellen. Der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss vertagte in der vergangenen Woche aber diese Entscheidung. "Das Land wird gegen die Einstellungsverfügung Widerspruch einlegen", sagte unterdessen ein Sprecher des Sozialministeriums auf RNZ-Anfrage: "Wir sind mehr als irritiert über den Konfrontationskurs der Stadt. Oberbürgermeister Würzner hat offensichtlich die Notlage nicht erkannt – das Land ist dringend auf Liegenschaften angewiesen, in denen interimsmäßig, bis die bereits begonnenen Neubauten an den anderen Standorten fertiggestellt sind, suchtkranke Straftäter untergebracht werden können, da sonst die Gefahr droht, dass diese auf freien Fuß gesetzt werden müssen." Es sei enttäuschend, dass die Stadt in dieser Sache Tatsachen schaffen wolle, bevor der Gemeinderat am 2. Juni über den Faulen Pelz berät. An dieser Sitzung nimmt auf Einladung der Stadt Sozialminister Manne Lucha (Grüne) teil. Update: Montag, 16. Mai 2022, 20.14 Uhr
>> mehr lesen

Heidelberg: Jugendliche auf Neckarwiese zusammengeschlagen (Mon, 16 May 2022)
Heidelberg. (pol/rl) Mehrere Männer stießen am Freitagabend einen 17-Jährigen auf der Neuenheimer Neckarwiese erst zu Boden, dann traten und schlugen sie auf ihn ein. Das teilte die Polizei mit. Der 17-Jährige befand sich gegen 22 Uhr auf dem Parkplatz an der Neckarwiese in der Uferstraße, als er unvermittelt einen kräftigen Stoß von hinten bekam und zu Boden stürzte. Dabei erlitt er eine Armfraktur. Als er am Boden lag, kamen mehrere weitere Männer dazu, die auf ihn eintraten und ihn schlugen. Der 17-Jährige konnte sich aufrappeln und rannte weg. Die Angreifer verfolgten ihn und traten dabei weiter auf ihn ein. Als er seine Verfolger abgehängt hatte, verständigte er die Polizei. Als die Beamten eintrafen, wurde der 17-Jährige bereits in einem Rettungswagen untersucht und behandelt. Eine Beschreibung der Schläger konnte er nicht geben. Wenige Minuten später wurde in Höhe der "Drei Steine" ein weiterer 17-Jähriger von einer Männergruppe angegriffen. Hier kamen die Männer auf den 17-Jährigen zu, sprachen in kumpelhafte Weise an und umarmten ihn. Dann schlugen sie ihm ins Gesicht und traten ihn. Als er daraufhin flüchtete, folgten ihm die Angreifer bis zu dessen Freunden, in deren Mitte sich der 17-Jährige in Sicherheit brachte. Während die Freunde des 17-Jährigen beruhigend auf die aggressiven Männer einwirkten, nahm einer der Angreifer eine Glasflasche zur Hand und schlug sie dem 17-Jährigen gegen die Stirn, sodass die Flasche zerbarst. Anschließend flüchteten die Männer. Der 17-Jährige hatte eine deutliche Rötung auf der Stirn sowie kleinere Schnittverletzungen erlitten. Die männlichen Täter können wie folgt beschrieben werden: Der Jugendliche, der den 17-Jährigen mit einer Glasflasche schlug, soll 16 oder 17 Jahre alt sein, 1,60 bis 1,65 Meter groß, eine dünne Statur und hatte ein "arabisches" oder "südosteuropäisches Erscheinungsbild". Er hatte längere Haare, seitliche abrasiert und einen kurzen Zopf. Er trug einen grauen Jogginganzug.  Ein weiterer Jugendlicher der den 17-Jährigen schlug und trat, soll 16 oder 17 Jahre alt, etwa 1,85 Meter groß und hatte ein "mitteleuropäisches Erscheinungsbild". Er war blass, sportlich, kurze Haare, die seitlich abrasiert waren. Er trug einen grauen Jogginganzug. Die weiteren Täter hatten überwiegend ein "süd- bis südosteuropäisches Erscheinungsbild". Sie waren dunkel gekleidet, eine Person trug eine auffallend rote Jacke. Zeugen, die auf die beiden Vorfälle aufmerksam geworden sind und sachdienliche Hinweise zu den Tätern geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Heidelberg-Nord unter der Telefonnummer 06221/4569-0 zu melden.
>> mehr lesen

Heidelberg: Erfolgreiche Reanimation im Zug (Mon, 16 May 2022)
Heidelberg. (pol/sake) Wie die Polizei mitteilt, wurde am vergangenen Freitagabend, 13. Mai, ein Beamter der Bundespolizei zur S3 Fahrtrichtung Mannheim gerufen und von Reisenden auf eine bewusstlose Person aufmerksam gemacht. Umgehend begab sich der Beamte in das betreffende Abteil. Bei dem 75-jährigen Mann waren keine Vitalzeichen feststellbar, weshalb der Beamte umgehend mit den Wiederbelebungsmaßnahmen begann. Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung führten dazu, dass zeitweise Vitalzeichen wieder festgestellt werden konnten. Der Zug befand sich zu diesem Zeitpunkt am nächsten Haltepunkt Heidelberg Pfaffengrund/Wieblingen und Reisende hatten bereits den Rettungsdienst verständigt. Diese übernahmen die weitere Versorgung. Der Zug war zu dieser Zeit mit etwa 200 Reisenden stark frequentiert. Viele nahmen das Geschehen wahr, hielten sich jedoch respektvoll zurück. Leider kam es vereinzelt dazu, dass die Maßnahmen des Beamten und der Rettungskräfte gefilmt wurden und Personen dabei die Einsatzkräfte behinderten. Mit Unterstützung durch zwei Streifen des Polizeipräsidiums Mannheim und weiteren Kräften der Bundespolizei konnten die Rettungskräfte schließlich ihrer Arbeit nachgehen. Der 75-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Aufgrund der Notfall- und Rettungsmaßnahmen erhielten mehrere Züge Verspätungen.
>> mehr lesen

Heidelberg: 23-Jähriger angegriffen und verletzt (Mon, 16 May 2022)
Heidelberg. (pol/mün) In der Nacht zu Sonntag wurden zwei Männer in der Innenstadt angegriffen, berichtet die Polizei. Ein 23-Jähriger sei leicht verletzt worden und habe eine Beule am Kopf. Der 23-Jährige und sein 34-jähriger Begleiter waren gegen 23.45 Uhr im Bereich der Kurfürsten-Anlage beim "Carré" unterwegs. Dort begegneten sie einer Gruppe Jugendlicher, die die Konfrontation mit den Männern gesucht habe. Die Hintergründe der Streitigkeiten sind bislang unklar. Das Polizeirevier Heidelberg-Mitte ermittelt jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung und hofft auf Zeugenhinweise unter der Rufnummer 06221/991700.
>> mehr lesen